
Ob Druckluftwaffe, Jagdbüchse oder sportliches Präzisionsgewehr: Läufe von Lothar Walther kommen in unterschiedlichen Bereichen des Waffenbaus zum Einsatz. Die Geschichte des Unternehmens reicht bis ins Jahr 1925 zurück. Damals gründete Lothar Walther, der jüngste Sohn des Waffenherstellers Carl Walther, seinen eigenen Betrieb und konzentrierte sich auf die Laufherstellung. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte der Neuanfang in Württemberg. Heute hat das Unternehmen seinen Sitz in Königsbronn. Einen ausführlichen Rückblick auf diese Entwicklung bietet unser Firmenporträt zum 100-jährigen Bestehen von Lothar Walther.
Inzwischen fertigt die Unternehmensgruppe in Deutschland und in Cumming im US-Bundesstaat Georgia. Nach den Angaben der aktuellen Pressemitteilung umfasst das Angebot über 250 Kaliber. Rund 650 Kunden in mehr als 60 Ländern werden beliefert – darunter Waffen- und Munitionshersteller, Büchsenmacher, Händler sowie Behörden. Die Fertigung reicht vom Rohling bis zum fertigen Lauf. Dabei beherrscht Lothar Walther sowohl das Button-Rifling-Verfahren als auch das Kalthämmern, international als Cold Hammer Forging bezeichnet.
Vollständige Übernahme der Lothar Walther Gruppe im Rahmen einer Nachfolgelösung
Wie aus der Pressemitteilung von Mitte Oktober 2026 hervorgeht, haben von Rigeto beratene Investoren 100 Prozent der Anteile an der Lothar Walther Gruppe übernommen. Die Transaktion umfasst die Lothar Walther Feinwerkzeugbau GmbH in Königsbronn und die US-Gesellschaft in Cumming. Beide Unternehmen bilden die Grundlage der neuen WX Gruppe.
Hinter der Nachfolgelösung steht damit laut Mitteilung der Unternehmen ein Investorenkreis, den Rigeto berät. Rigeto investiert privates Vermögen von Unternehmern und Unternehmerfamilien mit einem Schwerpunkt auf etablierten mittelständischen Unternehmen im deutschsprachigen Raum. Zu den typischen Beteiligungsanlässen zählen Unternehmensnachfolgen und die Finanzierung weiteren Wachstums.


Dr. Frank Walther und Gerd Walther, die das Unternehmen in dritter Generation führen, begleiten den Übergang aktiv. Die beiden bisherigen geschäftsführenden Gesellschafter erläutern ihre Entscheidung in der Mitteilung: "Für uns war klar: Eine Nachfolge sollte das Unternehmen nicht nur bewahren, sondern weiterentwickeln." Überzeugt habe sie die Idee, Lothar Walther zum Ausgangspunkt einer wachsenden Gruppe zu machen und darüber weitere Kunden und Spezialisten der Branche zu erreichen.
Franz von Stauffenberg führt die neue WX Gruppe

Die Führung der WX Gruppe übernimmt Franz von Stauffenberg. Er bringt der Pressemitteilung zufolge eine langjährige Führungserfahrung aus der Verteidigungs-, Jagd- und Sportwaffenindustrie mit. Anfang 2027 soll das Führungsteam planmäßig um einen weiteren Geschäftsführer ergänzt werden.
Mit der WX Gruppe ist der Aufbau eines Verbundes mittelständischer, bislang inhabergeführter Präzisionszulieferer für Handfeuer- und Druckluftwaffen vorgesehen. Das angestrebte Angebot reicht von einzelnen Komponenten bis zu geprüften Teilsystemen. Durch die Zusammenarbeit mehrerer spezialisierter Hersteller soll die Gruppe ihren Kunden eine größere Bandbreite an Komponenten und Leistungen anbieten können.
Der Schwerpunkt weiterer Übernahmen liegt laut Mitteilung auf Deutschland, der Schweiz, Norditalien und den USA. Lothar Walther ist damit der Ausgangspunkt für einen Verbund, der über die Laufherstellung hinauswachsen soll.
Marken, Standorte und Belegschaften sollen erhalten bleiben
Nach dem angekündigten Konzept sollen die Unternehmen innerhalb der WX Gruppe ihre jeweilige Marke, ihren Standort und ihre Belegschaft behalten. Gemeinsam organisiert werden sollen unter anderem die Unterstützung im Vertrieb sowie Kompetenzen bei Exportfragen und der Einhaltung rechtlicher und regulatorischer Vorgaben.
Für Lothar Walther verbindet sich die Nachfolgelösung damit mit dem geplanten Ausbau einer größeren Komponentengruppe. Franz von Stauffenberg nennt als Ziel, die Stärken und die Tradition des Laufherstellers zu bewahren und zugleich zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten durch die Zusammenarbeit mit weiteren Spezialisten zu erschließen.
Weitere Informationen zur Übernahme und zu den Unternehmen, gibt es auf der jeweiligen Webseite:










