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Test: Pulsar Axion XM38 Wärmebildgerät für den jagdlichen Einsatz

Die Reihe Pulsar Axion XM wurde erstmals auf der SHOT Show 2019 und dann um einige Modelle erweitert auf der IWA 2019 gezeigt. Es handelt sich um massentaugliche Hochleistungs-Wärmebildgeräte des branchenführenden europäischen Herstellers. Diese innovativen und extrem kompakten und leichten Geräte legen die Messlatte auf dem Markt sehr hoch. Unserer Ansicht nach könnten sie sich zu den nächsten Verkaufsschlagern in dieser Marktnische entwickeln, denn sie verbinden hohe Leistungen mit überraschend günstigen Preisen.

Das monokulare Wärmebildgerät Axion XM38 von Pulsar im Test:

Die Axion-Modelle umfassen eigentlich zwei Produktreihen, die sich Gehäuse, Sensor und Digitaltechnik teilen. Der Unterschied liegt in der Konstruktion der Objektivlinse, den Einstellungen und dem Mikrodisplay im Okular. Die Reihe mit den Einsteigermodellen heißt Key. Sie verwendet Objektive aus Chalkogenidglas und ein LCOS-Mikrodisplay. Zwei Modelle sind hier erhältlich: Key XM22 und Key XM30. Die Modelle XM30 und XM38 bringen noch mehr Leistung. Sie verwenden Germaniumlinsen und AMOLED-Displays. Außerdem sind ein WLAN-Modul und eine Video-Aufzeichnungsfunktion mit an Bord. Die Geräte sind ab 1.400,- Euro zu haben.

Wir testen das Wärmebildgerät Axion XM38 von Pulsar
Das monokulare Wärmebildgerät Pulsar Axion XM38 beim Test im Revier.

Das Pulsar Axion XM38 verwendet einen hochmodernen Mikrobolometersensor mit amorphem Silizium von ULIS mit einer Auflösung von 320 x 240 Pixeln und einem verkleinerten Pixelabstand von 12 µm. Die Empfindlichkeit des Sensors wird mit weniger als 60 mK angegeben. Verbunden ist der Sensor mit einem schnellen Germaniumobjektiv (f: 1,2), was hervorragende Empfindlichkeit garantiert. Der Sensor wird von einer von Pulsar selbst entwickelten Steuerung angetrieben, die in der gesamten Axion-Palette Verwendung findet. Dank der kleineren Matrixgröße als bei den älteren 17-µm-Sensoren, ist ein viel höherer Crop Faktor möglich. Mit 38 mm Brennweite erlaubt das Objektiv des XM38 einen Vergrößerungsfaktor von 5,5, der durch den Digitalzoom auf 22 gesteigert werden kann.

Sie interessieren sich für den jagdlichen Einsatz von Wärmebild-/Nachtsichtgeräten? Hier erfahren Sie was erlaubt und was verboten ist.

Das robuste Gehäuse besteht vollständig aus einer stabilen, aber leichten Magnesiumlegierung. Die Unterseite hat eine geriffelte Gummibeschichtung für besseren Halt. Das Gerät ist wasserdicht nach Schutzklasse IPX7, es kann also kurzzeitig bis auf 1 m Wassertiefe versenkt werden. Das Vollfarb-AMOLED-Display hat eine Auflösung von 1.024 x 768 Pixeln. Die eingebaute Kamera für Videos und Bilder hat dieselbe Auflösung. Der interne, nicht herausnehmbare Speicher bietet 16 GB Kapazität und ist über den USB-Anschluss zugänglich. Dieser kann auch zum Aufladen der Batterie verwendet werden. Das Axion XM38 unterstützt die kostenlose App StreamVision von Pulsar für iOS und Android über das verbaute WLAN-Modul. 

Monokulares Wärmebildgerät Pular Axion XM38
Das Pulsar Axion XM38 basiert auf einem robusten und nach IPX7 wasserfesten Gehäuse aus Magnesiumlegierung mit Gummibeschichtung für besseren Halt.
Objektiv des monokularen Wärmebildgeräts Pulsar Axion XM38
Wir haben das Spitzenmodell der Axion-Palette getestet – das XM38 mit Germaniumobjektiv (38 mm, f: 1,2). Es kann bis auf 3 m scharfstellen und ist mit einer optischen Vergrößerung von 5,5-fach ausgestattet.

Die Details zum Pulsar Axion XM38...

Der erste Eindruck fällt extrem positiv aus. Das Gerät fühlt sich wie eine professionelle Kamera an: Es wirkt hochwertig und liegt gut in der Hand. Das Metallgehäuse überzeugt mit seiner Haptik und, obwohl das Gerät mit 270 g ziemlich leicht ist, wirkt es durch die geringe Größe robust und wertig. 

Bedieneinheit des Pulsar Axion XM38
Die Bedienung erfolgt mittels vier sehr ergonomisch geformter Soft-Touch-Buttons. Die Knöpfe sind an ihrer Oberfläche strukturiert, damit sie leicht ertastet werden können. Eine kleine LED zeigt den Status des Geräts und den Ladestand der Batterie an.

Standardmäßig ist das Axion mit einer Handschlaufe im Camcorder-Stil ausgestattet, was den Gebrauch mit einer Hand leichter macht. Ein nettes Feature ist die magnetische Objektivkappe, die nicht herumbaumelt, wenn man sie einmal abgenommen hat. Die Handschlaufe kann für Linkshänder auch auf der anderen Seite angebracht werden. Alle Bedienungselemente sind für Rechts- und Linkshänder ausgelegt. Die Bedienung erfolgt über gerade einmal vier sehr ergonomische Soft-Touch-Buttons oben auf dem Gerät. Die Menüs sind leicht anzuwählen, überhaupt ist die ganze Bedienung einfach und intuitiv. Man kommt allerdings nicht darum herum, das Handbuch zu lesen. Hier erfährt man beispielsweise, wie das Gehäuse auf einem Stativ montiert werden kann.

