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Traumjagd: Alligatorjagd in Lousiana

Louisiana, auch "The Sportsman’s Paradise" genannt 

Der Abenteurer Ryan Baudhuin ist ein erfahrener Jäger. In unserem letzten Dream-Hunt-Beitrag hatten wir von seiner  Entenjagd in Maine  berichtet. Dieses Mal begleiten wir Ryan auf seiner Reise nach Louisiana, in den US-Bundesstaat, der den Beinamen "Sportsman‘s Paradise" trägt. Gegenüber all4hunters verriet er: "Die Leute in diesen Sümpfen sind toll. Sie gehen selten einkaufen, stattdessen ernährt sie das Land. Jeder kann das tun – es gibt dort alles: Enten, Rehwild und Schweine."

Ein Sumpfboot aus Louisiana 
Die Sumpfboote aus Louisiana werden von einem Propeller angetrieben und können sich auch in seichten Gewässern oder über kurze geeignete Strecken an Land fortbewegen. 

Auf traditioneller Alligatorjagd

Aber es leben dort eben auch die gefährlichen Alligatoren. Für manche ist die Alligatorjagd eine Philosophie, ein Sport und ein Lebensstil, den man mit verschiedenen Techniken pflegt, eine Mischung aus Jagen und Fischen. Ein Handwerk, das von einer Generation an die nächste weitergegeben wird. Die Alligatoren leben in Bayous (klare oder brackige, langsam fließende Flüsse). Sie ernähren sich von allem Möglichen: Fische, Vögel, Schlangen, Biber und Rehwild gehören zu ihrer Speisekarte. Die größte Population gibt es in Louisiana. Alligatoren wurden wegen der Überjagung in den 60er Jahren auf die Liste der gefährdeten Arten gesetzt. Zwischen 1962 und 1971 war die Alligatorjagd verboten.

Eine kurze Jagdsaison

"Die Saison für die Alligatorjagd in Louisiana ist der September" , erzählt Ryan all4hunters. Die genauen Daten werden vom Department of Wildlife and Fisheries bestimmt. Sie variieren von einem Jahr zum anderen. Die meisten Jäger reisen in den ersten beiden Wochen des Monats an. 

Alligatoren fangen und erlegen - mit Haken und Büchse

"Alligatoren werden mit Haken und Rute gefangen. Das Seil ist an der Bank des Bootes befestigt."  Man benutzt Hühnerfleisch, das als Köder über das Wasser gehängt wird. Die Haken werden regelmäßig kontrolliert. "Wenn man einen mit dem Haken gefangen hat, wird er an Bord gezogen und getötet" , so Ryan weiter. Dafür wird gern eine .22er Magnum verwendet. Ryan erzählt uns: "Man kann auch eine Büchse mit größerem Kaliber oder einen Bogen verwenden. Aber diese Büchse ist eleganter. Man kann sie sonst auch ohne Haken schießen." 

Diese Methode kann aber sehr riskant werden − der Alligator sinkt schnell nach unten und es wäre gefährlich, selbst ins Wasser zu steigen. "Am Abend vor der Alligatorjagd waren wir zum Fischen mit dem Bogen raus. Plötzlich wälzte sich ein dreieinhalb Meter langer Alligator direkt neben unserem Boot im Wasser."   Und es gibt noch weitere Gefahren: Einmal fiel eine Giftschlange von einem Baum in ihr Boot.   

Alligatorenkiefer 
Der Kiefer eines von Ryan erlegten Alligators. Manchmal schnappt das Maul eines Alligators postum aus Reflex eine Zeit lang weiter. 

Adrenalinkick bei der Jagd auf die gefährlichen Räuber

Ryan Baudhuin mit einem erlegten Alligator ueber der Schulter in Lousiana
Der tollkühne Ryan Baudhuin transportiert seinen erbeuteten Alligator aus dem knietiefen Wasser ab.

Am nächsten Tag fuhren sie zum Jagen auf dem Sumpfboot los. Ryan erlegte einen der drei Alligatoren (2,40 m, 2,90 m und 3 m), die sie an diesem Tag fingen. "Das ist schon ein ganz schöner Adrenalinkick, wenn der Alligator den Köder angenommen hat und anfängt, daran herumzureißen."  Ryan ist ein ehemaliger US-Marine. Auf die Frage nach der Gefahr sagte er: "Die Gefahr hat mich immer angezogen. Das Adrenalin steigt dabei auf ganz neue Pegelstände."  Alligatoren sind verschieden groß. Man kann keine Auswahl treffen. "Was auf den Haken geht, muss man nehmen. Die Größe ist also Glückssache. Manchmal zappeln sie nach dem tödlichen Schuss noch eine Stunde lang herum. Man öffnet die Kiefer, und sie schnappen wieder zu. Ich habe einen aufgehoben und mir über die Schultern gelegt. Der Schwanz zeigte noch Reflexe" , sagt Ryan.

Fleisch und Haut der erbeuteten Alligatoren

Nichts wird verschwendet. "Haut, Fleisch und Schädel werden verwendet" , erklärt uns Ryan. "Das Abhäuten von Alligatoren ist schwere Arbeit. Die Haut ist gepanzert und die Messer werden schnell stumpf. Das Fleisch ist aber zart, flockig und weiß. In Happen frittiert oder als gegrillte Medaillons vom Schwanz schmeckt es toll."  Das milde Fleisch enthält wenig Fett. Weitere Informationen zu den einzelnen Teilen und ihrer Zubereitung gibt es beim Alligator Advisory Council

Besondere Gastfreundschaft der Cajuns für Jäger

Ryan Baudhuins mit gehaeutetem Alligator 
Das Häuten eines Alligators verlangt viel Geschick und Muskelkraft, belohnt den Jäger jedoch mit schmackhaftem Fleisch und dem begehrten Leder. 

Und dann wollten wir noch wissen, wie es mit der Beliebtheit der Alligatorjagd steht und was er sonst noch so erlebt hat. "Die Cajuns sind das Beste an der Reise. Sie leben vom Land und sind sehr gastfreundlich. Wo immer man hinkommt – sie wollen einen kennenlernen und bekochen. Das Essen bei ihnen ist köstlich. Die Jagd ist ziemlich teuer. Die meisten Leute machen das nur einmal. Es war fast schon surreal, diese einzigartige Kultur und die Fahrt auf dem Sumpfboot zu erleben. Die meisten kennen das nur aus dem Fernsehen."

Ryan Baudhuins persönliche Traumjagd

Ryan ist Jäger, Filmemacher, Fotograf und Abenteurer. Er reist, um Filme über die Jagd zu drehen. Auch für das nächste Jahr hat er schon viel geplant. Auf unsere Frage nach seiner Traumjagd sagte er: "Das Himalaya-Tahr in Neuseeland hat es mir angetan. Die Landschaft dort ist eine Herausforderung. Wenn ich ein Himalaya-Tahr erlegen würde, würde ich mir das Tier auf jeden Fall ausstopfen lassen."

Ryan war zusammen mit dem Ausstatter Mark Voght Jr für Bayou Bow Fishing und mit dem Jäger K.J. Serigne auf Alligatorjagd und Filmtour.

Auf der offiziellen Website des US-Bundesstaates Lousiana zum Thema "Wildlife & Fisheries" finden Sie umfangreiche Informationen zur Alligatorjagd.

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