
+++ Update 22.12.2025 +++ "Wir fühlen uns geehrt, dass die deutsche Bundeswehr CZ als ihren Partner gewählt hat. Unser Erfolg bei dieser Ausschreibung zur Neubeschaffung einer Dienstpistole ist einer der bedeutendsten in der modernen Geschichte von CZ. Er bestätigt eindeutig den hervorragenden Ruf, den unsere Handfeuerwaffen durch den aktiven Einsatz unter realen Kampfbedingungen erworben haben. Wir freuen uns auf eine langfristige Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und darauf, alle ihre Anforderungen vertragsgemäß zu erfüllen.", sagt Jan Zajic, CEO und Vorstandsvorsitzender von CZ.
Pistole querschnittlich (P13) der Bundeswehr

Laut offiziellen Mitteilungen vom Mai dieses Jahres erhalten die elitären Bundeswehreinheiten Kommando Spezialkräfte (KSK), Kommando Spezialkräfte der Marine (KSM) und spezialisierte Kräfte der Feldjäger bekanntermaßen bereits die Walther P14 und P14K im Dienst- und Kompaktpistolenformat, wie all4shooters berichtete. Doch nun sind auch die Würfel bei der hinsichtlich der Gesamtstückzahlen interessanteren Dienstpistolen-Ausschreibung für den Großteil der Truppe gefallen. Die 1994 eingeführte Dienstpistole P8 auf technischer Basis der Heckler & Koch USP (Universal Selbstlade Pistole)-Baureihe, die damals die P1 (Walther P38) ablöste, wird nun durch die moderne Polymerrahmen-Schlagbolzenschloss-Pistole CZ P-10 C OR ersetzt. Auch über den im November des Vorjahres begonnenen Wettbewerb für einen über sieben Jahre gehenden Rahmenvertrag für die Herstellung und Lieferung der „Pistole querschnittlich“ haben wir hier bereits ausführlich berichtet (siehe unten: Stand vom 18.03.2025). Dem Vernehmen nach hatten sechs Bieter insgesamt elf Angebote eingereicht. Von denen nach festgelegten Ausschreibungskriterien nur die drei wirtschaftlichsten Angebote in einem nächsten Schritt verhandelt wurden. Wie wir bereits berichteten befanden sich neben dem nun erfolgreichen CZ-Modell nur noch der slowenische Hersteller AREX und österreichische Hersteller GLOCK im Rennen. Wie zu erfahren war, wurde mit dem deutschen Behördenausrüster POL-TEC eine Rahmenvereinbarung über die Lieferung von bis zu 203.000 Pistolen des Typs P13 im Gesamtvolumen von bis zu 56 Millionen Euro geschlossen. In einem ersten Schritt wurde jedoch nur die Lieferung von 65.000 Pistolen samt Zubehör sowie weiteren Leistungen im Gegenwert von etwa 19 Millionen Euro beauftragt. Zum Zubehör gehören wohl auch speziell konfigurierte Ausbildungs- und Schulungswaffen sowie Tragevorrichtungen des zur Safariland-Gruppe gehörenden Herstellers Radar aus Italien, die in den Sicherheitsstufen Level 2, Level 3 sowie in einer Variante für das verdeckte Tragen geliefert werden.
P13 beziehungsweise CZ P-10 C OR im Detail

Wir hatten schon oft das Vergnügen, die CZ P-10 C OR alias P13 in der Praxis zu erproben. Es handelt sich um eine leichte, in ergonomischer Hinsicht gelungene Polymerrahmenpistole mit trendsetzendem „Striker Fire Action“-System mit konstanter Abzugscharakteristik vom ersten bis zum letzten Schuss. Bei dem Abzugssystem handelt es sich um einen komplett vorgespannten Single Action-Abzug in Kombination mit einer in der Abzugszunge integrierten Sicherung und einer automatischen Schlagbolzensicherung. Das Abzugsgewicht liegt üblicherweise im Bereich von rund 2.300 Gramm. Die kompakte C-Variante besitzt einen 102 mm langen Lauf eine Feuerkraft von 15+1 Patronen und ist mit einem entsprechenden Fensterausschnitt auf der Verschlussoberseite ab Werk für die Montage eines Minileuchtpunktvisiers vorbereitet. Die zentralen Eigenschaften der P13-Ausführung im FDE-Finish sind:
- Ergonomische Gestaltung für sichere Kontrolle und hohe Trefferleistung in allen Einsatzsituationen.
- Verlässliche Funktion bei Hitze, Kälte und Dauerbelastung – ausgelegt für den realen Einsatz.
- Hohe Modularität für schnelle Anpassungen an unterschiedliche Missionsprofile ohne Einschränkung der Einsatzbereitschaft.
- Vorbereitet für optische Visiere (Optical-Ready-System), ermöglicht den schnellen Einsatz von Rotpunkttechnologie.
Hier finden Sie einen Testbericht all4shooter.com zur zivilen Variante der neuen BW-Dienstpistole P13, der CZ P-10 C OR.

