Beim auf jagdliche Geradezugrepetierer spezialisierten deutschen Hersteller Steel Action ist der Name Programm: Die Systeme seiner Büchsen fertigt er aus Stahl. Weil das extrem robust konstruierte System der Kölner Waffenschmiede deren Büchsen dadurch wohl für manchen Waidmann oder manche Jägerin zu schwergewichtig erschienen ließen, überarbeitet er dieses dem Kundenwunsch entsprechend. Und so speckte er es da, wo dies mit Blick auf die Stabilität bedenkenlos möglich war, ab.
Die Gesamtkonstruktion und Technik des Geradezugrepetierers haben wir hier auf in einem all4hunters-Beitrag zur Steel Action HSL bereits näher betrachtet. Es existieren zwei Systemgrößen mit dem Model Hunting Short (HS) für Kaliber wie beispielsweise .223 Remington, .243 Winchester, 6,5 Creedmoor und .308 Winchester sowie dem Modell Hunting Medium (HM) für die längeren Patronen wie zum Beispiel .30-06 Springfield, 8x57, 9,3x62, 7 mm Remington Magnum oder .300 Winchester Magnum. Mit der 2025er-Markteinführung der rund 500 Gramm leichteren HSL wurde aber auch klar, dass das Modell HM ebenfalls ein entsprechendes Update erhalten würde. Besonders hat uns gefreut, dass wir die neue Steel Action HML bereits vor ihrer Markteinführung ausgiebig testen durften.
Der Gradezugrepetierer Steel Action HML im Detail und die Unterschiede zu und die Gemeinsamkeiten mit dem Modell HSL

Das Design des Systems, Verschlussträgers und Magazinrahmens der neuen HML basiert auf der Form, die schon bei der HSL überzeugte. Der Hersteller hat auch hier die linke Systemseite mit einer langen flachen Fase versehen, auf der die Markierungen platziert sind. Optisch sehr gelungen, schafft sie einen formschönen Übergang vom System zum Schaft. Die bewährten Montagebasen in Form von zwei in die stählerne Systemhülse integrierten Picatinny-Schienen nach STANAG 4694 sind unverändert geblieben. Die Längsrillen im Verschlussträger wurden minimal modifiziert. Dort, wo sie sichtbar sind, beginnen und enden sie im Auswurffenster. Die Verschlussmechanik hat sich nicht geändert – der Verschluss besitzt nach wie vor seine drei Verriegelungswarzen mit 90 mm² Fläche sowie die identische, sichere und einfach zu bedienende Handspannung. Bewusst wurde auf ein Laufwechselsystem verzichtet; der Lauf wird fest im System verschraubt.

Wie bei der HSL hat aber auch hier der neue Hebel Einzug gehalten, der die Verschlussentnahme erleichtert. Dort, wo der Hebel bei den Modellen HS/HM noch mit der Fingerspitze bedient werden musste, ist er nun verlängert und mit einer geriffelten Bedienfläche versehen. Somit gestaltet sich die Verschlussentnahme beim Modell HML wie auch beim Modell HSL sehr einfach: Verschluss öffnen, den Verschlusshebel mit dem Zeige- und Mittelfinger festhalten, den Knopf mit dem Daumen drücken. Dabei wird der Verschlusskopf aus seiner „offenen“ Stellung in die Stellung „geschlossen“ gedreht. Hierdurch positioniert sich der lichte Raum zwischen zwei Verriegelungswarzen so, dass hier nun der Abzugstollen vorbeigehen kann. Jetzt noch den Knopf an der linken Systemseite zusammen mit dem Abzug drücken, Verschluss nach hinten rausziehen – fertig.
Während beim Modell HSL die Systembreite von 33 mm auf 30,6 mm reduziert werden konnte, bleibt beim Modell HML die Systembreite bei 33 mm, weil die Breite des größten Magazins in .300 Winchester Magnum konstruktiv nicht geändert werden konnte. Dementsprechend geringer fiel auch die Gewichtsreduktion der Systemhülse und des Verschlusses aus. Lediglich an der Systemhülsenunterseite konnte eine Fräsung zur Gewichtsreduktion entdeckt werden. Da der Hersteller aber serienmäßig 17 mm anstatt bisher 19 mm starke Lothar-Walther-Läufe verbaut und dabei auf den gleichen Schaft wie beim Modell HSL zurückgreift, hat man dennoch eine rund 270 Gramm leichtere Büchse erschaffen. Viel leichter als 3,3 kg sollte eine Büchse in 9,3x62 oder .300Win. Mag. wohl auch nicht sein, trotz Zusatzausrüstung wie Montage, Zielfernrohr und Schalldämpfer.

