Krieghoff von gestern bis heute – die Geschichte der deutschen Jagd- und Sportwaffenmanufaktur – Teil 1

Die Wurzeln der H. Krieghoff GmbH liegen im thüringischen Suhl, dem früheren Zentrum des Jagd- und Sportwaffenbaus in Deutschland. Hierhin zog in den 1880er Jahren der junge Berthold Selmar Ludwig Krieghoff, der aus Nordhausen stammte. Er arbeitete als Lehrer, verlor diese Stelle jedoch, als er anlässlich einer Wette für die damals immense Summe von 100 Goldmark eine Sau in Unterhosen um den Dorfmarktplatz trieb. Diese Story ist verbürgt, brachte ihm aber im Nachgang großen Ärger ein. Es erwies sich dennoch als Glücksfall für ihn, da er kurz darauf eine Stelle in Suhl erhielt und die Tochter des dortigen Schulrektors ehelichte, der Gefallen an dem jungen, tatkräftigen Mann fand. Übrigens steht der Familienname Krieghoff nach Auffassung des Forschers Hans-Jürgen Fritze (2003) nicht für die Wörter "Krieg" und "Hoffnung" – dies sei eine  volksetymologische  Fehldeutung. Vielmehr bedeutet er, dass der Urahn aller Krieghoffs seinen Bauernhof mit Gewaltanwendung "gekriegt" (oder bewahrt) hat. Der Lehrerberuf brachte nicht viel ein, deshalb gründeten im Jahr 1886 Krieghoff und sein amerikanischer Partner Sempert die Firma "Sempert & Krieghoff". Das Unternehmen war in der Anfangszeit eine bescheidene Werkstatt mit drei Mann, wie viele der seinerzeitigen Suhler "Jagdgewehrfabriken". Zusätzlich zu kleinen Waffenteilen baute man auch Zubehör für elektrische Anlagen, das Wissensgebiet des Fabrikanten Sempert, der der Legende nach bei Thomas Edison direkt gelernt haben soll. Einige Zeit lief es gut, dann erreichte die "große Depression" auch Suhl, Sempert wanderte wieder in die USA aus und Krieghoff schloss die Elektrosparte für immer, zu der er nie eine Affinität hatte.

Ludwig Krieghoff, Heinrich Krieghoff sowie Heinz-Ulrich Krieghoff
Ahnengalerie: Unternehmensgründer Ludwig Krieghoff, sein Sohn und Nachfolger Heinrich Krieghoff sowie Heinz-Ulrich Krieghoff.

Wechselvolle Gründerzeiten der Krieghoff GmbH um das Jahr 1900

Es folgten turbulente Jahre, unter anderem musste sich Krieghoff 1899 vor dem Schwurgericht verantworten. Zur damaligen Zeit lagen die Postfächer von Krieghoff und Sauer & Sohn nebeneinander. Aufträge für Sauer & Sohn wurden fälschlicherweise  bei  Krieghoff  eingeworfen, die er ungerechtfertigter Weise ausführen ließ. Natürlich flog die Sache auf, aber Krieghoff konnte ein Versehen und keine vorsätzliche Straftat vor Gericht nachweisen, sodass er straffrei blieb. 

Dieter Krieghoff und Phil Krieghoff
Dieter Krieghoff und sein Neffe Phil Krieghoff hatten viele Jahre die Geschäftsführung inne. Seit Januar 2022 ist Phil Krieghoff alleiniger geschäftsführender Gesellschafter.

Das Unternehmen vergrößerte sich stetig und erfuhr einen großen Aufschwung als der jüngere Sohn Heinrich nach Abschluss seiner Ausbildungszeit beim Büchsenmacher Funk, dem Graveur Heim sowie dem Rohrmacher Klett und zahlreichen Auslandspraktika im Jahre 1916 eine eigene Firma, die "Heinrich Krieghoff Waffenfabrik", gründete. 1919 übernahm er auch den väterlichen Betrieb, der noch Jahrzehnte (organisatorisch und steuerrechtlich) parallel existierte und erst nach und nach integriert wurde. Vorher sah er sich noch im belgischen Lüttich sowie im englischen Sheffield und in Birmingham die Vorteile der industriellen Waffenfertigung an und führte dieses Know-how auch bei sich in der Firma ein. 

