Die Feierlichkeiten zum 500-jährigen Bestehen von Beretta begannen bereits im Rahmen der 2026er-Ausgabe der European Outdoor Show (EOS), der größten italienischen Messe für die Jagd-, Sportwaffen- und Outdoorbranche. Gleich im Anschluss an die EOS fand ein dreitägiges Event statt, bei dem Beretta unter anderem am Stammsitz des Unternehmens in Gardone Val Trompia rund 150 Journalisten, Blogger und Influencer empfing. Für uns war es selbstverständlich, dass wir dieses Event für Sie vor Ort begleiten würden. In den kommenden Wochen werden wir von den vielen Eindrücken unseres Besuchs berichten. Einiges, was wir dort gesehen und erfahren haben, unterliegt noch der Geheimhaltungspflicht. Doch zu gegebener Zeit werden wir Sie jeweils umfassend darüber informieren.
Beginnen möchten wir mit dem Zusammentreffen der beiden jüngsten Beretta-Generationen, das am 30. März am Sitz der Industrie Palazzoli S.p.A. stattfand. Die Veranstaltung markierte den Auftakt des Treffens zwischen internationalen Medienvertretern und Mitgliedern der Familie Beretta und begann mit einer kurzen Pressekonferenz. Der eigentliche Höhepunkt folgte im Anschluss: die Gelegenheit zu einem informellen Gespräch mit Franco Gussalli Beretta und seinem Sohn Carlo. Beide stehen für die Gegenwart und die Zukunft des Unternehmens mit Sitz in der Provinz Brescia. Im Folgenden stellen wir die Ergebnisse dieses Gesprächs vor.
KI-Avatar: Bartolomeo Beretta, "Born from a spark"

Seine virtuelle Inkarnation feierte auf der EOS 2026 ihr Debüt: Während einer Pressekonferenz am Stand des Unternehmens wurde sie live zu Franco Gussalli Beretta zugeschaltet. Die Präsenz dieser Figur zog das Publikum sofort in ihren Bann. Die Rede ist von Bartolomeo Beretta – dem jüngsten Mitglied der Dynastie, oder besser: ihrem ersten. Bartolomeo Beretta wurde 1490 in Gardone Val Trompia geboren und gilt als Begründer jener Industriedynastie, die das Unternehmen seit einem halben Jahrtausend prägt. Sein Name erscheint auf einer Quittung vom 9. Oktober 1596, in der das Arsenal von Venedig bestätigt, Bartolomeo Beretta 296 Dukaten für 185 Arkebusenläufe gezahlt zu haben. Die mithilfe künstlicher Intelligenz geschaffene Figur trägt jenen stolzen Blick, den man auch heute noch bei einem Handwerker erkennt, der um sein Können weiß und stolz auf seine Arbeit ist.
Bartolomeos Avatar wurde nicht allein für einen Live-Auftritt im Rahmen der Feierlichkeiten zum 500-jährigen Bestehen geschaffen. Wie es sich für eine virtuelle Figur gehört, wird er auch auf der eigens zu diesem Jubiläum eingerichteten Website weiterleben. Auf der Bartolomeo Beretta gewidmeten Seite können Interessierte ihm Fragen zur langen Geschichte des Unternehmens stellen, wahlweise in italienischer oder in englischer Sprache.
Carlo Gussalli Beretta: Mit Respekt vor der Vergangenheit in die Zukunft blicken

Wir wollten unsere Fragerunde mit Carlo Gussalli Beretta beginnen. Er ist Jahrgang 1997 und verantwortet als Digital Project Manager bei der Fabbrica d’Armi Pietro Beretta die digitale Innovation in den Bereichen Marketing und Personalwesen. Zugleich leitet er das Luxussegment der Marke, sprich: die PB Selection, und treibt die Verbindung von historischer Handwerkskunst und neuen Technologien voran. Damit war er der richtige Ansprechpartner für Fragen zu den digitalen Technologien, bei denen Beretta seit jeher eine Vorreiterrolle für sich beansprucht.
all4shooters: In den Gesichtszügen von Bartolomeo Beretta erkennt man eine familiäre Ähnlichkeit. Wie ist diese Figur entstanden?
Carlo Gussalli Beretta: Unser „Digital Champions“-Team hat gemeinsam mit der Marketingabteilung intensiv an diesem Projekt gearbeitet, um ein möglichst realistisches Bild davon zu vermitteln, wie unser Vorfahre Bartolomeo Beretta vor sechzehn Generationen, im Jahr 1526, ausgesehen haben könnte. Wir wissen, dass er ein Hersteller von Gewehrläufen war. Deshalb haben wir Bilder und Familienfotos verwendet – von meinem Vater, meinem Onkel und meinem Großvater –, aber auch ältere Fotografien und gemalte Porträts früherer Generationen der Familie Beretta.
Außerdem haben wir an der Stimme gearbeitet, also an der Stimme, die Sie auf Englisch gehört haben. Wenn Sie sie sich jedoch auf Italienisch anhören, werden Sie auch einige Akzente aus Dialekten der Region Brescia bemerken. Es war also sicherlich ein komplexes Projekt, aber ich denke, das Ergebnis ist gelungen. Und wer könnte seine Geschichte besser erzählen als er selbst?
all4shooters: Was bedeutet es für ein Unternehmen, auf 500 Jahre Geschichte zurückzublicken?
Carlo Gussalli Beretta: Es geht darum, zwei Seelen miteinander zu vereinen, die zweifellos sehr unterschiedlich sind. Auf der einen Seite steht die Tradition: Wer Beretta besucht, kann sehen, dass ein Teil der Produktion noch immer von Hand ausgeführt wird – die Bearbeitung der Baskülen, der Hölzer, die Gravuren –, also all das, was wir aus der langen Erfahrung unserer Handwerker übernommen haben.
Parallel dazu gibt es aber auch höchste Innovation in industrieller, technischer und forschungsbezogener Hinsicht, die in unsere Produkte einfließt – sowohl im Jagdbereich als auch im militärischen Sektor. Es sind also zwei Seelen, die Hand in Hand gehen. Mein Vater erzählt oft eine Anekdote: Als er in meinem Alter war, sagte sein Onkel zu ihm: „Geh in die Fabrik und schau dir an, wie die Handwerker arbeiten. Denn wenn du einmal an der Spitze des Unternehmens stehst, wird es diese Abteilung wahrscheinlich nicht mehr geben, weil wir uns industrialisieren.“ Das Schöne ist aber, dass diese in der Realität auch heute, nach fast 500 Jahren, noch immer besteht und für uns von größter Bedeutung ist. Das ist nicht nur aus unternehmerischer Sicht eine große Ehre, sondern auch das, was mir persönlich besonders nahesteht: Unsere „Selection“-Produkte sehe ich eher als Kunstwerke denn als bloße Waffen.
In den kommenden Tagen werden wir hier auf der Website und auf den Social-Media-Kanälen von all4shooters.com weitere exklusive Inhalte, Clips und Fotos zu den neuen Produkten vorstellen, die Beretta anlässlich seines ersten halben Jahrtausends auf den Markt bringen wird. Wir laden Sie ein, vorbeizuschauen und uns Ihre Meinung in den Kommentaren mitzuteilen. Bleiben Sie dran!
Weitere Informationen rund um das 500-jährige Jubiläum des italienischen Herstellers, erhalten Sie (in italienischer und englischer Sprache) auf der Webseite "500 Jahre Beretta".










