Die Savage Revel DLX im Kaliber .22 l.r. ist eine der jüngsten Interpretationen der amerikanischen Randfeuerbüchse für Freizeitschießen und Plinking auf hohem Niveau. Die Revel selbst konnten wir bereits in der Variante ohne DLX testen. Nun hatten wir in Italien die Gelegenheit, die aufgewertete DLX-Ausführung zu schießen. Ohne den Detailblick vorwegzunehmen: Die Abkürzung DLX steht für „Deluxe“ und verweist auf eine in Optik und Finish aufwendiger ausgeführte Version. Der Name „Revel“ steht im Englischen sinngemäß für Ausgelassenheit und verweist damit klar auf den Spaßgedanken und die Einsatzphilosophie dieser Waffe, die für Freizeit und informelles Schießen konzipiert wurde.
Savage Arms setzt auf eine leichte, intuitive Plattform, die auch weniger erfahrenen Schützen leicht zugänglich ist, ohne dabei hohe konstruktive Standards aufzugeben. Eingerichtet für Kleinkaliber, also .22 long rifle – in den USA ist sie auch in .22 Magnum und .17 HMR erhältlich – fügt sich die Savage Revel DLX in den sehr großen amerikanischen Markt der Randfeuerbüchsen für das Schießen im Freien ein. In den USA bleibt die .22 l.r. dank niedriger Munitionskosten und des nahezu fehlenden Rückstoßes eines der meistgenutzten Kaliber für "Plinking" und sportliches Schießen sowie für die Jagd auf Raubwild und Raubzeug. Die Revel DLX interpretiert diesen Geist sehr treffend und bietet eine handliche, angenehm zu schießende Waffe für Freizeitschießen oder die Kleinwildjagd in den weiten Ebenen und Wäldern Amerikas. Aber auch für den deutschen Jäger und Sportschützen bringt sie mit ihren Features viel mit. Wir haben sie uns näher angeschaut:

Auf dem US-Markt ordnet sich die Revel DLX damit in das Segment der sogenannten „Fun Guns“ ein – eine Kategorie, die dort enorme Absatzzahlen erreicht und über verschiedene Schützengruppen hinweg beliebt ist. Auch wenn dieser Begriff in Deutschland weniger gebräuchlich ist, lässt sich der Reiz solcher Büchsen leicht nachvollziehen: Sie ermöglichen Einsteigern einen niedrigschwelligen Zugang zum Schießsport, ohne technisch abzuschrecken oder hohe Kosten zu verursachen, und bieten zugleich erfahrenen Schützen eine unkomplizierte Möglichkeit für entspanntes Training und Freizeitschießen.

Savage hat die allgemeine Ergonomie so ausgelegt, dass die Büchse sowohl für junge Schützen als auch für erfahrenere Nutzer interessant ist, die eine wertig wirkende, aber günstige Randfeuerbüchse für den Schießbetrieb suchen. Die Schäftung aus türkischem Nussbaumholz zeigt eine interessante Mischung aus klassisch und modern, mit pistolengriffartigem Profil und vertieften Bereichen am Hinterschaft. Die kräftig dimensionierte Gummischaftkappe wirkt für die Aufgaben, die sie erfüllen muss, fast überdimensioniert, hat in der Praxis aber einen spürbaren Nutzen.
Auch der Vorderschaft, an dem sich ebenfalls lineare Fräsungen finden, ist sehr sauber gearbeitet und vor allem ergonomisch gelungen. Die satinierte Holzoberfläche ist einer hochwertigen Büchse würdig; die saubere, griffige Fischhaut an den Griffbereichen steht in angenehmem Kontrast zum matten Finish der Metallteile.
Auf Hinterschaft und Vorderschaft findet sich außerdem das neue Savage-Logo, ein stilisiertes „S“. Der Lauf der Revel DLX besteht aus Kohlenstoffstahl, ist 45,7 cm lang und hat ein mittleres Profil. An der Mündung besitzt er das inzwischen nahezu allgegenwärtige 1/2"-28-Gewinde, das die Montage von Zubehör ermöglicht. Unter dem Lauf befindet sich das Röhrenmagazin, das dessen Länge exakt aufnimmt und in der Version im Kaliber .22 l.r. zwölf Patronen fasst.