In Zeiten des Ersten Weltkrieges herrschte Vollbeschäftigung in Suhl, die Schichten dauerten zwölf und mehr Stunden, auch nachts wird teilweise gearbeitet. Krieghoff produzierte hier viele Zulieferteile – vor allem Federn – für andere Waffenhersteller,  wichtige  Systemteile für das Gewehr 98 und rund 10.000 komplette Walther-Pistolen des Modells 4, die teilweise auch die Krieghoff-Stempelung tragen. Die 1920er und 1930er Jahre waren goldene Zeiten für das Unternehmen, was die technischen Weiterentwicklungen und Umsatzzahlen anging. 1925 fertigte man die zehntausendste Jagdwaffe, was ausgiebig gefeiert wurde. Auch in Afrika war man mit großkalibrigen Repetierern für die starke 12,5 x 72 Schüler-Patrone vertreten.

Patentierte Konstruktionen: Innovationen aus dem Hause Krieghoff

Firmengebäude Krieghoff
Das heutige Firmengebäude von Krieghoff Jagd- und Sportwaffen im Ulmer Donautal.

In diesen Jahrzehnten wurden einige, schon länger vorhandene Patente weiter verbessert, gebaut und verkauft. Da wäre beispielsweise  die  Präzisionssicherung, eine Schlagbolzensicherung die gemäß der Beschreibung "unabhängig vom Willen des Jägers gegen alle Möglichkeiten des unbeabsichtigten Losgehens des Gewehres schützen soll". Eine technische Verbesserung, bei dem ein mit dem Abzugsblatt beweglicher, verbundener und gefederter Hebel automatisch den Schlagstift so lange sichert, bis der Abzug gezogen wird. Berühmt ist auch die patentierte, ohne Werkzeug wechselbare Kolbenkappe (heute Schaftkappe genannt). So kann man eine kürzere für den Winter und eine längere für den Sommer verwenden und das Schaftlängenmaß ist unabhängig von der Kleidung immer gleich lang. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs fertigt man diese Kappen in Suhl, dann gerieten sie in Vergessenheit. Aktuell liefert Wegu ähnliche Modelle. Ein bis in die 1970er Jahre in der BRD sehr beliebter Klassiker war das Semper-Läufchen. Ein etwa 22 Zentimeter langer Einstecklauf im Kaliber .22 Long Rifle (aber auch in 5,6 x 35 R), der sich problemlos selbst montieren ließ und passable Streukreise von 5-6 Zenmimeter auf 100 Meter produzierte. Er wird immer noch gerne verwendet und kostet gebraucht um die 80,- Euro. Weitere Erfindungen nach Krieghoff-Patenten: Eine Einabzug-Konstruktion, das Pulvermikromaß sowie die Schlagstücksicherung für hahnlose Gewehre. Gerade letztere Konstruktion wird mehrfach prämiert. Wo Licht ist, ist aber auch Schatten: Die erste hakenlose Bockdoppelflinte oder ein mit Luft gefülltes Gummikissen im Bereich der Schaftbacke erwiesen sich als Flops. Dagegen findet Duraluminium im Waffenbau und eine gesonderte Schloss-Handspannung noch heute Verwendung, beides hauseigene Patente.

Krieghoff zu Kriegszeiten ab 1939: Von der Jagdwaffen-Produktion hin zu Leuchtpistolen und Panzerbüchsen

Besprechungsraum der Firma Krieghoff
Blick in den repräsentativen Besprechungsraum von Krieghoff Jagd- und Sportwaffen in Ulm. Bereits heute ein Stück Zeitgeschichte in einem modern aufgestellten Unternehmen.

