Hermann Historica: Vorschau zur Auktion 109 „Historische und moderne Schusswaffen“ im November 2026 

Die Auktion Nr. 109 "Historische und moderne Schusswaffen" von Hermann Historica findet am 19. und 20. November 2026 jeweils ab 10 Uhr in den Auktionsräumen in Grasbrunn bei München statt. Am ersten Tag kommen die Lose 4001 bis 4887 unter den Hammer, am zweiten die Lose 4888 bis 5727. Eine Vorbesichtigung ist vom 9. bis 13. November jeweils von 11 bis 17 Uhr möglich. Für die Besichtigung WBK-pflichtiger Schusswaffen ist eine vorherige Terminvereinbarung erforderlich.

Der äußerst seltenen TARN-Pistole haben wir auf all4shooters bereits einen ausführlichen Artikel gewidmet. Im Folgenden stellen wir Ihnen weitere Highlights des Katalogs vor, geordnet nach absteigendem Startpreis.

Mauser C 96 Prewar Commercial, graviert

Hermann Historica "Historische und moderne Waffen" : Auktion 109 mit seltenen Waffen im November 2026
Zur gravierten Mauser C 96 gehört eine lederbezogene Schatulle mit zwei Munitionsetuis und Reinigungszubehör.

Los 4384 ist eine reich gravierte Mauser C 96 "Prewar Commercial" aus dem Jahr 1913 im Kaliber 7,63 mm Mauser. Die Pistole trägt die Seriennummer 140567, ist nummerngleich und wird im Katalog als neuwertig beschrieben. Sie weist die Beschusszeichen Doppelkrone/U auf. Das Magazin fasst zehn Patronen. Das Schiebevisier ist für Entfernungen von 50 bis 1.000 Metern eingerichtet. Eine Nut für einen Anschlagschaft ist nicht vorhanden. Das Laufinnere ist leicht matt. Rankengravuren mit goldenen Randlinien schmücken sämtliche Metallteile einschließlich der Bedienteile. Die Brünierung ist zu mehr als 99 % erhalten. Hahn und Gehäuse sind laut Auktionskatalog grau gebeizt. Die Griffschalen aus dunklem Nussbaumholz sind mit Schnitzereien und feiner Fischhaut versehen. Zum Los gehört eine lederbezogene Schatulle mit zwei Munitionsetuis und Reinigungszubehör. Das Exemplar ist im C-96-Band 2 (Seite 121 bis 124) von Kersten, Moll und Schmid abgebildet.

Startpreis 15.000,- Euro.

Korth-Pistole in .40 S&W mit zwei Wechselläufen

Hermann Historica "Historische und moderne Waffen" : Auktion 109 mit seltenen Waffen im November 2026
Die Korth-Pistole im Kaliber .40 S&W fällt durch die ungewöhnliche hellmatte Plasmabeschichtung von Griffstück und Verschluss auf.

Los 4374 ist eine halbautomatische Korth-Pistole im Grundkaliber .40 S&W. Zwei zusätzliche Wechselläufe ermöglichen die Verwendung der Kaliber 9 mm Luger und .357 SIG. Die Waffe trägt die Seriennummer 26.07.52 und ist nummerngleich. Der 100 mm lange Lauf ist innen spiegelblank. Deutsche Beschusszeichen sind vorhanden. Das Magazin fasst zehn Patronen. Zur Ausstattung gehören ein SA/DA-Abzug mit Triggerstopp sowie eine verstellbare Kimme und ein Combat-Korn. Griffstück und Verschluss tragen eine hellmatte Plasmabeschichtung, die drei Läufe sind glänzend brüniert. Die Griffvorderseite ist mit von Hand geschnittener Fischhaut versehen. Griffschalen und Griffrücken bestehen aus Palisander. Zum Los gehören ein Korth-Lederkoffer und ein Ersatzmagazin. Nach Angaben des Auktionshauses wurden nur 200 Exemplare gefertigt.

Startpreis 13.500,- Euro.