Der Schaft aus schöngemasertem Nussbaumholz der Klasse 3 hat eine durchgehende Linie vom Abzugsbügel bis zum Vorderschaftabschluss, den auch hier eine Tropfnase aus Ebenholz bildet. Der Pistolengriff ist etwas flacher und klassischer gestaltet, bietet aber dennoch eine sehr gute Kontrolle im Anschlag. Auch er schließt nach unten mit einer Ebenholzkappe ab. Der Hersteller geht bewusst diesen Weg und verzichtet auf Augenwischerei in Form von Abschlüssen aus schwarzem Kunststoff. Der gerade Schaftrücken ist nach hinten ansteigend ausgelegt – bei starken Kalibern und „schiebendem“ Rückstoß ein Vorteil. Der lange Vorderschaft erlaubt es, mit langem Führarm in Anschlag zu gehen und zu schießen, was bei der Drückjagd von Vorteil sein kann. Wie beim Schaft der HSL sind auch hier die praktischen Halder Push & Go Riemenbügel verbaut. Beim Hinterschaft befinden sie sich an der klassischen Position, beim Vorderschaft stirnseitig – sodass sie beim Schießen mit langem Arm nicht stören. Die Schaftlänge beträgt standardmäßig 370 mm, eine sauber aufgeschliffene 12 mm Wegu-Kunststoff-Schaftkappe schließt den Schaft ab. Das Laufbett ist übrigens für beide Laufkonturen vorbereitet – man wird die HML demnach sicherlich auch mit einem Lauf mit 19 mm Außendurchmesser ordern können. Auf Nachfrage hat Steel Action bestätigt, dass hier auch hochwertige Hölzer sowie ein Carbonschaft zum Einsatz kommen werden. Man darf also gespannt sein, zumal der Schaft aus Kohlenstofffasern nochmals eine signifikante Gewichtsreduktion mit sich bringen soll, was gerade in moderateren Kalibern wie 6,5x55 oder .30-06 eine sinnvolle Option sein könnte.

Der Magazinrahmen hat, wie bei der HSL, seine beiden „Ohren“ verloren und fügt sich bündig in den Schaft ein. Die Stahlblech-Kastenmagazine mit einer Kapazität von fünf Patronen in Standard- und vier Patronen in Magnum-Kalibern sind mit dem Modell HM baugleich und lassen sich mit dem vorne liegenden Hebel zur Magazinentriegelung entnehmen. Das Bedienelement ist so platziert, dass die Magazine beim Betätigen des Hebels in der Hand landen. Der Hebel ist in einer Mulde vertieft platziert und so gestaltet, dass einer unbeabsichtigten Betätigung vorgebeugt wird. Der signalrote Zubringer ist das einzige aus Kunststoff gefertigte Teil der Waffe.
Die Steel Action HML in der hier gezeigten Holzschaftausführung ist in Deutschland über das bekannte Fachhandelsnetzwerk der RWS GmbH zu beziehen und bereits verfügbar. Der Listenpreis beträgt wie auch bei der angesprochenen HSL-Version des Geradezugrepetierers 3.449,- Euro. In Kürze sollen weitere Schaftvarianten wie etwa Loch- und Carbonschaftmodelle folgen.
Praxis-Check: Die Steel Action HML in 8x57 IS auf der Drückjagd
Bei der Überprüfung der Testbüchse im Kaliber 8x57 IS haben wir sowohl bleifreie als auch bleihaltige Munition verwendet. Der leichte 560-mm-Lauf mit seinem 17-mm-Außendurchmesser zeigt sich mit 3er-Schussgruppen von unter 20 mm bis 28 mm als durchaus präzise. Er ist aber für längere Serien nur bedingt geeignet, da es sich nun einmal um eine Jagd- und keine Matchbüchse handelt. Bei der Verwendung des hauseigenen Model-One-Schalldämpfers sorgt dieser schon nach dem vierten Schuss für die entsprechende Mirage im Glas. Ein bekanntes Problem, das sich alle Dämpfer miteinander teilen. Das Abzugsgewicht der im Hause konstruierten Abzugseinheit ist von 500 bis 2.500 Gramm justierbar. Der Direktabzug offenbart eine trockene Charakteristik und das werksseitig regulierte Abzugsgewicht betrug 850 Gramm.

