Neue Optiken von Trijicon: Die Zielfernrohre Credo 1-10x28 und Tenmile 5-25x50 plus zwei neue Leuchtpunktgeräte

In der HX-Ausführung ist das Trijicon Credo 1-10x28 mit MOA- anstatt MIL-Absehen für den jagdlichen Reviereinsatz konzipiert.
Das Trijicon Credo 1-10x28 mit 34 mm-Mittelrohrdurchmesser und Leuchtabsehen in der ersten Bildebene ist ein leistungsstarkes LPVO.

In dem ständig wachsenden Marktsegment der variablen Zielfernrohre mit geringer Vergrößerung ("Low Power Variable Optics"; LPVO) für den dynamischen Einsatz wie Bewegungsjagd oder IPSC/Action stellen die Gläser mit 1 - 10-fache Vergrößerung nach vielen Modellen mit 1 - 4-facher, 1 - 6-facher oder 1 - 8-facher Vergrößerung die neue Königsklasse dar. Hier mischen bereits viele Hersteller/Marken wie EOTech, Konus, Sightmark, SIG Sauer, Swampfox oder Vortex mit und nun beteiligt sich auch Trijicon an diesem Trend. Das etwa 600 Gramm schwere Trijicon Credo 1-10x28 besitzt einen Mittelrohrdurchmesser von 34 mm sowie ein in wahlweise Grün oder Rot mit jeweils fünf Leuchtintensitätsstufen beleuchtetes Absehen in der ersten Bildebene mit Punkt im Zentrum, äußeren Kreissegmenten sowie Fadenkreuz-Haltemarken für die schnelle Zielerfassung und Treffpunktlagekorrekturen auf unterschiedlichen Distanzen. Das Sehfeld beträgt 38,87 bis 3,9 m auf 100 Meter und die Justiermechaniken lassen sich in feinen 0.1 mrad-Klicks bedienen. Die nahezu baugleiche HX-Ausführung des neuen Credo 1-10x28 ist für den Jäger konzipiert und besitzt ¼ MOA-Klick-Justiermechaniken. 

Trijicon Zielfernrohr Tenmile HX 5-25x50 FFP für die Jagd

Auch beim leistungsstarken Jagdzielfernrohr Trijicon Tenmile HX 5-25x50 befindet sich das Absehen in der ersten Bildebene. Bei Vergrößerungswechseln verändert sich also die Größe des Absehens in Relation mit, was die Entfernungsschätzung mittels der Absehen-Markierungen in MOA zuverlässig ermöglicht. Wahlweise steht aber auch eine Modellausführung mit Leuchtabsehen in der zweiten Bildebene zur Verfügung. Wie beim Credo weist das Leuchtabsehen des Tenmile HX 5-25x50 FFP jeweils fünf Leuchtintensitätsstufen in wahlweise Rot oder Grün auf. Das rund 820 Gramm schwere Zielfernrohr mit 30 mm-Mittelrohrdurchmesser und ¼ MOA-Klick-Justiermechaniken besitzt einen Gesamtjustierumfang von 50 MOA in der Höhe und 40 MOA in der Seite. Das Sichtfeld liegt bei 7,77 bis 1,57 Meter/100 Meter. Bei dem mit etwa 725 Gramm leichteren Trijicon HX 5-25x50 mit Absehen in der zweiten Bildebene sowie zehn Leuchtintensitätsstufen in Rot beträgt es 6,7 bis 1,3 Meter/100 Meter. Für diese Zielfernrohre offeriert Trijicon übrigens nach Kundenwünschen angefertigte Kenton Industries-Höhenjustiertürme ("Custom Turrets") mit auf die jeweilige Munition/Laborierung abgestimmter Geschossflugbahnkompensation. 

Das Trijicon Tenmile HX 5-25x50 wird wahlweise mit Leuchtabsehen in der ersten oder zweiten Bildebene angeboten.

Zielhilfen für den schnellen Schuss: Trijicon RMR HD & RCR

Das Trijicon RMR HD besitzt viele Verbesserungen wie eine vergrößerte Linse und eine "Toploader"-Funktion für den Batteriewechsel.

