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Beretta PMX: neue Maschinenpistole für das Militär und Polizeibehörden

Die PM12 Maschinenpistole von Beretta ist bereits in die Jahre gekommen. Klar, dass die Entwicklung für einen Nachfolger vom italienischen Waffenhersteller seit geraumer Zeit läuft. Vor einigen Jahren haben wir ein paar Tests für die Beretta MX4 Maschinenpistole gesehen. Das ist eine vollautomatische Version der CX4 Storm, die Beretta 2011 für die indische Grenzpolizei entwickelt hat.

Doch aufmerksame Experten haben gleich vermutet, dass es sich dabei nicht um die Ablöse der PM12 handelte. Auf der Fachmesse für Militär und Polizeikräfte MILIPOL 2017 in Paris war es dann soweit: Beretta stellte die neue PMX Maschinenpistole vor.

Die PMX erinnert vor allem auch in ihrem Aussehen an das Vorgängermodell. Allerdings unterscheidet sie sich deutlich in der Verarbeitung und den verwendeten Materialien. Stahl und Vollmetall sind einfach nicht mehr zeitgemäß. Auch zur Gewichtsreduzierung wurden hier Leichtmetalle und Polymere verwendet. 

Beretta PMX linke Seite
Die Beretta PMX Maschinenpistole hat vier Picatinny-Schienen zum Anbringen von Optik und Zubehör.
Rechte Seite der Beretta PMX Maschinenpistole
Die Beretta PMX behält die zylindrische untere / obere Rahmenkonstruktion seines berühmten Vorgängers, der PM12-Maschinenpistole, bei.

Eigenschaften der Beretta PMX Maschinenpistole

Lauf und Verschluss der PMX sind aus einem speziellen Stahl gefertigt, der die Schussbelastung einer vollautomatischen Waffe problemlos aushält. Das Finish der Oberflächen wurde ebenfalls so gehalten, dass die Mechanismen der Maschinenpistole vor einer starken Belastung geschützt werden. Das macht die PMX robust genug auch für raue Einsätze. Waffenstörungen und der Wartungsaufwand der Maschinenpistole verringern sich dadurch enorm. 

Beretta PMX auf dem Schießstand
Die Feuerrate der Beretta PMX Maschinenpistole liegt bei 900 Schuss pro Minute.

Die PMX ist mit einem beidseitigem Feuerwahlhebel ausgestattet. Dieser hat 3 Positionen: Sicher, Einzelfeuer, Dauerfeuer. Der Hebel ist bequem mit der linken oder rechten Hand am Gehäuse zu erreichen. 

Die PMX hat eine manuelle Sicherung, die den Abzug sperrt und eine automatische Schlagbolzensicherung. Diese verhindert eine ungewollte Schussabgabe beim versehentlichen herunterfallen. 

Die Beretta PMX basiert auf einem Rückstoßsystem mit unverriegeltem Masseverschluss. Nach der letzten Patrone bleibt der Verschluss geöffnet, das ermöglicht dem Schützen einen sofortigen Blick in die Patronenkammer. 

Die Schussrate im vollautomatischen Modus beträgt satte 900 Schuss pro Minute. Der vergrößerte Magazinlöseknopf ist auf beiden Seiten der Maschinenpistole angebracht. Das garantiert einen einfachen und schnellen Wechsel, sogar mit dickeren Einsatzhandschuhen. Das doppelreihige Magazin mit einer Kapazität von 30 Patronen ist aus durchsichtigem Polymer. So hat der Schütze einen schnellen Überblick der verbleibenden Munition.

Beretta PMX: individuell anpassbare Maschinenpistole

Beretta PMX mit Zubehör und Anbauteilen
Dank der 4 Picatinny-Schienen kann die Beretta PMX Maschinenpistole an den Anwender angepasst werden.

Der Durchladehebel kann einfach von einer Seite der Waffe auf die andere Seite gebaut werden. Damit ist die PMX für jede persönliche Anforderung anpassbar.

Die Beretta PMX Maschinenpistole hat 4 Picatinny-Schienen (MIL-STD-1913). Diese befinden sich oben auf der Waffe, an der rechten und linken Seite und unten im vorderen Bereich. Neben diverser Ziel-Optiken wie Red-Dots können damit Licht- und Lasermodule oder Griffe angebracht werden.

Der Hinterschaft der PMX ist sehr leicht und kann mittels Druckknopf eingeklappt werden. Das verkleinert die Maschinenpistole von 640 mm auf 418 mm Länge und erleichtert das Tragen. Optional ist ein Schubschaft aus Aluminium mit Gummischaftkappe erhältlich.  

Ein paar Riemenbügelösen an beiden Enden der Maschinenpistole erlauben das Anbringen eines taktischen Trageriemens. 

Die manuelle Metallvisierung der Beretta PMX sitzen direkt auf der oberen Picatinny-Schiene und sind verstellbar. Sie sind abnehmbar falls andere Ziel-Optiken bevorzugt werden. Die Visierlinie beträgt 250 mm.  

Nur für das Militär und Behörden: die neue Beretta PMX

Beretta PMX zerlegt in Bauteile
Die Bauteile der Beretta PMX sind übersichtlich.

Die neue Maschinenpistole von Beretta ist natürlich nur für das Militär und Behörden gedacht. Wie bei jeder anderen Waffe für das Militär auch wurde bei der PMX besonders auf Modularität und Flexibilität geachtet. Die Bauteile der neuen Maschinenpistole sind auf ein Minimum reduziert. So kann der Anwender die PMX in Sekunden ohne Werkzeug zerlegen.  

Die Beretta PMX kann mit einem Schalldämpfer ausgestattet werden. Das Gesamtgewicht mit leerem Magazin beträgt 2,5 kg. 

Technische Daten der Beretta PMX Maschinenpistole

Typ:vollautomatische Maschinenpistole
Kaliber:9 x 19 mm (9mm Luger) 
Magazinkapazität:30 Patronen
Sicherung:manuelle Abzugsicherung, automatische Schlagbolzensicherung
Lauflänge:175 mm
Gesamtlänge:640 mm (418 mm mit eingeklappter Schulterstütze)
Gewicht:2,5 kg
Schussfrequenz:900 Schuss / Minute
Preis:noch nicht verfügbar

Fazit zur neuen Beretta PMX Maschinenpistole 

Es bleibt abzuwarten, ob die neue Beretta Maschinenpistole zur richtigen Zeit kommt. Heutzutage orientieren sich Militär und Behörden eher an kompakten Sturmgewehren. Ein Beispiel wäre hier das FN SCAR-SC. Damit können die ausgestatteten Sicherheitskräfte auf die  ständig zunehmenden Bedrohungen des Terrorismus eingehen. Ist eine Maschinenpistole im Kaliber 9x19 mm in der gegenwärtigen Lage und dem großen Konkurrenzmarkt überhaupt noch Up-To-Date? Nur die Zeit wird es zeigen. Wir sind gespannt, wie die Beretta PMX auf dem professionellen Markt ankommt.


Weitere Informationen zu Waffen von Beretta für Behörden finden Sie direkt auf der Webseite von Beretta Defense.

Hier finden Sie einen Test der Beretta APX Dienstpistole im Kaliber 9mm Luger.

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