Hightech für Jäger und Schützen: Die Entwicklungsgeschichte von Burris Optics währt seit über 50 Jahren
Das Unternehmen Burris Optics mit Sitz in Greeley im US-Bundesstaat Colorado hat sich seit mehr als fünf Jahrzehnten einen Namen gemacht, indem es seine Optiklösungen konsequent an den Anforderungen von Jägern, Sportschützen und Outdoor-Enthusiasten ausrichtet. In Deutschland wird Burris von der Manfred Alberts GmbH an den Fachhandel vertrieben. Burris Optics wurde im Jahr 1971 von dem amerikanischen Optik-Techniker Don Burris gegründet (er verstarb 1987). Dieser hatte zuvor beim Zielfernrohr-Hersteller Redfield gearbeitet und dort bereits technische Neuheiten erfunden, die heute noch bei vielen Jagdoptik-Herstellern verwendet werden. Hier zu zählen etwa die ersten Zielfernrohre mit dreifachem Zoom-Faktor (4-12x und 6-18x) oder das stets zentrisch sitzende Absehen in ZF's mit variabler Vergrößerung. Im eigenen Unternehmen begann er zunächst nur mit Montagen und -ringen für Zieloptiken, dann kamen bald eigene Zielfernrohre ins Programm – das 1975 vorgestellte Modell Fullfield etwa wird noch heute produziert. Nach eigenen Angaben des Herstellers war das Burris LaserScope von 2006 das weltweit erste Zielfernrohr mit integrierter Laser-Entfernungsmessung. Auch das Leuchtpunkt-Zielgerät Burris FastFire (2007) wird weltweit sowohl von Jägern wie auch von Sportschützen eingesetzt. Das erste Eliminator-Zielfernrohr mit der damals revolutionären Kombination aus Laser-Entfernungsmessung und Ballistikrechner kam 2010 heraus. Seit 2002 gehört Burris zur internationalen Beretta-Firmengruppe.
Burris Optics entwickelt seine Zielfernrohre, Rotpunktvisiere und Optiklösungen konsequent mit Blick auf die praktischen Anforderungen von Jägern und Sportschützen und geht dabei oft andere Wege. Besonders auf dem amerikanischen Markt zählt Burris heute zu den großen Playern im Optiksegment und genießt dort einen hervorragenden Ruf für technische Innovation und zuverlässige Qualität, was regelmäßig renommierte Branchenpreise bestätigen: So erhielt das Burris Eliminator 6 2025 gleich mehrere Auszeichnungen, darunter als „Optic of the Year“ mit dem Golden Bullseye Award des NRA-Waffenmagazins American Rifleman sowie den begehrten Ballistic’s Best Editors’ Select Award 2023/2024 als beste Jagdoptik. Bereits 2024 ehrte Guns & Ammo Burris Optics als „Innovator of the Year“ für die technologischen Fortschritte des Unternehmens, und das Veracity PH gewann den „Optic of the Year“ (American Hunter – NRA Golden Bullseye Award) sowie 2023 den Editor’s Choice Award von On Target Magazine. Diese Vielzahl an Ehrungen unterstreicht, wie konsequent Burris Innovation, Präzision und praxisorientierte Entwicklung miteinander verbindet. Man also durchaus sagen, dass Burris sich als feste Größe im internationalen Optikmarkt etabliert hat.

Burris Eliminator 6, die neueste Version des Kombi-Zielfernrohrs
Mit dem hochmodernen Zielfernrohr Eliminator 6 kombiniert Burris Optics klassische Präzisionsoptik mit integrierter Entfernungsmessung und fortschrittlicher Ballistiktechnologie. Dank des integrierten Laser-Entfernungsmessers und der automatischen ballistischen Berechnung kann der Schütze Entfernungen präzise bestimmen und erhält unmittelbar die passende Haltepunktkorrektur im Absehen angezeigt. Wir hatten das Burris Eliminator bereits mehrfach im Test, die Links zu den jeweiligen Testberichten finden Sie am Ende dieses Beitrages.

