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Die Polymerpistole Beretta APX im Kaliber 9 mm Luger im Test. Was leistet Berettas Beitrag zum Modular Handgun System?

Durch das Auswahlverfahren "Modular Handgun System"  bekam die Pistolenwelt binnen kurzer Zeit eine Reihe ausgereifter und rundum überprüfter Pistolenneuheiten serviert – eine davon die APX. Rein technisch hat sie mit der 92er nichts gemeinsam: Eine Ganzmetallausführung mit Schwenkriegelsystem und einem Hybrid-Abzugssystem mit Single-/Double-Action-Modus.

Die APX von Beretta in ihre Einzelteile zerlegt, von links.
Oben das Verschlussgehäuse der Beretta APX,
darunter der Lauf mit der offenen Steuerkurve und dem Riegelblock, gefolgt von dem Vorholfederelement, dem Griffstück und dem Magazin.

Die Beretta APX in 9 mm Luger im Detail

Die APX hingegen ist eine Polymer-Pistole mit dem für diese Pistolenart charakteristischen Schlagbolzenschloss, verfeinert um eine Abzugszüngelsicherung und eine Schlagbolzen-/Fallsicherung. Und natürlich fehlt auch die inzwischen unumgänglich scheinende Montageschiene vorm Abzugsbügel nicht. Auch wenn sich das anhört wie „ach, nur noch eine Plastikpistole“ – die APX zeichnet sich rein äußerlich durch Details aus, die sie Beretta APX von jeder anderen Pistole mit Kunststoffunterbau unterscheiden, allein schon wegen der von vorn bis hinten durchgängig mit Durchladehandhaben versehenen Schlittenflanken. Konstruktiv ein modifiziertes Browning-System, zeigt sich die APX in der Chassis-Bauweise, wie man sie von den SIG Sauer P250 DCc und natürlich von der aus dem gleichen Hause stammenden P320 kennt. Und das, was die Waffe noch auszeichnet, ist das, mit dem dann zur Bewertung übergeleitet sei.

Zahlen und Fakten zur APX

Modell:
Beretta APX
Preis:
€ 740,-
Kaliber: 9 x 19 mm
Kapazität:
17 + 1 Patronen
Lauflänge:
108 mm
Maße (LxBxH):
189 x 33 x 141 mm
Abzugsgewicht:
2.500 g
Gewicht:
798 g
Ausführung:
Polymer-Pistole mit Schlagbolzenschloss, Chassis-Bauweise, teilvorgespanntem Abzug, Browning-Petter-Verriegelung und Drei-Punkt-Visierung.

Wo kann sich die APX Punkte sichern, wo lässt Sie liegen?

Mündungpartie der APX von Beretta.
Kimme und Korn bestehen aus Stahl,
beide seitlich verschiebbar. Die Kimme
folgt der Novak-LoMount-Bauweise.

Noch ehe es ans Zusammenzählen der Punkte ging, stand fest: Die APX erhält in jedem Fall die volle Punktzahl für das hervorragende Abzug-Griff-Design. Für dessen Spitzen-Charakteristik sorgten die Kombination von niedriger Laufseelenachse und schwerem Verschlussgehäuse ebenso wie das ausgeklügelte Design mit dem oben leicht schmäler werdenden Griffrücken, die Anrauung der Griffflanken und die Fingerrillen. Die optisch übrigens weit mehr hervortraten, als die Finger sie dann tatsächlich spürten (-0 Punkte). Ebenfalls das Maximum gab es für den Prüfabschnitt Repetierablauf/Sicherheit, da die Waffe mit allen ihr angetragenen Patronensorten wunderbar zuverlässig arbeitete (-0 P.). Und auch das Arrangement wie die beidhändige Bedienbarkeit respektive Umsetzbarkeit der Bedienelemente überzeugte (-0 P.).

Kimme der Beretta APX.
Die APX verfügt über ein in einem
Schwalbenschwanz montiertes Korn samt weißer Punkteinlage.

Kritik kassierte jedoch der Abzug, da erstens recht hart (wenn auch noch im Rahmen des Gewohnten) und zweitens arg lang kriechend (-2 P.). Die Drei-Punkt-Visierung aus Stahl gefiel, weil die Pupille durch sie schnell das Ziel erfassen und dabei ein kontrastreiches Visierbild genießen konnte. Aber Kimme und Korn büßten mangels Höhenverstellbarkeit einen Zähler ein (-1 P.). Und was die Verarbeitung angeht, da zeigten die drei inzwischen überprüften Stücke allesamt einige kleine Mängel, seien es Ritzen im Griff, seien es unsauber ausgeführte Oberflächen-Finishes oder Zubehör Montageschienen, die nicht völlig gerade verliefen: Hier war einfach nicht bis ins letzte Detail sauber gearbeitet worden (-3 P.) Bleibt noch der Bewertungsabschnitt der Präzision zu erwähnen – hier holte die Beretta APX mit der Mantelhohlspitz-Laborierung von PPU ihr Spitzentrefferbild von zufriedenstellenden 61 mm (-12 P.).

Die Zähler der Beretta APX in 9 mm in der Übersicht

Bewertung Punkte
Präzision (max. 50 Punkte) 
38 Punkte

Repetierablauf/Sicherheit (max. 10 P.) 
10 Punkte
Abzugscharakteristik (max. 10 P.) 8 Punkte
Abzug-Griff-Design (max. 5 P.) 
5 Punkte
Bedienelemente (max. 10 P.) 
10 Punkte
Visierung (max. 5 P.) 
4 Punkte
Verarbeitung (max. 10 P.) 
7 Punkte
Gesamtpunktzahl (max. 100 P.) 
82 Punkte
Testurteil 
Sehr gut
Prädikate 
5 von 6

Fazit zur 9mm-Polymerpistole aus Italien

Abschließend: Die Beretta APX bestach durch ein erstklassiges Abzugs-Griff Arrangement und eine niedrige Laufseele, auch gefiel den Testern der Umstand, dass sich die Waffe gut dazu eignet, um auf kurze Distanz schnelle Serien sicher ins Ziel zu bringen. Die Ausstattung liegt auf einem für die Polymer-Klasse gehobenen Niveau. Beretta liefert die APX in einem Kunststoffkoffer von Henry Fords Lieblingsfarbe, bestückt mit einer mehrsprachigen Bedienungsanleitung, einem Vorhängeschloss für die Pistole, zwei 17-Schuss Magazinen samt Ladehilfe, zwei Wechselgriffrückenmodulen und einer Reinigungsbürste.

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