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Test: Sightmark Mini Shot M-Spec − was können Sie vom neuen Mini Red Dot Sight erwarten?

Sightmark Mini Shot M-Spec mit Montagen
Es stehen unterschiedliche Montagen in unterschiedlichen Bauhöhen zur Verfügung.

Laut Sightmark habe man das Mini Shot M-Spec mit der nüchternen Modellbezeichnung SM26043 zwar in erster Linie für Bedarfsträger von polizeilichen Dienststellen entworfen, es soll sich aber gleichermaßen für anspruchsvolle jagdliche wie sportliche Anwendungen auf Kurz- beziehungsweise Langwaffen eignen und wird demzufolge direkt mit verschiedenen Montagen ausgeliefert. Mit seiner 21 x 15 mm messenden, freistehenden Linse bei kompakten Gesamtabmessungen von 44 x 29 x 34 mm (LxBXH) und einem Fliegengewicht von 44 g entspricht das Mini Shot M-Spec LQD ganz dem aktuellen Trend bei den MRDS und ähnelt auf dem ersten Blick stark dem hinlänglich bekannten DocterSight (heute NOBLEX).

Der Aufbau des Sightmark SM26043:

Lieferumfang der Sightmark Mini Shot M-Spec-Modelle
Der Lieferumfang der Sightmark Mini Shot M-Spec-Modelle ist angesichts des moderaten Preises als üppig zu bezeichnen.

Doch bei näherem Hinsehen entdeckt man einige Unterschiede. So findet man im vorderen Teil des aus 6061-T6 Aluminium hergestellten Gehäuses einen gummierten Bedienknopf, mit dem sich die Leuchtintensität wahlweise steigern (Knopf auf der linken Seite) oder verringern (Knopf auf der rechten Seite) lässt. Zum Einschalten des Reflexvisiers genügt es, einen der beiden Knöpfe kurz zu betätigen. Möchte man es später wieder ausschalten, muss der Knopf auf der rechten Seite etwa 4 Sekunden lang gedrückt gehalten werden. Insgesamt stehen 10 Helligkeitsstufen zur Verfügung. Über eine automatische Helligkeitsstufenanpassung je nach Umgebungslicht verfügt das Sightmark MRDS indes nicht. Gespeist wird der 3 MOA große Leuchtpunkt von einer einzelnen 3 Volt CR1632 Batterie, die in einem mit einem Schraubdeckel verschlossenen Batteriefach auf der Oberseite des Visiers untergebracht ist. Dank dieses frei zugänglichen Batteriefaches erübrigt sich die Demontage des Visieres im Falle eines Batteriewechsels. Die Unterseite des Sightmark Mini Shot M-Spec ist übrigens komplett verschlossen. Wenig verwunderlich also, dass das Visier nach IP67 staub- und wasserdicht (bis 1m Wassertiefe für eine Stunde) ist. Ansonsten findet man nur noch die Höhen- und Seitenverstellschrauben am Visierkörper, die mit einer eingelaserten Strichskala versehen sind, über eine Klickverstellung (1 MOA pro Klick) verfügen und sich mit Hilfe des beiliegenden Justierwerkzeuges verstellen lassen. Die Rastung der Klickverstellung ist nicht sonderlich ausgeprägt, gibt aber genügend taktile Rückmeldung, um die vorgenommene Justierung nachzuvollziehen.

So stabil ist das Sightmark Mini Shot M-Spec:

Sightmark Mini Shot M-Spec mit hoher Montage auf dem TROY Pistolenkarabiner
Das Sightmark Mini Shot M-Spec mit hoher Montage auf dem TROY Pistolenkarabiner ermöglicht eine visuelle Visierlinie mit einer mechanischen Visierung ("Absolute Co-Witness").

Als Besonderheit wird das Mini Shot M-Spec direkt vom Hersteller aus mit einem stähleren Schutzbügel ("Shroud") versehen, der die Flanken des Gehäuses sowie den kompletten Linsenrahmen einfasst. Hierdurch soll gerade der fragile Linsenbereich wirkungsvoll vor Stößen oder ausgeworfen Hülsen geschützt werden. Befestigt wird der Schutzbügel beidseitig mittels jeweils zweier Senkkopfschrauben. Wie eingangs erwähnt befinden sich 2 Montagen im Lieferumfang. Hierbei handelt es sich einmal um eine sogenannte "Low Mount" und zum anderen um eine "High Mount". Beide sind für die Verwendung auf Weaver-/Picatinny-Montageprofilen gedacht, wobei die hohe Variante die Visierlinie um satte 56 mm erhöht und somit bei Verwendung auf einem AR-Gewehr das "Absolute Co-Witness" (die mechanische Visierung und der Leuchtpunkt befinden sich dabei auf einer Höhe) ermöglicht. Soll das Mini Shot M-Spec hingegen auf einer Kurzwaffe montiert werden, ist dies dank der in der Gehäuseunterseite integrierten Schnittstelle nach DocterSight-Vorbild ebenfalls kein Problem. Die Montagen sind in 2 Versionen erhältlich, erkennbar am Zusatz "LQD" hinter der Modellbezeichnung SM6043, und unterscheiden sich hinsichtlich der Klemmung. Während bei der normalen Version lediglich eine TX10-Schraube mit Zylinderkopf zum Einsatz kommt, wird bei der "LQD"-Version ein Schnellspannhebel mit einstellbarem Anpressdruck und Sicherungsschieber verbaut.

