Ursprünglich für das „Joint Service Small Arms Program“ (JSSAP) vorgesehen, bei dem die US-Streitkräfte unter der Bezeichnung XM9 einen Nachfolger im Kaliber 9 mm Luger für die langgediente Ordonnanzpistole Colt M1911A1 im Kaliber .45 ACP suchten, haben nur wenige Dienstpistolen eine so herausragende Erfolgshistorie vorzuweisen wie die SIG Sauer P226. Auch wenn sie sich wohl aus Kostengründen damals nicht gegen die Beretta 92, die dann im Januar 1985 den Zuschlag für den US-Tender erhielt und als M9 eingeführt wurde, durchsetzen konnte, entschieden sich zahlreiche internationale Spezialkräfte und Polizeieinheiten für die P226. So hat sich die beispielsweise seit Jahren die bei den US Navy SEALs eingesetzte Pistole dank einer gut dokumentierten Kombination aus Präzision, Langlebigkeit und Zuverlässigkeit ihren festen Platz unter den Referenzmodellen in der Kategorie der Full-Size-Combat-Pistolen gesichert. Unter dem Motto „Zwei unterschiedliche Ausführungen. Eine kompromisslose Plattform“ führt die P226-XFIVE-Serie diese Grundlage nun in eine spezialisiertere Richtung, mit zwei 9-mm-Modellen für Sportschützen, die das Gewicht, die Stabilität und die mechanische Raffinesse von Ganzmetallpistolen schätzen: die P226-XFIVE Extreme und die P226-XFIVE Nightmare.
P226-XFIVE EXTREME und P226-XFIVE NIGHTMARE, Varianten des P226-Modells
Die P226-XFIVE Extreme verfügt über einen 5-Zoll langen Lauf im Bull-Barrel-Format. Dieser ist auf einen Nitron XSeries SIG-LOC-Schlitten mit OR-Schnittstelle abgestimmt – eine Konfiguration , die die Haltbarkeit des Verschlusses verbessern und die direkte Montage moderner Leuchtpunktvisiere ermöglichen soll. Das ebenfalls mit Nitron-Beschichtung versehene Edelstahlgriffstück verhilft der Pistole zu einem soliden Gefühl in der Hand, während die integrierte 1913-Schiene am Dustcover bei Bedarf die Kompatibilität mit entsprechendem Zubehör gewährleistet.

Das Abzugssystem ist eines der charakteristischen Merkmale der Pistole. Das ausschließlich im Single-Action-Modus (SAO) arbeitende AX3-System ist vollständig einstellbar und verfügt bei der P226 XFIVE Extreme über ein gebogenes, skelettiertes Abzugszüngel. Dies ermöglicht es dem Schützen, die Abzugscharakteristik so anzupassen, dass sie eher einer präziseren oder dynamischeren Orientierung für den Wettkampf entspricht. Die Bedienelemente sind auf eine schnelle Handhabung ausgelegt, darunter der verbesserte, verlängerte Schlittenfanghebel der XSeries. In Sachen Visierung stattet SIG Sauer die Extreme mit dem tritiumbasierten, nachtleuchtenden XRAY3-Korn- und der dazugehörigen Kimme mit zwei Kontrastpunkten neben dem rechteckigen Einschnitt aus − ein praktisches Visiersystem für unterschiedliche Lichtverhältnisse.
Für den nötigen Halt − auch bei schnellen Schussserien − sorgt ein maßgeschneiderter Griff des Typs Hogue G10 Piranha dank seiner stark strukturierte Oberflächentextur. Dieser Hogue-Griff verfügt über eine angesetzte Magazinschachtverlängerung aus gewichtsparendem Aluminium, durch die sich die Magazine beim Nachladen bequem einführen lassen. Die Pistole wird mit drei 20-Schuss-Stahlmagazinen mit Magazinböden aus Leichtmetall oder, sofern dies aufgrund lokaler Vorschriften erforderlich ist, mit drei 10-Schuss-Magazinen geliefert.
Die P226-XFIVE Nightmare folgt dem gleichen technischen Grundkonzept, setzt jedoch andere Schwerpunkte, um dem Schützen zu Spitzenleistungen zu verhelfen. Sie verfügt ebenfalls über den 5-Zoll-Bull-Barrel, den für Optiken vorbereiteten Nitron XSeries SIG-LOC-Schlitten, den mit der Nitron-Beschichtung versehenen Edelstahlrahmen und die 1913-Zubehörschiene, sodass das zugrunde liegende mechanische Paket weiterhin auf Stabilität, Wiederholgenauigkeit und Kompatibilität mit gängigen Rotpunktoptiken ausgerichtet ist. Unterschiede zeigen sich jedoch in punkto Visierung und im Oberflächenfinish der kompletten Bedienelemente und der Ausführung des Hogue-Griffs. Die sich gegenüber dem mattschwarzen Nitron-Finish und dem ebenfalls mattschwarzen Griff kontrastreich abhebenden Bedienelemente weisen ein silbriges E-Nickel-Finish auf. Das "E" steht hier für electroless und weist darauf hin, dass die Nickelschicht hier nicht in einem galvanischen, sondern in einem chemischen Prozess aufgebracht wird. E-Nickel gilt als äußerst widerstandsfähig gegenüber Korrosion und mechanischem Abrieb.

Das ausschließlich im Single-Action-Modus arbeitende AX3-Abzugssystem ist ebenfalls vollständig einstellbar, verfügt hier jedoch über eine flaches Abzugszüngel. Dies vermittelt dem Schützen ein anderes Abzugsgefühl und macht die Feinabstimmung des Abzugsauslösens zu einem wichtigen Bestandteil des Charakters der Pistole.
Die Nightmare ist mit dem maßgefertigten Hogue G10 Nightmare-Griff samt integrierter Magazinschacht-Verlängerung ausgestattet. Bei den Visieren kombiniert SIG Sauer hier ein Optikfiber-Korn mit einer justierbaren Kimme – eine Kombination, die sich für Schützen eignet, die sowohl eine schnelle Zielerfassung als auch die Möglichkeit zur Feinjustierung des Treffpunkts wünschen. Die Kimme ist in die Abdeckplatte der OR-Schnittstelle integriert und kann mit dieser abgenommen werden. Der verbesserte, verlängerte Schlittenfanghebel der X-Serie ist ebenfalls enthalten, und die Magazinausstattung entspricht der des Extreme-Modells: drei 20-Schuss-Stahlmagazine mit Leichtmetallböden oder alternativ drei 10-Schuss-Magazine.
Wann und zu welchem Preis die beiden neuen SIG Sauer X-Five-Modelle über den Importeur German Sport Guns in Deutschland verfügbar sein werden, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Wir halten Sie auf dem Laufenden.
Weitere Infos zu den neuen P226 X-FIVE-Modellen Extreme und Nightmare finden Sie auch auf der Webseite von US-Hersteller SIG Sauer.










