Praxis-Test: BOG DeathGrip - neue Dreibein-Stative aus dem Sortiment von STROBL.CZ für die Jagd auf weite Distanzen

Stabile und portable Geräte zum Unterstützen von Langwaffen beim Zielen und Schießen erfreuen sich auch bei den Jägern immer größerer Beliebtheit. Auch wenn so mancher Traditionalist oder Purist noch immer auf seinen selbst aus einem Haselnussstrauch geschnittenen Pirschstock schwört, sind solche Zielstöcke längst nicht mehr State of the Art. Nachdem zu Beginn des 21. Jahrhundert höhenverstellbare und mit speziellen Waffenauflagen versehene ein- und zweibeinige Zielstöcke die klassischen Pirschstöcke mehr und mehr abgelöst haben, halten seit ein paar Jahren auch vermehrt die standsicheren Dreibein-Stative, die ihren Ursprung im taktisch-militärischen Bereich haben und wegen ihrer flexiblen Einsatzmöglichkeiten gerne auch beim PRS (Precision Rifle Shooting), der dynamischen Variante des Long Range Schießens genutzt werden, Einzug in die internationalen und auch hiesigen Jagdreviere. Zu den gefragten Modellen unter diesen Dreibeinen, zählen da sicher die auch BOG Tripod-Schießstative aus den USA. BOG ist eine Marke der unter dem Dach der American Outdoor Brands Corperation agierenden Battenfeld Industries Inc. Zu diesem Hersteller von Jagd- und Schießsportzubehör gehören unter anderen auch Marken wie Caldwell, Wheeler, Tipton und Frankford Arsenal. Alles Marken, deren Produkte auch der tschechische Online Händler STROBL.CZ in seinem Portfolio hat. STROBL.CZ hat uns die beiden BOG-Stative für den folgenden Test leihweise zur Verfügung gestellt. 

Ganz eingeschoben lässt sich das BOG DeathGrip Infinite CF auf ein Packmaß von 78 cm und das DeathGrip Precision auf eines von 79 cm Länge bringen, jeweils bis ans obere Ende der Klemmbacken gemessen.

Das sind zum einen als Einsteigermodell das BOG DeathGrip Precisison Tripod, das bei den Tschechen als „DeathGrip Clamping Tripod“ für 235,80 Euro zu finden ist, und zum anderen das aktuelle Flaggschiffmodel von BOG, das DeathGrip Infinite Tripod CF mit Beinen aus Carbon-Fasern, das bei STROBL.CZ zum Preis von 550,55 Euro gelistet ist. 

Beim BOG DeathGrip Infinite CF ist die Tripod Carry Bag bereits im Preis enthalten oder optional für knapp 38 Euro zu haben.

Beide Modelle werden in einer Kartonverpackung geliefert. Allerdings ist beim DeathGrip Infinite CF darin auch gleich ein weiterer Karton mit einer praktischen Tragetasche aus einem sehr robusten und witterungsbeständigem, PU-beschichtetem Polyster-Gewebe enthalten. Neben zwei breit − und somit bequem − gehaltenen Handschlaufen, hat die Tasche auch einen an stabilen Ösen befestigten Schulterriemen. Die BOG Tripod Carry Bag passt auch für alle anderen DeathGrip-Modelle und kann somit – sofern gewünscht – auch einzeln erworben und für das Precision Tripod genutzt werden. Die mit einem BOG-Logo bedruckte, schwarze Tasche kostet bei STROBL.CZ derzeit 37,84 Euro. 

