Schon beim Betreten des Nürnberger Messezentrums wird deutlich: Die Enforce Tac ist keine Bühne für Effekte, sondern ein Arbeitsort für Profis – hier treffen sich Hersteller, Spezialisten und Entscheider, um aktuelle Lösungen und Technologien rund um innere und äußere Sicherheit zu präsentieren und zu diskutieren. Auch 2026 wird das Messe-Event von einem dichten Programm aus Fachvorträgen, Konferenzen und unterschiedlichen Messeformaten begleitet. Neu ist in diesem Jahr auch ein politisches Signal: Bundeskanzler Friedrich Merz übernimmt die Schirmherrschaft der Messe. Ein Blick ins Ausstellerverzeichnis unterstreicht die Dimension der Veranstaltung, denn dort sind 1.450 Aussteller gelistet. Gleichzeitig bleibt der Rahmen klar abgesteckt: Die Enforce Tac ist eine zulassungsbeschränkte Fachmesse und ausschließlich für Angehörige der Streitkräfte sowie für Behörden und Organisationen mit polizeilichen oder militärischen Sicherheitsaufgaben zugänglich – entsprechend konsequent sind die Sicherheitsvorkehrungen vor Ort.
Ab heute liefern wir täglich Eindrücke und Produktnews von den Ständen, und in diesem Jahr bündeln wir zudem alle Neuheiten in einem einzigen Artikel, den wir fortlaufend erweitern und ständig aktualisieren, damit Sie jederzeit den aktuellen Stand haben.
Enforce Tac 2026: Primary Arms GLx 1,5-12x36 und San Tan Tactical AR-15 bei Ferkinghoff International
Auf der Enforce Tac 2026 am Stand von Ferkinghoff International stand ein neues, kompaktes variables Zielfernrohr im Mittelpunkt: das Primary Arms GLx 1,5-12×36. Die Optik ist als Brücke zwischen klassischen LPVO-Konzepten und größeren Präzisionsgläsern positioniert: 1,5× bleibt niedrig genug für schnelles Arbeiten mit offener Wahrnehmung, während 12× spürbar mehr Detailauflösung für präzisere Schüsse auf mittlere Distanzen liefert – und das in einer Bauform, die weiterhin auf ein führiges Gesamtsetup abzielt.
Ausstattungsseitig wird besonders die Parallaxenverstellung betont – ein Merkmal, das bei kompakten Gläsern dieser Klasse nicht selbstverständlich ist und gerade im sportlichen Einsatz bei wechselnden Distanzen einen praktischen Mehrwert bringen kann. Ebenfalls Thema ist die Beleuchtung: Die Helligkeit lässt sich stufenweise regeln, wobei Zwischenpositionen als "Off" ausgeführt sind. Das erleichtert es, schnell auf die bevorzugte Einstellung zurückzukehren, ohne sich durch alle Stufen klicken zu müssen. Bei der Mechanik wird ein leichtgängiger Zoomring hervorgehoben; zusätzlich ist eine Hebellösung vorgesehen, um die Vergrößerung noch schneller und mit mehr "Grip" zu wechseln – relevant für dynamische Abläufe und Stage-Transitions. Zur Robustheit wird das GLx als belastbar beschrieben, mit dem Anspruch, auch auf intensiver genutzten Plattformen standfest zu bleiben.
Montiert war das Glas auf einem AR-15 von San Tan Tactical, das Ferkinghoff für den deutschen Markt präsentiert. Das Gewehr wird als modern ausgestattetes System gezeigt, unter anderem mit beidseitiger Bedienbarkeit und auf Gewichts- bzw. Handlingvorteile ausgelegten Details. In Kombination mit dem kompakten 1,5-12×36 Zielfernrohr ergibt sich ein Setup, das sowohl schnelles als auch präzises Schießen abdecken soll. Mehr Informationen zum Primary Arms GLx 1,5-12×36 und zum San Tan Tactical AR-15 gibt es auf der Webseite von Ferkinghoff International. Am besten direkt das Video anschauen.
Enforce Tac 2026: Das Scharfschützengewehr SSG M1A2 von Steyr Arms
Auf der Enforce Tac 2026 in Nürnberg zeigt Steyr Arms mit dem SSG M1A2 eine überarbeitete Multikaliber-Repetierbüchse, die vor allem bei Modularität und Ergonomie nachlegt. Neu ist unter anderem der Handschutz mit M-LOK (3/6/9 Uhr) und einer langen ARCA-Schiene für Zubehör- sowie Stativ-/Bipod-Setups. Oben sitzt eine durchgehende Picatinny-Schiene mit 20 MOA Vorneigung, ausgelegt für Optikmontagen mit Reserven auf größere Distanzen.
