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Test: Rößler Titan 16 Repetierbüchse

Konstruktives zur Rößler Titan 16:

Insgesamt 16 in Doppelreihe angebrachte Verriegelungswarzen verriegeln bei der Titan 16 den Drehkopfverschluss direkt im Lauf. Damit sollte auch bei höchsten Gasdrücken oder fehlerhaften Hülsen die Schützensicherheit immer gegeben sein. 

Bei der Rößler Titan 16 lassen sich die durch Schrauben mit dem System verbundenen Läufe bei Bedarf auswechseln. Aber die Verschlussdemontage ist etwas umständlich: Hierfür muss der Kammergriff der Waffe mittels eines (mitgelieferten) Sechskantschlüssels abgeschraubt werden.

Rößler Titan 16: Der Verschluss verfügt über insgesamt sechzehn Verriegelungswarzen.
Rößler Titan 16: Das Magazin nimmt in .30-06 drei Patronen auf. Ein Ersatzmagazin kostet 75 Euro, ein verlängerter Tank für fünf Patronen in diesem Kaliber 94 Euro.

Die Dreistellungs-Sicherung der Rößler Titan 16 liegt griffgünstig auf dem Kolbenhals. Ihr Schieber lässt sich sehr geräuscharm bedienen. Leider wirkt die Sicherung nur auf den Direktabzug, in der dritten Position sperrt sie zusätzlich den Verschluss.

Rösler Titan 16: Das Balkenkorn lässt sich mittels der mündungsseitig davor angebrachten Schraube in der Höhe verstellen.

Aus dem Rößler Titan-Baukasten:

Lagernd vorrätig gibt es über den Importeur RUAG Ammotec nur einige besonders gängigen Konfigurationen. So auch die vorliegende Variante "Luxus" in Kaliber .30-06 Springfield. Sie verfügt über einen Nussholzschaft mit Bayerischer Backe, einen 56-cm-Lauf mit komplett geschwärzter Flüchtig-Visierung, ein Drei-Schuss-Magazin und ein schwarzes Abzugszüngel. Wer eine andere Konfiguration bevorzugt, stellt sich seine Wunschwaffe am besten über den Konfigurator im Internet auf www.titan6.com selbst zusammen. Mit dieser Konfigurierung geht man dann zum Büchsenmacher seines Vertrauens, lässt diesen die Verfügbarkeit der Komponenten abfragen und den Gesamtpreis für die Waffe kalkulieren.

Konfiguration im Internet:

Insgesamt gibt es für die Rößler TItan 16 Läufe in 25 Kalibern.

Dabei stellt die .243 Winchester das kleinste, die .375 Ruger das größte Kaliber dar. Alle Rohre schützt eine Nitrocarburierung vor Korrosion. Die Rohre bietet Rößler in zwei Mündungsdurchmessern (15 und 19 mm) sowie in jeweils fünf Längen (510, 560, 610, 650 und 700 mm) an. Dann unterteilt der Konfigurator noch in "Standardsortiment", "optional" und "nicht verfügbar". Die Liste der "nicht verfügbaren" Kombinationen ist im Vergleich zu den beiden anderen Kategorien winzig. Bei jedem Wechsellauf (ab 850 Euro) gehört der passende Verschluss grundsätzlich zum Lieferumfang. Eine Tabelle informiert darüber, ob für das neue Rohr auch ein anderes Magazin benötigt wird. Der Hersteller liefert die Läufe auf Wunsch auch mit Kimme und Korn. Letzteres wahlweise als schwarze Metallausführung oder Version mit rotem Lichtsammler. Die Kimme gibt es auch in bloßem Schwarz oder mit grün leuchtendem Einsatz. Für die Montage von Optiken stehen optional Picatinny-Basen oder eine durchgehende Schiene mit diesem Profil bereit. Die Montagebohrungen sind werkseitig vorhanden.

Die Kimme der Roßler Titan 16 lässt sich durch Klopfen seitlich justieren. Auf Wunsch gibt es die Titan 16 aber auch ohne mechanische Visierung.

