3.8

BALLISTOL warnt vor Waffenpflege mit PTFE

Zitat aus einer aktuellen Pressemitteilung von BALLISTOL: 

„Doch wie verhält es sich mit PTFE-Zusätzen in Waffenpflegemitteln? Den meisten Anwendern sind die Auswirkungen nicht bekannt. 


PTFE-haltige Schmierstoffe führen zu irreparablen Schäden an der Waffe und gefährden zudem die Gesundheit des Schützen. Lesen Sie hier die Hintergründe: 

PTFE (Polytetrafluorethylen) ist besser unter dem Markennamen TEFLON® (von DuPont) bekannt. Durch seine geringe Reibung ist PTFE als Trockenschmierstoff (Festschmierstoff) und als Beschichtung für Lager und Dichtungen interessant. Wird TEFLON® als Zusatz für Waffenpflegemittel verwendet, so ist folgendes zu bedenken: Jede Patrone enthält eine Treibladung, die dem Projektil den nötigen Vortrieb gibt. Das Abbrennen der Treibladung soll möglichst konstant erfolgen, damit reproduzierbare Trefferbilder entstehen. Während Schwarzpulver bei einer Abbrand-Geschwindigkeit von 300 bis 600 m/s eine Temperatur von 2000°C erzeugt, sind moderne Treibladungen deutlich schneller. 


Beim Schuss mit einer Jagdwaffe (Kaliber.30-06) entsteht im Lauf eine Druckwelle von bis zu 3.600 bar, die Stoßtemperatur geht bis 2.700°C (Quelle Wikipedia). Hier muss festgehalten werden, dass in jeder Waffe, sei es Flinte, Büchse, Revolver oder Pistole, kurzzeitig Temperaturen von über 800°C entstehen. 


PTFE ist ein Polymer aus Kohlenstoff und Fluor, wie es die chemische Summenformel -(C2F4)n- ausweist. Eine thermische Zersetzung beginnt bei einer Temperatur von ca. 200°C, die komplette thermische Spaltung tritt bei einer Temperatur von 360°C bis 400°C ein. Zersetzungsprodukte sind neben Hydrogenfluorid (HF=Fluorwasserstoff/Flusssäure) auch Fluorphosgen (COF2) und das ebenso lungentoxische Perfluorisobuten. Fluorphosgen hydrolysiert in Gegenwart von Wasser bzw. Luftfeuchtigkeit rasch zu Hydrogenfluorid und Kohlendioxid (CO2). In Wasser löst sich Hydrogenfluorid zur Flusssäure. 


Wird PTFE in den Lauf, das Patronenlager oder an Waffenbauteilen eingebracht, die direkt oder indirekt mit Hitze der Treibladung in Verbindung kommen, entsteht beim Schuss durch die Hitze Flusssäure und weitere toxische Reaktionsprodukte. Flusssäure ist eine sehr aggressive Säure, die mit Leichtigkeit Metall und sogar Glas stark angreift. Die Bauteile einer Waffe werden somit beschädigt oder zerstört. Außerdem wirkt Flusssäure stark ätzend auf die Haut, die Schleimhäute und die Augen. 


Durch die Verbrennungstemperatur einer Treibladung wird ein Großteil der entstandenen Flusssäure als Dämpfe in die Umgebungsluft des Schützen abgegeben. Dabei wird das giftige Luft-Dampfgemisch unweigerlich eingeatmet bzw. lagert sich auf Haut und Kleidung ab. Diese Kontamination kann schwerste gesundheitliche Störungen verursachen.“

Das Haus BALLISTOL KLEVER versichert, dass keines seiner Waffenpflege-Produkte Polytetrafluorethylen (PTFE) enthält.

Wir warnen vor einer Verwendung PTFE-haltiger Produkte an Waffen und seien es auch nur geringste Dosen, so BALLISTOL.

Einer der Wettbewerber, das österreichische Unternehmen FLUNA TEC hatte auf der IWA eine neue Variante seines Produktes - ebenfalls ohne PTFE vorgestellt: FLUNA Gun Coating. Alles zum Produkt erfahrt Ihr hier.

Wir werden das Thema beobachten und entsprechende Aufklärung leisten.


Weitere Informationen: 

+49(0)8744/9699-0


Diesen Artikel bewerten
3.8 (25 Bewertungen)
Die korrekte und vollständige Funktion unserer Dienste setzt Cookies voraus. Mit einem Klick auf die Schaltfläche [OK] willigen Sie ein, dass unsere Internetdomäne Cookies verwendet.