Bevor man mit Kriegsbeginn 1939 die Fertigung von Jagdwaffen einstellte, fertigte man bei Krieghoff in Suhl sage und schreibe 71 verschiedene Jagdwaffenmodelle. Damals war der Drilling der wichtigste Waffentyp und machte die Firma bekannt. Auch bei Krieghoff war man zu Kriegszeiten "nicht unschuldig", erst Recht dann, wenn man nach heutigen Zeitgeistmaßstäben urteilt. Heinrich Krieghoff (1925, Suhl): "Vor 100 Jahren erkannte der Staat, dass Waffen zur Erhaltung der Existenz so notwendig waren wie Brot. Heute mögen der Staat und seine Regierung anders denken. Solange aber die pazifistischen Träume noch nicht Wirklichkeit geworden sind, solange die Erhaltung und Betätigung der Einzelexistenz ebenso ein Kampf ist, wie die Selbsterhaltung eines Staates, solange Macht Recht ist, solange werden Waffen notwendig sein, um den Kampf erfolgreich zu bestehen, um die Existenz zu erhalten und zur Geltung zu bringen." 1934 führte Heinrich Krieghoff eine Selbstladebüchse in 8x57 J (die es aber auch in 8x60 Magnum gab) persönlich der Armeeführung vor, die sich davon beeindruckt zeigte. Aufgrund von kleinen Konstruktionsschwierigkeiten und hohen Fertigungskosten kam es aber nie zu größeren militärischen Erprobungen. Im Krieg waren bei Krieghoff viele Menschen "in Lohn und Brot", leider auch etliche Zwangsarbeiter. Sie fertigten kriegswichtiges Rüstungsmaterial wie die heute bei Sammlern beliebten Leuchtpistolen, den Luftwaffendrilling sowie die legendären Luger Parabellum 08 Pistolen (Stückzahl etwa 10.000). Weiterhin waren im Versuchsstadium das leichte Maschinengewehr MG 143 und die Panzerbüchse PzB 40 (K), hergestellt von den Meistern und Technikern von Krieghoff. Andere Waffen, wie die Fliegerbordgeschütze MG 15 oder das MG 151, gelangten zur Serienreife und in den Einsatz. Sie trugen in Kriegszeiten oft das geheime Kürzel "fzl" und sind noch heute daran zu identifizieren.

Krieghoff: Alles auf Anfang nach dem zweiten Weltkrieg ab 1945

Fertigungsverfahren einer Flinte
In über 135 Jahren hat man bei Krieghoff die Vermählung moderner Fertigungsverfahren mit dem klassischen Büchsenmacherhandwerk perfektioniert.

Die gesamten Fertigungsanlagen in Suhl wurden Pfingsten 1947 durch die russischen Besatzungsmächte gesprengt, wobei Anlagenteile vorher demontiert und in den Osten requiriert wurden. Heinrich Krieghoff wurde mit seiner Familie und einigen seiner engsten Mitarbeiter von den Amerikanern  nach  Heidenheim/Brenz, etwa 50 km nördlich von Ulm, zwangsevakuiert. An eine Waffenfertigung war in Heidenheim zunächst nicht zu denken, sie ist strengstens verboten. So hielt sich die kleine Krieghoff-Gruppe unter größten Schwierigkeiten mit allen nur möglichen Beschäftigungen über Wasser. Das umfasste beispielsweise die Fertigung von Waschbrettern, kleinen Holzkästchen sowie Möbelstücken. Not macht erfinderisch: Krieghoff sah die Unmengen von leeren Weißblechdosen, die die Amerikaner entsorgen mussten und fertigte daraus Scharniere. Die Belegschaft sammelte planmäßig die Dosen ein, dann wurden in  weiteren  Arbeitsschritten  durchaus brauchbare  Beschläge  fabriziert.  Mit knapp 13 Mann produzierte man bis zu 5.000 Scharniere täglich, was auf echtes Improvisationstalent schließen lässt, da dies alles in Handarbeit vonstatten ging. Aus diesen ersten Gewinnen stammten die ersten Werkzeuge und Maschinen für den kommenden Neustart. Von Woche zu Woche lief es besser, dann kam auch noch der Sohn Heinz-Ulrich aus der Kriegsgefangenschaft heim, der zunächst eine Lehre als Maschinenschlosser und Werkzeugdreher absolvierte und in den Folgejahren in den väterlichen Betrieb einstieg. Nach der Währungsreform sank der Umsatz kurzfristig, sodass man für wenige Jahre eine Kooperation mit dem Uhrmacher Coufal einging, Zeitmesser fertigte und verkaufte. Die Mannschaft erwies sich dabei als sehr lernfähig, in wenigen Wochen baute man präzise Modelle, die bei Sammlern heute noch laufen. Ein wahrer Glücksfall: Der langersehnte Wiedereinstieg ins gewohnte Metier begann mit dem Umbau von Wehrmachtskarabinern in individuelle Jagdbüchsen, auf Anfrage und mit Sondergenehmigung der US-Kommandantur. So wurden zahlreiche, in erster Linie von der amerikanischen Besatzungsmacht  gelieferte  Repetierer umgearbeitet. Zusätzlich machte man sich einen Namen mit der Fertigung und der korrekten Anbringung von Zielfernrohrmontagen. Rasch war dafür die erste Werkstatt, eigentlich eine umgebaute Wohnung, in Heidenheim zu klein.

