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Test: GSG MP 40 in 9mm P.A.K.

Mündung GSG MP 40
An der Mündung der GSG MP 40 in 9 mm P.A.K. werden die Unterschiede zum Original am ehesten sichtbar – man erkennt sofort, dass es eine Schreckschusswaffe ist.

Schreckschusswaffen erfreuen seit jeher großer Beliebtheit, da sie im Gegensatz zu ihren scharfen Originalen einfacher zu bekommen sind. Besitz und Erwerb sind an die Volljährigkeit gebunden. Lediglich zum Führen bedarf es einer gesonderten Erlaubnis. 

Das Feld an verfügbaren Modellen ist schier unüberschaubar. Dabei haben es allen voran die historischen Ausführungen vielen Leuten angetan. Nicht nur 1911er oder diverse Western-Colts finden sich im reichhaltigen Angebot. Besonders hoch im Kurs stehen sogenannte "Knall-Replikas" aus dem Zweiten Weltkrieg.

Bereits auf der IWA OutdoorClassics 2015 hatte GSG die MP 40 in 9 mm P.A.K. vorgestellt. Nachdem sich das Zulassungsverfahren etwas in die Länge gezogen hat, war es kurz vor Jahresende 2015 soweit. Martin Limper, Marketing-Assistent der Geschäftsführung des Herstellers German Sport Guns brachte unseren Kollegen von VISIER ein Exemplar der MP 40 in 9 mm P.A.K. in die Redaktion – natürlich mit ausreichend Munition, um die Waffe auf Funktion zu testen. 

GSG MP 40 in 9 mm P.A.K. – der erste Eindruck

Die Waffe liegt in einem bedruckten Pappkarton. Alles ist übersichtlich angeordnet. Zum Lieferumfang gehören ein Magazin, ein Aufkleber, eine Reinigungsbürste, ein Inbusschlüssel, eine Ladehilfe und eine Anleitung in Deutsch und Englisch.

Die ausklappbare Schulterstütze lässt sich mittels Releaseknopf auf der linken Seite betätigen und ist genauso wackelig wie bei manchen Originalen. Leider liegt der MP 40 kein Trageriemen bei – die Aufnahmen dafür sind jedenfalls vorhanden. Der Lower besteht aus Kunststoff und imitiert das damals verwendete Bakelit für Griffschalen und Schaft. Darunter verbirgt sich wieder ein Korpus aus Stahl.

Detailansicht Schreckschusswaffe
Alle wichtigen Daten auf der rechten Flanke der GSG MP 40 9 mm P.A.K.: Die PTB-Nummer, das Kaliber 9 mm P.A.K. und der wichtige Hinweis, zuerst die Anleitung zu lesen, bevor man die Waffe auch benutzt. Ein nicht zu unterschätzender Rat.

GSG MP 40 in 9 mm P.A.K. – die technischen Details

GSG MP 40 in 9 mm P.A.K.: Sicherung
GSG MP 40 in 9 mm P.A.K.: Der Sicherungsknopf an der Unterseite. Pfeile quer heißt "sicher"; Pfeile längs heißt "feuerbereit".

Auch sonst weiß die Waffe mit ihrer Detailgenauigkeit zu überzeugen. Der drehbare Sicherungsknopf auf der Unterseite der Waffe zeigt mittels Buchstaben an, in welchem Modus sich die MP befindet. Ausschlaggebend ist dabei, welche Letter zur Seite zeigt. "S" für "sicher" und "F" für "Feuer". 

Die Visierung auf dem Upper verfügt noch über eine zusätzlich hochklappbare Kimme und über Bohrungen für weitere Visiereinrichungen. Überhaupt hat GSG mit diesem Rückstoßlader eine schöne Adaption des Klassikers abgeliefert, schon durch das fast identische Gewicht. Aber wie präsentiert sie sich innen?

