Der Hersteller German Sport Guns (GSG) selbst preist die Gewehre (fast im gleichen Wortlaut) wie folgt an: „Das Selbstladegewehr MAUSER M15 Sport im Kaliber .22LR HV verfügt über ein Abzugsgehäuse aus glasfaserverstärktem Polymer und einen Receiver aus CNC gefrästem Aluminium. Durch den beidseitig nutzbaren Spannhebel und die beidseitig bedienbare Flügelsicherung ist es für Links- sowie Rechtshänder geeignet. Der klappbare Hinterschaft ist mehrstufig einstellbar. Für einen noch bequemeren Halt sorgt die verstellbare Wangenauflage. Die Flip Up-Visierung ist abnehmbar und ermöglicht eine schnelle Zielerfassung. Die lange Picatinny-Schiene und die UIT-Schiene unterhalb des Laufes runden das Gesamtbild ab.“
Wer sich nun das Gewehr näher anschaut, fühlt sich an das aktuelle Design bei den militärischen Gewehren im Kaliber .223 Remington erinnert. Sehr erfreulich, dass das Mauser M15 Sport sogar durch BKA-Bescheid für das sportliche Schießen zugelassen ist. Mit der Zustimmung eines Dachverbandes kann es von Sportschützen erworben und zur Teilnahme an entsprechenden Disziplinen benutzt werden. Dieser Bescheid ist dem Mauser M15 TacOps nicht zugegangen, es darf nur in die Hände von Jägern oder Sachverständigen.
Bestandsaufnahme: Der KK-Halbautomat Mauser M15

Abzugsgehäuse, Magazinschacht und Griffstück bestehen aus mit Glasfaser verstärktem Kunststoff. Das Griffstück ist mit zwei Schraubbolzen am Verschlussgehäuse befestigt. Dies verbindet die beiden KK-Selbstlader mit den großen Brüdern, deren Äußeres sie imitieren. In Anbetracht der gemäßigten Belastung durch die verwendete Munition und den doch eher feinfühligen Umgang durch den Sportschützen sicherlich eine hinreichend stabile Materialwahl. Das eigentliche Systemgehäuse, GSG nennt es "Receiver", besteht aus Aluminium. Im recht großen Leichtmetallgehäuse verrichtet ein Feder-/Masse-Verschluss seinen Dienst. Dieser ist als geschlossene herausnehmbare Einheit ins Gehäuse eingesetzt. Ein schlichter gerader Durchladehebel kann in drei Positionen links- und rechtsseitig in den Verschlussträger eingesteckt werden.


An beiden Waffen ist der 18 Millimeter starke brünierte Lauf per Laufaufnahmeblock aus Aluminium ins System gesetzt. Seine sechs Züge haben einen Drall von 406 Millimeter. Beim M15 Sport endet er in einer festgesetzten Gewindemutter mit 420 mm Länge. Erheblich kürzer, schließt er nach 300 mm mit einem abnehmbaren Mündungsfeuerdämpfer auf einem M16x1-Gewinde beim M15 TacOps ab. Auf dem Gehäuse sind drei Picatinny-Abschnitte so hintereinander anschraubbar, dass sie eine durchgehende Schiene ergeben. An der Unterseite sowie links und rechts seitlich am Systemgehäuse vor dem Griffstück, abdeckbar durch mitgelieferte Abdeckstücke, finden sich ebenfalls Picatinny-Abschnitte. Eine kleine Rail findet sich sogar auf der Gasentnahmeattrappe vor dem Gehäuse. Riemenaufnahmen sind ebenfalls vorhanden. Die auf dem Gehäuse oben angebrachten Picatinny-Schienen können natürlich die verschiedensten Zielvorrichtungen aufnehmen. GSG liefert als mechanische Visierung einen Kimmen- und einen Korn-Block mit Picatinny-Unterseite als Flip Up-Elemente. Das Stabkorn lässt sich zur Höhenverstellung in der Höhe in der Basis ein- und ausschrauben. Über eine Stellschraube kann die Halterung der zwei Kimmenblätter gegenüber der Basis zur Seitenverstellung versetzt werden. Beide Kimmenblätter haben an ihrer Oberseite eine U-förmige Aussparung. Das vordere davon verfügt über ein kleines Loch und ist dabei zum Umklappen nach vorn ausgelegt, das hintere, mit einem großen Loch versehen, ist zum Umklappen nach hinten konzipiert. Für unser Testschießen der Waffen auf Präzision verkürzten wir den Blick zur 50 Meter entfernten Zielscheibe per Diana- Zielfernrohr 4-16x40 AO. Die mögliche 16-fache Vergrößerung und ein Objektivdurchmesser von 40 Millimeter sollen auf dem Schießstand eine gute Ausgangsbasis für den wiederholungsgenauen Schuss sein. Die Helligkeit des beleuchteten Duplex-Absehens ist in jeweils fünf Stufen einstellbar. Als Farben kann man Rot und Grün wählen.
Mauser M15 Sport und TacOps: Schäfte, Abzüge und Magazine