Veracity PH: Das Zielfernrohr mit dem NRA Golden Bullseye Award
Mit dem Veracity PH verfolgt Burris einen konsequent digitalen Ansatz, ohne dabei die klassischen Tugenden eines hochwertigen Zielfernrohrs zu vernachlässigen. Das System kombiniert präzise Mechanik mit moderner Elektronik und einer App-gestützten Ballistiklösung. Über die BurrisConnect-App hinterlegt der Nutzer die ballistischen Daten seiner Munition, die anschließend per Bluetooth auf das Zielfernrohr übertragen werden. Herzstück ist der programmierbare PEK-Höhenturm, dessen Position digital erfasst wird. Dreht der Schütze den Turm, erscheint im integrierten Heads-Up-Display direkt im Sehfeld die entsprechende Entfernung samt weiterer relevanter Informationen wie Gewehrneigung oder Windkorrektur. So lässt sich die Optik praktisch nach dem Prinzip „Dial to Distance“ einstellen: Entfernung bestimmen, Turm auf die angezeigte Distanz drehen und präzise anhalten. Trotz der integrierten Elektronik bleibt das Veracity PH dabei vollständig nutzbar wie ein klassisches Zielfernrohr – ein Ansatz, der moderne Ballistiktechnologie mit bewährter jagdlicher Praxis verbindet. Auch das Veracity PH 4-20x50 bewährte sich bereits bei all4hunters.com in einem Präzisionstest auf 300 Meter.
Wie unterscheiden sich das Eliminator 6 und das Veracity PH?
Kommen wir zu den Unterschieden zwischen den Zielfernrohren. Wir fangen mit der Funtionsweise des Veracity PH an und gehen dann auf die Besonderheiten des Eliminator ein. Am Ende des Artikels finden Sie dann unser Fazit.
Die Funktionsweise der Zielfernrohrserie Burris Veracity PH:

Das Burris Veracity PH ist ein modernes Zielfernrohr, das klassische Optik mit digitaler Ballistik-Technologie kombiniert. Ziel des Systems ist es, die Berechnung der Geschossflugbahn zu vereinfachen, sodass der Schütze schneller und präziser auf verschiedene Entfernungen reagieren kann. Das Burris Veracity PH kombiniert dabei optische Präzision mit App-gestützter Ballistikberechnung und einem Heads-Up-Display. Dabei sieht der Schütze alle wichtigen Daten direkt im Zielfernrohr und kann Entfernungen schneller und präziser einstellen.
- Ballistikprofil erstellen
Zunächst wird über die BurrisConnect-App ein individuelles Ballistikprofil erstellt. Dabei werden Daten wie Kaliber, Geschossgewicht, Mündungsgeschwindigkeit, Visierhöhe und Umweltbedingungen eingegeben. Dieses Profil wird anschließend per Bluetooth auf das Zielfernrohr übertragen. - Digitale Höhenverstellung (PEK-System)
Das Veracity PH nutzt einen programmierbaren Elevation-Turm (PEK – Programmable Elevation Knob). Dieser besitzt einen digitalen Positionssensor und funktioniert ohne klassische Klicks. So kann der Schütze die Höhenverstellung extrem fein einstellen – bis etwa 0,1 MOA Genauigkeit. - Heads-Up-Display im Zielfernrohr
Im Sehfeld befindet sich ein Heads-Up-Display (HUD). Dieses zeigt wichtige Informationen direkt im Zielfernrohr an, darunter:- eingestellte Entfernung bzw. Höhenkorrektur (Yards, Meter oder MOA)
- Gewehrneigung (Cant)
- berechneten Wind-Haltepunkt
- Batteriestand
- Schießen auf Distanz („Dial to Distance“)
Nachdem die Entfernung zum Ziel bestimmt wurde (z. B. mit einem separaten Entfernungsmesser), dreht der Schütze einfach den Höhenturm, bis im Display die entsprechende Distanz angezeigt wird. Das Zielfernrohr berücksichtigt dabei die zuvor gespeicherten Ballistikdaten und zeigt die korrekte Einstellung an.
Trotz der digitalen Funktionen bleibt das Zielfernrohr aber mechanisch voll funktionsfähig: Selbst wenn die Batterien leer sind, kann es wie ein analoges Zielfernrohr mit mechanischen Verstellungen genutzt werden.
Die Funktionsweise des Burris Eliminator 6

