In den letzten Jahren hat der Druck seitens der Europäischen Union, die Verwendung von Blei in Jagdmunition zu verbieten, die meisten Munitionshersteller dazu veranlasst, neue Laborierungen auf der Basis alternativer Metalle und Legierungen auf den Markt zu bringen, obwohl Büchsenmunition vorerst von den vorgeschlagenen Beschränkungen ausgenommen bleibt.
Von Anfang an begegneten viele Jäger den neuen bleifreien Patronen mit erheblicher Skepsis, wenn nicht gar offenem Misstrauen, insbesondere was ihre Leistung im Einsatz und ihre Präzision aus Jagdbüchsen betraf.


Man kann auch mit Fug und Recht sagen, dass die erste Generation dieser Patronen – die oft zu hohen Premiumpreisen verkauft wurde – meist kein Vertrauen erwecken konnte. Im Laufe der Zeit haben sich die bleifreien Munitionssorten mit Blick auf das Geschossdesign, das Pulver und die Fertigungstechnologie erheblich weiterentwickelt. Auch die Preise haben sich inzwischen denen der bleihaltigen Laborierungen angeglichen. Heute haben viele Hersteller hochwertige bleifreie Jagdpatronen im Programm, die eine hervorragende Endballistik, ausgezeichnete Präzision und die Fähigkeit bieten, eine effektive Geschwindigkeit auch auf größere Entfernungen zu gewährleisten. So auch die PowerHead Blade aus dem Hause Sako.

Das bleifreie Geschoss der Jagdpatrone PowerHead Blade von Sako nutzt 5 Wirkstufen bei seiner Expansion:
Für diesen Test haben wir die Sako PowerHead Blade geschossen, die mit einem monolithischen Geschoss aus reinem Kupfer geladen ist. Kupfer ist von Natur aus formbar und duktil und bietet beim Aufprall eine hervorragende kontrollierte Verformung, die Sako durch ein Design erreicht, bei dem die Deformation des Geschosses in fünf Stufen abläuft.

Laut Sako beginnen diese fünf Wirkungsstufen mit der Polymerspitze, die beim Auftreffen die Expansion einleitet, gefolgt von einer trichterförmigen Nasenaushöhlung, der sogenannten Reaktionskammer, die die Verformung des Geschosses beschleunigt. Interne Expansionsrillen im zylindrischen Teil der Aushöhlung fördern anschließend die schnelle und gleichmäßige Deformation, gefolgt von einem glatten Abschnitt, der als Expansionskammer dient und das Aufpilzen auf die optimale Größe steuern soll. Schließlich dient der massive hintere Teil des Geschosses als Expansionsstopp, der ein weiteres Aufpilzen sowie das Abreißen der Fahnen verhindern und so für ein hohes Restgewicht sorgen soll, damit auch ein sicherer Ausschuss gewährleistet ist.
Die Sako PowerHead Blade ist die erste bleifreie Munition mit einem monolithischen Geschoss, die komplett eigenständig von Sako entwickelt und gefertigt wurde. Bei seinen früheren bleifreien Laborierungen griff der finnische Waffen- und Munitionshersteller dagegen auf Geschosse von Barnes zurück.
Das „PowerHead Blade“-Projektil wird aus reinem Kupfer kaltgeformt und verfügt über eine Polymerspitze mit drei Mikroschlitzen, die über einer Hohlspitzenhöhle sitzt, die im Inneren mit vier Längsrillen für eine kontrollierte Deformation versehen ist. Beim Auftreffen des Geschosses bilden sich dadurch vier sich ausdehnende Geschossfahnen. Das Projektil weist drei unterschiedliche Führungsflächen für den Lauf auf: die vordere, sekante Ogive, die in einen zylindrischen Abschnitt übergeht, einen hinteren zylindrischen Abschnitt, der in einem Boat-Tail-Profil endet, sowie ein dazwischenliegendes Führungsband.
Top-Streukreise mit der Sako 162 grs PowerHead Blade in .308 Winchester auf der 100-Meter, 200-Meter- und 300-Meter-Bahn:
Für unseren Test konnten wir auf mehrere Packungen mit .308-Winchester-Munition, geladen mit dem 162-Grain-PowerHead-Blade-Geschoss zurückgreifen. Wir haben die Patronen mit einer Remington 700 geschossen, die mit einem H7-Chassis und einem Noblex Inception NZ8 2,5–20×50 Zielfernrohr mit MHR-Absehen in der ersten Bildebene ausgestattet war – eine Kombination aus Gewehr und Optik, die wir zuvor schon auf 500 Meter erfolgreich eingesetzt hatten.
Alle Tests fanden bei „Long Range Roma“ statt, einer Schießanlage, die Schussentfernungen von bis zu 600 Yards (knapp 550 Meter) bietet. Mit Blick auf eine verantwortungsvolle und waidgerechte Jagd haben wir uns hier jedoch auf Entfernungen von maximal 300 Metern beschränkt.