Die Patronen werden durch eine entsprechend geformte Öffnung in das Röhrenmagazin eingeführt, nachdem der Messingstab entriegelt und herausgezogen wurde. Repetiert wird über den Stahlhebel ("Lever") mit der klassischen Vor- und Zurückbewegung. Der Hebel ist großzügig dimensioniert, sodass sich die Büchse auch mit Winterhandschuhen oder von Schützen mit großen Händen bequem bedienen lässt. Die Savage Revel lässt sich für den Transport leicht in zwei Teile zerlegen. Systemkasten und unteres Systemteil, das die Abzugsgruppe trägt, sind durch zwei unverlierbare Stifte verbunden: Nach dem Sichern der Waffe genügt es, diese bis zum Anschlag durchzudrücken, um beide Teile voneinander zu trennen. Dieser sehr schnelle Vorgang ist natürlich auch für Reinigung und regelmäßige Wartung praktisch.
Eindrücke vom Schießstand mit der Savage Revel DLX in .22 l.r.
Das Schießen mit dieser Unterhebelbüchse erwies sich als echte Überraschung: Es handelt sich um eine Waffe, die man wegen ihrer kompakten Abmessungen leicht unterschätzt – nicht zuletzt, weil sie an die Spielzeuggewehre mit Gummigeschossen erinnert, mit denen wir als Kinder gespielt haben. Doch die kleine Savage nimmt die Sache sehr ernst und zeigt, dass sie weit mehr ist als eine reine Freizeitbüchse. Obwohl es sich, wie immer, um unseren ersten Kontakt mit der Waffe handelte, konnten wir von Beginn an sehr gute Schussgruppen erzielen – und das mit günstiger Munition, wie sie beim Plinking üblicherweise verwendet wird: CCI Standard Velocity mit 40 Grains schwerem Geschoss.
Einmal in Anschlag gebracht, wirkt die Revel etwas zierlich, vor allem am Vorderschaft, zugleich aber ausgesprochen solide und beim Schießen sehr stabil. Die Zuführung funktioniert tadellos und erlaubt es, den Verschluss zu betätigen, ohne aus dem Ziel zu gehen, sodass man sich ganz auf den Schuss konzentrieren kann. Überraschend gut ist auch der Abzug: sauber und gut vorhersehbar, also deutlich besser als das, was nötig wäre, um Dosen vom Ranchzaun zu holen. Sehr praktisch ist zudem die Querbolzensicherung, die sich am hinteren unteren Ende des Systemkastens direkt hinter dem Abzug befindet.

Die eigentliche Grenze der Savage Revel liegt in der serienmäßigen Visierung. Sie ist schlicht gehalten und nachvollziehbar eher auf schnelles Schießen als auf Präzision ausgelegt. Dadurch lässt sich die vorhandene Eigenpräzision der Büchse nicht vollständig ausschöpfen. Klar ist: Die Visierung passt vollkommen zum eigentlichen Einsatzzweck der Waffe. Der Rest ist jedoch so überzeugend, dass man sich unweigerlich fragt, welche Schussgruppen mit hochwertigerer Munition und einer präziseren Zielerfassung möglich wären. Der Systemkasten ist mit Bohrungen versehen, die die Montage einer Basis für eine Optik erlauben; diese Lösung ist also konstruktiv vorgesehen und technisch möglich. Für die Variante ohne DLX haben wir weitere Munition und die Kombination mit einem Zielfernrohr von Leupold bereits getestet, siehe Link oben.
Zum Schluss: Mit der Revel DLX liegt von Savage eine Büchse mit Blick auf den amerikanischen Zivilmarkt vor, der traditionell eng mit Büchsen im Kaliber .22 l.r. verbunden ist – für Millionen von Schützen oft der Einstieg in die Welt des Schießens. Doch auch in Deutschland findet die Waffe ihren Platz: als leicht beherrschbare, unkomplizierte und sauber verarbeitete Einsteigerbüchse, die zugleich erfahrenen Schützen Freude bereiten kann. Damit wird die Revel ihrem Namen auch hierzulande gerecht. Für uns also klar empfehlenswert! Zum Schützen kommt sie in Deutschland über den Fachhandel, via Helmut Hofmann GmbH.
Technische Daten und Preis der Savage Revel DLX
| Modell: | Savage Arms Revel DLX |
Kaliber: | .22 l.r. |
| Kapazität: | 12 + 1 Patronen |
| Gesamtlänge: | 940 mm |
Lauflänge: | 457 mm |
Finish: | Pulverbeschichtet/ brüniert |
| Visierung: | Korn mit Messingeinsatz, Buckhorn-Kimme |
Gewicht: | ca. 2,8 kg |
Preis: | 849,- Euro |
Weitere Informationen zur Kleinkaliber-Unterhebelrepetierbüchse Savage Revel DLX erhalten Sie beim Hersteller. Außerdem beim deutschen Importeur, der Helmut Hofmann GmbH. Der Vertrieb erfolgt ausschließlich über den Fachhandel.














