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Freier CO2-Revolver im Kaliber 4,5 mm: Der DIANA Raptor im Test!

Hahn und Trommelentriefler des Raptors.
Der à la Colt Python ausgeführte Trommelentriegler sitzt auf der linken Flanke. Die Kimme lässt sich verstellen. Die Sicherung sitzt hinter dem Hammer.

Die Raptoren, oder besser gesagt die Velociraptoren – im Blockbuster "Jurassic Park" waren sie eine der gefährlichsten und schlauesten Dinosaurierarten. Und auch in den folgenden Filmen waren sie immer wieder zu finden. Ein Duo von Raptoren hat auch einer der großen Namen in der deutschen Waffengeschichte im Angebot: DIANA. Vor allem für seine Luftgewehre bekannt, handelt es sich hierbei aber um 2 Revolver. Schon etwas länger auf dem Markt, bietet der Hersteller seinen Kunden sowohl eine 4-Zoll- als auch eine 6-Zoll-Version an, die mit manchen durchdachten Details aufwarten. Allerdings bewegen sich die Sauerländer nun in einer günstigen Preiskategorie und wollen damit wohl anderen Marktteilnehmern das Feld streitig machen. Grund genug, um sich anzusehen, was man denn für sein Geld bekommt.

Erster Eindruck: Der DIANA Raptor in 4,5 mm

CO2-Kartusche, Schraube und offener Griff.
Die Gaskapseln finden ihren Platz im Griff mit Hilfe des Innensechskantschlüssels.

Wie gesagt, gleich 2 Versionen aus dem Hause DIANA landeten auf dem Schreibtisch zur Begutachtung und zum Testen. Zuerst ging es einmal darum, zu sehen, was denn nun aus dem Sauerland geschickt worden war. Von ihrem Aufbau her gleichen sich die beiden Versionen, nur im Gewicht und eben der Lauflänge bestehen Unterschiede. Bei der DIANA-Raptor-Reihe handelt es sich um Druckluftwaffen, die mittels CO2-Kapseln betrieben werden. Im Griff befindet sich die Aufnahme dazu. Eine Schraube mit Hilfe eines Innensechskantschlüssels (im Lieferumfang enthalten) herausdrehen, Kapsel einlegen, Schraube anziehen, dabei Kapsel anstechen – fertig. Die Waffen werden aus Vollmetall gefertigt. Die Griffschalen bestehen aus Kunststoff, weisen ein Fischmuster und Griffmulden auf. Die Single-/Double-Action-Revolver haben beide eine klassische Visierung in Form von Kimme und Korn, wobei sich die Kimme verstellen lässt. Der Trommelrelease sitzt auf der linken Seite der Waffe, wo sich auch das obligatorische "F im Fünfeck", die Kaliberbezeichnung und das Hersteller-Logo befinden. Eine der großen Besonderheiten der Raptoren: die Aufmunitionierung. Die Waffen werden mit handelsüblichen Diabolos im Kaliber 4,5 mm bestückt. Bis zu 8 der kleinen Bleiprojektile passen in die jeweilige Waffe. Diese werden aber nicht einfach in die Trommel gesteckt, sondern mittels eines Ringes in die Trommel eingelegt. Also, Trommel ausschwenken, Ring entnehmen, Diabolos einstecken, Ring auf die entsprechende Aussparung packen und die Trommel wieder einschwenken. Der Clou daran: Der Schütze kann sich mehrere solcher Ringe im Vorfeld präparieren und kann so schnell wieder schussbereit sein. Mit einem Gewicht von knapp 1.220 g ist der 6-Zöller die schwerere Version aus dem Duo, zeigt sich aber keineswegs kopflastig. Beide Varianten verfügen über geschlitzte Öffnungen (beim 6-Zöller 3, beim 4-Zöller deren 2), die die Optik abrunden. All das erinnert an scharfe Stücke, etwa aus dem Hause Colt und da an die Python-Modellreihe.

Alle Daten zum Frei-Ab-18-raptor auf einen Blick

Modell:
Diana Raptor 4 Zoll
Diana Raptor 6 Zoll
Preis:
119,- Euro
129,- Euro
Kaliber:
4,5 mm
4,5 mm
System:
CO2 NBB
CO2 NBB
Lauflänge:
102 mm
153 mm
Länge:
235 mm
290 mm
Gewicht:
950 g
1.200 g
Kapazität:
8 Schuss
8 Schuss
Energie:
2 Joule
2,8 Joule

Der Test des CO2-Revolvers von DIANA

Ladestreifen und Trommel des DIANA Raptors.
Mit solchen Ringe werden die Raptoren befüllt. Je acht Diabolos passen hinein, die dann auf die Trommel aufgesetzt werden.

