Increase font size Decrease font size
 

Erster Praxistest: Heckler & Koch HK433 Sturmgewehr

HK433 Sturmgewehr im Praxistest

Wir hatten die Möglichkeit anlässlich des Special Forces Workshop in Güstrow das neue Heckler & Koch Sturmgewehr HK433 in Augenschein zu nehmen und zu schießen. Wie sich die ersten Modelle in der Praxis zeigen, lesen Sie hier.

Das Team von all4shooters.com // Tino Schmidt

Fast vier Monate sind nach der Vorstellung des HK 433 Sturmgewehrs auf der Behördenmesse Enforce Tac 2017 vergangen. Damals stand das Vorserienmodell des modularen Sturmgewehrs von Heckler & Koch noch verborgen in einem Glaskasten. 

Das Zeitfenster um die neue und prestigeträchtige Ausschreibung rund um das neue Bundeswehr-Sturmgewehr zieht sich immer weiter zu. Die deutschen Streitkräfte beabsichtigen, ab 2019 das bisherige Standardgewehr G36 durch ein moderneres System zu ersetzen. Heckler & Koch wird dabei wohl auf das neue HK 433 setzten, das die Stärken des G36 sowie des HK 416 perfekt miteinander vereinen soll. 

Eigenschaften des HK433 Sturmgewehrs von Heckler & Koch

Das Systemgehäuse des HK433 besteht aus Leichtmetall. Das fällt somit verwindungssteifer aus als das vom G36 aus Kunststoff. Neben dem uns vorliegenden Modell in schwarz soll es auch noch eine grünbraune Version, besser bekannt als Flat Dark Earth, geben. 


Dem Schützen stehen 6 unterschiedliche Lauflängen zur Verfügung: 280 mm (11 Zoll), 318 mm (12,5 Zoll), 368 mm (14,5 Zoll), 421 mm (16,5 Zoll), 480 mm (18,9 Zoll) und 503 mm (20 Zoll). Die Läufe mit den verschiedenen Längen lassen sich vom Anwender leicht wechseln. 

Wir hatten das Vergnügen die sehr universell nutzbare Lauflänge von 14,5“ / 368 mm zu testen, die sich als guter Kompromiss zwischen ballistischer Leistung und Handlichkeit darstellt. Damit bringt die Waffe rund 3.400 Gramm auf die Waage. Die Gesamtlänge bleibt dabei bei rund 93 cm, mit eingeklappter Schulterstütze sind es gerade noch rund 63 cm. In diesem Zustand lässt sich das Sturmgewehr auch im Notfall schießen, da der Klappschaft nicht die Auswurföffnung verdeckt. 

Bei der vorliegenden Waffe war der Magazinauslöser als Wippe am Magazinschacht wie beim G36 ausgebildet. Optional können die hauseigen HRM (High Reliable Magazine)- Metallmagazine auch mittels Druckknopf am Magazinschacht ausgelöst werden. 

HK 433 auf der rechten Seite
Das uns vorliegende HK433 von Heckler & Koch setzt auf ein universell einsetzbare Lauflänge von 14,5“/368mm. Die Länge des Schaftes ist an die Körpergröße, bzw. Schutzausrüstung des Anwenders anpassbar.

Die Schaftlänge kann je nach Körpergröße und Schutzbekleidung in fünf Stufen eingestellt werden. Die Wangenauflage ist ebenfalls in der Höhe verstellbar, was bei einer Vielzahl von verwendbaren Optiken und damit Bauhöhen sicherlich ein wertvolles Feature darstellt. 

Die Bedienbarkeit von Feuerwahlhebel, Verschlussfang und Magazinarretierung ist kompromisslos für Links- und Rechtshänder ausgerichtet. 

Ladehebel des HK433 Sturmgewehrs von Heckler & Koch
Der Durchladehebel des HK433 Sturmgewehrs lässt sich ohne Werkzeug leicht von links, nach rechts versetzen

Ein HK- Mitarbeiter zeigte uns, wie einfach der Durchladehebel ohne Werkzeug von rechts nach links umgesetzt werden kann. Auch die Handhabungssicherheit wird groß geschrieben, so ist das Sichern der Waffen in allen Ladezuständen möglich und die Waffe nach NATO AC 225/D14 im gesicherten und ungesicherten Zustand fallsicher. 

Die HK-Techniker spendierten dem HK 433 noch einen wartungsfreien Schusszähler der dann später einmal über die Schussbelastung und der damit verbunden vorbeugenden Instandhaltung Auskunft geben kann.

Praxistest des Heckler & Koch HK433

Der kleine Kreis von eingeweihten Profis im Special Forces Workshop war natürlich gespannt: Wie lässt sich das neue HK-Sturmgewehr schießen?

Die Kadenz im Dauerfeuer wurde auf 700 Schuss pro Minute reduziert (HK 416 etwa 850 Schuss/Minute), was zusammen mit dem gradlinig nach hinten verlaufenden Rückstoß für wenig Mündungsauslenkung sorgt.

Besonders gut empfanden wir die Abzugsqualitäten. Dieser soll nach Werksangaben bei einem Gewicht von etwa 2.400 g brechen, wies aber einen sehr kurzen Resetweg auf, so dass sich schnell ein Folgeschuss im Einzelfeuer abgeben lässt.

Unterstützend kam noch hinzu, dass das Abzugszüngel mit einer positiv empfunden Resetkraft wieder zurückgestellt wird. Beim Leeren von mehreren 20 bzw. 30- Schuss Magazinen kam es im Übrigen zu keinerlei Funktionsstörungen.

Fazit zum HK433 von Heckler & Koch

Das HK 433 zeichnet unserer Meinung nach ein hohes Verarbeitungsniveau und anpassbare Ergonomie aus, die auf bewährte Technik im Inneren setzt. Somit ist das modulare HK433 von Heckler & Koch eines der heißesten Anwärter für das neue Sturmgewehr der Bundeswehr.

HK433 Sturmgewehr linke Seite
Der Magazinauslösehebel beim HK433 entspricht in der Funktionsweise dem G36 von Heckler & Koch und ist optional aber auch als Druckknopf am Magazinschacht erhältlich. So kann der Anwender je nach Ausbildungskonzept wählen.

Technische Daten des Heckler & Koch HK433 Sturmgewehr

Hersteller:Heckler & Koch
Modell:HK433
Kaliber:5,56x45 mm NATO
System:Gasdrucklader
Feuerarten:Halbauto / Vollauto
Magazinkapazität:30 Schuss
Schussfolge:ca. 700 Schuss pro Minute
Lauflängen:11" / 12,5" / 14,5" / 16,5 " / 18,9" / 20"
Gewicht:3.250 g - 3.650 g
Schulterstütze:ausziehbar und klappbar in Höhe und Länge verstellbar


Weitere Informationen zu Waffen für das Militär von Heckler & Koch finden Sie direkt auf der Webseite des deutschen Unternehmens.

Heckler & Koch hat auf der Enforce Tac 2017 weitere Produkte vorgestellt. Wir zeigen Ihnen eine Übersicht. 

Diesen Artikel bewertenErster Praxistest: Heckler & Koch HK433 Sturmgewehr 4.8235 (17 Bewertungen)
Drucken