Hermann Historica Auktion Nummer 108: Premium-Waffen – die Superstars des Sammlermarktes

Hermann Historica Auktion Nummer 108: Premium-Waffen – Superstars des Sammlermarktes
Einer der Höhepunkte der Auktion: Diese Korriphila HSP 701 aus dem Besitz des deutschen Weltmeisters Dieter Krause erzielte den Rekordpreis von 36.200 Euro.

Besonders deutlich zeigte sich diese Entwicklung bei Hermann Historicas 108. Auktion bei den modernen Kurzwaffen. Gleich mehrere Pistolen erzielten Ergebnisse weit über ihren Startpreisen – allen voran eine Korriphila HSP 701 mit prominenter Provenienz. Denn die Erwartungen für Los 2289 haben sich voll bestätigt: Eine Pistole aus dem Besitz des deutschen Champions Dieter Krause ist als „Weltmeisterpistole“ bekannt. Bei einem Startpreis von 13.000 Euro wurde diese vergleichsweise junge Pistole, die Beschusszeichen aus dem Jahr 1997 trägt, für beachtliche 36.200 Euro zugeschlagen – fast das Dreifache des ohnehin schon hohen Startpreises. Dieser Verkauf bestätigt einen Trend, der sich in den vergangenen Jahren verfestigt hat: Rekordpreise verlagern sich von hochwertigen Langwaffen hin zu zeitgenössischen Pistolen. Kein Zufall also, dass auf Platz zwei eine weitere moderne Pistole folgt: Eine Korth im Kaliber 9 mm Luger mit der Seriennummer P090 (Los 2306), auf die wir bereits in unserer Vorbesprechung hingewiesen hatten. Auch hier schreckte der relativ hohe Startpreis von 4.800 Euro die Sammler nicht ab. Sie lieferten sich einen regelrechten Bieterwettstreit. Am Ende fiel der Hammer bei 14.800 Euro, also bei mehr als dem Dreifachen des Startpreises. Ein ähnliches Ergebnis, in entsprechendem Verhältnis, erzielte die halbautomatische Korriphila HSP 701 „Odin’s Eye“, die vollständig aus Damast gefertigt ist (Los 2288). Die „Dreierregel“ bestätigte sich damit beinahe: Der Startpreis lag bei 8.000 Euro. Am Ende fiel der Hammer bei 22.000 Euro.

Wie sich zeigt, steigert neben objektiver Seltenheit ein weiterer Faktor den Wert eines Sammlerstücks: Seine nachweisbare Verbindung zu einer bekannten Persönlichkeit. Das bestätigt Los 2310, eine Mauser C 96 „Conehammer“ mit Anschlagkasten, die dem legendären deutschen Archäologen Robert Koldewey (1855–1925) gehörte, dem Entdecker der Überreste Babylons im heutigen Irak. Zur Verteidigung auf seinen Reisen in den geheimnisvollen Orient führte dieser regelrechte Indiana Jones diese halbautomatische Pistole mit sich, die sehr interessante Kennzeichnungen aufweist. Auf der Innenseite der rechten Griffschale befindet sich der mit Tinte geschriebene Vermerk „1899 22/März Babylon Robert Koldewey 1898 Balbeck“, während außen das Monogramm „PX“ (Chi-Rho), die ersten beiden Buchstaben des griechischen Wortes „Christòs“, also Christus, sowie die Zahl „98“ eingraviert sind. Die Pistole ist für das Kaliber 7,63 mm Mauser eingerichtet, trägt die Seriennummer 5230, wurde 1898 gefertigt und mit Oberndorfer Beschusszeichen versehen. Sie befindet sich in ausgezeichnetem Zustand und wurde mit einem hölzernen Anschlagkasten sowie einem Echtheitsnachweis angeboten. Auch hier wurde der Startpreis deutlich übertroffen: Ausgehend von 4.500 Euro wurde sie für 22.000 Euro zugeschlagen.