Für den Anschlag an Auflagen sind gleich zwei Barricade Stops vorgesehen (vorn und zusätzlich ein massiver hinten). Dazu kommt ein beidseitig gut erreichbarer Magazinauslöser. Spannend für die individuelle Anpassung: ein kürzerer, weiterhin voll einstellbarer Hinterschaft und ein AR-kompatibler Pistol Grip, sodass sich Griffe nach persönlicher Vorliebe leicht tauschen lassen.
Beim Kaliberkonzept bleibt es flexibel: genannt werden .308 Win., 6,5 Creedmoor, .338 Lapua Magnum und als neue Option .300 Norma Magnum. Die 10-Schuss-Magazine sind kaliberunabhängig vorgesehen. Zur Verfügbarkeit wird angedeutet, dass die ersten Chargen zunächst in die USA gehen; Europa wird für das dritte Quartal in Aussicht gestellt. Preislich soll es sich auf SSG-M1-Niveau bewegen, konkrete Zahlen wurden aber noch nicht genannt. Mehr Informationen zum SSG M1A2 gibt es auf der Website von Steyr Arms. Und natürlich auch im Video.
Enforce Tac 2026: Fabarm P.S.S.10 Selbstladeflinte – Drohnenabwehr auf der letzten Meile, erhältlich über Waimex
Wie schon im letzten Jahr nimmt das Thema Drohnen auf der Enforce Tac 2026 mitsamt aller denkbaren Szenarien im militärischen und behördlichen Sektor einen zentralen Platz ein. Dazu zählt auch die Drohnenabwehr, und zwar hier auf ganz direktem Weg: Am Stand von Waimex stellt uns Hubert Bodächtel die halbautomatische Flinte Fabarm P.S.S.10 (Practical Shooting Shotgun 10) im Kaliber 12/76 vor. Das Konzept zielt auf die "letzte Meile", also Distanzen zwischen 10 und 100 Metern, auf denen elektronische Abwehrsysteme wie Störsender (Jamming) bereits versagt haben.
Die P.S.S.10 arbeitet als Gasdrucklader mit Fabarms eigenem Pulse-Piston-System und fasst 9+1 Patronen. Im urbanen Szenario – etwa beim Schutz von Stadien oder Konzerten – zeichnet sich ein Einsatz von Flinten durch geringere Umfeldgefährdung als der von Büchsen aus: Herabfallende Schrote stellen ein deutlich kleineres Risiko dar als Gewehrprojektile. Ein zentrales technisches Merkmal der Fabarm P.S.S.10 Selbstladeflinte ist der verstärkte Beschuss von 1.630 Bar, der die CIP-Norm von 1.320 Bar für Stahlschrot erheblich übertrifft und den sicheren Einsatz behördlicher Spezial-Wirkmittel auch bei vollem Choke erlaubt. Ausstattungsseitig verfügt die P.S.S.10 über eine lange Picatinny-Schiene auf Gehäuse und Lauf, eine verstellbare Visierung sowie wahlweise einen Fest- oder Klappschaft für den kompakten Transport im Fahrzeug. Die auf der Enforce Tac gezeigte Konfiguration richtet sich an Behörden – zivile Varianten von Fabarm Flinten für Sportschützen werden dann in Kürze auf der IWA folgen.
Ergänzend zeigte uns Hubert Bodächtel vor Ort noch das Heimdall AR1X: ein kompaktes 1-fach-Rotpunktvisier aus CNC-gefrästem Aluminium mit Shake-Awake-Sensor und IP67-Schutz, das auch optimal auf der Picatinny-Schiene der Fabarm P.S.S.10 Platz findet. Alle weiteren Informationen zur Fabarm P.S.S.10 Selbstladeflinte und dem Heimdall AR1X Rotpunktvisier erfahren Sie in unserem Video sowie auf der Website von Waimex.
Enforce Tac 2026: Hornady mit Erweiterung der SBR-Linie sowie neues vom Kaliber .338 ARC
Auf der Enforce Tac 2026 am Stand von Hornady drehte es sich vor allem um zwei Themen, die für viele Anwender aktuell besonders relevant sind: kurze Läufe und das aufkommende Kaliber .338 ARC. Bei der Munition stellte Hornady die erweiterte SBR-Produktlinie (Short Barrel Rifle) heraus – Laborierungen, die gezielt für sehr kurze Lauflängen entwickelt wurden, weil sich dort Funktion, Pulverabbrand und Geschosswirkung deutlich anders verhalten als aus "Standard"-Läufen. Als Beispiel wird eine bleifreie 5.56/.223-Ladung mit 60 gr CX-Geschoss genannt, abgestimmt auf 11,5"-Systeme und kürzer: gedacht als universelle Patrone mit kontrollierter Wirkung und gleichzeitig brauchbarer Barrierenleistung – ohne unnötige Überpenetration, auch bei den niedrigeren Geschwindigkeiten kurzer Rohre.
