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Nachtsichtgerät im Test: Das Jahnke DJ-8 NSV 1x56 im Praxiseinsatz bei der Jagd und Wildbeobachtung

Der Hersteller Nachtsichttechnik Jahnke auf dem bayerischen Allershausen hat sich inzwischen einen Namen im Bereich der jagdlichen Nachtsicht- und Thermaloptik gemacht und sollte den meisten Waidleuten ein Begriff sein. Mit der Linie DJ-8 befinden sich mehrere Modelle von Nachtsichtgeräten für die jagdliche Verwendung im Programm. all4hunters.com wurde das Modell NSV 1x56 leihweise zum Testen zur Verfügung gestellt.

Objektiv und Leuchteinheit.
Das 56er-Objektiv lässt eine große Menge Licht in das Gerät. Das macht die Nacht zum Tag.

Das Jahnke DJ-8 NSV 1x56 im Detail

Wie bei allen Geräten aus dem Hause Jahnke, setzt der Hersteller auch bei unserem Testgerät auf Magnesium, um dem Waidmann zusätzliches Tragegewicht bei der Ausrüstung zu ersparen. Das DJ-8 wiegt deshalb etwa 30% weniger als ein vergleichbares Gerät ohne diesen Werkstoff. Hinzu kommt das von den Bayern bewusst spartanisch gehaltene Design, was einerseits weiteres Gewicht spart, andererseits aber auch die Handhabung der Optik vereinfachen soll. Dass Letzteres ein wesentlicher Punkt bei der Konstruktion war, merkt man dazu auch an kleinen Details, die einem das Leben jedoch deutlich einfacher machen sollen: So sind die Bedienelemente allesamt mit fluoreszierender Farbe ausgeführt. Man muss sich hier in der Dunkelheit also nicht mehr auf sein Gefühl verlassen, sondern hat auch die optische Kontrolle zur Verfügung. Ein weiteres Detail ist auch die Schärfeeinstellung: Durch einen kleinen Hebel kann diese auch dann verändert werden, wenn man das Gerät als Vorsatzoptik nutzt und die Waffe im Anschlag hat.

Neben dem Modell mit 56er-Objektiv, ist auch eines mit 48 mm-Linse verfügbar. Weiterhin ist auch eine Variante "Monookular" sowie "Zwilling" verfügbar. Alle von Jahnke Nachtsichttechnik angebotenen Geräte sind "Made in Germany".

Das NSV von Jahnke im jagdlichen Praxistest

Die Bedienelemente des DJ-8.
Die Bedienelemente lassen eine intuitive Einstellung des Geräts zu. Sie sind zudem durch ihre nachleuchtende Farbe optisch abzulesen.

Eines kann man sagen: das Jahnke Vorsatzgerät ist einfach der Hammer was das Sehen in der Nacht angeht. Ich bin restlos begeistert. Doch fangen wir von vorne an. Mir war es vergönnt, einige praktische Erfahrungen mit dem Vorsatzgerät von Jahnke zu sammeln, als es nach erfolglosem Rehansitz ans Auto zurückging. Beim Wegpacken und Verschließen des Waffenkoffers fiel mir ein, dass ich das Gerät noch im Wagen hatte. Die Helligkeit nahm rapide ab und die Neugier überwog dann doch und so dauerte das Verstauen der restlichen Ausrüstung länger. Erfahrungen mit der Wärmebildtechnik kann ich bereits aufweisen, mit Nachtsichttechnik nicht. Umso größer war also die Spannung. Alles ins Auto gepackt und dem Wild die Ruhe gelassen und an eine andere Stelle gefahren. Erstes Plus: Die Bedienung war simpel, alles war bereits passend justiert. Nahezu völlige Schwärze um mich herum und dann der erste Blick durch die Optik: der Hammer!

Die Klemmvorrichtung des NSV.
Mit der Klemmvorrichtung kann das Gerät an einem optischen Gerät befestigt werden.

Taghelle Umgebung, so wie man sie bei Sonnenschein kennt, nur eben in Grün. Immer wieder der Kopf weg, um in die Ferne zu schauen: keine 3 m konnte man sehen. Dann wieder durch die Optik, die wie ein Fernrohr fungierte und alles, selbst die kleinsten Kleinigkeiten traten hervor. Und schon war der Trieb geweckt, mit dem Jahnke Vorsatzgerät zu experimentieren. Mit dem Nachtsichtgerät ging es dann soweit vom Auto weg, bis man es nicht mehr wahrnahm. 3 m davon weg durch das Nachtsichtgerät geschaut… und da war es, inklusive des Wunderbaums mit Vanillearoma. Unweit der Stelle war eine Weide mit Pferden, die man ebenfalls nicht sehen konnte. Das Jahnke DJ-8 NSV 1x56 angeworfen und schon waren die Zossen zu sehen. Und da fiel mir der Bach ein, der ein paar Meter weiter fließt. Schnell rüber und mit dem Jahnke gespäht. Und tatsächlich: ein Nutria saß unten auf dem Schilf. Dann noch das Gerät vor das Fernglas gepackt – dank des Adapters schnell und sicher machbar – und schon konnte ein Sprung Rehe beobachtet und vor allem sicher angesprochen werden.

Das Fazit zum Jahnke DJ-8 NSV 1x56

Jahnke NSV mit Tragetasche.
Durch geringe Größe und Gewicht ist das DJ-8 einfach zu komfortabel zu transportieren.

Ich kann zu dem Jahnke-Gerät nur sagen, dass es ein beeindruckendes Stück Technik ist. Die Bedienung ist simpel. Alles ist robust verarbeitet und vor allem kann man in Verbindung mit dem Fernglas auch Wild sicher ansprechen, da man wirklich alles erkennt bei entsprechender Vergrößerung. Zum Ende hin begann es zu nieseln, was zu leichtem Krisseln in der Optik führte. Das ist aber dem technischen Prinzip und nicht dem Gerät per se geschuldet - aber bei starkem Regen kommt die Technik an ihre Grenzen.

Gerade in Zeiten von ASP und dem Ruf nach größeren Strecken beim Schwarzwild, würde die Nachtsichttechnik dem Waidmann ein adäquates Hilfsmittel an die Hand geben, um diese Forderung zu erfüllen und damit gleichzeitig das Tierwohl zu steigern. Denn ein sicherer und genauer Schuss sollte jedem Jäger Verpflichtung sein. Und mit dem Jahnke DJV-8 hat man das passende Werkzeug dazu.

Die Eindrücke aus dem Test im Revier sehen Sie in diesem Video zum Jahnke DJ-8 NSV:

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