Winchester M 1895 "Russian Contract"

Hermann Historica "Historische und moderne Waffen" : Auktion 109 mit seltenen Waffen im November 2026
Eine Winchester M 1895 „Russian Contract“ im Kaliber 7,62 × 54 R. Der Startpreis beträgt 7.500,- Euro.

Während des Ersten Weltkriegs konnte Russland seinen hohen Gewehrbedarf nicht allein aus eigener Fertigung decken. In zwei Aufträgen von 1914 und 1915 wurden bei Winchester insgesamt 300.000 Gewehre des Modells 1895 im Kaliber 7,62 × 54 R für die russische Armee bestellt. Rund 294.000 Exemplare wurden ausgeliefert. Los 5187 ist ein solches Unterhebelrepetiergewehr in der Ausführung Modell 1915. Es trägt die Seriennummer 114920B. Der Lauf ist 71 cm lang und innen matt; die Gesamtlänge beträgt 118 cm. Laut Katalog ist kein gültiger Beschuss vorhanden. Links am Systemgehäuse befinden sich die Hersteller- und Patentangaben, am oberen Systemschwanz die Modell- und Herstellerbezeichnung. Die Kaliberangabe "7.62 M.M." ist auf dem Systemgehäuse eingeschlagen. Das Rahmenvisier trägt Skalenmarkierungen von 15 bis 32. Russische militärische Abnahmestempel befinden sich rechts am Systemgehäuse und am Hinterschaft. Der Schaft aus dunklem Nussbaumholz weist links am Vorderschaft eine Reparaturstelle auf. Die Schaftkappe besteht aus Stahl. Das darunterliegende Fach ist leer; der hintere Riemenbügel fehlt.

Startpreis 7.500,- Euro.

Doppelbüchse von Grässle aus Ferlach mit Hensoldt-Diapi-Glas

Hermann Historica "Historische und moderne Waffen" : Auktion 109 mit seltenen Waffen im November 2026
Los 4118 ist eine Doppelbüchse von Grässle im Kaliber .375 H&H. Der Startpreis beträgt 7.000,- Euro.

Los 4118 ist eine Doppelbüchse von Grässle aus Ferlach im Kaliber .375 H&H mit der Seriennummer 27746. Die 65 cm langen Läufe sind innen spiegelblank. Die Waffe besitzt einen gültigen Beschuss von 1987 und ist insgesamt 108 cm lang. Zur Ausstattung gehören eine doppelte Laufhakenverriegelung mit Greener-Verschluss sowie Ejektoren. Die Stahlbasküle ist mit Seitenplatten versehen; die Sicherung sitzt auf dem Kolbenhals. Beide Abzüge sind vergoldet, der vordere verfügt über einen Stecher. Der Schaft aus dunklem Nussbaumholz hat eine deutsche Backe, ein Pistolengriffkäppchen aus Horn und eine Gummischaftkappe. Reliefgravuren mit Goldeinlagen zeigen afrikanische Wildszenen. Montiert ist ein Zielfernrohr des Typs Hensoldt Diapi 2,5×15 in kurzer Ausführung mit Absehen 1. Der Okularrand ist rechts leicht gedellt. Die Schaftlänge (vom Abzug bis zur Schaftkappe) beträgt 38,5 cm. 

Startpreis 7.000,- Euro.

Blaser R 8-Gewehr mit Zeiss-Zielfernrohr

Hermann Historica "Historische und moderne Waffen" : Auktion 109 mit seltenen Waffen im November 2026
Los 4126 ist eine aufwendig gravierte Blaser R8 im Kaliber .300 Winchester Magnum. Der Startpreis beträgt 6.500 Euro.