Die 1950er Jahre: Krieghoff, der Spezialist für kurze Drillinge

Empfangszimmer der Firma Sempert & Krieghoff anno 1932. 
Reise in die Vergangenheit als Krieghoff noch im deutschen Büchsenmacher-Mekka Suhl ansässig war. Das Empfangszimmer der Firma Sempert & Krieghoff anno 1932. 

Durch die schrittweise Liberalisierung des Jagd- und Waffengesetzes setzte sich die weitere Entwicklung des Unternehmens fort. Man widmete sich wieder der Kernkompetenz. Im Jahre 1953, basierend auf Aufträgen  der  Landesforstverwaltung, wurde wieder mit der Fertigung von kombinierten Gewehren begonnen und zwar mit den sogenannten "Försterdrillingen". Diese stehen in der Tradition der Krieghoff-Kurzdrillinge mit 55 Zentimeter langen Läufen. Ein Erfolgsmodell, leicht und führig, entwickelt in den 1930er Jahren, unter Mithilfe von Heinrich Koppman, einem der besten Schützen und Fachautoren seiner Zeit. Während andere Hersteller nach dem englischen Maß 28“- oder gar 30“-Läufe bevorzugten, beschritt man einen eigenen Weg. Denn schon vor gut 100 Jahren wusste man: „Zur Zeit des Schwarzpulvers hatten lange Läufe durchaus ihre Berechtigung. Diese hatten aber den großen Nachteil, dass sie die Waffen unhandlich und vorderlastig machten, besonders beim Drilling. Das ist heute nicht mehr nötig, aber dennoch halten viele Hersteller traditionell daran fest. Der Konstrukteur Schrader wollte vor vielen Jahren den Übelstand beseitigen, indem er den Kugellauf kürzer fertigte als die Flintenläufe. Der Meister Frank wollte dagegen den Kugellauf abnehmbar machen, um das Packmaß zu verringern. Beide Erfindungen waren zur Erfolglosigkeit verurteilt. Als wir bei Krieghoff in der Versuchsabteilung begannen die Drillinge von vormals 68 Zentimeter ab 1920 von 66 Zentimeter auf 55 Zentimeter und später sogar auf 50 Zentimeter zu kürzen, glaubten wir zunächst selber nicht an einen Erfolg. Allzu tief war auch bei uns die Meinung ein gewurzelt, dass der kurze Lauf nicht schießen könne. Die Anregungen dazu kamen von unterschiedlichen Seiten, zunächst von Kunden, die diese so bestellten, was wir selber als ein Kuriosum abtaten. Dann kamen der Ingenieur Schmuderer und der Staatsförster Steingraß, belegten das von der technischen und praktischen Seite und wir gingen frisch ans Werk. Wir hatten am Anfang einige Misserfolge, als wir zunächst die vorhandenen Läufe einfach kürzten, aber wir haben dann spezielle Läufe, die auch von den Dimensionen und den Berechnungen her passen, gefertigt. Das brachte den Durchbruch. Sofort hatten wir das gleich gute Ergebnis auf dem Stand und im Wald wie mit den langen Modellen, bei allen Vorteilen der Handlichkeit. Dass die Treffergenauigkeit nicht merkbar beeinflusst wird, brachte eine Versuchsreihe zustande, bei dem ein 8-Millimeter-Lauf von 70 Zentimeter, schrittweise auf 55 Zentimeter gekürzt wurde, was keinen Einfluss auf die Streuung hatte. Ein so zierlicher Drilling ist eine Wohltat beim Ansitz und erst Recht auf der Pirsch." Diese Fakten gelten auch heute noch, auch wenn die Nachteile wie die Verkürzung der Visierlinie, die Verstärkung des Mündungsblitzes bei schnellen Kalibern, die Erhöhung des Hochschlages und des "Knalls" nicht verschwiegen werden dürfen. Noch heute bietet Krieghoff die kürzesten Gewehre in Serienproduktion von allen großen Herstellern an – im Standard sind es 55 oder 60 Zentimeter – und der Erfolg gibt ihnen Recht. 