Zweiter Schwerpunkt ist .338 ARC: Die CIP-Zulassung bzw. Freigabe steht kurz bevor. Neben der bekannten Unterschall-Laborierung werden Überschall-Varianten (u. a. jagdlich und taktisch) angesprochen, mit dem Anspruch eines "Komplettpakets" aus unterschiedlichen Geschossarten. Als Hauptpunkt wird das Anforderungsprofil ähnlich zur 8.6 mm Blackout eingeordnet – mit dem Plus, dass es im AR-15-System läuft und Unter- und Überschall bei ähnlichem Gasdruck funktionieren sollen, was den Wechsel der Laborierungsarten im selben Setup vereinfachen kann. Jagdlich wird außerdem gerade getestet, ob sich je nach Lauflänge die in Teilen Europas relevante 2.000-Joule-Marke auf 100 m erreichen lässt – hier sind Messwerte und praktische Daten entscheidend. Mehr Infos zu den SBR-Ladungen und zu .338 ARC gibt es auf der Website von Hornady. Und natürlich im ausführlichen Video mit Jens Tigges.
Enforce Tac 2026: CZ P13 – Die Pistole der Bundeswehr
Auf der Enforce Tac 2026 zeigte CZ die neue Dienstpistole der Bundeswehr: die P13. Das Modell basiert auf der 9-mm CZ P-10 C OR (Optics-Ready) im Kompaktformat und soll in der Truppe perspektivisch die P8 A1 (USP-basiert) ablösen. Die P13 kommt in Flat Dark Earth (FDE), ist eine striker-fired Pistole mit 4"/102-mm-Lauf mit Polymergriffstück, wechselbaren Griffrücken, 15-Schuss-Magazin und einem Gewicht von 746 g.
Am CZ-Stand wurde außerdem betont, dass bei einer Beschaffung dieser Größenordnung nicht nur der Preis zählt: Entscheidend ist zunächst das Erfüllen einer umfangreichen Liste an technischen Forderungen. Dazu gehören insbesondere die Kompatibilität mit der Bundeswehr-Munition (abweichend von ziviler Standardmunition), Anforderungen an Lebensdauer, Funktions- und Fallsicherheit sowie Umwelttests nach NATO-Standards. Auch für die Schießausbildung sind Anpassungen zu erwarten, weil das striker-fired Konzept ohne außenliegende Sicherung und ohne Entspannhebel andere Bedienabläufe mitbringt. Als Vorteil wird die moderne Ergonomie genannt, die – auch in Verbindung mit den wechselbaren Griffrücken – unterschiedliche Handgrößen besser abdecken soll.
Ergänzend wurde ein Trainingspaket vorgestellt: Eine separat ausgeführte Trainingswaffe, die eine Verwechslung von Teilen mit der scharfen Pistole verhindern soll, dabei aber ladefähig bleibt und Trockentraining ohne ständiges Repetieren ermöglicht. Mehr Infos zur CZ P13 und zur Plattform P-10 gibt es auch auf der Webseite von CZ. Außerdem am besten direkt das Video anschauen.
Enforce Tac 2026: Licht- und Laser für Kurz- und Langwaffe bei Nextorch
Auf der Enforce Tac 2026 ging es am Stand von Nextorch um die breite Palette an Licht-Lösungen für Behörden- und Einsatzanwender – von kompakten Kurzwaffen-Waffenlampen über Kombi-Geräte mit Licht/Laser bis hin zu Langwaffen-Modulen mit Weißlicht und IR-Funktionen für Nachtsichtanwendungen. Mit dabei war die lebende Legende Hermann "Rosi" Rosenberg, der den Fokus klar auf Operator-first legt: Bedienung muss intuitiv, schnell erlernbar und unter Stress abrufbar sein.
Exemplarisch wurde die WL15 aus der German Line gezeigt. Sie ist als reine Lichtlösung konzipiert und liefert 1.200 Lumen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht "noch ein Feature", sondern die Schaltlogik: Die Lampe soll so bedienbar sein, dass der Schütze im normalen Anschlag bleibt und nicht in unpraktische "Drücken-und-Halten"-Abläufe gezwungen wird. Ziel ist ein sauberer Bewegungsablauf – aktivieren, arbeiten, zurücknehmen – ohne den Griff oder die Handposition ständig zu verändern. Als weiteres Beispiel aus der Pistolenlinie wurde die WL20 genannt, als Ergänzung innerhalb der Familie für unterschiedliche Setups und Nutzeranforderungen.