Technische Details zu den Schießstativen BOG DeathGrip Precision und Infinite CF Tripod aus dem Sortiment von STROBL.CZ 

Arretiert werden die Alu-Rohre der Teleskopbeine des DeathGrip Precision-Modells mit stabilen Klemmhebeln. Am unteren Ende befinden sich großzügig dimensionierte und griffig gerillte Gummifüße, in denen sich wiederum stabile Edelstahlspitzen verbergen. Die Gummifüße sitzen auf Schraubgewinden und geben, wenn sie im Uhrzeigersinn in Richtung der Teleskoprohre gedreht werden, die Spitzen frei. Beim DeathGrip Infinite CF erfolgt das Festsetzen der aus Carbonfasern gefertigten Teleskoprohre dagegen mittels gummiarmierten Schraubmuffen, die hier per sogenanntem Twist-Lock für die nötige Klemmung sorgen. Auch die Carbon-Version des Dreibein-Stativs verfügt über Gummifüße, die sich aber nicht heraus beziehungsweise hineinschrauben lassen. Folglich müssen die hier ebenfalls vorhanden Edelstahlspitzen auf andere Weise hervorgebracht werden. Dazu ist ein Schlitzschraubendreher erforderlich, um die Spitzen komplett aus dem Bodenstück des Teleskoprohrs herauszudrehen, um sie um 180° gedreht, also mit der Spitze nach außen, per Hand wieder hineinzuschrauben. Das ist etwas umständlicher als beim Alu-Stativ, aber dafür sind die umgedrehten Spitzen auch etwa dreimal so lang wie die festen Spikes, was insbesondere bei weichen Untergründen von Vorteil ist. Damit sich die Beine beim Transport nicht ungewünscht spreizen können, verfügen beide Stative über ein entsprechendes Sicherungsband aus Gummi.

Die Alu-Teleskoprohre des Model BOG DeathGrip Precision Tripod können mithilfe von Klemmhebeln stufenlos arretiert werden.
Die Beine des Schießstativs BOG DeathGrip Infinite CF bestehen aus Carbon-Faser-Rohren und lassen sich per Twist Lock-Schraubmuffen stufenlos fixieren.

Die drei Beine der DeathGrip-Stative lassen sich jeweils in den vorgegebenen Winkeln von 85°, 45° und 20° ausklappen. Die Einstellung erfolgt jeweils mittels im Scharnierbereich quer zum obersten Teleskoprohr verlaufenden Bolzen. Der gewählte Winkel lässt sich dank eines Sichtfensters in der Bolzendurchführung ablesen. Für die exakte horizontale Ausrichtung des Stativkopfs verfügen beide Varianten über eine Dosenlibelle, die jeweils seitlich an der Nabe zwischen zwei Beinen angebracht ist. Bei komplett eingezogen Teleskopbeinen und der Einstellung 85° befindet sich der Boden der Waffenhalterung bei der Alu-Variante rund 23 cm über dem Boden, bei der Carbon-Version sind es rund 5 cm mehr. Diese beiden Mindesthöhen erlauben es jedoch, dass ein Schütze beide Stative auch im liegenden Anschlag nutzen kann. Ähnlich sieht es bei der 45°-Einstellung − ebenfalls mit komplett eingezogen Teleskopbeinen – aus. Hier befindet sich die Waffenaufnahme dann in rund 56 cm respektive knapp 61 cm Höhe über dem Boden, was eine gute Ausgangsbasis für die Einstellung des Stativs für den Kniend-Anschlag sein sollte. Mit komplett ausgezogenen Beinen und der 20°-Arretierung beträgt die Höhe der Waffenauflage dann bei der Alu-Version gut 152 cm und beim Infinite CF nur etwa 1,5 cm weniger. Da es sich bei der Gradeinstellungsangaben am Bolzen, um den maximal  möglichen Spreizwinkel in der jeweiligen Einstellung handelt, sind hier je nach Geländebedingungen  natürlich an allen Beinen unabhängig voneinander geringere Anstellwinkel möglich. Allerdings sollte man eines sicheren Standes zuliebe die Beine nicht allzu dicht zusammenbringen. Beide Stative haben jeweils an einem der oberen Teleskoprohre eine rutschhemmende Ummantelung, die der Unterstützungshand auch bei Nässe einen sehr guten Halt bietet. Bei der Alu-Version besteht sie aus Moosgummi und beider Carbon-Version aus profiliertem Vollgummi. Die Außendurchmesser der entsprechenden Teleskoprohre sind bis auf auf ein paar Hundertstel Millimeter identisch und betragen jeweils rund 35,4 mm für das obere, 31,8 mm für das mittlere und 28,2 mm für das untere Rohr.

