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Die eigene Drückjagd von Gerold und Paul Reilmann im Dezember

Schon im April diesen Jahres begannen wir mit den Vorbereitungen für unsere alljährliche Drückjagd. Es ging los mit dem Besorgen von Stangenhölzern, die wir für den Hochsitzbau benötigten. Denn wie jedes Jahr, waren einige unserer Drückjagdböcke baufällig. 

Für den Bau neuer Drückjagdböcke brauchten wir aber nicht nur Stangenhölzer, sondern auch Bretter und Dachlatten. Aus diesem Grund ließen wir ein mobiles Schneidewerk kommen, das uns aus Fichtenstämmen das dringend benötigte Material schnitt. 

Schusssektoren bei der Drückjagd
Das Einzeichnen der Schusssektoren kostet jedes Jahr viel Zeit, ist aber bei der Drückjagd absolut nötig.

Dann wurden neue Böcke zusammen geschlagen, aufgestellt, die Alten entsorgt, die neuen Stände freigeschnitten und Sicherheitsbereiche neu eingezeichnet. Jede Menge Arbeit also für diesen einen Tag im Jahr, an dem alle Sitze im Revier besetzt werden. 

Da wir unser Revier in Intervallen bejagen, entscheidet sich auf dieser einen Drückjagd eigentlich, wie die Gesamtstrecke des gesamten Jagdjahres wird. Denn vor der Jagd wurden zwar schon einige Stücke Wild im Revier erlegt, aber eben nicht die Massen. 

Die Planung der Drückjagd

Wie es heutzutage eigentlich üblich sein sollte, machen wir unsere Jagd zusammen mit unseren Reviernachbarn. In einem Jahr profitieren wir mehr vom Nachbarn im nächsten Jahr läuft es anders. Alles in allem wird unser Wild so weniger Störung ausgesetzt als wenn jedes Revier eine eigene Jagd abhält. Und Ruhe fürs Wild liegt genau in unserem Interesse. 

Also trafen unsere Gäste am Mittwoch, den 6.12.2017, ein. Ganz besonders freuten wir uns, dass Jagdbloggerkollege Andreas Dreisspross und Jannick Böhncke (Freunde der Jagd) unserer Einladung gefolgt waren, um uns während der Jagd beim Filmen und Fotografieren zu unterstützen. 

Hunter Brothers mit Kamera
Wo die Hunter Brothers sind, laufen immer Kameras.

Wie Ihr Euch sicherlich vorstellen könnt, sind wir beide auf unserer eigenen Jagd so beschäftigt, dass wir keine Zeit dazu haben, auch noch zu Filmen. Wir kümmern uns um Gäste, stellen die Schützen an, leiten die Treiberwehren und bergen anschließend das gesamte Wild. Damit haben wir eigentlich keine Zeit mehr für weitere Aktionen. 

So war es toll, Andreas ständig dabei zu haben. Er filmte immer mal wieder, fotografierte oder interviewte auch Schützen. Damit kommt am Ende der beiden Jagdtage doch noch ein interessantes Video zustande. Diesen Film gibt es zwar erst 2018 zu sehen, aber auf unserem Blog erfahrt ihr bald, wann und wo genau. 

Start der eigenen Drückjagd der Hunter Brothers

Als dann am Donnerstagmorgen alle Schützen ihre Stände bezogen hatten, ging es für uns – zusammen mit unseren Treiberwehren – in die Einstände des Reviers. 

Noch sichtlich verwöhnt vom Vorjahr, waren wir dieses Jahr tatsächlich etwas enttäuscht. Wir kamen aus der 3. Dickung und entdeckten immer noch kein Schwarzwild. Es fielen zwar immer wieder Schüsse im Revier, aber es war schon deutlich zu hören, dass nur wenige Salven fielen. Das deutet meistens für die Anwesenheit von Schwarzwild im Treiben hin. 

Als dann 12:30 Uhr das Treiben zu Ende war, kamen langsam die Meldungen rein, was schon alles liegt. Tatsächlich lagen am Ende noch 11 Stücke Schwarzwild, obwohl die Treiber kaum etwas hochgemacht hatten. Außerdem 2 junge Rothirsche, 16 Stück Damwild und 8 Rehe sowie ein Fuchs. Dieses Streckenergebnis ist für unseren ersten Jagdtag guter Durchschnitt – wenn wir die Ergebnisse der letzten 15 Jahre betrachten. 

Reichlich Schwarzwild war wirklich nicht im Treiben. Dennoch waren Sauen da, die aber schon während des Anstellens ausgewechselt haben. Da hatten wir einfach ein bisschen Pech dieses Jahr. So ist das eben bei der Jagd!

Der benachbarte Landesforst hatte dieses Jahr eine wesentlich bessere Strecke und so war auch schnell geklärt, woran es gelegen hatte. Wir waren trotzdem zufrieden und ließen den ersten Jagdtag ausklingen. Die Stimmung der Gäste war gut und wir merkten schnell, dass alle noch von der Jagd im letzten Jahr träumten: dabei sind 127 Stück Wild gefallen. 