Darüber hinaus zeigt Nextorch Lösungen, die über die reine Kurzwaffenlampe hinausgehen: Modelle mit Licht + Laser, sowie Langwaffen-Module mit klarer Bedienlogik, bei denen sich je nach Bedarf Licht, Laser oder IR-Beleuchtung/IR-Pointer auswählen lassen. Auch das Thema Montage wird breit gedacht (z. B. M-LOK/Picatinny) – inklusive Optionen, die je nach Plattform sowohl direkte Bedienung als auch alternative Bedienwege ermöglichen.
Mehr Infos zur gesamten Produktpalette gibt es auf der Website von Nextorch. Am besten für alle Details direkt das Video anschauen.
Enforce Tac 2026: Laser Ammo mit CQB in A Box, einem Dryfire-Trainingssystem für Profis
Auf der Enforce Tac wurde mit "CQB in A Box" von Laser Ammo ein Trainingsset vorgestellt, das Close-Quarters-Drills ohne scharfen Schuss ermöglicht – als modularer Baukasten für dynamische Abläufe, Zielwechsel und Trefferkontrolle. Das System wird als kompakt in einer Box geliefert, ist dadurch leicht lagerbar, schnell aufgebaut und lässt sich je nach Trainingsziel flexibel zu unterschiedlichen Parcours konfigurieren.
Der Ansatz ist klar: Drills sind nicht starr "nach Handbuch", sondern können individuell entwickelt und angepasst werden – vom einfachen Standardablauf bis zu komplexeren Sequenzen. Ein Beispiel ist der Mozambique Drill, der als Programm hinterlegt werden kann. Über eine Software (konfigurierbar auf Laptop oder Tablet) lassen sich Trefferzonen auswerten (z. B. Alpha/Bravo/Charlie) und Anforderungen definieren – etwa wie oft eine Zone getroffen werden muss. Damit zielt "CQB in A Box" auf messbares, wiederholbares Training ab, das gleichzeitig kosteneffizient bleiben soll.
Für den deutschen Markt soll das Set bald über den Webshop verfügbar sein; in den USA ist das Konzept bereits verbreitet. Am besten direkt das Video anschauen.
Enforce Tac 2026: Mossberg 590M Breacher – Ferkinghoff International zeigt kompakten Türöffner für Spezialeinheiten
Bernd Richter von Ferkinghoff International präsentiert uns auf der Enforce Tac 2026 ein Schuss-Werkzeug mit beeindruckend kompaktem Design, das er auch gern als "Universalschlüssel" für Spezialeinsatzkräfte bezeichnet: die Mossberg 590M Breacher – eine besonders kurze Pump-Action-Schrotflinte, die eigens für das taktische Breaching, also das kontrollierte Öffnen von Türen, entwickelt wurde.
Neu bei der 590M Breacher in Kaliber 12/76 ist Mossbergs patentiertes Wechselmagazin, das mit 10+1 Patronen mehr Kapazitäten für das schnelle Nachladen unter Einsatzbedingungen schafft. Denn mehr einsatzbereite Patronen bedeuten mehr geöffnete Türen in kürzerer Zeit. Der 11,5-Zoll-Lauf der Mossberg 590M Breacher trägt an der Mündung passend für den Anwendungsbereich ein integriertes Stand-off-Device mit gezacktem Rand: Direkt auf eine Tür aufgesetzt, reduziert es den Rückdruck beim Schuss, da so auch zwischen Mündung und Material Gase entweichen können – ein zusätzlicher Effekt zum verbauten Mündungsfeuerdämpfer. Abgerundet wird diese jetzt noch kürzere Konfiguration der Mossberg 590M durch einen Pistolengriff sowie eine ambidextere Sicherung im AR-Stil.
Die Plattform glänzt bereits länger mit militärischer Bewährung: Die Mossberg 590A1 ist die Pump-Action-Schrotflinte, die den US-Militärstandard Mil-Spec 3443E bestanden hat – inklusive 3.000 Schuss unter Volllast sowie Korrosions- und Falltests. Die 590-Familie ist entsprechend bei allen Teilen der US-Streitkräfte im Einsatz. In Deutschland gilt die gezeigte Konfiguration gemäß § 40 WaffG als verbotene Waffe und ist ausschließlich Behörden und Spezialeinsatzkräften vorbehalten. Alle weiteren Informationen zur Mossberg 590M Breacher Schrotflinte sowie weiteren Waffen des Herstellers finden Sie auf der Webseite des Importeurs Ferkinghoff International.