Fertigung der Suhler Jagdgewehrfabrik
Blick in die Krieghoff Unternehmensgeschichte: Blick in die Fertigung der Suhler Jagdgewehrfabrik mit nostalgischen Transmissionsriemen-Maschinen.

Ab 1960: Der Neubeginn von Krieghoff in Ulm und um Ulm herum 

Einstecklauf in .22 L.R. oder 5,6x35 R für Kipplaufwaffen
Den Semper Einstecklauf in .22 l.r.. oder 5,6x35 R für Kipplaufwaffen kann man noch heute ab und an auf dem Gebrauchtmarkt entdecken.
Jagdbüchsen (Drillinge) mit kurzen Läufen.
Trendsetter: Gegen den Strom schwimmend propagierte Krieghoff schon in grauen Vorzeiten Jagdbüchsen (Drillinge) mit kurzen Läufen.

Der eigentliche Neubeginn startete mit dem Umzug nach Ulm, in zunächst angemieteten Räumlichkeiten, in der Oberen Donaustation. Eingefädelt wurde dies vom damaligen Stadtbaudirektor Guther, der auch in weiser Voraussicht die Waffenfirmen Walther und Anschütz in die Stadt holte. Zuerst erlaubte man wieder die Anfertigung von Luftgewehren und so begann man mit 13 Mitarbeitern deren Produktion. Bereits im Jahre 1960 eröffnete man ein eigenes Gebäude in der Boschstraße, dem aktuellen heutigen Firmensitz, welcher zwischenzeitlich mehrmals erweitert wurde. Für die erfolgreiche Geschäftsentwicklung waren insbesondere die in den 60er und 70er Jahren entwickelten Drillingsmodelle "Trumpf" und "Neptun", aber auch die Bockwaffenmodelle "Einschloss" und "Alb" sowie später die Modelle "Teck" und "Ulm" verantwortlich. Maßgeblichen Anteil an der Geschäftsentwicklung von Krieghoff hatte neben der Jagdwaffenfertigung die Ausweitung des Programms um Wurfscheibenflinten für die Disziplinen Trap, Skeet und Jagdparcours. Hier sei beispielsweise die legendäre Flinte K-32 genannt. Ab Mitte der 1970er Jahre hielt die "Computerrevolution" auch bei Krieghoff ihren Einzug. Zunächst wurde die elektronische Datenverarbeitung im kaufmännischen Bereich eingeführt, um die immer größer werdenden Datenmengen zu bewältigen und die Fertigungsabläufe zu verbessern. Aber auch im technischen Bereich wurde ab Anfang der 80er Jahre auf neue Fertigungstechniken umgestellt. CNC-gesteuerte  Werkzeugmaschinen, computerunterstützte Konstruktion und Fertigung sind heute nicht zuletzt wegen der hohen Komplexität des Produktionsprogrammes nicht mehr wegzudenken. Es gab noch ein kurzes Gastspiel in Suhl, als nach der Wende Krieghoff 1990 mit einer Dependance nach Thüringen zurückkehrte. Man wollte an alte Traditionen anknüpfen und versprach sich einen großen Markt dafür. Leider gelang es trotz großen organisatorischen Geschicks nicht, zwei Werke gleichzeitig zu führen und so wurde das Projekt nach der Jahrtausendwende wieder eingestellt. Heute wird die "H. Krieghoff GmbH" bereits in der fünften Generation von dem geschäftsführenden Gesellschafter Phil Krieghoff mit derzeit etwa 80 Beschäftigten geführt. Die Fertigungsstätte befindet sich ausschließlich in Ulm, auch wenn man in den USA mit rund 25 Beschäftigten Garnierungen und den Service für den dortigen Markt ausgeführt. 


Diese Serie zur Unternehmensgeschichte von Krieghoff Jagd- und Sportwaffen wird hier bei all4shooters.com fortgesetzt und endet mit einem Überblick über die moderne Waffenfertigung in Ulm sowie einem Überblick über das aktuelle Sortiment.


Fotos: Dr. Frank B. Metzner, Herstellerarchiv

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