Um es gleich vorwegzunehmen: Die Munition hat sowohl hinsichtlich der Präzision als auch der Gleichmäßigkeit der gemessenen Geschwindigkeit hervorragende Ergebnisse erzielt.
Bei einer auf 100 Meter Entfernung eingeschossen Waffe, geben die herstellerseitigen ballistischen Daten einen Geschossabfall von 13,4 cm auf 200 Meter und von 48,7 cm auf 300 Meter an. Unser ermittelter Geschossabfall fiel etwas stärker als angegeben aus – etwa 1,5 cm tiefer bei 200 Metern und fast 5 cm bei 300 Metern. Die Streukreise blieben jedoch durchweg unterhalb von ½ MOA, mit 3-Schuss-Gruppen von 12 mm auf 100 Meter, 19 mm auf 200 Meter und 43 mm auf 300 Meter. Die Streuung wurde von Mitte zu Mitte zwischen den beiden am weitesten voneinander entfernten Einschusslöchern gemessen.
Geschwindigkeit und Standardabweichung wurden mit einem von Strobl.cz zur Verfügung gestellten v0-Messgerät mit integriertem Ballistikrechner ermittelt. Wir haben hier auf all4shooters.com auch schon einen ausführlichen Testbericht über das Caldwell VelociRadar veröffentlicht, das wir genutzt haben.
Die durchschnittliche Mündungsgeschwindigkeit über eine Serie von zehn Schüssen betrug 806 m/s, etwa 9 m/s unter dem vom Hersteller angegebenen Wert von 815 m/s, bei einer Umgebungstemperatur von 26 °C.
Die Standardabweichung betrug bei zehn Schüssen 3,92 m/s, bei einer Extremabweichung von 13,5 m/s. Die gemessenen Mündungsgeschwindigkeiten lagen zwischen 799,2 m/s und 812,7 m/s – das sind aus ballistischer Sicht hervorragende Ergebnisse.
Das PowerHead Blade-Sortiment von Sako umfasst international derzeit 14 Kaliber, von .223 Remington bis .375 H&H, wobei für einige der gängigsten Patronen, darunter die .308 Winchester, .30-06 Springfield und 7 mm Remington Magnum, jeweils zwei Optionen beim Geschossgewicht zur Auswahl stehen. Für den hiesigen Markt hat Sako-Importeur und Großhändler Manfred Alberts zusätzlich auch die 9,3 x 74 R im Programm.
Der unverbindlich empfohlene Verkaufspreis für eine Schachtel mit zwanzig Sako PowerHead Blade-Patronen in .308 Winchester mit 162 grs schwerem Geschoss beträgt derzeit 87,- Euro.


Weitere Informationen zur bleifreien Munitionslinie PowerHead Blade finden Sie auf der Homepage von Hersteller Sako und auch im hier im Katalog von Importeur und Großhändler Manfred Alberts GmbH.













