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Test: Unique Alpine JPR-1 Nordland Scout − unsere ersten Eindrücke vom Repetierer im GRS-Schaft

GRS-Schaft und Magazine der Unique Alpine JPR-1 Nordland Scout
Der GRS-Schaft der Nordland Scout ist vielfach verstellbar, aber aktuell nur für Rechtshänder erhältlich. Statt der Kunststoffmagazine im Bild, werden Waffen der JPR-1-Serie nun mit hauseigenen Stahlmagazinen ausgeliefert.

Unique Alpine – ein Name dem Behörden und Armeen rund um den Globus vertrauen. Der deutsche Waffenhersteller gehört zu den großen Playern auf dem Markt für Präzisionsgewehre und erweitert nun sein Portfolio mit der JPR-1-Serie. Dahinter verbirgt sich ein ganzes Konzept, das von der Symbiose von innovativer Technologie und modernsten Werkstoffen profitiert. Daraus entstehen dann Waffen, die mit Qualität, Präzision und vor allem auch mit einem Preis überzeugen, der den Markt aufhorchen lassen wird. Im Rahmen einer groß angelegten Testreihe, stellte Unique Alpine dem Team von al4shooters.com / all4hunters.com eine ganze Reihe der neuen Waffen zur Verfügung, um sie auf Herz und Nieren zu testen.

Den Auftakt bildet die Nordland Scout in der kurzen Laufvariante (419 mm) im Kaliber .308 Winchester, die vor allem für die Jagd prädestiniert ist. Es gibt aber jedoch noch andere Konfigurationen in jeweils 3 anderen Lauflängen und Kalibern, je nach dem, was der Kunde je nach Einsatzzweck bevorzugt.

Zubehörschiene der Unique Alpine JPR-1 Nordland Scout
Sollten im Zuge der Afrikanischen Schweinepest Nachtsichtvorsatzgeräte für Jäger erlaubt werden, wäre man mit der Pica-Rail der Nordland Scout gerüstet.

Schon ihr Aussehen sorgt für viele neugierige Blicke:  Die JPR-1 Nordland Scout von Unique Alpine sieht nicht aus wie ein typisch geschäftetes Gewehr für die Jagd. Verantwortlich dafür ist der Beserk-Schaft von GRS. Dessen Formgebung unterscheidet sich von anderen. Nur als Rechtsschaft erhältlich, lassen sich die Schaftlänge und die Höhe der Schaftbacke einfach an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Der Pistolengriff verfügt über Fingermulden und Soft-Touch-Inlays, die sich auch am Vorderschaft wiederfinden. Entsprechend hat der Jäger eine breite und rutschsichere Auflagefläche, wenn er zum Schuß ansetzt. Der auffälligste Unterschied zur "normalen" Nordland: die lange Picatinny-Rail. Gerade in Zeiten, in denen die ASP immer näher rückt, hat man hier schon das passende Element, um ein Nachtsichtgerät (mit den entsprechenden Genehmigungen) zu montieren.

Ansonsten konnte uns die Waffe auch mit ihren "inneren Werten" überzeugen. Der Primärauszug löst schon bei der Entriegelungsbewegung die Hülse aus dem Lager, lässt sich leicht nach hinten führen, bis sie vom Ausstoßer weg befördert wird. Geht es dann wieder nach vorne, wird die Patrone unter die Auszieherkralle geschoben, wodurch ein sicheres Zuführen möglich wird aus nahezu jeder Position. Die Verriegelung erfolgt mittels 3 Verschlusswarzen, eine Dreistellungssicherung und nicht zuletzt der Öffnungswinkel von 60 Grad (erlaubt ein schnelles Repetieren) machen aus der Nordland Scout eine zuverlässige und sichere Waffe.

In unserer Testkonfiguration war die Nordland Scout mit einem KAHLES Helia 2-10x50 ausgerüstet und unsere diversen Testlaborierungen wurden diesmal um die NORMA Vulkan 11,7 g / 180 gr bereichert.

