Schreckschuss-Pistole SIG Sauer P320 Cobra in 9 mm P.A.K. – der richtige Knaller zum Silvester-Feuerwerk

Die Motive der Käufer von Gas- und Signalwaffen, oft auch als Schreckschusswaffen oder kurz SSW bezeichnet, sind vielschichtig. Der einen Kundengruppe geht es um Nachbauten real existierender "scharfer" Kurzwaffen, entweder aus reinem technischem Interesse, weil das Original nur gegen Erwerbsberechtigung zu kaufen wäre, oder als Werkzeug zur legalen Selbstverteidigung. Immerhin hat der Gesetzgeber diese Waffengruppe als "frei ab 18 Jahren" definiert, auch wenn man zum "Führen" in der Öffentlichkeit den sogenannten "kleinen Waffenschein" benötigt (rechtliche Hinweise dazu finden Sie am Schluss des Artikels). Auch für den Ernstfall zur Abwehr eines Angriffs ist ein möglichst originalgetreues Aussehen wichtig, um eine Drohwirkung zu erzielen. 

Insofern sind vor allem diejenigen Waffenmodelle begehrt, die vom Hersteller in Lizenz gefertigt werden: im originalgetreuen Look der echten Feuerwaffe, mit allen "Markings", aber eben in einem frei erwerbbaren Knall-Kaliber. Für Pistolen hat sich hier 9 mm P.A.K. als die weitaus beliebteste Munition etabliert: Die Platzpatronen sind leistungsstark im Knall und dienen auch als Zünder für die (mit einem aufschraubbaren Signalbecher) abschießbare pyrotechnische Signal- und Effektmunition. Zudem gibt es, wiederum zur Gefahrenabwehr, auch Munition mit Tränengas- (CS/CN) oder Pfeffer-Füllung. 

Es gibt auch noch eine andere Gruppe von Kunden, die ihre Schreckschusswaffen sammeln. Sie suchen genauso nach Modellen im Lizenznachbau, aber sie legen Wert auf Exklusivität, sie kaufen Sondermodelle in limitierter Auflage, und ihre Waffen werden selten den rauhen Alltag eines Schießstand-Besuchs oder einer langen Silvesternacht erleben, sie ruhen stattdessen sorgsam behütet in Vitrinen oder in gepolsterten Koffern. Man erfreut sich an ihnen wie an einer schönen Armbanduhr oder einer Münze, die nie über einen Tresen wanderte. Man sieht also, es gibt die unterschiedlichsten Motive, sich eine Schreckschusswaffe zu kaufen, und das mag erklären, dass es in Deutschland viele Sammler gibt, die nach Jahren durchaus auf mehrere Hundert verschiedene Exemplare kommen. Damit nimmt diese Waffenart in Deutschland eine Sonderstellung ein: für welchen Einsatzzweck auch immer sie gekauft werden, sie stellen einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für die heimische Waffenindustrie wie für den Fachhandel dar.

Von GSG und für Gas, Signal und Schreckschuss: Die Selbstaldepistole SIG Sauer P320 Cobra in 9 mm P.A.K.

SIG Sauer P320 Cobra in 9 mm P.A.K. von der linken Seite im Profil
Die Schreckschusspistole SIG Sauer P320 Cobra von rechts: Der Abzug funktioniert in "Double Action", die Visierung ist starr.

Diese wirklich einzigartige SIG Sauer P320 Cobra, die wir heute vorstellen, kommt von German Sport Guns (GSG) und wird im Sauerland hergestellt. GSG gehört wie etwa SIG Sauer (oder Blaser) zur L&O-Firmengruppe und darf daher die SIG Sauer-Modelle offiziell anbieten, also im originalen Design, mit den (bis auf das Kaliber) echten Aufdrucken ("Markings") und in Größe und Gewicht weitgehend identisch. 

Das Vorbild SIG Sauer P320, gebaut in den Kalibern 9 mm Luger, 10 mm Auto und .45 ACP,  hat sich in ihrer erst kurzen Karriere schon einen festen Platz als Klassiker erobert. Seit 2017 ist eine Ausführung der P320 in 9 mm Luger als M17 die Standardwaffe der US-Streitkräfte, als M18 wurde eine kürzere Kompakt-Pistole (98 mm Lauflänge) auch beim United States Marine Corps eingeführt. Inzwischen gibt es zahllose Varianten, da sich die modular aufgebaute Pistole relativ leicht auf ein anderes Kaliber umrüsten lässt (nur die dicke .45 ACP-Patrone erfordert eine eigene Lösung). Auch deutsche Polizisten sind bereits mit der P320 ausgerüstet worden, und auch für den Zivilmarkt gibt es die P320 weiterhin auch für private Kunden zu kaufen, etwa auch als getunte Custom-Wettkampfausführung.