Technische Daten des Sightmark Mini Shot M-Spec:

Hersteller: Sightmark
Modell: SM26043DE / SM26043-LQDDE (auch in Schwarz erhältlich)
Preis: 315,- Euro
Gehäusematerial: Einteiliges Gehäuse aus 6061-T6 Aluminiumlegierung mit Schutzbügel (Shrout) aus Stahl
Objektivdurchmesser (H x B): 21 x 15 mm
Gehäuseabmessungen (H x B x L): 44 x 29 x 34 mm
Gewicht: 44 g (ohne Montage)
Absehen: 3 MOA
Helligkeitsstufe: 10 über Pfeiltasten manuell einstellbare Helligkeitsstufen
Batterie: 1 x 3 Volt CR 1632
Lieferumang: Weaver / Picatinny Montage in zwei Ausführungen (Low und High Mount), zwei Winkelschlüssel (einmal mit T-10 Torx und einmal mit Schlitz), CR1632 Batterie, Reinigungstuch, Gummiabdeckkappe,  Montageschrauben.
Höhen-/Seitenverstellung: Stufenlos
Verstellumang (Höhe & Seite): 110 MOA, je 1 MOA pro Klick
Montageprofil ("Footprint"): Kompatibel mit Burris Fastfire / Docter (NOBLEX) Sight Montagen

Mit dem Sightmark MRDS auf dem Schießstand:

Blick von oben auf das Sightmark Mini Shot M-Spec
Dank des freizugänglichen Batteriefaches erübrigt sich die Demontage des Visieres im Falle eines Batteriewechsels.

Was wäre ein Optiktest ohne Schießstandbesuch? So zogen wir mit beiden Testexemplaren im Gepäck auch flugs auf den Stand. Eines der Mini Shot M-Spec MRDS montierten wir dabei mittels der passenden Adapterplatte für Docter Optic/NOBLEX-Minileuchtpunktvisiere auf einer Walther PPQ Q4 und das andere Visier wanderte mit der "High Mount" auf eine TROY  M5 Carbine AR-15-9-Selbstladebüchse im Pistolenkaliber 9 mm Luger.

Das Einschießen beider Waffen ging zügig vonstatten und durch die präzise arbeitende Klickverstellung ließen sich die notwendigen Korrekturen verlässlich vornehmen. Zwar verfügen die Justierschrauben (wie bei vielen Modellen anderer Hersteller auch) über keinerlei Konterschrauben, jedoch konnten wir während unserer etwa 500 Schuss umfassenden Erprobung keinerlei Treffpunktverlagerungen ausmachen. Sehr zu unserer Freude erwies sich der 3 MOA Punkt als äußerst klar abgegrenzt und die 10 gut aufeinander abgestimmten Helligkeitsstufen erlaubten eine Anpassung der Leuchtintensität bei einem breiten Spektrum an Umgebungslichtbedingungen. Im Rahmen der praktischen Erprobung haben wir auch beide Varianten der "High Mount", also mit einfacher Klemmschraube und feststellbarem Klemmhebel, getestet. Am Ende konnten wir aber keinen Unterschied ausmachen. Beide hielten das Mini Shot M-Spec auf der Visierschiene des TROYs sicher und unverrückt an seinem Platz, wenngleich natürlich der Klemmhebel den Bedienkomfort erhöht.

Schlussbetrachtung zum Sightmark Mini Shot M-Spec:

Sightmark Mini Shot M-Spec auf Munitionsbox
In unseren bisherigen Erprobungen wurden die MRDS von Sightmark mit rund 500 Schuss belastet.

Die Zeit wird zeigen, ob sich das neue Mini Shot M-Spec MRDS von Sightmark gegen die namhafte Konkurrenz wie etwas das NOBLEX Sight plus II/ III oder das Vortex Venom  hierzulande wird behaupten können. Hierfür mitentscheidend dürfte in jedem Fall sein, wie es sich im Dauerbetrieb schlägt, also wie es um die Zuverlässigkeit bestellt ist. Angesichts der Kürze unseres Tests können wir zu diesem Punkt natürlich kein abschließendes Urteil  abgeben. Für das MRDS von Sightmark spricht in jedem Fall die Abbildungsgüte des Leuchtpunktes sowie zweifelsohne der üppige Lieferumfang. Wo man bei anderen Herstellern Shrouds oder Montagen in unterschiedlichen Montagehöhen nur im kostenpflichtigen Zubehörprogramm findet, erhält man von Sightmark ein Rundum-Sorglos-Paket und kann damit nach dem Kauf sofort loslegen.  In dieser Hinsicht geht der Preis von 315,- Euro auf jeden Fall in Ordnung.


Weitere Informationen zum Mini Shot M-Spec erhalten Sie auf der Internetseite von Sightmark  oder beim Importeur  AKAH − Albrecht Kind GmbH.

Ein weiteres Leuchtpunktvisier inklusive Tactical Magnifier haben wir mit dem  Sightmark Ultra Shot R-Spec und XT-3 Tactical Magnifier getestet.

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