Moderne Jagdbüchsen aus mitteleuropäischer Fertigung erzielen immer wieder beachtliche Preise. Ein Beispiel ist Los 4126: eine reich gravierte Blaser R8 im Kaliber .300 Winchester Magnum. Die Seriennummer lautet R/018212, der gültige Beschuss stammt aus dem Jahr 2011. Der 60 cm lange Lauf ist kanneliert und innen spiegelblank. Die R8 verfügt über einen Radialbundverschluss. Die Expressvisierung besteht aus einer Kimme mit weißem Einsatz und einem Balkenkorn. Die Gravuren zeigen Wölfe, die einen Damhirsch stellen, sowie Bären, die sich um einen Hirsch streiten. Der Schaft aus ausgesuchtem Wurzelholz ist mit Fischhaut im Schuppenmuster, Schnitzereien und einer deutschen Backe versehen. Ein Vorderschaftabschluss aus Horn, ein graviertes Pistolengriffkäppchen und eine Gummischaftkappe ergänzen die Ausstattung. Das Zeiss Diavari-ZM 3-12x56 T* mit Absehen 4 sitzt auf einer MAK-Sattelmontage. Der Zielfernrohrtubus weist leichte Kratzer auf. Die Gesamtlänge der Waffe beträgt 110 cm, die Schaftlänge vom Abzug bis zur Schaftkappe 38 cm.

Startpreis: 6.500,- Euro.

Hermann Historica "Historische und moderne Waffen" : Auktion 109 mit seltenen Waffen im November 2026
Nachbau der Luger im Kaliber .45 ACP, gefertigt vom österreichischen Büchsenmacher Karl Nedbal. Der Startpreis beträgt 6.000,- Euro.

Nedbal-Luger im Kaliber .45 ACP

Die Nedbal-Luger aus Los 4629 ist ein Nachbau der legendären Luger im Kaliber .45 ACP. Die Pistole trägt die Seriennummer 008 und ist nummerngleich. Ihr Lauf ist innen spiegelblank; die Waffe weist österreichische Beschusszeichen auf. Auf dem Hintergelenk des Kniegelenkverschlusses befindet sich die Markierung "NK" für "Nedbal Karl". Der österreichische Büchsenmacher ist unter Sammlern historischer Waffen als "Meister der Umbauten" bekannt. Laut Auktionskatalog entstand der Nachbau in einer Kleinserie. Auf die CNC-Fertigung folgte eine sorgfältige Endbearbeitung von Hand. Zum Los gehören eine mit rotem Samt ausgekleidete Eichenholzkassette und ein Ersatzmagazin. Die Kassette ist beschädigt, der Schließdorn liegt lose bei.

Startpreis: 6.000,- Euro.

Perkussions-Revolverflinte von Fischer aus Schaffhausen

Hermann Historica "Historische und moderne Waffen" : Auktion 109 mit seltenen Waffen im November 2026
Eine ungewöhnliche Perkussions-Revolverflinte von Fischer aus Schaffhausen, gefertigt um 1840. Die Waffe hat das Kaliber .55 und eine Trommel mit fünf Kammern.

Los 4018 ist eine seltene Perkussions-Revolverflinte aus der Zeit um 1840. Auf der Schlossplatte befindet sich die Signatur "J.C. Fischer Schaffhausen". Die Seriennummer lautet 21. Die Schwarzpulverwaffe im Kaliber .55 hat einen 75 cm langen Lauf und misst insgesamt 124 cm. Die kannelierte Trommel besitzt fünf Kammern und zeigt noch Reste der Brünierung. Die Pistons fehlen. Hinten schließt ein Funkenschild die Trommel ab, vorne deckt eine Blechscheibe die vier offenen Kammern ab. Der Lauf wurde nachträglich gebräunt. Am Hahn ist ein feiner Haarriss erkennbar. Der Systemkasten besitzt noch seine ursprüngliche Bunthärtung; der Ladestock wurde ergänzt. Der dunkle, gemaserte und lackierte Schaft ist mit feiner Fischhaut und einer deutschen Backe versehen. Der Katalog vermerkt leichte Überarbeitungen und bewertet den Erhaltungszustand mit I–II. Nach Recherchen des Auktionshauses sind keine weiteren Exemplare dieses Typs bekannt.

Startpreis: 5.400,- Euro.

Zuvor: Rüstungen, Blankwaffen und antike Feuerwaffen

Der Auktion historischer und moderner Schusswaffen geht am 17. und 18. November 2026 die Versteigerung "Rüstungen, Blankwaffen & antike Feuerwaffen" voraus. Dabei werden Blankwaffen von außergewöhnlichem historischem und künstlerischem Wert angeboten. Auch wenn Blankwaffen nicht zu unseren Schwerpunkten gehören, möchten wir Ihnen zwei besonders beeindruckende Exemplare vorstellen.