Das Burris Eliminator 6 ist ein hochmodernes Zielfernrohr, das mehrere Technologien in einem System vereint: Laser-Entfernungsmesser, ballistischer Rechner, Umweltsensoren und ein Heads-Up-Display im Sehfeld. Ziel des Systems ist es, die Berechnung von Haltepunkt und Geschossabfall automatisch zu übernehmen und dem Schützen unmittelbar eine präzise Zielhilfe zu geben.
Ballistikdaten hinterlegen: Zunächst erstellt der Nutzer über die BurrisConnect-App ein Ballistikprofil für seine Waffe und Munition. Dabei werden Daten wie Geschossgewicht, Mündungsgeschwindigkeit und ballistische Koeffizienten eingegeben und per Bluetooth in das Zielfernrohr übertragen. Das Zielfernrohr erstellt daraus eine interne DOPE-Karte (ballistische Datentabelle).
- Zielentfernung messen: Beim Anvisieren des Ziels wird per Knopfdruck der integrierte Laser-Entfernungsmesser aktiviert. Dieser kann gut reflektierende Ziele auf über 2.000 Yards (ca. 1,8 km) und Ziele wie etwa größere Wildarten auf rund 1.400 Yards (ca. 1,2 km) messen. Die ermittelte Entfernung erscheint direkt im Heads-Up-Display des Zielfernrohrs.
- Automatische Ballistikberechnung: Nach der Entfernungsmessung berechnet der integrierte Ballistikcomputer automatisch die Geschossflugbahn. Dabei berücksichtigt das System zusätzlich Daten von integrierten Sensoren wie Temperatur, Luftdruck und Neigungswinkel sowie das zuvor gespeicherte Ballistikprofil.
- Anzeige des korrekten Haltepunkts: Anschließend erscheint im Absehen ein beleuchteter Haltepunkt, der exakt den berechneten Geschossabfall für die gemessene Distanz darstellt. Der Schütze muss nur noch diesen Punkt auf das Ziel legen und – falls nötig – den Wind über die entsprechenden Markierungen im Absehen berücksichtigen.
Das Eliminator 6 kombiniert Entfernungsmessung, Ballistikberechnung und Zielhilfe in einem einzigen Zielfernrohr. Der Ablauf ist stark vereinfacht: Ziel anvisieren → Entfernung messen → automatisch angezeigten Haltepunkt nutzen → Schuss abgeben. Dadurch entfällt das separate Berechnen der Geschossflugbahn oder das Nachstellen von Türmen am Zielfernrohr.

Die Unterschiede der beiden Burris Zielfernrohre schnell erklärt:
Der wichtigste Unterschied zwischen dem Burris Eliminator 6 und dem Burris Veracity PH liegt in der Art, wie beide Zielfernrohre die ballistische Lösung bereitstellen.
- Das Eliminator 6 ist ein komplettes All-in-One-System: Es besitzt einen integrierten Laser-Entfernungsmesser, misst auf Knopfdruck die Distanz zum Ziel und berechnet automatisch die Geschossflugbahn unter Berücksichtigung von Umweltfaktoren wie Temperatur, Luftdruck und Neigungswinkel. Anschließend zeigt das Heads-Up-Display im Absehen sofort den korrekten Haltepunkt an – der Schütze muss nur noch anhalten und schießen.
- Das Veracity PH verfolgt dagegen einen anderen Ansatz: Hier gibt es keinen integrierten Entfernungsmesser. Stattdessen werden die Ballistikdaten über die BurrisConnect-App in das Zielfernrohr geladen, und der Schütze stellt die Entfernung anschließend manuell über den programmierbaren PEK-Höhenturm ein. Im Heads-Up-Display erscheint dann die entsprechende Distanz bzw. Korrektur, sodass der Schütze althergebracht „auf Entfernung dreht“.
Kurz gesagt: Das Eliminator 6 automatisiert Entfernungsmessung und Haltepunkt vollständig, während das Veracity PH ein digitales Präzisions-Zielfernrohr mit Ballistikunterstützung ist, bei dem die Entfernung weiterhin extern gemessen und anschließend manuell eingestellt wird.
Weitere Informationen zu den Burris-Produkten liefert der Generalimporteur für Deutschland, die Firma Manfred Alberts aus Wiehl.
Tests von all4hunters.com der Zielfernrohr-Serien von Burris Optics, dazu alle technischen Daten:
Das Burris Eliminator 6 Zielfernrohr in 4-20x52
Die Repetierbüchse Rössler Signature 8,5x55 mit dem LaserScope Burris Eliminator 6 4-20x52 bei der Bockjagd (mit Video)