Treiber bei der Drückjagd
Obwohl die Sauen am ersten Tag der Drückjagd nicht zu finden waren, arbeiteten die Treiber hervorragend.

Der zweite Tag der Drückjagd im Dezember von Gerold und Paul Reilmann

Am ersten Tag hatten wir mit 16 Stück Damwild unseren Abschussplan bei dieser Wildart mehr als erfüllt. Am zweiten Tag mussten wir unseren Gästen deshalb mitteilen, dass an diesem Jagdtag kein Damwild mehr erlegt werde darf.

Einige Mundwinkel gingen daraufhin nach unten, aber wir müssen uns nunmal an die Vorgaben der Behörde halten. So wurde nur noch auf Schwarz-, Rot-, Reh- und Raubwild gewaidwerkt. 

Vorbereitung der Nachsuche der Drückjagd
Bei der Nachsuche der Drückjagd sind gute Revierkarten unablässig.

In diesem Revierteil lief es allerdings deutlich besser mit den Schwarzkitteln, als am Tag zuvor. Immer wieder machten die Treiberwehren Rotten auf und viele Einzelschüsse aber auch einige Salven ließen auf eine gute Strecke hoffen. 

Beim Durchgehen hatte Paul dann auch noch Weidmannsheil. Ein Treiber rief ihn zu sich, da direkt vor ihm unter einem Brombeerbusch 2 Sauen steckten. Auf kürzester Entfernung erlegte Paul dann beide. 

Erst hatten wir die Vermutung, dass die Stücke angeschweißt waren, was sich aber nicht bestätigte. Beide Stücken waren gesund und hatten scheinbar einfach nur gehofft, übersehen zu werden. Das klappte allerdings nicht so gut! 

Etwa eine halbe Stunde vor Treibenende wurde es dann deutlich ruhiger im Revier. Scheinbar waren jetzt alle Sauen im Revier aufgemüdet und hatten es verlassen. Als dann um 13 Uhr die Jagd beendet war, schauten wir in viele glückliche Gesichter. Unsere Treiber waren richtig zufrieden, hatten sie doch reichlich Sauen in Anblick und auch einige Schützen hatten gleich mehrere Schwarzkittel erlegt.

Abschluss und Ergebnis der Drückjagd der Hunter Brothers

Aufbrechen von Wild nach der Drückjagd
Das zentrale Aufbrechen bewährt sich bei der Drückjagd der Hunter Brothers jedes Jahr aufs Neue.

Wieder andere hatten nur Damwild in Anblick und kamen nicht zum Schuss. Aber auch das ist normal und am Ende waren fast alle Teilnehmer zufrieden mit dem Ergebnis dieser Jagd. 

Wir konnten ein Stück Damwild (das in einen Zaun gesprungen war und abgefangen werden musste), 22 Sauen, 8 Rehe und 6 Füchse zur Strecke legen. Insgesamt kamen wir somit an beiden Jagdtagen auf exakt 75 Stück Wild. Wir finden das für unser 530 ha Revier mehr als in Ordnung. Natürlich ist dieses Ergebnis weit von der Strecke vom letzten Jahr entfernt. Aber wie sagt unser Vater immer so schön: "Man kann sie halt alle nur einmal erlegen". 

Letztlich waren wir wirklich zufrieden, denn es kann nicht jedes Jahr ein Rekordjahr sein.

Außerdem hatten wir diese "normale" Strecke bereits zwei Tage nach der Jagd zu annehmbaren Preisen vermarktet. Das ist ja heute auch nicht mehr selbstverständlich. 

Unsere Abschusspläne beim Damwild sind – wie eben erwähnt – erfüllt. Beim weiblichen Rotwild, sowie dem Reh- und Schwarzwild hinken wir noch etwas hinterher. 

Deswegen überlegen wir uns in den nächsten Tagen, ob wir noch eine kleine Jagd im Januar machen oder ob wir es sein lassen. Das Ganze hängt natürlich auch ein wenig von den Witterungsbedingungen ab. Schauen wir, was der Winter noch so mit uns vorhat. 

Auf jeden Fall wünschen wir jetzt allen Lesern, Followern und Fans eine angenehme Weihnachtszeit und reichlich Weidmannsheil! Zwischen den Jahren geht ja meistens auch noch ein bisschen was. 

Das Video zu diesem Blogeintrag ist übrigens nicht von unserer  Drückjagd, aber von den Tagen davor.

Ihr seht heute den ersten Teil zu unserer Filmreihe "Traumdrückjagd". Diese Drückjagd fand in Brandenburg statt und eigentlich können wir dazu nicht viel mehr sagen, als ihr in den Videos seht. Der zweite Teil kommt in den nächsten Tagen! 

Viel Freude damit und Weidmannsheil!

Eure Hunter Brothers Gerold und Paul 


Gerold und Paul waren auf Abstauberjagd. Hier findet Ihr den spannenden Beitrag und das Video.

Die Hunter Brothers auf der Drückjagd im Revier von Huntingroom.

Noch mehr spannende Videos? Hier kommt Ihr direkt auf den YouTube-Kanal der Hunter Brothers.

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