Ein Nadir-Schah gewidmeter Shamshir

Hermann Historica "Historische und moderne Waffen" : Auktion 109 mit seltenen Waffen im November 2026
Los 2235 der Auktion "Rüstungen, Blankwaffen & antike Feuerwaffen" ist ein persisch-indischer Prunk-Shamshir aus dem 18./19. Jahrhundert. Der Startpreis beträgt 90.000,- Euro.

Los 2235 ist ein persisch-indischer Prunk-Shamshir aus dem 18./19. Jahrhundert. Nach Angaben des Auktionshauses wurde die Klinge für Nadir Schah Afschar gefertigt. Nadir regierte Persien von 1736 bis 1747 und begründete die Afschariden-Dynastie. Die kräftige, leicht gekrümmte Klinge besteht aus Wootzdamast. Die goldtauschierten Inschriften umfassen die Basmala ("Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Gnädigen") sowie die Widmung an den Herrscher. Zudem trägt die Klinge die Signatur "Asadullah Isfahani". Das Gefäß aus vergoldetem Silber ist mehrfarbig emailliert und mit Diamanten und Rubinen besetzt. Der Knauf und die Enden der Mitteleisen sind als Tigerköpfe gestaltet. Die Holzscheide ist mit Samt bezogen und mit zum Gefäß passenden Beschlägen sowie zwei Trageringen ausgestattet. Die Länge beträgt 101 cm, das Auktionshaus bewertet den Erhaltungszustand laut Katalog mit II−.

Startpreis: 90.000,- Euro.


Britischer Offizierssäbel mit mamlukischer Klinge

Los 2144 ist ein britischer Offizierssäbel mit einer mamlukischen Klinge, die im Katalog auf das späte 15. oder frühe 16. Jahrhundert datiert wird. Die leicht gekrümmte Klinge besteht aus Wootzdamast und besitzt beidseitig eine flache Hohlkehle sowie einen ausgeprägten Jelman, eine Verbreiterung im Spitzenbereich. Drei goldtauschierte Kartuschen am Klingenansatz enthalten unter anderem die Signatur Haji Sunqurs. Auf dem Klingenrücken verläuft eine goldtauschierte Koraninschrift, umrahmt von stilisierten Pflanzenmotiven. Das britische Bügelgefäß mit Löwenkopf stammt aus der Regierungszeit Georgs IV. und weist Reste der Vergoldung auf. Der Griff ist mit Leder bezogen. Die Messingscheide zeigt leichte Dellen. Am Klingenansatz befinden sich eine Baronskrone über dem Buchstaben "B" und auf der Gegenseite die Herstellerinschrift von R. Johnson aus London. Die Klingenlänge beträgt 83 cm, die Gesamtlänge 98,5 cm. Der Erhaltungszustand ist mit II angegeben. 

Startpreis: 40.000,- Euro.

Hermann Historica "Historische und moderne Waffen" : Auktion 109 mit seltenen Waffen im November 2026
Dieser britische Offizierssäbel mit mamlukischer Klinge wird als Los 2144 versteigert. Der Startpreis beträgt 40.000,- Euro.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite von Hermann Historica.

Außerdem finden Sie hier die jeweilige Losbeschreibung direkt bei Hermann Historica:

  1. Los 4384 – Mauser C 96, graviert
  2. Los 4374 – Korth-Pistole mit Wechselläufen
  3. Los 5187 – Winchester M 1895 "Russian Contract"
  4. Los 4118 – Grässle-Doppelbüchse .375 H&H
  5. Los 4126 – Blaser R8 mit Zeiss-Zielfernrohr
  6. Los 4629 – Nedbal-Luger .45 ACP
  7. Los 4018 – Fischer-Revolverflinte
  8. Los 2235 – Prunk-Shamshir mit Widmung an Nadir Schah
  9. Los 2144 – Britischer Offizierssäbel mit mamlukischer Klinge
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