Für die Schulter des Schützen wartet das M15-Sport mit einem in drei Positionen in der Länge justierbaren Klappschaft auf, der zusätzlich über eine werkzeuglos einfach ausfahrbare Wangenauflage verfügt. Beim Klappschaft selbst passt alles fest und klapperfrei. Seine Ausziehschulterstütze rastet zwar sauber ein, wackelt aber leicht. Der maximale Auszugsweg beträgt 30 Millimeter. An der TacOps sitzt hinten am Gehäuse ein Mil Spec-Schubschaft im AR-15- / M16-Stil mit neun Zentimeter maximalem Auszugsweg in fünf Positionen. Auch diese Schulterstütze rastet sauber ein, wackelt aber spürbar auf ihrem Führungsrohr. Beiden M15-Varianten gleich ist der Abzug mit einem fast geraden und recht langen Kunststoff-Abzugszüngel. Die Tester maßen mittels einer digitalen "Trigger Pull Gauge" bei einem zweistufigen Abzug den (hakelfreien) Vorweg mit rund 1.300 Gramm Widerstand und am danach anstehenden, fühlbar kriechenden Druckpunkt einen Gesamtabzugswiderstand von insgesamt zirka 2500 Gramm. Durch das lange Abzugszüngel und den guten Halt der Waffe am Pistolengriff durch den Schützen ließ sich der Schuss jedoch erstaunlich angenehm auslösen. Wer will, der kann an der Oberseite des Griffstücks per Schraube den Rastenübergriff verstellen, was die Abzugscharakteristik verändert.

Gesichert wird mittels beidseitig vorhandener Flügelsicherung oberhalb des Pistolengriffs, die den Abzug blockiert. Die Munitionsversorgung übernehmen Kunststoffmagazine. Sie kommen in der Außendimension eines typischen Magazins für die .223 Remington und nehmen 10 oder 22 Patronen auf. Die Firma GSG fertigt für die Mauser M15 auch ein Trommelmagazin für 110 Patronen. In den Magazinschacht der ausprobierten Waffen passen die Polymer-Magazine gut, sie rasten sauber ein und können über einen beidseitig vorhandenen Drücker entriegelt werden. Das Aufmunitionieren erwies sich als einfach, im Test gab es keinerlei Magazinprobleme.
Mauser M15 Sport und M15 TacOps: Nun folgt der Praxistest auf dem Schießstand

Eine gute Nachricht gleich zu Beginn: Es gab keine Funktionsstörungen beim Schießen. Die Präzisionsüberprüfung erfolgte auf 50 Meter mit fünf Schuss je Laborierung. Der Tester zielte über das Zielfernrohr 4-16x40 AO von Diana und stützte die Waffe auf einer Benchrest-Vorder- und Hinterschaftauflage ab. Mit der höchsten Vergrößerung auf einer weißen Scheibe mit zehn Millimeter messenden Ringen leistete die Diana-Optik gute Dienste. Nach dem Scharfstellen des Okulareinblicks auf das Absehen konnte auch der Parallaxe-Ausgleich am Objektiv zur Zielscheibe schnell scharf justiert werden. Die Ringe ließen sich klar erkennen und passten genau um den "Kreuzungspunkt" des Absehens. Glücklicherweise war die Vorder- und Hinterauflage hoch genug, um ein Aufsetzen des langen Magazinkörpers zu vermeiden.
Die glatte Unterseite des M15-Handschutzbereichs sorgte bei beiden Varianten für eine zufriedenstellend stabile Lagerung der Waffe vorn auf der vorderen Gewehrauflage. Als Rechtshänder die rechte Hand am ergonomisch gestalteten Pistolengriff, die linke Hand in der skelettierten Schulterstütze, die ebenfalls gut auf die hintere Auflage passte, konnte sich der Schütze beim Mauser M15 Sport ganz aufs Zielen und Abdrücken konzentrieren. Die dünne Schaftkappe des Schubschaftes bei dem Modell TacOps passte nicht wirklich satt auf die hintere Auflage, hier war beim Testen etwas Geschick gefordert. Die beiden für ein kleinkalibriges Selbstladegewehr nicht leichten Waffen sprangen im Schuss nur gering, es gab keinen nennenswerten Rückstoß. Durch ihre stabile Lage auf der Benchrest-Auflage und dem guten "Grip" der Waffen in der Hand des Schützen fiel der vergleichsweise hohe Abzugswiderstand zur konzentrierten Schussabgabe nicht groß negativ auf.