Unique Alpine liefert ab sofort alle Modelle aufgrund unserer Inputs mit selbst entwickelten Stahlmagazinen aus. Und das ist auch gut so. Bei unserem ersten Videodreh im Oktober mussten wir leider feststellen, dass die Waffen mit Kunststoffmagazinen wie z.B. Magpul − die gewissen Fertigungstoleranzen unterliegen − nicht immer fehlerfrei repetierten. Mit den Stahlmagazinen von Unique Alpine klappte es dann im Test tadellos − keine Zuführstörungen mehr! Es gibt die hauseigenen Stahlmagazine von Unique Alpine in 2 Größen: Ein 4-Schuss-Magazin für 75,- Euro und ein 10-Schuss-Magazin zum Preis von 89,- Euro. Die Magazine sind kompatibel mit AICS sowie Tikka T3(x) CTR und TAC A1. 

Was uns sonst noch aufgefallen ist: Auch wenn der Pistolengriff gut in der Hand liegt, so muss sich ein Schütze doch erst an die Daumenablage gewöhnen. Ich selbst verfüge über kleine Hände und bevorzuge einen möglichst dünnen Pistolengriff, um mehr Stabilität zu bekommen. Das dürfte aber eine Geschmacksfrage sein. Ebenso verhält es sich mit dem wuchtigen Vorderschaft. Aber das ist alles nur dem Schützen, nicht der Waffe geschuldet. Weniger gut gefielen aber die Riemenösen an der Seite der Waffe. Sicherlich auch eine Geschmacksfrage...

Unique Alpine Nordland Scout − die technischen Daten:

Modell: Unique Alpine JPR-1 Nordland
Preis: 2.298,- Euro
Magazin: 4 Schuss,  Stahlausführung ab Werk (10 Schuss Magazine verfügbar)
Lauf: Schwerer Matchlauf mit Mündungsgewinde 5/8-24 UNEF zur Aufnahme von Schalldämpfer oder Mündungsbremse vorbereitet.
Erhältliche Kaliber: .243 Winchester, 6,5 mm Creedmoor, 6,5x47 Lapua, .308 Winchester (Kaliber der Testwaffe)
Abzug: Druckpunktabzug, verstellbar, 0,9 - 2,5 kg
Erhältliche Lauflängen: 16,5" (419 mm, Lauf der Testwaffe), 20" (508 mm), 24" (609 mm), 26" (660 mm)
Optik-Aufnahme: STANAG 4694
Gesamtlänge: 91 cm - 115 cm
Gewicht: 4,2 kg - 4,7 kg (je nach Lauflänge)

Unser Test-Fazit zur Unique Alpine JPR-1 Nordland Scout:

Mündungsfeuer der Unique Alpine JPR-1 Nordland Scout
Dank der guten Dämpfungsleistung des JSD-1-Schalldämpfers von UA konnte Autor Alex Losert die Unique Alpine JPR Nordland Scout auch problemlos ohne Gehörschutz testen.

Beim Schießen konnte die Waffe voll überzeugen. Und ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich bei dem kurzen Lauf nicht mit solchen Ergebnissen gerechnet habe. Hier half sicherlich auch der extrem gute Matchabzug. Der Betrieb war dank des hauseigenen JSD-1-Schalldämpfers ohne Gehörschutz möglich. Die Dämpfungsleistung war extrem gut – diese Anschaffung sei ohnehin empfohlen, denn selbst wenn man aktive Ohrenschützer hat, so nimmt man doch entschieden mehr wahr, ohne etwas auf oder in den Ohren auf der Jagd.

Da die JPR-Serie von Unique Alpine schon ab Werk über entsprechende Gewinde verfügt, schlägt sich das noch nicht einmal mit Extra-Kosten zu Buche. Den Rückstoß mindert der Dämpfer darüber hinaus natürlich auch. Die Waffe mit ihren etwas über 4 kg blieb trotz des montierten Schalldämpfers gut handelbar und in der Balance.

Alles in allem eine tolle Waffe von Unique Alpine, die sicher ihre Käufer im jagdlichen Segment finden wird, denn es muss nicht immer klassisch sein. Aber auch für diese Klientel hat Unique Alpine etwas im Petto.

Den kompletten Test mit Streukreisen gibt es dann in der VISIER-Ausgabe 3/2020.


Weitere Informationen zu den Modellen der JPR-1-Baureihe und den JSD-1-Schalldämpfern erhalten Sie auf der Internetseite von Unique Alpine.

Mit der JPR-1 verwandt, aber im sportlichen Gewand: die Unique Alpine UPG-1 im Test.

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