frederic_kn: Jagd-Influencer Frédéric stellt sich vor

Mein Name ist Frédéric, ich bin 26 und aufgewachsen in Rheinland-Pfalz. Seit März 2021 wohne ich im schönen Hessen (Rheingau-Taunus-Kreis). Die Jagd wurde mir in die Wiege gelegt. Seit klein auf war ich mit meinen Eltern im Revier unterwegs. Mir wurde alles gezeigt: jegliche Jagd- und Revierarbeit, das Brauchtum (Jagdhorn spielen...), die Jagdhundeausbildung, die Wildbretvermarktung und vieles mehr. Es war sehr schnell klar – sobald ich alt genug bin, möchte ich auch ein Teil dieser Gemeinschaft sein und werde mich zum Jagdkurs anmelden. 2010, im Alter von 16 Jahren, war es dann so weit. In einem Drei-Wochen-Kurs absolvierte ich erfolgreich meine Jagdscheinprüfung. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich meinen ersten Hund, einen Deutsch-Drahthaar namens Ben. Im gleichen Jahr führte ich ihn erfolgreich auf seine erste Prüfung. Da meine Passion als Treiber beziehungsweise Hundeführer auf Drückjagden durch die Hundearbeit immer stärker wurde, musste noch ein zweiter eigener Hund her. Da ich familiär auf Dackel "geprägt" war, war die Entscheidung schnell gefallen und die Dackeldame Hetty zog ein paar Jahre später ein.

Beruflich bin ich in einem großen Pharmaunternehmen im Bereich Forschung und Entwicklung, Schwerpunkt Biologie, tätig. Kurz, es hat eigentlich null Komma null mit Jagd zu tun.

frederic_kn über die Bewirtschaftung des eigenen Reviers

Privat nutze ich jede freie Minute, um im Revier unterwegs zu sein. Ich selbst jage in beziehungsweise auf etwa 1.700 Hektar, wovon mehr als 600 Hektar selbst gepachtet sind. Das war im Übrigen auch ein kleiner Traum von mir – ein eigenes Revier. Als Familie hatten und haben wir immer eigene Reviere, aber ich selbst wollte meine eigenen Ideen, das Gelernte in der Jagdausübung sowie die Erfahrung, selbst Pächter zu sein, verwirklichen. Ich selbst wollte der Ansprechpartner für Landwirte, Bürger und Polizei, zum Beispiel bei Wildschäden und Unfällen sein und diese Verantwortung übernehmen. Alle Reviere sind unterschiedlich in Struktur und Wildvorkommen. Genau das ist der Reiz, denn was sich in einem Revier als perfekte Lösung präsentiert, funktioniert so zwingend eben nicht auch in einem anderen Revier. So schreibe ich etwa gerne Jagdkonzepte, tracke alle Aktivitäten im Revier (Ansitze, Beobachtungen, Erlegungen und mehr), sowie den Wildbestand und dessen Aktivität über Funkkameras. Egal ob am Fuchsbau, Wechsel, Fütterung oder an der Suhle, jedes Bild, das mir übertragen wird, ist für mich eine wichtige Information.

Frédéric im stehen Anschlag mit einer Büchse.
Sicherer Schütze: Bei frederic_kn muss der Schuss immer zu 110% sitzen.

Neben der Jagd: Die Übung auf dem Schießstand ist unerlässlich

Neben der Jagd verbringe ich auch viel Zeit auf Schießständen. Für mich das A und O, Training mit der Büchse auf unterschiedlichsten Scheiben und Distanzen sowie das Flintentraining auf dem Trap- und Skeetstand oder das Jagdparcoursschießen. Ich habe für mich festgestellt, dass genau das mir einiges mehr an jagdlichem Erfolg bringt. Man wird definitiv routinierter im Umgang mit der Waffenhandhabung,  übt für einen besseren Bewegungsablauf (wie steht man z.B. beim Tontaubenschießen am besten) und verbessert seine Präzision, denn das ist der ausschlaggebende Punkt – wir üben hier auf Scheiben, also auf Ton. Als Jäger sollte man sich immer vor Augen halten: Wir sind dazu verpflichtet, einem Tier kein Leid oder Schmerzen zuzufügen. Es muss ein tödlicher Schuss erfolgen. Es darf erst geschossen werden, wenn der Schuss wirklich 110 % sitzt und nicht nur 99,9 % gegeben sind. Das halte ich mir immer vor Augen und setze die gelernte Praxis vom Schießstand auf der Jagd um.

Die Frage nach der Lieblingswildart von frederic_kn...

Viele fragen mich was meine Lieblingswildart ist. Ich bin ehrlich, pauschal kann ich das nicht beantworten. Jede Wild- und Jagdart hat seinen Reiz. Jedes Revier gibt mir auch hierfür andere Möglichkeiten. Im Feldrevier, welches ein reines Niederwildrevier ist, präferiere ich die Raubwildbejagung. Für mich eine spannende, interessante sowie sehr wichtige Jagd. Egal ob auf Pirsch, Ansitz am Stoppelacker oder zur Ranz bei Minustemperaturen. Mich erfreut es, wenn der Fasanen- und Hasenbestand immer mehr wird und sich die ersten Rebhühner wieder ansiedeln. Genauso erfreut mich dann auch, dass ich diesen Erfolg an Populationszuwachs ohne Bedenken (mit Ausnahme der Rebhühner) bejagen kann. Mit Vorstehhunden und den engen Jagdfreunden ein paar Hecken "kläppern" hat schon manche Sonntage zu etwas ganz Besonderem gemacht.

