11 Tipps für die richtige Anwendung eines Vorsatzgerätes – mit Nachtsichttechnik Jahnke

Seit diesem Jahr ist es in Deutschland endlich waffenrechtlich möglich, Nachtsichttechnik und Vorsatzgeräte bei der Jagd auf Schwarzwild einzusetzen. Jagdrechtlich regeln es die einzelnen Bundesländer unterschiedlich, doch der Einsatz dieser technischen Hilfsmittel ist sprichwörtlich ein "Game Changer", um der weiter anwachsenden, nachtaktiven Schwarzwildpopulation in Zeiten der Afrikanischen Schweinepest Herr zu werden.

Hightech wie ein Nachtsichtgerät will natürlich umsichtig erworben, eingestellt und angewendet werden. Und was müsst ihr beachten, wenn das Vorsatzgerät nicht so funktioniert, wie es eigentlich funktionieren sollte? Wir haben mit Daniel Jahnke von Nachtsichttechnik Jahnke darüber gesprochen. Wir nennen euch hier 11 einzelne Punkte, wie ihr euer Nachtsichtgerät montiert, einstellt und wartet und welche Tücken ihr am besten gleich umschiffen solltet, so dass ihr das Optimum aus der Technik herausholen könnt.

11 Tipps für den richtigen Einsatz von Vorsatzgeräten und Nachtsichttechnik

1. Vorsatzgerät – der Dioptrienausgleich 

Unscharfe und verschwommene Bilder entstehen in der Regel, wenn der Dioptrienausgleich nicht passt. Woran erkennt man das? In der Regel ist das Bild schwammig, unscharf und ein sauberes Ansprechen ist nicht möglich. Da wir mit einer Primäroptik und einem Vorsatzgerät arbeiten, sollten wir folgende Punkte beachten: 

Erstens: Bei der Primäroptik ist das Einstellen nach Links oder Rechts am Dioptrienausgleich nicht so präzise wie bei einem Nachtsichtgerät. Bei einem Nachtsichtgerät muss man den Dioptrienausgleich deutlich genauer einstellen

Zweitens: Gleicht bei beiden Geräten den Dioptrienausgleich ab, denn es bringt euch nichts, wenn ihr den Dioptrienausgleich am Vorsatzgerät einstellt und am Zielfernrohr vergesst. Als Hilfsmittel im Revier kann ein Autokennzeichen mit hohen Kontrastwerten dienen.

Nachtsichttechnik Jahnke DJ-8 NSV 1x48 in der Dämmerung
In der Dämmerung und in der Nacht sind Geräte wie das Nachtsichttechnik Jahnke DJ-8 NSV 1x48 eine Bereicherung für jeden Jäger.

2. Nachtsichttechnik – das Bildrauschen

Wenn das Bild rauscht, arbeitet die Verstärkung in der Röhre enorm. Analog zur Fotografie, wo man vom ISO-Rauschen spricht und das Bild in den Pixeln rauscht, hat die Verstärkung bei Nachtsichtgeräten einen ähnlichen Effekt, der noch dadurch verstärkt wirkt, wenn man die Vergrößerung am Zielfernrohr nach oben stellt. Das Rauschen wird dann noch stärker. Behelfen kann man sich nur damit, dass man der Röhre Licht in Form von Infrarotstrahlen zur Verfügung stellt.

Bache und Frischlinge sind durch das Jahnke DJ-8 glasklar erkennbar.
Bache und Frischlinge sind durch das Jahnke DJ-8 glasklar erkennbar. Doch je weniger Restlicht insgesamt einfällt, desto mehr Bildrauschen tritt auf.

3. Jagdkonfiguration – das System neu justieren

Wie bei einem Zielfernrohr auch, zeigen sich Treffpunktverlagerungen vor allem nach Erschütterungen auf dem Transport oder wenn das System einen Schlag bekommen hat. Als Schlag kann schon ein "Anecken" am Querholm auf der Kanzel ausreichen, dass das System nicht mehr genau arbeitet. Wenn das System neu justiert wurde, müssen zwingend Probeschüsse gemacht werden.

