Wir hatten das Nocpix Mate H50R seit September vergangenen Jahres im intensiven Dauereinsatz – bei Pirsch und Ansitz, unter unterschiedlichsten Bedingungen und Temperaturen bis hinunter auf minus 16,5 Grad Celsius. Hier sind unsere Erfahrungen aus mehreren Monaten jagdlicher Praxis.
Nocpix Mate H50R: Hochwertiger erster Eindruck

Bereits beim ersten Kontakt vermittelt das MATE H50R einen äußerst hochwertigen Eindruck. Das robuste Magnesiumgehäuse wirkt stabil und gleichzeitig angenehm leicht. Besonders positiv fiel uns die griffige Oberfläche auf, die selbst mit Handschuhen sicheren Halt bietet. Auch die Bedienung überzeugt: Die Tasten lassen sich nachts im Anschlag problemlos erfühlen und intuitiv bedienen – ein wichtiger Punkt, wenn es im jagdlichen Einsatz schnell gehen muss.
Bildqualität des Nocpix Mate H50R auf absolutem Top-Niveau


Das Herzstück des Geräts ist der 640x512 Pixel Sensor mit 12 µm Pixel Pitch und einem NETD-Wert von unter 15 mK. In der Praxis bedeutet das: enorme Detailschärfe, starke Kontraste und eine beeindruckende Bildruhe. Gerade bei schwierigen Wetterbedingungen wie Nebel, Frost oder hoher Luftfeuchtigkeit spielte das Nocpix MATE H50R seine Stärken voll aus. Wild ließ sich zuverlässig ansprechen und auch auf größere Entfernungen sauber erkennen. Der 50-mm-Objektivdurchmesser macht das Gerät insbesondere für Feldreviere und weite Distanzen interessant. Während mehrerer Jagden konnten wir das Vorsatzgerät mit unterschiedlichen Jagdoptiken und Setups testen. Besonders im direkten Vergleich mit anderen Premiumgeräten überzeugte das MATE H50R durch seine ruhige, kontrastreiche Darstellung und die stabile Softwareperformance. Selbst bei extrem niedrigen Temperaturen bis -16,5 °C arbeitete das Gerät zuverlässig. Gerade bei Kälte zeigt sich oft, wie robust Elektronik tatsächlich ist – hier hinterließ das Nocpix einen sehr starken Eindruck.
Bedienung des Nocpix MATE H50R: Ein Vorteil für Rechtshänder, eine Lösung für Linkshänder

Ein interessanter Punkt betrifft die Ergonomie: Die Menüführung sowie die Schärferegelung befinden sich auf der linken Seite des Geräts. Für Rechtshänder ist das ein echter Vorteil: Während man im Anschlag bleibt, lassen sich Einstellungen bequem mit der linken Hand vornehmen. Linkshänder müssen dagegen umgreifen. Allerdings liefert Nocpix hierfür eine praktikable Lösung mit: die mitgelieferte Fernbedienung. Damit lassen sich sämtliche wichtigen Funktionen komfortabel steuern, ohne die Anschlaghaltung zu verändern. Gerade im jagdlichen Einsatz zeigt sich die Fernbedienung deshalb als deutlich sinnvoller, als man zunächst vermuten könnte.
RAW-Funktion des Nocpix MATE H50R: Praktisch, aber korrekt einstellen
Besonders spannend ist die sogenannte RAV-Funktion – die rückstoßaktivierte Videoaufnahme. Sie ermöglicht es, den Schuss später noch einmal zu analysieren und die eigene Schussabgabe auszuwerten.
Wichtig dabei: Die Empfindlichkeit der Schussauslösung muss korrekt auf das verwendete Kaliber abgestimmt werden.
Die Einstellung erfolgt in fünf Stufen:
- starke Kaliber → geringere Empfindlichkeit (Richtung Stufe 5)
- schwächere Kaliber → höhere Empfindlichkeit (Richtung Stufe 0)
Wird die Funktion nicht korrekt eingestellt, startet die Aufnahme möglicherweise nicht zuverlässig bei der Schussabgabe. Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen Defekt, sondern schlicht um eine Konfigurationsfrage. Hat man die passende Einstellung gefunden, funktioniert die automatische Schussaufnahme sehr zuverlässig.
Nocpix Mate MATE H50R: Unser Langzeittest läuft weiter
Das Nocpix Mate MATE H50R befindet sich weiterhin bei uns im Langzeittest. Besonders interessant bleibt dabei:
- Wie stabil bleibt die Treffpunktlage über Monate?
- Wie entwickelt sich die Akkuleistung langfristig?
- Wie zuverlässig arbeitet die Software im Dauereinsatz?
- Wie robust zeigt sich das Gerät bei intensiver Nutzung?
Bislang hinterlässt das MATE H50R in all diesen Punkten einen ausgesprochen positiven Eindruck.
Fazit: Ein technisch starkes Premium-Vorsatzgerät

Gibt es Kritikpunkte? Wirklich gravierende Schwächen konnten wir bislang nicht feststellen. Einzig die Bedienung für Linkshänder könnte komfortabler gelöst sein – wobei die Fernbedienung dieses Problem weitgehend kompensiert. Technisch bietet das Nocpix MATE H50R alles, was man von einem modernen Premium-Wärmebildvorsatzgerät erwartet: hervorragende Bildqualität, starke Sensorik, stabile Software und zahlreiche praxisnahe Funktionen. Zusätzlich zeigt sich das System auch bei anspruchsvollen Anwendungen äußerst leistungsfähig. Mit dem Schwestermodell MATE H38R konnten wir beispielsweise auf Stahlziele bis 800 Meter schießen und treffen – unterstützt durch den integrierten Ballistikrechner. Für die Jagd spielt das natürlich keine Rolle, da solche Distanzen nicht waidgerecht wären. Es zeigt jedoch eindrucksvoll, welches technische Potenzial in den Geräten steckt.
Unterm Strich liefert Nocpix mit dem MATE H50R und einer unverbindlichen Preisempfehlung von 2.999,- Euro ein vollumfänglich überzeugendes Wärmebildvorsatzgerät für anspruchsvolle Jäger, die keine Kompromisse eingehen wollen. Hier finden Sie eine Vorstellung mit den technischen Daten des Nocpix MATE H50R und weitere Informationen zum Gerät auf der deutschen Nocpix-Website.