Mittels quer durch die Schenkelrohre des Scharniers verlaufenden Bolzen, kann der Spreitzwinkel der Stativbeine an den DeathGrip Tripods − hier das Modell Precision − eingestellt werden.
Auch beim DeathGrip Infinite Carbon CF Dreibein wird der Spreitzwinkel des Beine per Querbolzen eingestellt. Wie bei allen BOG Tripods dieser Serie, kann die Grad-Zahl in Sichtfenstern abgelesen werden.

Abgesehen von der Form und Beschaffenheit der Knebelschrauben unterscheiden sich die eigentliche Waffenaufnahme kaum voneinander. Ein großer Unterschied besteht jedoch in der Art wie die jeweilige Halterung mit der Aufnahme am Stativ verbunden ist. So verfügt die kostengünstigere Alu-Version des DeathGrip Tripods lediglich über ein mit einer vertikalen Drehachse verbundenes Kippgelenk. Diese Kombination erlaubt es, die eingespannte Waffe um 360° Grad auf dem Stativ zu drehen und diese bei Bedarf um bis zu 25° nach vorne oder hinten zu neigen. Beim höherpreisigen Carbon-Modell sitzt die Waffenhalterung auf einem Kugelkopf und kann so ebenfalls um 360° gedreht, aber auch um maximal 180° geneigt werden. Bei beiden Stativen kann über die Knebelschrauben der Widerstand, der zum Drehen und Neigen überwunden werden muss, stufenlos und individuell angepasst werden. Ein weiteres Feature, dass die aktuelle Flaggschiffvariante des DeathGrip Tripod mitbringt, ist eine Arca-Swiss-kompatible Schnittstelle, über die auch die Klemmhalterung mit dem Kugelkopfgelenk verbunden ist. Da BOG beim DeathGrip Infinte CF eine zusätzliche Arca-Schiene mit integriertem ¼-Zoll-Standard-Stativadapter mitliefert, bietet dies zwei weitere Optionen. Auf der einen Seite können Waffen mit Arca-Schiene direkt, sprich ohne die Klemmhalterung, an der Kugelkopfhalterung montiert werden und auf der anderen Seite kann die Waffe bei Bedarf samt Klemmhalterung demontiert und das Stativ mithilfe der beiliegenden Schiene auch für eine Foto- oder Videokamera oder aber auch für ein Wärmebildgerät genutzt werden, das über ein ¼"-Standard-Stativgewinde verfügt. 

Beim BOG DeathGrip Precision sitzt das Scharniergelenk, an der die Waffenhalterung befestigt ist, um 360° drehbar an einer senkrechten Achse gelagert. Die Knebelschrauben zum Einstellen der Neigung und Einklemmen der Waffe haben Dreisterngriffe, die für die Drehachse einen gerändelten Knopf. 
Beim BOG DeathGrip Infinite CF sitzt die Grundplatte der Waffenhalterung in der Arca-Swiss-kompatiblen Aufnahme eines Kugelkopfgelenks. Alle Knebelschrauben besitzen hier große, gummiarmierte und rutschhemmende Drehknöpfe. Wie bei allen DeathGrip Tripods hilft eine Dosenlibelle beim Einrichten des Schieß-Stativs.

Die Alu-Variante bringt ohne Waffe etwa 3.850 g auf die Waage bei der Carbon-Version sind es nur 2.925 g, also fast ein Kilo weniger. Anders als die von Haus aus schwerere Alu-Konstruktion, besitzt das Infinite CF an der Unterseite der Nabe des Kugelkopf einen Haken, an dem das Dreibein zusätzlich mit einem Gewicht von maximal 25 lbs also knapp 11,4 kg beschwert werden kann. Dazu kann der Jäger bei Bedarf etwa seinen Rucksack nutzen. 