4. Jagdwaffe – der Sitz der Montage

Die Montage ist eine sehr häufige Fehlerquelle, wenn Ihr ein Vorsatzgerät einsetzt. In der Regel wird die Montage von eurem Büchsenmacher angebracht. Für diejenigen, die die Montage selbst durchführen, hier an dieser Stelle noch mal der Hinweis, dass alle Schrauben spannungsfrei montiert sein müssen. Da dieser Fehler sehr häufig zu Fehlschüssen führt, empfehlen wir immer den Gang zum Büchsenmacher sowie ein paar Probeschüsse mit dem System vor der Jagd. So seid ihr an diesem Punkt auf der sicheren Seite.

Die Klemmvorrichtung des NSV.
Mit der Klemmvorrichtung kann das Vorsatzgerät am Zielfernrohr befestigt werden.

5. Nachtsichtgerät – der Staub auf der Linse

Gerade wenn man nach längerer Zeit die Büchse wieder aus dem Waffenschrank holt und zur Nachtjagd auf Sauen gehen möchte, kann es passieren, dass Staub auf der Primäroptik zu entdecken ist. Dieser Umstand ist natürlich leicht zu beseitigen. Mit einem Mikrofasertuch oder einem LensPen, wie ihn Fotografen und Kameramänner benutzen – die Linse einfach sauber machen, schon ist das Problem behoben. Was für Staub auf der Linse gilt, solltet ihr natürlich auch bei Wassertropfen auf der Primäroptik beachten. 

6. Vorsatzgerät – der Adapter

Der Adapter ist eines der wichtigsten Bauteile, wenn ihr mit einem Nachtsichtgerät zur Jagd geht. Er ist das Verbindungsstück zwischen Primäroptik und Nachtsichtgerät und muss fest sitzen. Achtet auf den Herstellerhinweis, welche Adapter verwendet werden sollen. Im Falle von Nachtsichttechnik Jahnke haben sich die hauseigenen Adapter und 3-Punkt-Adapter vom Drittanbieter Husan bewährt. Einen guten Adapter erkennt ihr daran, dass er mindestens die Verbindung von 3 Punkten aus herstellt. Denkt einfach an das gute alte Bohrfutter einer Bohrmaschine, so sollte die Wirkungsweise eures Adapters funktionieren.

Das DJ-8 NSV 1x48 von Nachtsichttechnik Jahnke kommt mit einer Umhängetasche und einem Leder-Etui.
Das DJ-8 NSV 1x48 von Nachtsichttechnik Jahnke kommt mit einer Umhängetasche und einem Leder-Etui. So verstaut ist es auch von Staub geschützt.

7. Jagdwaffe – die Taille

Wenn ihr das Nachtsichtgerät montiert, muss gewährleistet sein, dass der Lauf frei schwingen kann. Oftmals stellt das Korn der offenen Visierung ein Problem dar. Wenn es möglich ist, dann montiert das Korn ab. Sollte das Korn fest verbaut sein, bittet euren Büchsenmacher um Rat. In der Regel muss das Korn abmontiert werden. Eine Alternative wäre eine höhere Montage. Achtet darauf, dass zwischen Lauf und Vorsatzgerät immer genug Platz ist.

8. Jagdwaffe – die Suhler Einhakmontage 

Oftmals sind Jagdwaffensysteme noch mit der Suhler Einhakmontage ausgestattet. Da der vordere Bereich der Optik mit einem Ringsystem auf der Waffe montiert ist, verkleinert sich der Platz, um einen Adapter fest zu montieren. Wir raten dringend davor ab, vor und hinter dem Ring Zusatzzwischenstücke zu platzieren, damit der Adapter genügend Platz hat, um einen festen Sitz zu garantieren. 