Ende des Jahres 2025 bot sich die Gelegenheit, die neue HML auf einer Drückjagd zwischen Eifel und Hunsrück zu führen. Vor den Augen anderer Jäger musste die HML leider in einem Lodenfutteral zunächst versteckt werden – noch war das ja alles geheim. Aber die Performance der Waffe braucht sich überhaupt nicht zu verstecken. Auf dem Stand ist das Magazin schnell eingesetzt, sicher verriegelt, die Patrone gleitet geschmeidig ins Patronenlager, die Schlagfeder bleibt entspannt. Durch die schlanke Form greift sich der Vorderschaft so gut, dass man nicht über eine „richtige“ Platzierung der Führhand nachdenken muss – sie findet den idealen Platz ganz intuitiv von alleine. Der ergonomisch nahezu perfekte Pistolengriff ließ die Schusshand genau da liegen, wo der Daumen den Spannschieber erreichen kann – und das Spannen beim In-Anschlag-Gehen lief auch von allein. Nach mehrmaligem Anblick von Fuchs und Rehwild, kam schließlich eine Rotte Schwarzwild hinter mir den Hang runter bis zum Bach, keine vierzig Meter entfernt. Der letzte Frischling fiel im Knall, die Bache beschleunigte und flog über den Bach, die Böschung am Gegenhang hinauf. Die ihr folgenden fünf bis sechs Frischlinge kamen alle verschachtelt. Doch der letzte, als einziger frei, hatte den Leuchtpunkt bereits auf der Scheibe (Nase des Schwarzwildes in der Jägersprache), − bei der Entfernung das richtige Vorhaltemaß. Und dann ging es ganz schnell: die Kugel „fliegen“ lassen, Treffer beobachten, währenddessen repetieren, den letzten Frischling erneut mit dem Leuchtpunkt aufholen, überholen, fliegen lassen, repetieren, aufholen. Das Ergebnis: vier Frischlinge aus einer Rotte lagen im Knall, im Abstand von acht bis zehn Metern hintereinander – die 8x57 IS wirkte und leistete mit dem Nosler Partition-Geschoss echt saubere Arbeit. Durch die Lauflänge von 56 cm und die „perfekte“ Drückjagd-Entfernung von etwa 30 bis 35 Meter war das Vorhaltemaß klein, die Schwarzkittel auf dem hellen Buchenlaub durch das Drückjagdglas mit 1,1-facher Vergrößerung am verregneten, doch hellen Vormittag hervorragend und kontrastreich zu sehen – was will man mehr? Und so war die Jagd ein voller Erfolg und erfreute das Jägerherz noch weit bis nach dem Schüsseltreiben hinaus.

Technische Daten und Preis der getesteten Geradezug-Repetierbüchse Steel Action HML in Holzschaftausführung:
| Modell: | Steel Action HML |
Kaliber: | 8x57 IS |
Kapazität: | 5 + 1 Patronen |
Lauflänge: | 560 mm |
| Abzug: | Direktabzug |
Abzugsgewicht: | einstellbar 500 bis 2.500 g (hier auf 850 g eingestellt) |
Sicherung: | Handspannsystem |
Ausführung: | rechts |
| Gesamtlänge: | 1.075 mm |
| Gewicht: | 3.300 g |
Preis (UVP): | 3.449,- Euro |
Ausführung/Ausstattung: | Geradezugrepetierbüchse mit Drei-Warzen-Drehkopfverschluss, Nussbaumholzschaft (Klasse 3) mit Ebenholzabschlüssen, Anti-Rotations-Riemenbügelösen, Picatinny-Montagebasen, M15x1-Mündungsgewinde. |
Das erste Testfazit zur neuen Steel Action HML:
Der Geradezugrepetierer aus dem Rheinland ist ein grundsolides Arbeitswerkzeug fürs Revier, das auch durch das klassisch-elegante Erscheinungsbild gefällt. Hinsichtlich der sicheren, schnellen Handhabung sowie Funktionszuverlässigkeit und Schussleistung lässt auch die neue Steel Action Hunting Medium Light (HML) keine Wünsche offen. Mehr zu Technik, Kaliberauswahl und Optionen entdeckt man auf der Hersteller-Homepage. Beim Preis verhält es sich genauso wie beim Modell HSL, er liegt angesichts der Ausstattung und der gewohnt hohen Qualität bei fairen 3.449,- Euro (UVP).
Diesen Beitrag erschien neben anderen interessanten Testberichten und Informationen der caliber 02/2026. Sie können das Heft im hier VS Medien-Onlineshop bestellen. Es ist auch als ePaper verfügbar.
Weitere Infos zum neuen Geradezugrepetierer-Modell HML erhalten Sie auf der Webseite des Herstellers Steel Action.
Auf dieser Webseite der RWS GmbH finden Sie den aktuellen Katalog Jagd und Sportschießen 2026 mit allen über den Fachhandel bestellbaren Steel Action-Modellen und vielen weiteren Produkten aus diesen beiden Bereichen.