Seit jeher gehört Trijicon im Bereich der auch behördlich genutzten Minileuchtpunktvisiere mit dem etablierten RMR/RMR 2 zu den Marktführern. Schließlich ist das Trijicon RMR das offizielle Pistolenleuchtpunktvisier von USSOCOM. Nun gibt es das unverwüstliche Trijicon RMR mit 3,25 MOA und 1,0 MOA Punktgröße in einer verbesserten HD-Ausführung mit Features wie einem vergrößerten Sichtfenster für die noch schnellere Zielerfassung sowie "Toploader"-Funktion für die CR2032 Lithiumbatterie. Bei einem fälligen Batteriewechsel muss das Visier also nicht mehr umständlich von der Waffe demontiert und die Waffe nicht zwangsläufig neu eingeschossen werden. Zudem kann man zwischen zwei Absehen-Varianten mit zentralem Punkt sowie Zentralpunkt und umschließenden Kreissegmenten auswählen und die automatische Leuchtintensitätsanpassung sowie der Kontrast können individueller reguliert werden. Natürlich besitzt auch das neue RMR HD den identischen Fußabdruck ("Footprint") wie die RMR/RMR 2-Vorgänger, sodass alle darauf abgestimmten Pistolenverschluss-Schnittstellen, Adapterplatten und Holster weiterhin genutzt werden können.

Geschlossene Gesellschaft: Mit dem RCR beteiligt sich Trijicon am Trend der Minileuchtpunktvisiere mit geschlossenem Gehäuse. Im Gegensatz zu Mitbewerbermodellen benötigt man für die Montage aber keine Adapterplatten mit Schwalbenschwanz.

Mit dem jungen Trijicon RCR offeriert man nun auch ein Minileuchtpunktvisier mit geschlossenem Gehäuse ("Closed Emitter Mini Red Dot Sight"). Dieser Trend wurde sicherlich durch den schwedischen Pionier Aimpoint mit seinem ACRO-Modell ausgelöst und viele andere Hersteller, wie beispielsweise Holosun oder Steiner, sind auf den Zug aufgesprungen. Die Vorteile gegenüber den dominierenden Modellen mit offener Bauweise und freistehender Frontlinse, wie beispielsweise Leupold DeltaPoint Pro oder Trijicon RMR, liegen auf der Hand. Bei diesen Konstruktionen sitzt die Leuchtdiode zwar geschützt im hinteren Teil des Gehäuses. Ihre Vorderseite liegt jedoch frei, so dass Fremdkörper zwischen Linse und Diode geraten können und so eine Abbildung des Absehens verhindern. Feuchtigkeit kann sich zudem auf der Vorderseite der Leuchtdiode niederschlagen, was ebenfalls die klare Wiedergabe des Absehens beeinträchtigen kann. 

Um all das zuverlässig zu verhindern, ersann Aimpoint im Jahr 2018 das ACRO C-1/P-1, wobei aufgrund der ungenügenden Batterieleistung drei Jahre später die zweite, deutlich verbesserte Generation erschien. Das mit rund 56 Gramm im Vergleich zum RMR (mit rund 34 Gramm Gewicht) schwerere Trijicon RCR wird aktuell nur mit 3,25 MOA-Punktgröße angeboten und es besitzt 10 Leuchtintensitätsstufen, darunter natürlich drei mit Nachtsichttechnik kompatible Stufen sowie eine "Super Bright"-Stufe. Bedingt durch ihre geschlossene Bauweise lassen sich Closed Emitter MRDS nicht wie Open Emitter Visiere von oben über Schrauben mit der Waffe verbinden. Stattdessen werden sie mit speziellen Adapterplatten mit Schwalbenschwanzschienen auf der Waffe montiert. Das Trijicon RCR hingegen baut auf dem identischen RMR-Fußabdruck auf und kann mit einem patentierten Schraubensystem ohne Spezialadapterplatten auf der Waffe montiert werden.

Wann die neuen Trijicon-Geräte den Weg nach Deutschland finden und zu welchen Preisen, steht noch nicht fest.


Mehr Informationen zu den neuen Produkten liefert die Trijicon-Website

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