Mit neun Sorten Munition mussten die Gewehre mit dem ruhmreichen Namen ihr Können auf der 50-Meter-Distanz beweisen. Zum Schuss kamen sowohl einfache als auch hochwertige Match-Sorten im Standard-Geschwindigkeitsbereich, dazu eine Hyper Velocity-Laborierung. Die preisgünstige TopShot-Patronensorte von Frankonia wurde von der M15 TacOps auf fast kreisrunde 14 Millimeter verteilt, der größere Bruder benötigte für seine ebenfalls preisgünstigen fünf Schuss Sellier & Bellot Club (Standard Velocity) lediglich 10 Millimeter Platz auf der Scheibe. Drei Löcher lagen sogar ineinander. Beide Waffen kamen außerdem mit hochwertiger Munition der Marke RWS super zurecht: 14 Millimeter für die RWS 50 aus der TacOps und noch einmal 10 Millimeter aus der M15 Sport-Version mit der RWS 100.
Wer mit seiner Waffe Wettkampfambitionen hegt und die passende Munition findet, soll seinen Blick durchaus Richtung Siegertreppchen wenden. Auch wenn dort vielleicht am Ende des Tages viel teurere Gewehre die Stufen erklimmen, ihnen sitzt der Wind in Form einer sehr günstigen GSG-Büchse im Nacken. Zum Spaßschießen oder für dynamische Disziplinen eignen sich die Waffen durchaus. Sie liegen gut in der Hand, haben ein angenehmes Gewicht bei vernünftiger Balance und nehmen auf der Vielzahl von Schienen jede Menge Zubehör und Zielhilfen auf.
Bei Selbstladegewehren gestaltet sich die Reinigung nicht immer einfach. Das einfache Laufputzen nach dem Schießen kann eine vom Patronenlager aus zur Laufmündung hin durchgezogene Reinigungsschnur übernehmen. Die kleine Patrone gilt nicht gerade als der große Verschmutzer. Wer die Waffe weitergehend reinigen oder pflegen will, muss sich allerdings auf etwas Schrauben einstellen. An den eingesetzten Masseverschluss kommt man nur nach der Abnahme des Hinterschaftes heran.
Technische Daten und Preise: Mauser M15 Sport und M15 TacOps
Modell: | Mauser M15 Sport | Mauser M15 TacOps |
Kaliber: | .22 l.r. | .22 l.r. |
Kapazität: | 10 + 1 Patronen | 10 + 1 Patronen |
Länge: | 632 - 892 mm | 764 - 828 mm |
Lauflänge: | 414 mm | 300 mm |
Dralllänge:: | 406 mm | 406 mm |
Abzugsgewicht: | ca. 2.500 g | ca. 2.500 g |
Gewicht: | 3.060 g | 2.814 g |
Links-/Rechts-ausführung: | beidseitig bedienbar | beidseitig bedienbar |
| Preis: | 499,- Euro | 479,- Euro |
Ausstattung: | Masseverschluss, Klappschaft, Picatinny-Schiene auf Systemgehäuse und Handschutz, abnehmbare Flip-up-Visierung. | Masseverschluss, |
Fazit: Wie gut sind die KK-Selbstlader M15 Sport und M15 TacOps?
Das den beiden Randfeuerwaffen zugrunde liegende System hat für seinen Preis (beide unter 500,- Euro) gut und präzise funktioniert. In der Sportausführung ist es hierzulande für Sportschützen erwerbbar und preislich gegenüber vielen anderen KK-Selbstladern vergleichsweise günstig. Die lange Picatinny-Schiene auf 12 Uhr lässt viel Raum für die Befestigung der gewünschten Zielhilfen. In den 10 oder 22 Patronen fassenden Magazinen im Stil eines 22er Magazins lässt sich die KK-Munition problemlos verladen. Für Großdenker bietet German Sport Guns auch eine 110-Patronen-Trommel an. Das Äußere der Mauser M15 mag den einen ansprechen, den anderen nicht. Tatsächlich lässt sich der Selbstlader gut handhaben und macht einen sauber verarbeiteten Eindruck.
Dieser Artikel erschien auch in der VISIER, Ausgabe 09/2026. Dort sind auch die ausführlichen Schießtabellen enthalten. Das Heft können Sie im VS Medien-Shop online kaufen. Dort steht es auch als ePaper zur Verfügung.
Vielen Dank an: GSG für die beiden Testwaffen Mauser M 15 und die Diana-Zielfernrohre, Helmut Hofmann für Aguila-Munition, Frankonia stellte Munition von TopShot und Sellier & Bellot, die RWS-Patronen stammten vom Hersteller. Der Verkauf erfolgt über den Fachhandel.
Redaktion: Hamza Malalla










