Die neue SIG Sauer P365 DH3-Serie wurde zusammen mit Daniel Horner entwickelt und kombiniert Elemente aus dem Sportbereich mit denen der bewährten Verteidigungspistole

Es sind schon einige Jahre vergangen, seit SIG Sauer im Jahr 2018 die P365 mit Schlagbolzenschlosssystem vorgestellt hat. In dieser Zeit hat sich das, was mit der subkompakten Pistole P365 Nitron Micro Compact begann, zu einem kompletten Ökosystem mit Varianten entwickelt, die sich mehr auf das Rückstoßverhalten, die Visierrückgewinnung und die Schusskontrolle generell, als auf die fürs verdeckte Tragen erforderlichen Merkmale konzentrieren. Die neueste P365 DH3-Familie spiegelt diesen evolutionären Trend wider, indem sie das bewährte P365-Konzept mit anderen Prioritäten versieht. Das Ergebnis ist eine Pistolenlinie die erkennbar Teil des P365-Systems bleibt, deren Modelle aber so konfiguriert sind, dass sie ein ruhigeres Schießerlebnis bieten, insbesondere bei schnelleren Schussserien. Zum Start der neuen DH3-Linie sind drei Konfigurationen erhältlich, alle in 9 mm Luger: P365-XF DH3, P365-DH3 AXG und P365 DH3 ROMEO-X SIG-LOC.

Die neue SIG Sauer P365 DH3-Linie kombiniert Merkmale einer Sportwaffe mit denen einer Verteidigungspistole 

Für diese P365-Serie charakteristisch ist unter anderem die Verwendung eines im Farbton Coyote gehaltenen Griffmoduls. Bei den beiden Polymervarianten setzt SIG Sauer hier auf das von der X-MACRO bekannte Modul und bei der weiter unten in diesem Beitrag beschriebenen P365-DH3 AXG-Konfiguration besteht das Modul aus einer Alu-Legierung. Das X-MACRO-Modul verleiht der P365 eine 17-Schuss-Kapazität und auf dem US-Markt die Kompatibilität mit 21-Schuss-Stahlmagazinen (10-Schuss-kompatible Optionen sind ebenfalls erhältlich) sowie eine voluminösere Kontur des Griffs der Pistole. Das Griffmodul verfügt über eine Zubehörschiene mit Picatinny-Taktung nach MIL-STD 1913, einen abnehmbaren Magazintrichter und austauschbare Griffrücken, die es in den Größe Small, Medium und Large gibt.

Das Projekt P365 DH3 wurde in Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Sportschützen und Waffenausbilder Daniel Horner konzipiert, um die für den heimischen US-Markt wichtigen Anforderungen des täglichen Tragens mit leistungsorientierten Eigenschaften aus dem Sportbereich zu verbinden.  Horners Initialen sind daher auch jeweils auf den Flanken am hinteren Ende des Schlittens in Form eines in ein "D" integriertes "H" zu finden. Bei den neuen P365 DH3-Modellen handelt es sich nicht um Competition-Pistolen im engeren Sinne, aber sie orientieren sich eindeutig an wettkampfbasierten Prioritäten. Ein Hauptmerkmal der gesamten DH3-Serie sind die in den Schlitten integrierten Kompensatoröffnungen, die hier in Kombination mit einem 94-mm-Lauf (3.7") zum Tragen kommen. Mit Blick auf die Funktion soll diese Konzeption den Mündungsanstieg reduzieren und den Rückstoßimpuls besser beherrschbar machen. Eine weitere Gemeinsamkeit bei den neuen DH3-Modellen ist das flache Abzugszüngel.

Der Schlitten besteht aus Edelstahl und weist für ein einheitliches Erscheinungsbild ein ebenfalls im sandfarbenen Braunton  "Coyote" gehaltenes Cerakote-Finish auf. Zudem verfügt der Verschluss vorne und hinten über modellspezifische Greifrillen (Serrations) und gewichtsreduzierende Ausfräsungen. Der Schlitten ist für die Aufnahme von Rotpunktoptiken vorbereitet (optics ready) und mit dem kompakten SIG-LOC Optik-Footprint ausgestattet, sodass kompatible Rotpunktvisiere direkt montiert werden können, während die originäre X-RAY3 Tag/Nacht-Visierung für eine schnelle Zielerfassung bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen weiter nutzbar bleibt.

Schauen wir uns die verschiedenen Konfigurationen genauer an:

Die SIG Sauer P365-XF DH3 ist die Basiskonfiguration mit X-MACRO-Polymergriffmodul und Edelstahlschlitten.

SIG Sauer P365-XF DH3 − Basisvariante der neuen Modellreihe mit Polymergriffmodul in Fullsize

Diese Version kombiniert ein leicht gehaltenes Full-Size-Format mit Merkmalen, die aus dem Design von Wettkampfwaffen abgeleitet sind. Die P365-XF-Variante ist die universellste Konfiguration in der DH3-Serie. Sie eignet sich sowohl für das verdeckte Tragen als auch für den regelmäßigen Einsatz auf dem Schießstand. Der abnehmbare Magazintrichter ermöglicht es, die Pistole entweder kompakter oder leistungsorientierter zu gestalten.

In den USA geht die SIG Sauer P365-XF DH3 für rund 920 Dollar über den Tresen.

Die SIG Sauer P365-DH3 AXG kombiniert den Edelstahlschlitten der DH3-Modelle mit einem Coyote AXG Aluminium-Griffmodul und austauschbaren Griffschalen.

P365-DH3 AXG − die schwerste Variante der neuen Reihe mit Aluminiumgriffmodul

Die AXG-Version kombiniert den DH3-Schlitten mit einem coyote-farbenem AXG-Aluminiumgriffmodul und austauschbaren Griffschalen. Das zusätzliche Gewicht des Alu-Griffrahmens gegenüber dem Polymermodul wirkt sich auf die Balance der Pistole aus und kann dazu beitragen, die subjektiv empfundene Rückstoßbewegung im Schuss zu reduzieren, was die erneute Zielaufnahme für viele Schützen einfacher macht.

Der Preis in den USA liegt bei etwa 1.230 Dollar.

Die SIG Sauer P365 DH3 ROMEO-X SIG-LOC Konfiguration beinhaltet ein werkseitig montiertes ROMEO-X SIG-LOC Compact Reflexvisier.

P365 DH3 ROMEO-X SIG-LOC − günstiges Komplettpaket mit SIG-Sauer Rotpunkt-Optik

Bei dieser Konfiguration ist die hauseigene ROMEO-X SIG-LOC Compact Optik bereits ab Werk montiert. Dieses vollständig gekapselte Red Dot Sight Optik wird mit zwei Schrauben von der Unterseite des Schlittens aus montiert. Zusammen mit drei weiteren Kontaktpunkte des SIG-LOC-Footprints wird so eine besonders stabile und laut Hersteller extrem schussfeste Schnittstelle geschaffen.

Das beim Romeo-X SIG-Loc in an der rechten Gehäuseseite angebrachte Batteriefach sorgt nicht nur dafür, dass sich die Knopfzellenbatterie ohne Demontage des Sights wechseln lässt, es trägt vielmehr auch dazu bei, dass die Bauhöhe des Visiers niedrig bleibt und die Co-Witness-Funktion mit der originären offenen Visierung der Pistole ermöglicht wird.

Der Preis für das Set aus P365 DH3 und Sight liegt in den USA bei etwa 1.280 Dollar, wobei man im Hinterkopf haben sollte, dass das Romeo-X SIG LOC Compact dort im Einzelverkauf bei knapp 550 Dollar rangiert.

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