Die Geschichte von CCI ist eng mit der Entwicklung der Firma Speer verbunden. Das Unternehmen CCI, das heute vor allem für seine Randfeuermunition und Zündhütchen bekannt ist, entstand aus den Aktivitäten der Brüder Vernon und Dick Speer.

Bereits in den 1940er Jahren zog es Vernon Speer nach Lewiston im US-Bundesstaat Idaho, um dort mit der Herstellung von Geschossen für Wiederlader zu beginnen. Er kaufte die Räumlichkeiten eines alten Lebensmittelgeschäfts und gründete das Unternehmen Speer Bullet Works, dessen Erfolg ihn bald dazu brachte, ein größeres Gebäude am Ufer des Snake River in Lewiston zu kaufen, um die Fertigungskapazität zu erhöhen.

Angespornt durch den Erfolg seines Bruders zog es auch Dick Speer nach Lewiston. Der Maschinenbauer gab seinen Job bei Boeing in Seattle auf, und suchte den Erfolg in der Produktion seiner „Forged From Solid“-Messingpatronenhülsen. Diese stellte er zunächst in einem kleinen Raum her, den er in der Fabrik seines Buders angemietet hatte. Seine Firma nannte Dick dann zunächst Speer Cartridge Works. Nachdem sich die Herstellung von Hülsen dann aber wirtschaftlich als wenig erfolgreich erwiesen hatte, verlagerte Dick seinen Schwerpunkt auf die Entwicklung und Fertigung von Zündhütchen. Dazu holte er den aus Litauen stammenden Chemiker Dr. Victor Jasaitis ins Boot und es entstanden die ersten Produkte.
Die frühen Jahren − von der Speer Cartridge Works Inc. über die Cascade Cartridge Inc. zu CCI

Die Produktion begann in einer kleinen, ehemaligen Hühnerfarm in Lewiston in der Nähe der Speer Bullet Works-Fabrik, die Dick dafür kaufte. Das Wohnhaus diente als Büro und Lager, während verschiedene Nebengebäude inklusive des Hühnerstalls für die Fertigung und Qualitätskontrolle genutzt wurden. Einen wichtigen Schritt in der Entwicklung des Unternehmens stellte Mitte der 1950er Jahre ein größerer Auftrag zur Herstellung militärischer Zündhütchen dar. In den folgenden Jahren bildeten staatliche Aufträge einen wesentlichen Teil der Produktion.

Parallel dazu etablierte sich Dicks Unternehmen am zivilen Wiederlademarkt: Um Verwechslungen mit Speer Bullet Works zu vermeiden, erhielt das Unternehmen nun auch den Namen Cascade Cartridge Inc., der später dann auf die Abkürzung CCI reduziert wurde. In dieser Zeit brachte CCI die ursprünglich nur fürs Militär gefertigten Zündhütchensorten No. 200 Large Rifle und kurz darauf auch die Sorten No. 300 Large Pistol sowie die No. 400 Small Rifle und No. 500 Small Pistol auf dem zivilen Markt heraus – alles Primer-Sorten, die sich, wenn auch mehrmals überarbeitet, bis heute gehalten haben und von Wiederladern auf der ganzen Welt genutzt werden.
Mit dem Ausbau der Produktion entstanden Ende der 1950er Jahre zusätzliche Fertigungsgebäude. Darin auch Bereiche für den Werkzeug- und Formenbau, die Metallbearbeitung und eine Forschngs- und Entwicklungsabtelung für die chemischen Komponeten. Daneben begann CCI auch mit der Herstellung von Randfeuerkartuschen für industrielle Bolzenschussgeräte. Die dabei gewonnenen Erfahrungen bildeten die Grundlage für den späteren Einstieg in die Sportmunition.
CCI steigt in die Randfeuerpatronenfertigung ein und baut sein Portfolio kontinuierlich aus