In Sachen Schäfte offeriert man Nussbaum in drei Ausstattungsstufen: Standard mit geradem Schaftrücken und Deutscher Backe, Luxus mit Schweinsrücken und Bayerischer Backe und Edelholzabschluss sowie die Variante "Exklusiv". Diese unterscheidet sich von der "Luxus" außer in der Maserung durch Details wie der Backe mit Doppelfalz. Rößler hält zudem auch Schäfte mit Daumenloch in allen drei Holzstufen parat. Außerdem fertigt Rößler mit der Variante "All-Round" auch einen schwarzen Kunststoffschaft, schlicht mit geradem Rücken, ohne Backe. Beim Abzug kann der Kunde lediglich zwischen der Züngelvariante in Schwarz oder Gold wählen. Der Trigger ist nur als Feinabzug erhältlich.

Rößler Titan 16: Die abgebildete Variante "Luxus" zeichnet sich durch Details wie die Bayerische Backe und den Ebenholz-Abschluss am Vorderschaft aus.

Rößler Titan 16 "Luxus" im Detail


In puncto Verarbeitung und Finish gab sich die Testwaffe kaum Blößen. Teile wie Magazinboden, Abzugsbügel sowie Kammergriffkugel bestehen aus Kunststoff und wirken eher schlicht und funktionell als besonders hochwertig. Aber das gilt auch für teils sehr viel teurere Waffen anderer Hersteller, die ebenso Polymere für diverse Kleinteile verwenden. Anders die Metallelemente: Lauf, Verschluss, Magazin und Systemhülse machen einen rundum fein verarbeiteten Eindruck. Hierzu leistet die als Korrosionsschutz dienende, matt schwarzgraue Nitrocarburierung der Oberflächen auch ihren Beitrag. Der Verschluss selbst lief spielfrei und seidenweich in seiner Führung, ohne jegliches Hakeln oder Wackeln. Der Direktabzug löste beim Testexemplar bei praxisgerechten rund 1,5 Kilo Widerstand trocken aus.

Rößler Titan 16: Die Dreistellungs-Sicherung auf dem Kolbenhals arbeitet nahezu lautlos.

Auf dem Schießstand mit der Rößler Titan 16


Präzisionstechnisch hinterließ die Titan 16 einen ordentlichen Eindruck. Am besten harmonierte sie mit der Lapua Mega mit 180 Grains schwerem Teilmantelgeschoss. Hier lagen fünf Schuss auf 27 mm zusammen. Der Durchschnittswert der fünf insgesamt verwendeten Munitionssorten im Test lag trotz der nur relativ gering vergrößernden Drückjagdoptik bei jagdtauglichen 42 mm. Im Schuss unterschied sich die Testwaffe nicht von anderen, konventionell geschäfteten und leichten .30-06er Repetierern. Rein subjektiv fiel der Rückstoß bei stärkeren Patronen kernig, aber nicht unangenehm aus.

Schussleistung der Rößler Titan 16

Der Schießtest der Rößler TItan 16 im Kaliber .30-06 Springfield

Test-Fazit zur Rößler Titan 16 "Luxus" im Kaliber .30-06


Die Rößler Titan 16 bietet eine gute Schussleistung und sehr saubere Verarbeitung. Das Baukastenprinzip lässt Raum für individuelle Wünsche. Schwächen leistet sich die vergleichsweise günstige Titan 16 in Bereichen wie dem einfachen Abzugs-Sicherungssystem, dem weit vorn positionierten Kammergriff und der Notwendigkeit des Kontrollschießens oder erneuten Einschießens nach einem Laufwechsel.


Weitere Informationen zum Test der Rößler Titan 16 erhalten Sie in der VISIER-Ausgabe 02/2015. Das Heft können Sie HIER im Online-Shop von VS-Medien bestellen.

Hier finden Sie einen Kompakttest von VISIER der Repetierbüchse Rößler Titan Alpha mit dem Zielfernrohr Kahles Helia KXi 3,5-10x50.

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