Frédéric mit drei erlegtem Stücken Wild.
Für Frédéric hat jede Jagdart ihren Reiz. Auch eine Lieblingswildart hat der 26-Jährige nicht.

Aber auch die Weizen- und Ackerpirsch auf Schwarzwild gefällt mir sehr. Nachts mit der Wärmebildkamera auf Socken hinterherlaufen, über den Pirschstock einen nahen Schuss auf das passende Stück abgeben – das ist für mich eine ganz besondere und sehr spannende Jagd. Mit Nervenkitzel garantiert.

Dackel mit erlegtem Schwarzwild.
Waidmannsheil! Dackeldame Hetty mit einem erlegten Stück Schwarzwild.

Pirsch- und Blattjagd auf den Feldbock und dann im Winter die Selektion von Stücken, die nicht in die Sprungstruktur passen, hat für mich genauso den gewissen Reiz. Man muss "sein" Rehwild kennen, muss wissen, wo sie auf den weiten und großen Feldern liegen und dann auch wissen, wie man diese nun am besten angehen kann. Da ich in meinem Revier die Erfahrung gemacht habe, dass weite Schüsse im Bereich von 150 bis 200 Metern zum Standard gehören, übe ich diese Distanz oftmals auch vor der Jagdausübung auf dem Schiessstand. Da hier die Jagd meist früh nachmittags oder morgens stattfindet, nutze ich meist auch vorteilhaftes Equipment. Dazu gehören schnelle und weitfliegende Kaliber, ein Zielfernrohr mit ASV-Turm und hoher Vergrößerung, Pirschstock und Zweibein. Auch das hat einen gewissen Reiz, denn ganz klar – man ist nicht immer erfolgreich!

Gänsehautmomente bekomme ich während der Hirschbrunft. Egal ob bei Rot- oder Damwild. Wenn die Könige der Wälder die "Bühne" betreten, verschlägt es mir fast den Atem. Mich interessiert oder reizt hier gar nicht die Erlegung der passenden Stücke. Für mich ist ein junger passender Hirsch genauso gleichzustellen wie ein alter reifer Recke. Ich bin selbst kein Trophäenfanatiker, freue mich auch, wenn ich "nur" ein schönes Bild machen kann und diesen Moment damit festhalte. Mein Hauptargument, warum ich aber jage, ist die Gewinnung des besten Fleisches, das es auf dem Markt zu finden gibt!

Natürlich bin ich auch viel mit meinen Hunden auf Drückjagden unterwegs. Egal ob als Standschütze mit geschnallten Hunden, oder als Hundeführer, der durch den Wald und die Hecken "stiefelt". Auch hier ist die Passion stark verankert.

Wie ihr also merkt, es gibt für mich keine favorisierte Wildart oder Jagdart. Alles hat seinen Reiz und braucht seine gewissen Erfahrungen. Auch ich habe Fehler gemacht und daraus gelernt. Durch das Tragen von falscher Kleidung sind damals einige Stücke abgesprungen oder ich hatte vergessen zu überprüfen, wie der Wind steht und das Wild hatte Wind von mir bekommen. Aber genau aus diesen Fehlern lernt man.

Frédéric zeigt eine Büchse.
Die richtige Ausrüstung: Für Frédéric gibt es nicht die eine, richtige Antwort. Vielmehr kommt es immer auf die Bedürfnisse des einzelnen Jägers an.

Was ist die beste Ausrüstung? Waffe, Optik, Munition und Co.

Besonders häufig erhalte ich die Frage, was meines Erachtens die beste Waffe, Optik, Munition und so weiter ist. Das kann ich und meiner Meinung nach niemand pauschal beantworten. Wichtig hier ist auszuprobieren und zu vergleichen, das Equipment kennenzulernen und – ganz wichtig bei einer Waffe – man sollte sie auf dem Schießstand kennenlernen. Genau hier kann man schauen, ob der Schaft passt, ob man mit dem System klarkommt und vieles mehr.

Meine erste Waffe  war eine Krieghoff Semprio. Bereue ich den Kauf? Ganz klar nein! Warum, werde ich in einem meiner nächsten Berichte niederschreiben.

Im Laufe der Jahre kamen einige weiteren Waffen dazu, welche ich wie auch oben beschrieben zu verschiedensten Situationen auf der Jagd führe und nutze. Hier muss man sich einfach selbst einige Frage stellen: Was passt zu mir? Sowie: Was jage ich und wie jage ich?

In den nächsten Berichten hier auf all4shooters werde ich einen Teil meines bereits bewährten Equipments vorstellen, alles erklären sowie Vor- und und Nachtteile erläutern.

Waidmannsheil und stets eine sichere Kugel,

Frédéric


Weitere Informationen zu Frédéric finden Sie auf seinem Instagram-Profil: frederic_kn

Mehr von Frédéric? Im Video haben wir ihn schon auf die Drückjagd begleitet.