Enforce Tac 2026: Haenel LR/ONE Short Repetierbüchse – Kompakte Präzision für Long-Range-Schützen
Aus dem thüringischen Suhl kommt eine der kompaktesten Präzisionsbüchsen im .308-Winchester-Segment: die Haenel LR/ONE Short. Vincent Koch hat am Stand von C.G. Haenel erneut die Waffe dabei, welche genau vor einem Jahr erstmals auf der Enforce Tac ihre Premiere feierte. Die Haenel LR/ONE Short ist mit lediglich 420 mm Lauflänge die Kurz-Variante der beliebten LR/ONE Präzisionsbüchse und richtet sich in erster Linie an Einsteiger in Long Range und PRS. Doch auch für die Jagd könnte das Kurzmodell durchaus interessant sein. Ausgeklappt misst die Repetierbüchse je nach Einstellung der werkzeuglos verstellbaren Schulterstütze zwischen 89 und 97 Zentimeter. Der AR-kompatible Klappschaft mit MDT-Klappgelenk reduziert das Transportmaß sogar auf nur 720 Millimeter.
Ein kaltgeschmiedeter Matchlauf mit 19 Millimeter Durchmesser verspricht hohe Präzision und eine lange Lebensdauer, während ein klassischer Zylinderverschluss mit 60-Grad-Öffnungswinkel schnelles Repetieren ermöglicht. Das Aluminium-Chassis mit M-LOK-Vorderschaft sowie die hinter dem geriefelter Barrikadenstopp positionierte ARCA-Aufnahme sorgen für universelle Kompatibilität mit Anbauteilen wie Zweibeinen und Stativen. Oben am M-LOK-Schaft befindet sich zudem eine eingefräste NAR-Schiene.
Das Gewicht der Haenel LR/ONE Short ohne Anbauteile beträgt ca. 4,35 Kilogramm. Ein M15×1-Mündungsgewinde erlaubt die Montage von Kompaktschalldämpfern wie dem 400 Gramm leichten Haenel LR/ONE Short Signaturdämpfer, der zusammen mit B&T speziell für dieses Modell entwickelt wurde und den Mündungsknall um ganze 29 Dezibel dämpfen kann. Alle weiteren Details zur Haenel LR/ONE Short gibt's im Video und auf der Webseite von C.G. Haenel unter cg-haenel.de.
Enforce Tac 2026: Blackhawk Bundeswehr Carry System – modulares Holster-Tragesystem für die deutschen Streitkräfte
Erst im Januar 2026 wurde bekannt, dass Blackhawk – in enger Zusammenarbeit mit dem deutschen Generalimporteur Helmut Hofmann GmbH – den Großauftrag für das neue Holster-Tragesystem der Bundeswehr gewonnen hat. Auf der Enforce Tac 2026 führte uns Nicholas Hofmann am Stand von Helmut Hofmann das System aus den USA nun vor.
Im Zentrum des Tragekonzepts steht das bewährte Quick Disconnect System (QDS) von Blackhawk: ein Male/Female-Steckverbinder, der es Soldaten erlaubt, das Holster werkzeuglos und in Sekunden an Trageplattformen anzubringen, die an verschiedenen Stellen am Körper positioniert werden. Der Male-Adapter sitzt fest am Holster, die Female-Aufnahmen an den Plattformen – die Verbindung löst sich per Knopfdruck. Das Holster lässt sich dabei um 360 Grad rotieren und in verschiedenen Winkeln arretieren, damit der Soldat Ergonomie und Zugriffswinkel individuell exakt anpassen kann.
Die vier verfügbaren Plattformen decken das gesamte Einsatzspektrum eines Infanteristen ab: Der MOLLE/PALS-Adapter positioniert die Waffe an der Schutzweste im Brustbereich, die hohe Gürtelschlaufe (High Ride) direkt und hoch am Gürtel, die Jackenschlitz-Gürtelschlaufe etwas tiefer für Einsatzjacken, und die Micro-Beinplattform ermöglicht das klassische Drop-Leg-Tragen am Oberschenkel – ideal bei voluminöser Oberkörperausrüstung. Das System ist kompatibel mit dem Blackhawk QD-Adapter sowie G-Code RTI-Komponenten und lässt sich so nahtlos in bestehende Ausrüstung integrieren. Weiterführende Informationen zum Blackhawk Bundeswehr Carry System finden Sie auf der Webseite von Helmut Hofmann. Die konkrete Anbringung des Systems am Dummy sehen Sie in unserem Video.