Bitte beachten: Der Platz im vorderen Bereich auf der Primäroptik sollte glatt, trocken, frei von öligen oder fettigen Rückständen sein und sollte mindestens 37 Millimeter Fläche zur Montage des Adapters bieten. Je größer der Platz ist, desto besser. Stehen keine 37 Millimeter Montagefläche zur Verfügung, raten wir bei Einsatz von Geräten der Nachtsichttechnik Jahnke dazu, den Büchsenmacher aufzusuchen.

Rechts am Jahnke DJ-8 NSV 1x48 sitzt der IR-Strahler Phönix Focus 2019.
Rechts am Jahnke DJ-8 NSV 1x48 sitzt der IR-Strahler Phönix Focus  – zusätzliches Licht in größter Dunkelheit.

9. Nachtsichttechnik – der Berater oder Verkäufer 

Etwas weiter hergeholt, doch oftmals beginnen hier schon vermeidbare Fehler. Wenn ihr euch ein Vorsatzgerät anschaffen möchtet, achtet darauf, dass euch der Verkäufer gut berät. In der Regel findet ihr im Fachhandel den idealen Ansprechpartner. Beim Onlinekauf raten wir dringend dazu, zusätzlich mit einem Fachmann am Telefon zu sprechen, der beim Kauf berät und bei Nachfragen oder Reklamationen auch immer noch als Ansprechpartner existiert. 

"Auf Teufel komm raus" sollte euch übrigens niemand ein Nachtsichtgerät verkaufen – in einem solchen Fall wäre selbstredend eine gesunde Skepsis angesagt.

10. Jagdoptik – das Zielfernrohr

Gerade in der Dämmerung kommen immer noch Zielfernrohre mit einer 56er Optik zum Einsatz. Bedingt durch die Bauweise bieten diese Gläser mehr Lichtausbeute als ein 50er Zielfernrohr. Mit dem Einsatz von Nachtsichtgeräten ist der Einsatz von 56er Gläsern nicht notwendig, bieten sie doch keinen relevanten Vorteil mehr zu kleineren Optiken. Hier gilt: kleiner, kürzer und leichter ist in Verbindung mit einem Nachtsichtgerät besser

11 Tipps für die richtige Anwendung eines Vorsatzgerätes – mit Nachtsichttechnik Jahnke
Das Nachtsichttechnik Jahnke DJ-8 NSV 1x48 fertig montiert auf der Waffe: Beim Einsatz muss natürlich die Kappe runter – sonst bleibt's wirklich duster.

11. Vorsatzgerät – die Haptik und Bedienung

Dieser Punkt schließt nahtlos an Punkt 10 an. Achtet beim Einsatz immer darauf, dass die Haptik des Systems so einfach wie möglich ist. Bei den Geräten der Nachtsichttechnik Jahnke müsst ihr zum Beispiel die Hand nicht vom Vorderschaft nehmen und könnt das Nachtsichtgerät recht einfach justieren. Zudem solltet ihr darauf achten, dass die Gesamtlänge des Systems nicht überbordend ist. 

Bedenkt, dass sich die Bedienungseinheit nicht direkt vor dem Auge befindet, sondern meistens eine Armlänge von euch entfernt ist. Fluoreszierende Bedienelemente an der Optik sind ein weiterer Punkt, der die Bedienung in der Dunkelheit sehr einfach macht.

Jetzt solltet ihr alles beachtet haben – ihr haltet ein sehr effektives System in euren Händen, das die Jagd auf ein ganz neues Level hebt.

Nun heißt es nur noch: auf in die Nacht und Waidmannsheil!


Weitere Informationen zu den Nachtsichtgeräten und Optiken von Nachtsichttechnik Jahnke findet ihr auf der Herstellerseite.

Hier lest ihr unseren Test zum Vorsatzgerät DJ-8 NSV 1x48 von Nachtsichttechnik Jahnke.

Mehr zu Nachtsichttechnik Jahnke findet ihr hier im Unternehmensporträt.

Um Wärmebildgeräte geht's hier in diesem Beitrag mit Checkliste.