Bericht & Video: Drückjagd in der privaten Forstverwaltung Flechtingen – Erkenntnisse eines Events in Sachsen-Anhalt

Kai-Uwe Kühl mit der Krieghoff Ultra TS im Anschlag.
Die Krieghoff Ultra TS im Anschlag.

Vor Ort war auch Krieghoff, um den Jägern aus Russland, Schweden und Deutschland die neuesten Modelle an Jagdwaffen vorzustellen. Geschlafen wurde im Hotel "Landhof Gabriel" in Bülstringen, bekannt für seine sehr gute Küche und Gastfreundlichkeit. Seit Jahren das Standortquartier für die K&K Premium Jagd-Veranstaltungen. Der Begrüßungsabend  der internationalen Jagdgesellschaft fand am Schloss in Böddensell statt, wo sich am ersten Abend die Jagdgäste über die Waffen von Krieghoff informieren konnten. Präsentiert wurden die berühmten kombinierten Waffen und dann natürlich auch das Drückjagdgewehr, dass die Jägerschaft spaltet wie kein zweites: Die Semprio wurde in 6 unterschiedlichen Modelltypen präsentiert.

Kai-Uwe Kühl mit Hund und 2 erlegten Stücken
Mit der Krieghoff Semprio brachte Kai-Uwe Kühl diese beiden Stücke zur Strecke.

Beim In-Line-Repetierer muss man genau hinschauen, um seine Vorzüge zu erkennen. Die Handhabung der Krieghoff Semprio muss man nur einmal verstanden haben, um sie zu schätzen. Hat man die Semprio das erste Mal in der Hand, staunt man nicht schlecht. Das System bedarf etwas Gewöhnung. Dort wo man bei den meisten Repetierbüchsen den Kammerstengel vermutet, greift man ins Leere − weil der Repetiervorgang am Vorderschaft stattfindet. Was jedoch außer Frage steht, ist die Schnelligkeit des Systems. Da kommen auch die Merkel Helix oder andere Geradezugrepetierer nicht hinterher. Subjektiv ist der Rückstoß der Semprio in .30-06 deutlich geringer als bei kalibergleichen Büchsen fand Kai-Uwe Kühl. Er vermutet, einen Zusammenhang mit der Vorwärtsbewegung des Vorderschafts beim Repetiervorgang. Für ihn passen auch die Schaftmaße ideal und der Anschlag sitzt perfekt. Und last but not least lässt sich die  Semprio sehr schnell repetieren, ohne die rechte Hand vom Pistolengriff nehmen zu müssen. Es braucht nur eine kurze Zeit und schon hat man den Repetiervorgang verinnerlicht und sich auch daran gewöhnt, dass sich das Zielfernrohr auf dem Lauf kurz vor und zurück bewegt. Hat man sich an den Repetiervorgang gewöhnt, ist ein 2. schneller Schuss kein Hexenwerk.

Man muss die Krieghoff Semprio in der Praxis testen, um sich ein Bild machen zu können − und das geht ganz leicht, denn Krieghoff bietet einen exklusiven Testservice an. Und nicht nur all4hunters.com testete die Semprio, sondern auch die Jäger aus Russland und Schweden hatten das Gewehr in der Hand und waren positiv überrascht. Was allen Jägern auffiel, war der gefühlt geringere Rückstoß. Ob das nun am persönlichen Empfinden oder an der Kaliberwahl lag, ist eine andere Frage.

Jäger mit totem Mufflon
Nach ca. 20 Jahren ist zum ersten Mal wieder Muffelwild im Revier.

Jagderfolge konnten mit der Krieghoff Semprio auch erzielt werden und Kai-Uwe Kühl mit der Waffe, geladen mit RWS Hit in .30-06 Springfield, 2 Stücke auf die Strecke legen. Apropos Stücke und Strecke: Viele Jäger, die die Drückjagd in der privaten Forstverwaltung Flechtingen kennen, wissen, dass es hier ausreichend Schwarzwild, Rehwild als Standwild sowie Rotwild und Dammwild als Wechselwild gibt. Eine Besonderheit in diesem Jahr war, dass wir nach ca. 20 Jahren das erste Mal wieder Muffelwild im Treiben hatten und das mehrfach. Für Kai-Uwe Kühl, der diese Ecke wie seine Westentasche kennt, kommen dafür nur 2 Gründe in Frage:

  1. Heerscharen von Pilzsuchern haben das Muffelwild in den Nachbarrevieren beunruhigt, welches sich dann über die Bahngleise und Landstraße wechselte und sich einen neuen Einstand suchte.
  2. Der Wolf: Ob es an den Pilzsuchern lag, darf gerne bezweifelt werden. Viel wahrscheinlicher ist, dass der Wolf hier seine Spuren hinterlassen hat. Dies ist im ersten Fall nichts weiter als eine Vermutung, vor dem Hintergrund, dass sich Rotwild keine 10 km entfernt, in einem weiteren Jagdrevier der K&K Premium Jagd, mittlerweile in Großrudeln zusammenfindet, ist diese Vermutung aller Wahrscheinlichkeit ziemlich dicht dran, an der Realität. Dort wurden Wölfe mehrfach gesichtet. Der 2. merkwürdige Fakt ist, dass das 1. Treiben des Tages ungewöhnlich ruhig verlief, viel ruhiger als in der Vergangenheit. Für die Experten ist das ein deutliches Signal dafür, dass ein Wolf oder mehrere Wölfe in den Tagen vor der Drückjagd im Revier waren. Ein weiterer Punkt, der diese Vermutung stützt, waren die schwedischen Jagdgäste, die diese Annahme teilten. Die Schweden kommen als Gäste seit vielen Jahren in das Jagdrevier nach Sachsen-Anhalt und können das Verhalten des Wildes deuten. Die schwedischen Jäger haben im Umgang mit Spitzenprädatoren wie dem Wolf oder auch dem Braunbären deutlich mehr Erfahrung als unsereins. Führt man sich dann noch die letzten Meldungen der jagdlichen Presse zu Gemüte, stellt man fest, dass der Wolf in Sachsen 6 neue Wolfsterritorien in 2019 besiedelte, in Mecklenburg-Vorpommern 3 neue Rudel auf Achse sind und ein Einzelwolf das 1. Mal im Stadtgebiet von Berlin gesichtet wurde: die BZ titelte am 11.11.2019: " Schleicht hier ein Wolf durch einen Garten in Berlin-Westend?" alles belegbare Nachrichten aus den letzten Wochen und Monaten.

Der Totalschutz der Wölfe führt zum Anstieg der Population und bei unserer klein strukturierten Kulturlandschaft ist es logisch, dass mehr Wölfe mehr Lebensraum benötigen. Logisch ist auch, dass seine Beutetiere − zu denen das Muffelwild gehört – reagieren. Unsere Vermutung, dass das Auftreten von Muffelwild in der privaten Forstverwaltung Flechtingen kein Zufall war,  darf mit großer Wahrscheinlichkeit mit Canis lupus in Verbindung gebracht werden. 

Nachdem das erste Treiben der Drückjagd deutlich von der Strecke der Vorjahre abwich, brachte der 2. Jagdtag dann die zu erwartende Strecke auf dem gewohnten Niveau.

Der Film von K&K Premium Jagd: 
Der Tote von Böddensell − Drückjagd in Sachsen Anhalt


Weitere Informationen zu den verwendeten Waffen, der Munition und dem Zubehör erhalten Sie auf den Internetseiten von  Krieghoff, RWS und Bushnell.