Enforce Tac 2026: Sabre Launcher Less-Lethal-Launcher für verschiedene Geschosse
Auf der Enforce Tac 2026 in Nürnberg wurde mit dem Sabre Launcher ein weniger tödliches Less-Lethal-Einsatzmittel für Behörden gezeigt – gedacht als zusätzliche Option zwischen klassischen Zwangsmitteln und der Schusswaffe, insbesondere wenn auf Distanz gegen einzelne Personen oder auch gegen Gruppen agiert werden muss.
Technisch setzt das System auf Pressluft und eine spezielle Kupplung, die Transport, Lagerung und Einsatzbereitschaft vereinfachen soll. Ein wichtiger Punkt ist die Projektilzuführung: Statt reiner Schwerkraft arbeitet der Launcher mit einer federgetriebenen Schnecke, was die Zuführung zuverlässiger machen und das typische "Schütteln" klassischer Hopper-Systeme vermeiden soll. Dazu kommen beidseitige Bedienelemente, Picatinny-Schienen für Zubehör (z. B. Licht/Laser) sowie ein einstellbarer Schaft, der auch mit Schutzmaske eine brauchbare Visierlinie ermöglichen soll.
Beim Munitionskonzept steht die Bandbreite im Vordergrund: genannt werden acht verschiedene Projektile, darunter Reizstoff-Varianten (u. a. 1% Pfeffer + 4% synthetischer Reizstoff sowie 1% Pfeffer + 1% CS), Impact-/Gummiprojektile und Spezialgeschosse (z. B. zum Glasscheibenbrechen). Sabre betont dabei, den Wirkstoff im eigenen Labor zu prüfen, um eine konstante Wirkung sicherzustellen. Als Eckdaten werden ca. 300 Schuss pro Tank, Mannziel bis etwa 20 m und flächige Reizstoffwirkung bis etwa 60 m genannt. Der Bezug in Deutschland erfolgt über die Helmut Hofmann GmbH; das System ist nicht für den Zivilmarkt verfügbar. Für mehr Infos schauen Sie am besten direkt in das Video oder auf die Webseite von Sabre.
Enforce Tac 2026: Leupold MX-6HD – Versatiler Nachfolger des Mark-4-Spektivs für Behörden, Militär, Sportschützen und Jäger
Das Mark-4-Spektiv von Leupold gilt in Behörden- und Militärkreisen seit Jahrzehnten als Referenz. Mit dem neuen MX-6HD Spektiv präsentiert Leupold nun einen würdigen Nachfolger: Nach der Premiere auf der SHOT Show 2026 in den USA stellte uns Sven Monz das Glas auf der Enforce Tac 2026 erstmals für den europäischen Markt vor.
Der Name verrät das Konzept: Ein 6-facher Zoom-Faktor von 8x bis 48x ersetzt den bisherigen 12-40x-Bereich des Mark 4 und bietet damit deutlich mehr Flexibilität sowohl im Nahbereich als auch auf die großen Distanzen. Eine weitere technische Neuerung des Leupold MX-6HD Spektivs ist die konsequente Trennung der Fokussierung: Ein Diopter hinten am Okular schärft ausschließlich das Absehen, während ein seitliches Einstellrad – wie von Präzisionszielfernrohren bekannt – den Parallaxenausgleich auf das Ziel übernimmt. Stark geriffelte Bedienelemente sorgen für eine sichere Handhabung auch mit dicken Handschuhen. Zudem läuft die Verstellung besonders weich und sehr präzise, wie wir uns vor Ort überzeugen konnten.
Das Gehäuse aus Magnesium hält das Gewicht des Leupold MX-6HD Spektivs bei ca. 1,4 Kilogramm – für diese Leistungsklasse bemerkenswert und auch für Bergjäger interessant. Die Modularität des MX-6HD Spektivs ist klar auf moderne Schützen ausgelegt: Eine integrierte ARCA-Swiss-Schiene mit mechanischem Stopper sitzt an der vorderen Flipcover-Abdeckung, seitlich gibt es eine M-LOK-Schnittstelle für Laser-Entfernungsmesser, und oben lässt sich Zubehör per Picatinny montieren. Als Zubehör erhältlich ist zudem eine Adapterplatte mit vorne aufklappbarer Schiene, was zusätzlich die Nutzung von Wärme- oder Nachtsicht-Clip-ons möglich macht. Der US-Retail-Preis liegt je nach Absehen zwischen 4.000 und 5.000 US-Dollar; Euro-Preise erfragen Sie direkt bei Ihrem Leupold-Distributor. Ein Gefühl für die vielfältige Einsatzbreite des Leupold MX-6HD Spektivs bekommen Sie in unserem Video, alle weiteren Infos finden Sie auf der Hersteller-Webseite.