Anfang der 1960er Jahre nahm CCI die Produktion von Randfeuerpatronen für den zivilen Markt auf. Nach einer mehrjährigen Entwicklungsphase erschienen zunächst die Produktlinien HySpeed, Dart und Target. Wenig später wurden diese durch die Bezeichnungen Mini-Mag, Mini-Match und Mini-Group ersetzt. Insbesondere die Mini-Mag entwickelte sich zu einer der bekanntesten Produktlinien des Unternehmens und gehört bis heute zum Sortiment. Bereits Ende der 1960er Jahre führte CCI erste Kunststoffverpackungen mit Schiebedeckel ein, die sich im KK-Munitionsbereich in den folgenden Jahren zunehmend durchsetzten.
In den 1970er Jahren wurde das Angebot um weitere Randfeuerlaborierungen erweitert. Dazu gehörten unter anderem die Magnum-Patrone Maxi-Mag sowie die Hochgeschwindigkeitspatrone Stinger. Hinzu kamen verschiedene Speziallaborierungen für unterschiedliche jagdliche und sportliche Anwendungen sowie Munition für das Wettkampfschießen.

Beliebt für die Schädlingsbekämpfung waren auch die in den 1970ern erstmals eingeführten CCI Shotshell-Patronen, die statt eines Geschosses eine blaue Kunststoffkapsel mit kleinen Schroten enthielt. Zunächst nur im Kaliber .22 WMR angeboten kam die Schädlingspatrone später auch in .22 l.r. und schließlich auch in gängigen Kurzwaffenkalibern auf den Markt. Auch im Kurzwaffenbereich wurde das Sortiment ausgebaut. 1980 stellte CCI die Blazer-Munition mit Aluminiumhülsen vor, die als preisgünstige Trainingsmunition konzipiert war. Heute fertigt CCI die Blazerpatronen sowohl mit Alu- wie auch mit Messinghülse für den Großkaliber-Kurzwaffenschützen. Parallel investierte das Unternehmen in den 1970ern auch in die Weiterentwicklung seiner Zündhütchen, unter anderem im Hinblick auf moderne progressive Wiederladepressen.
CCI setzt auf neue Kaliber und moderne Entwicklungen

Seit den 1990er und 2000er Jahren wurde das Sortiment kontinuierlich erweitert. Gemeinsam mit Hornady entwickelte CCI die Randfeuerkaliber .17 HMR und .17 Mach 2. Darüber hinaus entstanden weitere Laborierungen für unterschiedliche jagdliche Einsatzbereiche sowie neue Geschosskonstruktionen.
Mit der zunehmenden Bedeutung bleifreier Munition ergänzte CCI sein Programm um entsprechende Produktlinien wie TNT Green und Copper-22. Hinzu kamen polymerbeschichtete Randfeuergeschosse der Clean-22-Serie sowie weitere Entwicklungen im Bereich der Kurzwaffenmunition.

Zudem investierte das Unternehmen in neue Produktionsanlagen und Fertigungsstandorte. Dazu gehört unter anderem das Southport-Werk in der Nähe von Lewiston, das auf die Herstellung von Zündsystemen und militärischen Produkten spezialisiert ist. Bemerkenswert dabei ist auch das sich die von den beiden Brüdern Vernon und Dick Speer gegründeten Unternehmen von Anfang an gegenseitig unterstützt haben und dies auch bis heute noch tun, auch wenn Sie inzwischen − wie einige andere renommierte US-Firmen aus der Munitionsbranche auch − unter dem Dach der tschechischen CSG Group zusammengefasst sind. Die Produktionsstandorte von CCI und Speer umfassen aktuell drei Werke mit insgesamt rund 1.100 Mitarbeitern. An diesen Standorten entstehen auf einer über 32,500 Quadratmetern großen Produktionsfläche Munition, Geschosse und Zündhütchen an sieben Tagen pro Woche rund um die Uhr, oder 24/7 wie es Neudeutsch so schön heißt.
In den deutschen Fachhandel kommen die meisten Produkte von CCI und auch von Speer übrigens über den Großhändler Helmut Hofmann GmbH aus Mellrichstadt.
Weitere Infos zum dem US-Unternehmen und zu seinen Produkten inklusive vielen Ladedaten und einer monatlich wechselnden Trainings-Schießscheibe zum Herunterladen finden Sie auf der CCI-Ammunition-Webseite.