Um die MP zu zerlegen, löst man mittels des Inbusschlüssels die Madenschraube am Außengehäuse. Dann lässt sich das Griffstück nach hinten abnehmen, aber Achtung: Die Feder steht unter Spannung! Man sollte also vorsichtig hantieren. Hammer, Verschluss und alle sonst wichtigen Teile bestehen aus Stahl. Auch die Abzugsstange (nach Entfernung der rechten Schale) besteht aus diesem widerstandsfähigen Material. Allerdings ist beim Betätigen des Abzuges das Spanngeräusch der Feder zu hören, was die Funktion jedoch nicht beeinträchtigt. 

GSG MP 40 in 9 mm P.A.K. – im Schuss

Vorab sei darauf hingewiesen, dass die MP 40 nur für Platzpatronen ausgelegt ist. Signal- oder Gasmunition würde die Waffe zerstören! Zum Laden sollte man unbedingt die Ladehilfe verwenden, da es ansonsten doch knifflig wird und auf die Finger geht. Wie angegeben, passen 25 Schuss in das Magazin, allerdings ließen sich noch ein oder zwei weitere Patronen einführen. 

Um die Langlebigkeit der Feder aber nicht zu überstrapazieren, sollte der Schütze es bei den empfohlenen 25 Patronen belassen. Das Magazin rastet hörbar ein, der Spannhebel benötigt etwas Kraft. Fünf Magazine gingen durch die Waffe, bei zweien kam es zu Zuführ- beziehungsweise Auswurfstörungen – allerdings nur bei schneller Schussfolge.

GSG MP 40 in 9 mm P.A.K. – unser Fazit

Für eine unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers von 399,- Euro erhält der Kunde eine wirklich wertige Schreckschusswaffe, die sehr nah an das historische Original heranreicht. Alle wichtigen Teile bestehen aus strapazierfähigem Material, was der Langelebigkeit zugutekommen dürfte. Gerade Liebhaber von historischen Ausführungen aus dem Zweiten Weltkrieg werden an der Schreckschusswaffe GSG MP 40 in 9 mm P.A.K. kaum vorbeikommen. 

Der Erwerb und Besitz der GSG MP 40 in 9 mm P.A.K. und der dazugehörigen Munition ist erlaubnisfrei ab 18 Jahren.

GSG MP 40 in 9 mm P.A.K.
Die GSG MP 40 in 9 mm P.A.K. ist eine sehr wertige Schreckschusswaffe, die sehr nah an das historische Original heranreicht. Vor allem bei Fans historischer Ausführungen dürfte sich die "Knall-Replika" großer Beliebtheit erfreuen.

Sehen Sie hier bei all4shooters.com die Neuheiten von GSG auf der IWA 2016.

German Sport Guns hat eine Airsoftvariante der Mauser M712 aus den Markt gebracht. Lesen Sie hier bei all4shooters.com alles Wissenswerte über die Replika der legendären Mauser-Pistole.

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 GSG MP 40 in 9 mm P.A.K.
Technische Daten

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HerstellerGerman Sport Guns
ModellMP 40 in 9 mm P.A.K.
TypHalbautomatische Schreckschusswaffe (kein Dauerfeuer)
Kaliber9 mm P.A.K.
SystemGas-Signal
AbzugDouble-Action
Magazinkapazität25 Patronen
SicherungDrehbarer Sicherungsknopf auf der Unterseite
Breite75 mm
HöheInklusive Magazin: 286 mm
Ohne Magazin: 197,6 mm
GesamtlängeAugeklappter Schaft: 836,8 mm
Eingeklappter Schaft: 621,7 mm
GewichtInklusive Magazin: 3.350 g
Ohne Magazin: 3.130 g
Material / OberflächenfinishZinndruckguss und Stahl / Griffstück aus Kunststoff
AnmerkungenKlappbare Schulterstütze mit Releaseknopf; Bohrungen für weitere Visiereinrichtungen
LieferumfangBedienungsanleitung, Reinigungsbürste, 3 Inbusschlüssel, 1 Pufferkartusche, Magazin, Ladehilfe
Preis399,- Euro  (UVP des Herstellers einschließlich MwSt.)
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