Hier sind die beiden von STROBL.CZ bereitgestellten Testmodelle mit voll ausgezogenen Beinen zu sehen: rechts das BOG DeathGrip Precision Tripod mit Aluminiumbeinen und Klemmhebeln und links das leichtere BOG DeathGrip Infinite Carbon Fibre Schießdreibein mitsamt darin eingespannter  Bergara B14 (Linkssystem) Prohunter Flex in .308 Winchester von  B&H Waffenhandel.

Das all4hunters-Fazit zum Test der Schießstative BOG DeathGrip Infinte CF und Precision aus dem Angebot von STROBL.CZ 

In unserem Test boten beide Schieß-Stative der Waffe jeweils einen sicheren Stand. Geschossen wurde mit einer Bergara B14 (Linksausführung) B&H Prohunter Flex in .308 Winchester von B&H Waffenhandel. Wie bereits erwähnt, unterschieden sich die Klemmvorrichtungen der beiden Tripods kaum voneinander. In beiden Varianten konnte die Waffe stabil und rutschfest fixiert werden, sodass die Holzoberfläche des Schaftes keinen Schaden nahm. Die Waffe ließ sich im DeathGrip Precision mittels der entsprechenden Knebelschrauben am Scharniergelenk und der Drehachse so einstellen, dass die Waffe bei Neigen und Drehen jeweils in der Position verharrte, in der sie losgelassen wurde. Das funktionierte ebenso mit den Knebelschrauben am Kugelkopf des DeathGrip Infinite CF. Beim Auf- und Abbau des Stativs empfanden wir die Twist-Lock-Ringe am Carbon-Modell ein Stück weit bedienerfreundlicher als die Klemmhebel an der Alu-Version. Punkten konnte das leichtere Carbon-Stativ natürlich vor allem dort, wo es schnell mit der Waffe an einen anderen Standort gebracht werden musste, und sei es nur ein paar Meter weiter. Ein Szenario, dass insbesondere auch bei Drückjagden durchaus vorkommt, wenn man etwa irgendwo am Waldrand mit Blick und Schussmöglichkeiten auf freie Feld- und Wiesenflächen angestellt wurde, um sich eine bessere Schussposition auf weitstehende Stücke zu verschaffen.

Der Standort des BOG DeathGrip Infinite CF lässt sich sehr schnell auch mit montierter Waffe verändern. Bei STROBL.CZ im Angebot.

Beim Transport quer durchs Revier macht sich das knappe Kilo weniger freilich noch stärker bemerkbar. Aber nicht nur das geringere Gewicht, sondern auch der größere Neigungsbereich, den das Kugelkopfgelenk am DeathGrip Infinite CF mitbringt, erweist sich gerade im hügeligen oder alpinen Terrain als Vorteil. Letzten Endes ist eine Frage des Gewichts, das der Jäger wie weit im Revier neben der Ausrüstung noch mit sich herum Tragen möchte. Wer das Stativ primär in weitläufigen Revieren oder steilerem Gelände einsetzen möchte, der sollte den höheren Preis nicht scheuen und die rund 550 Euro für das leichtere BOG DeathGrip Infinite CF Tripod investieren. Wer in der Regel nur kurze Wege bis zum Einsatzort hat, oder das Stativ primär auf dem Schießstand nutzen möchte, der kann auch zum günstigeren DeathGrip Precision Modell für knapp 240 Euro greifen. 

Wenn Sie mit den beiden hier getesteten Modellen noch nicht genug Auswahl haben, sollten Sie sich bei STROBL.CZ im Online-Shop einmal die anderen preislich zwischen dem Einstiegs- und Flaggschiffmodell angesiedelten DeathGrip Tripods einmal näher anschauen und vergleichen.


Weitere Informationen zu STROBL.CZ und dem Sortiment des Online-Händlers erhalten Sie auf dessen deutschsprachiger Shop-Webseite.

Diesen Artikel gibt es auch in dieser Sprache:

Hier bei STROBL.CZ können Sie die von uns getesteten Produkte online kaufen:


BOG DeathGrip Precision Tripod235,80
Euro


BOG DeathGrip InfiniteTripod CF555,50 Euro

BOG Tripod Carry Bag37,84 Euro