Enforce Tac 2026: TTS Xceed .50 BMG – Bullpup-Großkaliber von Tec Target Schneider aus Deutschland
Hubert Schneider hat Waffengeschichte mitgeschrieben: Der Konstrukteur war maßgeblich an der Entwicklung des Mauser SR 86 und des DSR-1 beteiligt, bevor er mit seiner eigenen Schmiede Tec Target Schneider (TTS) konsequent den Bullpup-Gedanken der DSR-1 weiterentwickelte. Auf der Enforce Tac 2026 stellte er uns persönlich seine bisher ambitionierteste Konstruktion vor: die TTS Xceed im Anti-Materiel-Kaliber .50 BMG (12,7 × 99 mm NATO).
Die Xceed nutzt auch in .50 BMG konsequent die Stärken der Bullpup-Bauweise: Magazin und Verschluss sitzen hinter dem Abzug im Hinterschaft, was laut Schneider rund 35 cm Baulänge gegenüber konventionellen Repetierern in vergleichbaren Kalibern einspart. Trotz eines 800-mm-Präzisionslaufs von Lothar Walther misst die TTS Xceed nur 1,30 Meter – zum Vergleich: Die Barrett M82 kommt bei einem 737-mm-Lauf auf rund 1,45 Meter Gesamtlänge. Das Seriengewicht soll von aktuell 12 kg des Prototyps noch auf 10,5 kg optimiert werden – für dieses Kaliber außergewöhnlich.
Das schussfreundliche Verhalten ist ein zentrales Entwicklungsziel: Eine hydraulische Rückstoßdämpfung mitsamt Kufenlafettierung am Schaft sowie eine eigens ausgetüftelte, einstellbare Mündungsbremse wirken kombiniert – das Schussverhalten soll sich laut Schneider wie das einer .300 Winchester Magnum anfühlen. Der 4-Warzen-Verschluss wird derweil von einem 4-Schuss-Stahlmagazin gefüttert. Per Laufwechsel sind neben .50 BMG auch .408 und .375 CheyTac realisierbar. Ein einstellbarer Druckpunktabzug und die beidseitige 3-Stellungs-Sicherung komplettieren das Bild. Am Stand befand sich ein Kahles-Zielfernrohr inklusive Montage auf dem TTS Xceed, Hubert Schneider werkelt aber bereits an einer eigenen Montage mit einstellbarer Vorneigung, die in etwa einem Vierteljahr fertig sein soll. Alle weiteren Informationen zur TTS Xceed finden Sie auf tec-target-schneider.de.
Enforce Tac 2026: MEN Munitionsneuheiten für Bundeswehr und Spezialkräfte der Metallwerk Elisenhütte GmbH Nassau
Die Bundeswehr hat die MP5SD der Spezialkräfte durch das neue G39 (basierend auf dem HK437) im Kaliber 7,62 x 35 mm (.300 Blackout) ersetzt. Passend dazu zeigte uns Produktmanager Heinrich Böse am Stand der Metallwerk Elisenhütte GmbH Nassau (MEN) auf der Enforce Tac 2026 die neu zertifizierte Einsatzmunition. MEN fertigt für das G39 zwei neue Vollmantel-Weichkernpatronen mit offizieller DM-Nomenklatur: Die DM11 dient als Überschall-Patrone (Supersonic) für reguläre Distanzen, während die DM21 als Unterschall-Version (Subsonic) gezielt für die optimale Nutzung mit Schalldämpfern entwickelt wurde.
Darüber hinaus präsentierte MEN drei spezialisierte Deformationspatronen für den behördlichen Sektor. Im Kaliber .300 Blackout gibt es ab sofort eine bleifreie und schadstoffarme Subsonic-Patrone, die im Ziel stark aufpilzt und ihre Energie maximal abgibt. Hinzu kommen zwei Laborierungen im Kaliber 9 x 19 mm (Subsonic und Supersonic) mit gebondetem Deformationsgeschoss. Durch die chemisch-galvanische Verbindung von Kern und Mantel splittern die Projektile nicht und bleiben absolut massestabil. Die schnelle Supersonic-Version erfüllt dabei sogar das strenge FBI-Protokoll, das unter anderem das sichere Durchschlagen von Autoglas und Karosserieblech in ballistische Gelatine verlangt. Detaillierte Spezifikationen zu DM11, DM21 und den weiteren Neuheiten finden Sie direkt auf der Webseite von MEN.