Hermann Historica Auktion Nummer 108: Premium-Waffen – Superstars des Sammlermarktes
Die Mauser C 96 „Conehammer“ gehörte dem deutschen Archäologen Robert Koldewey (1855–1925), der die Überreste Babylons im heutigen Irak entdeckte. Ausgehend von einem Startpreis von 4.500 Euro endete die Auktion bei 22.000 Euro.
Hermann Historica Auktion Nummer 108: Premium-Waffen – Superstars des Sammlermarktes
Der mit Tinte geschriebene Vermerk auf der Innenseite der rechten Griffschale von Robert Koldeweys Mauser C 96. Solche nachweisbaren Details können den Wert einer Sammlerwaffe erheblich steigern.
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Der begehrte Sauer & Sohn M30 „Luftwaffendrilling“ kam auf einen Endpreis von 17.800 Euro.

Es scheint also, dass Pistolen die Langwaffen vom Olymp der begehrtesten Sammlerwaffen verdrängt haben, doch es gibt immer Ausnahmen. Es war nicht schwer, für Los 3355 eine schwindelerregende Summe vorherzusagen: Es handelt sich um eine der begehrtesten Waffen unter Sammlern. Die Rede ist vom legendären Sauer & Sohn M30 „Luftwaffendrilling“, den Hermann Historica komplett mit originalem Koffer und in außergewöhnlichem Zustand anbot. Diese besondere Version des Drilling M30 wurde von J.P. Sauer & Sohn während des Zweiten Weltkriegs für die Luftwaffe gefertigt. Es handelte sich dabei nicht um eine Kampfwaffe im eigentlichen Sinne, sondern um eine Überlebenswaffe für deutsche Besatzungen, die vor allem an entlegenen Fronten wie in Nordafrika eingesetzt wurden. Ziel war es, abgeschossenen Piloten eine vielseitige Waffe zur Verfügung zu stellen, mit der sie sich Nahrung beschaffen und sich bis zur Rettung verteidigen konnten. Deshalb setzte man auf das Drilling-System mit drei Läufen: Zwei glatte Läufe im Kaliber 12 für die Jagd auf kleineres Wild sowie ein gezogener Kugellauf im Kaliber 9,3x74R für größeres Wild oder zur persönlichen Verteidigung. Der Startpreis lag bei 12.000 Euro, doch der Sammler, der den Zuschlag erhielt, war bereit, 17.800 Euro auszugeben – und unserer Meinung nach ist er damit immer noch gut weggekommen.

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Das halbautomatische Gewehr 41 der Berlin-Lübecker Maschinenfabrik, Lübeck (BLM), mit dem Fertigungscode „duv 43“ erzielte einen Verkaufspreis von 17.800 Euro.

Die eigentliche Überraschung war zugleich eine weitere Bestätigung für das große Interesse, das ehemalige Ordonnanzwaffen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs derzeit genießen. Los 3356 war ein interessantes halbautomatisches Gewehr 41 im Kaliber 8x57 JS in der seltenen Variante der Berlin-Lübecker Maschinenfabrik, Lübeck (BLM), mit dem Fertigungscode „duv 43“. Die Seriennummer lautet 7349d; die Waffe ist auf allen Teilen nummerngleich, und das Finish ist zu 98 Prozent erhalten. Das Gewehr 41 war eines der ersten halbautomatischen Gewehre, die von der Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs eingeführt wurden und arbeitete mit einem Gasdrucksystem nach dem sogenannten Gas-Trap-Prinzip, bei dem Gas an der Mündung abgefangen wurde. Interessanterweise wurde dieses System von einem dänischen Ingenieur namens Søren H. Bang erfunden. Bei einem Startpreis von 4.500 Euro fiel der Hammer für diese Rarität bei 17.800 Euro, also knapp beim Vierfachen des Startpreises.

Auch um Blankwaffen und antike Waffen wurde heftig geboten: Die osmanische Shaska aus der Zeit um 1870, die wir Ihnen bereits in unserer Vorschau gezeigt hatten (Los 41039, Startpreis 6.000 Euro), wurde für beachtliche 26.000 Euro zugeschlagen.

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Auch für Blankwaffen sind Sammler bereit, Geld auszugeben: Diese um 1870 gefertigte osmanische Shaska wechselte für 26.000 Euro den Besitzer.

Wie immer bleibt auch nach Abschluss der Live-Auktion noch Zeit, zu günstigen Preisen einzukaufen. Der bis zum 30. Juni laufende Nachverkauf ermöglicht es Sammlern, unter den unverkauften Stücken nach interessanten Gelegenheiten zu suchen. Die Auktionskataloge und die vollständigen Verkaufsergebnisse finden Sie auf der Website von Hermann Historica im Bereich „Vergangene Auktionen“.

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