Die Batterie wird über einen (zum Schutz vor ungewolltem Auslösen) eingesenkten Knopf direkt unter dem Objektiv ausgeworfen. Eine kleine LED über dem Okular zeigt den Status des Geräts und den Ladestand der Batterie an. Das Axion XM38 schaltet sich sofort ein. Das Kalibrieren erfolgt verglichen mit den Vorgängermodellen fast lautlos. Die Lithiumbatterie ist aufladbar und reicht für etwa vier Stunden. Zum Lieferumfang gehört ein Ladegerät mit zwei Steckplätzen, allerdings nur eine Batterie.

Die Diopterverstellung ist wie die Fokussierung etwas steif. Auf diese Weise wird ein unbeabsichtigtes Verstellen während der Nutzung vermieden. Der Mindestabstand zum Scharfstellen beträgt 3 m. 

Handschlaufe des Axion XM38 von Pulsar
Die Pulsar Axion XM-Modelle beinhalten eine Handschlaufe im Camcorder-Stil, die die Benutzung mit einer Hand erleichtert. Die Schlaufe kann auf beiden Seiten angebracht werden. Ein cleverer Einfall: der Magnet auf der Schlaufe hält die Objektivklappe nach dem Abnehmen fest.

Die Leistung ist hervorragend: Durch die starke Vergrößerung können auch Objekte in großer Distanz erfasst werden, nach Herstellerangaben bis 1700 m. Die Bildqualität ist sehr gut, unserer Ansicht nach fast gleichwertig mit dem Pulsar Helion XQ, das allerdings mit 384 x 288 bei einem Pixelabstand von 17 µm eine höhere Sensorauflösung hat.

Die optische Qualität des Okulars ließe sich vielleicht noch verbessern. Allerdings leistet es gemessen an seiner Größe schon einiges, so dass die Performance im Großen und Ganzen mehr als angemessen ist.

Im Vergleich zu den anderen Pulsar-Geräten ist die Axion-Reihe sehr hochwertig und dennoch massentauglich. Dieses Modell wird derzeit nur mit einer Auflösung von 320 x 240 Pixeln angeboten. Die Helion-Reihe mit ihren professionellen Wärmebildgeräten ist werksseitig mit erheblich mehr Features ausgestattet, darunter austauschbare Linsen für die XP-Modelle und einen Sensor mit 640 x 480 Pixeln.

Video: Sehen sie das Pulsar Axion XM38 in Aktion!

Pulsar Axion XM38: Unser Fazit zum Test!

Unserer Ansicht nach wird das Pulsar Axion XM38 viele begeisterte Kunden unter Amateuren und Profis finden. Die Modellreihe eignet sich für Jäger und Sicherheitskräfte sowie für Naturfreunde zu Beobachtungszwecken.

Während die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers für das heute von uns getestete Spitzenmodell Axion XM38 bei 2.500,- Euro liegt, ist das Einsteigermodell Key XM22 mit 1.400,- Euro weitaus erschwinglicher. Die tatsächlichen Preise können je nach Land aufgrund der unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze schwanken.

Monokulares Wärmebildgerät Pulsar Axion XM38 mit herausgenommener Batterie
Die modelleigene Lithiumbatterie (APS3 mit 3.200 mAh) ist aufladbar und reicht für etwa vier Stunden. Sie wird über einen Knopf unter dem Objektiv ausgeworfen.

Technische Daten zum Pulsar Axion XM38 Wärmebildgerät:

Modell: Axion XM38
Hersteller:  
Pulsar – Yukon Advanced Optics ( www.pulsar-nv.com )
Typ:    
Monokulares Wärmebildgerät
Magnification:  
5,5x optisch, bis 4x-Digitalzoom
Objektiv:
38 mm / f 1,2 mit beschichteten Germaniumelementen
Sensor: 
320 x 240 Pixel, Mikrobolometer mit amorphem Silizium, 12 μm Pixelabstand, automatische und manuelle Kalibrierung, 50 Hz Frequenz (Full Frame)
IR-Sensibilität:
LWIR (von 8 bis 14 µm), NETD annähernd 60 mK 
Okular(e):
AMOLED-Mikrodisplay in Farbe mit 1.024 x 768 Pixeln Auflösung, ±5 Dioptrien, 3,5 mm Austrittspupille
Features:
Maximale Beobachtungsdistanz eines 170 x 50 cm großen rechteckigen warmen Objekts unter optimalen Bedingungen: 1.700 m (auf diese Distanz entspricht das Objekt einem Pixel, Schärfebereich 3 m bis unendlich)
Abmessungen:
149 x 49 x 70 mm
Gewicht:              
270 g
Materialien/Beschichtungen:
vollständig aus einer Magnesiumlegierung gefertigt
Notes:
Stromversorgung über Lithium-Ionen-Batterie Pulsar APS3 mit 3200 mAh, eingebauter DVR-Recorder (16 GB interner Speicher), WLAN-Verbindung mit StreamVision, kompatibel zu Smartphones und Tablets mit Android und iOS, Micro-USB-Anschluss, wasserdicht nach IPX7 (zertifiziert)
Preis (UVP):
2.500,- Euro

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Herstellers.

Hier finden Sie weitere Tests zu Produkten von Pulsar:

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