Natürlich lässt sich das Verschlussoberteil der SIG Sauer P320 Cobra wie beim Vorbild zurückziehen und arretieren. Die bewegliche Funktion ist ja Voraussetzung für das Nachladen, denn die Cobra kann mit 14 Patronen im Magazin plus einer im Patronenlager beladen werden. Das Stahlmagazin schließt bündig mit dem unteren Ende des Griffstücks ab.
Stahlmagazin der SIG Sauer P320 Cobra für 14 Patronen im Kaliber 9 mm P.A.K.

Die SIG Sauer P320 Cobra in 9 mm P.A.K. ist mit 182 mm ein Stück kürzer als die Fullsize-M17 (205 mm), auch beim Gewicht bringt die freie Version mit 765 Gramm 47 Gramm weniger auf die Waage. Der Gesamteindruck und vor allem die Balance in der Hand sind aber vergleichbar. Auch die Cobra lässt sich (wie übrigens alle GSG-Schreckschusspistolen) sehr einfach zerlegen, etwa zum Reinigen. Das ungewöhnliche Cobra-Tarnmuster, das sowohl scharf gezeichnete wie verschwommene Elemente aufweist und dadurch die Konturen schwer erkennbar macht, hat die Sauerländer Version übrigens den Feuerwaffen voraus: Diese Beschichtung, die sich vom Oberteil bis auf die Griffschalen fortsetzt, ist dort (noch) nicht zu finden...

Bestellen kann man die SIG Sauer P320 Cobra in 9 mm P.A.K. für 199,- Euro direkt bei German Sport Guns. Als Zubehör sind dort auch Ersatz-Stahlmagazine und passende Holster zu kaufen.

Technische Daten und Preis: SIG Sauer P320 Cobra 9 mm P.A.K.

Modell:
SIG Sauer P320 Cobra
Hersteller:
German Sport Guns (GSG)
Kaliber:9 mm P.A.K.
Magazinkapazität: 14 + 1 Schuss
Abzug: Double-Action
Material: Polymer Kunststoff
Griffschalen: Kunststoff
Schlitten: Metall
Farbe: Cobra-Tarnmuster
Sicherung: Fallsicherung
Gewicht: 765 g
Gesamtlänge: 182 mm
Preis (UVP):
199,- Euro

Tests von "scharfen" und CO2-Versionen der SIG Sauer P320 bei all4shooters.com

Die "echte" SIG Sauer P320 in der Fullsize-Ausführung (vorn) und als SIG Sauer P320 Compact, beide im Kaliber 9 mm Luger

Test und Video der SIG Sauer P320-M17 in der Zivilausführung

Test und Video der SIG Sauer P320 Fullsize und der P320 Compact

Test der SIG Sauer P320-M17 als CO2-Version in 4,5 mm, frei ab 18 Jahren

German Sport Guns, der Hersteller der Schreckschuss-Version und Vertrieb der SIG Sauer-Pistolen in Deutschland

Wichtige Information: Schießen mit Gas- und Signalwaffen

Grundsätzlich gilt: Jedes Schießen außerhalb von Schießständen ist erlaubnispflichtig.
Das Schießen außerhalb von Schießstätten ist ohne Schießerlaubnis nur zulässig (§ 12 Abs. 4 WaffG):
1. durch den Inhaber des Hausrechts oder mit dessen Zustimmung im befriedeten Besitztum
(...) mit Schusswaffen, aus denen nur Kartuschenmunition verschossen werden kann 

ACHTUNG: Auch Besitzer eines "kleinen Waffenscheins" (KWS, nach Paragraph 10, Absatz 4 Waffengesetz), der das Führen (zugriffsbereites Tragen) von Schreckschusswaffen in der Öffentlichkeit gestattet, dürfen im öffentlichen Bereich, etwa auf der Straße vor dem Haus, nicht schießen – ein weit verbreiteter Irrtum gerade an Silvester. Üblicherweise wird das Schießen dort zum Jahresabschluss zwar schon aus Kapazitätsgründen der Polizei meist nicht geahndet, untersagt ist es dennoch. 

Wer sich über den "kleinen Waffenschein" informieren möchte:

- zum Antrag KWS beim Bundesverwaltungsamt

Übersicht über geeignete Schreckschuss- und Signalwaffen bei all4shooters.com, Teil 1

Übersicht über geeignete Schreckschuss- und Signalwaffen bei all4shooters.com, Teil 2