Für den obligatorischen Test von VISIER kamen in beide Griffe der Revolver je eine handelsübliche CO2-Kapsel (die sich auch gleich mitbestellen bzw. kaufen lassen). Auf 5 und auf 10 m ging es dann darum, eine 10 mal 10 cm große Pappscheibe zu perforieren. Die Tester schossen dabei sitzend aufgelegt über Kimme und Korn hinweg. Die 6-Zoll-Variante lieferte dabei einen Streukreis von 2,1 cm auf 5 und 3,8 cm auf 10 m – gemessen jeweils die fünf besten Schüsse. Die 4-Zoll-Version lag auf den 5 m bei 3,1 cm, bei den 10 m bei 4,7 cm (auch hier jeweils die 5 besten Treffer bei einer kompletten Trommelbefüllung). Störungen gab es keine im Test. Der Abzug war nur etwas hakelig, so dass sich die Schützen erst daran gewöhnen mussten. Durch die Verwendung von handelsüblichen Diabolos in Verbindung mit den anderen Eckdaten der Waffe dürfte sich auch das Testergebnis erklären lassen, da Diabolos präzisier sind als etwa 4,5-mm-Stahl-BBs. Auch die Schussdauer mit einer Kapsel überprüften die Tester. Leider ließ sich aber der Druck nicht regulieren, so dass sich schon nach 2 Trommeln eine Minderung der Trefferleistung beziehungsweise ein Aufgehen des Trefferbildes festhalten ließ. Da sich die Antriebskapseln im Griff befinden, dauerte es seine Zeit, bis mittels Innensechskantschlüssel der neue CO2-Behälter an seinem Platz saß. Insgesamt lieferte die Waffe aber zufriedenstellende Ergebnisse ab. Beim Schießen aus der freien Hand lagen die Waffen optimal, die Finger der Schusshand fanden durch die Mulden in den Griffschalen guten Halt.

Fazit zur freien Waffen − dem DIANA Raptor

Mündungspartie des DIANA Raptor 4".
Die Ventilierungen (hier bei der 4-Zoll- Version) verleihen den Raptoren den letzten optischen Schliff.

Ob nun die 4-Zoll- oder die 6-Zoll-Version, das mag jeder für sich selbst entscheiden. Mit der Sechser trafen die Tester etwas besser als mit der kürzeren Variante. In preiswerter Gestaltung und damit für einen Preis von knapp 130,- Euro zu haben – eine echte Waffe Made by DIANA. So wissen beide Revolver zu gefallen. Nur an den Griffschalen hätte man etwas mehr Sorgfalt zeigen können. Auch wenn es sich um Vollmetallwaffen handelt, die einen deutschen Lauf haben (damit wird sogar geworben) und auch eine ansprechende Optik aufweisen, so machen die Kunststoffgriffschalen den guten Eindruck doch ein wenig kaputt. Eventuell sollte man darüber nachdenken, aus dem Aftermarket ein paar passende hölzerne Stücke anzubieten, die sich der Kunde bei Bedarf auf seinen Raptor schrauben kann. Das würde sicherlich ein paar Pluspunkte mehr geben. Dass man am Hammer etwas machen sollte, gehört schon zu den Klagen von CO2-Revolvern dieser Bauart, solange es sie eben gibt. Und es wird wohl auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis man hier den Stein der Weisen gefunden hat. Auf alle Fälle bekommt der Käufer dieser Freien Waffe, egal welcher Version, ein gutes Verhältnis von Preis und Leistung und dazu noch ein Markenprodukt von DER Adresse, wenn es um deutsche Druckluftwaffen für den Freizeitbereich geht. Um die Eingangsfrage zu beantworten: Ja, mit den Raptoren (zu Deutsch: Räuber) hat DIANA 2 Freizeit-Produkte im Markt, die sich aus demselbigen ein schönes Stück Fleisch herausreißen könnten. Sozusagen wie ihre prähistorischen Vorfahren vor Jahrmillionen auch.


Weitere Informationen zum Diana raptor in beiden Lauflängen gibt es auf der Seite des Vertriebs, German Sport Guns.

all4shooters.com hat auch weitere Freizeitwaffen getestet. So zum Beispiel das Beeman QB78B oder das schallgedämpfte Knicklauf-LG von Stoeger.

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