Enforce Tac 2026: Waffentechnik Solingen zeigt zivile Mini-Variante des Bundeswehr-KM2K-Messers und ein Klappmesser
Seit über zwei Jahrzehnten liefert Waffentechnik Eickhorn aus dem Solinger Klingenland das offizielle Kampfmesser Infanterie der Bundeswehr – auch als KM2K bekannt. Das robuste Einsatzmesser mit Tantoklinge, Glasbrecher und einer Diamant-Nachschärfplatte in der Scheide ist seit 2005 ununterbrochen im Dienst. Auf der Enforce Tac 2026 zeigte uns Jörg Eickhorn gleich zwei Neuheiten, die das Programm in neue Richtungen erweitern.
Die erste ist eine konsequent verkleinerte, zivile Version des KM2K: Um rund 30 Prozent geschrumpft, wiegt die neue Mini-Variante nur noch ca. 120 g – das Original bringt etwa 220 g auf die Waage. Der Griff besteht aus Titan statt glasfaserverstärktem Polyamid, geliefert wird das Messer mit Kydex-Scheide und MOLLE-Adapter. Eine limitierte Auflage ist geplant; die genaue Stückzahl steht aber noch nicht fest.
Als zweite Neuheit gab Eickhorn einen ersten Ausblick auf ein völlig neues Produktsegment: einen Klappmesser-Prototypen. Statt einem klassischen Liner-Lock setzt das Konzept auf ein sichereres Drucksystem an der. Der Liner misst 1,5 mm, die Klinge 4,0 mm Stärke, ausgelegt als robustes Arbeitsmesser. Als Klingenstahl kommt aktuell 440A zum Einsatz, hier sind aber auch Sonderstahle geplant. Auch weitere Klingenformen wie Tanto und Drop-Point sind vorgesehen. Griffschalen entstehen noch im Rapid-Prototyping-Verfahren, für die Serie sind dann glasfaserverstärkte Polyamide und Aluminiumvarianten denkbar. Weitere Informationen zu den Produkten von Waffentechnik Solingen finden Sie auf waffentechnik-solingen.com.
Enforce Tac 2026: March Genesis 6-60x56 für Extreme Long Range und Spotting-Scope-Neuheit bei March Scopes Germany
Für Schützen, die auf extreme Distanzen jenseits der Meile aktiv sind, hat der japanische Optik-Spezialist Deon mit dem March Genesis 6-60x56 Zielfernrohr eine eigene Kategorie geschaffen. Kay Sachs stellte uns das Glas am Stand von March Scopes Germany auf der Enforce Tac 2026 vor und erklärte, was das Genesis von konventionellen Zielfernrohren unterscheidet. Beim March 6-60x56 Genesis verschiebt sich nämlich nicht das Absehen innerhalb des Mittelrohrs, sondern das gesamte optische System wird extern geneigt. Das Absehen bleibt dabei stets in der optischen Achse zentriert, was die höchste Bildqualität bei jeder Einstellung sichert. Das Ergebnis ist ein Höhenverstellbereich von 400 MOA / 114 MIL – gegenüber den typischen 100 MOA herkömmlicher Gläser eine andere Dimension. Damit lassen sich je nach Kaliber Schüsse auf über drei Kilometer realisieren, völlig ohne vorgeneigte Montageschienen oder Prismensysteme. Das 6-60x56 Genesis mit beleuchtetem Absehen kostet bei March Scopes Germany 7.339,- Euro. Das kompaktere Schwestermodell March 4-40x52 Genesis bietet immer noch 86 MIL / 296 MOA und ist für 6.699,- Euro erhältlich.
Als Europa-Premiere nach der SHOT Show 2026 zeigte uns Kay Sachs außerdem das March Spotting Scope 8-80x56, das sich im Moment aber noch im Prototypen-Status befindet: Das neue Tracking Scope basiert auf der bewährten Linsentechnologie des Majesta-Zielfernrohrs mit zwei Super-ED-Elementen und bietet einen 10-fachen Zoom bis 80-facher Vergrößerung. Als spezielles Feature kommt ein neuartiger Schwenkmechanismus zum Einsatz, der die Zielsuche ohne Stativnachführung ermöglicht. Optional ist das Spektiv mit MIL-Absehen für Spotter im Extreme Long Range-Sport erhältlich, die dem Schützen direkt in seiner Einheit Trefferkorrektur ansagen können. Zu Marktstart und Preis macht March Scopes noch keine Angaben. Mehr zu March Scopes und den Genesis Zielfernrohren finden Sie auf march-scopes.de.
Weitere Meldungen rund um die Enforce Tac 2026:
- Enforce Tac wächst weiter: Mehr Fläche, neue Hallenstruktur und neue Tagefolge ab 2027
- Bundeskanzler Merz wird Schirmherr der Enforce Tac 2026
Zur offiziellen Website der Enforce Tac 2026.