+++ Stand vom 18.03.2025 +++ Für die Dienstpistolen-Ausschreibung für die „normalen“ Streitkräfte der Bundeswehr als Nachfolger der Heckler & Koch P8 − im Behördenjargon „Pistole querschnittlich (P13)" − gibt es nun News zu vermelden. Der Wettbewerb geht in die nächste Runde und von den ursprünglich beteiligten sechs Produzenten scheinen dem Vernehmen nach nur noch drei Hersteller übrig geblieben zu sein.
Diese Kandidaten sind noch im Rennen um die P13-Ausschreibung:



Hierbei handelt es sich um AREX aus Slowenien, Česká Zbrojovka (CZ) aus Tschechien und GLOCK aus Österreich. Diese Selektion verwundert nicht weiter, wenn man weiß, dass letztendlich vor allem der Anschaffungspreis der neuen Dienstpistole das ausschlaggebende Kriterium sein wird. Denn die Ausschreibung wird ohne vorherige Vergleichserprobungen durchgeführt und der Preis mit einer Gewichtung von 100 Prozent als einziges Zuschlagskriterium im Rahmen der Eröffnung des Teilnahmewettbewerbes aufgeführt. Selbstverständlich müssen alle Mitbewerberfabrikate die gestellten P13-Anforderungen erfüllen, doch für eine Übererfüllung gestellter Anforderungen werden keine Zusatzpunkte verliehen, was durch den Preis als einziges Ausschlagkriterium untermauert wird. Zu den Anforderungen zählte unter anderen, dass die vorgelegte Pistole bereits mit einer Mindestanzahl von 5.000 Exemplaren in den Streitkräften eines anderen NATO-Mitgliedstaates eingeführt worden ist.
Für die neue P13 in 9x19 startete das Bundeswehr-Beschaffungsamt (Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr; BAAINBw) zwei getrennte Ausschreibungen. Hierzu gehört der im November des Vorjahres initiierte Wettbewerb für einen sieben Jahre lang laufenden Rahmenvertrag für die Produktion und Lieferung der „Pistole querschnittlich“. Nach Insider-Informationen soll dieser Tender auch die passenden Tragevorrichtungen umfassen.

Nur einen Monat später, also im Dezember 2024, folgte der Teilnahmewettbewerb für das „Tragesystem Pistole QS P13“. Hierzu heißt es in der BAAINBw-Mitteilung auf der europäischen Online-Vergabeplattform TED: „Die Trageausstattung soll den sicheren Transport der neuen Pistole querschnittlich ermöglichen und die unterschiedlichen Tragearten abbilden. [...] Mit der Vergabe erfolgt keine Beschaffung der Holster. Diese sind über eine vordefinierte Schnittstelle mit den verfahrensgegenständlich zu beschaffenden Trageausstattungen nutzbar zu machen“, lautet die weitere BAAINBw-Formulierung. Auch hier steht der Anschaffungspreis im Vordergrund, sodass nur die drei wirtschaftlichsten Angebote aus dem gesamten Bieterfeld weiter betrachtet werden. Im Rahmen eines siebenjährigen Kontrakts sollen bis zu 186.000 Tragesysteme nebst Zubehör beschafft werden, 62.000 Stück davon voraussichtlich als Festbeauftragungsanteil.
Das lässt natürlich den Rückschluss zu, dass auch die neue Bundeswehr-Dienstpistole P13 in ähnlichen Stückzahlen geordert werden wird.









