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100. Geburtstag von MAKAROV

Makarov- ein Mann und eine Pistole. 

Am 22. Mai 2014 hätte Nikolai Fjodorowitsch Makarov (22.05.1914-13.05.1988) seinen 100. Geburtstag gefeiert. Dies nehmen wir zum Anlass einen Blick auf das Leben des russischen Waffenkonstrukteurs, der die legendäre 9x18 mm Pistole entwickelt hat, zu werfen.

Dr. Ilya Shaydurov / Das Team von all4shooters.com
Nikolai Fjodorowitsch Makarov  (22. Mai 1914 -13. Mai 1988)
Nikolai Fjodorowitsch Makarov  (22. Mai 1914 -13. Mai 1988)
Die 9 mm Pistole MAKAROV (PM) ist eine der weltweit bekanntesten und verbreitesten Pistolen. In Russland wurden insgesamt etwa 5 Mio. Exemplare PM produziert, etwa die gleiche Zahl wurde auch im Ausland nachgebaut.
Die 9 mm Pistole MAKAROV (PM) ist eine der weltweit bekanntesten und verbreitesten Pistolen. In Russland wurden insgesamt etwa 5 Mio. Exemplare PM produziert, etwa die gleiche Zahl wurde auch im Ausland nachgebaut.

Wie alles begann - die jungen Jahre von Makarov

Nikolai Fjodorowitsch Makarov wurde am 22. Mai (am 9. Mai nach dem alten, julianischen Kalender) 1914 in der Stadt Sasovo des Gouverments Rjasan in der Familie eines Lokomotivführers, Fjodor Wassiljewitsch Makarov, geboren. Die Mutter des zukünftigen Waffenkonstrukteurs, Pelageja Wassiljewna, war Hausfrau und zog sechs Kinder groß. Nach dem Abschluss der sechsjährigen Schule im Jahre 1929 begann Nikolai die Ausbildung bei einer Eisenbahn-Berufsschule in Rjasan. Zwischen 1931 und 1935 reparierte er als Schlosser Dampflokomotiven im Bahnbetriebswerk der Station Sasovo an der Kasan-Eisenbahn. Dann ging er zur RabFak (Arbeitsfakultät) in Moskau. Im Jahre 1936 begann Makarov ein Studium am Mechanischen Institut Tula, wo viele andere große russische Waffenkonstrukteure ihre Hochschulausbildung abgeschlossen haben.

Das Haus in Tula, wo die Familie Makarov in einer 3-Zimmer-Wohnung seit 1954 lebte 
Das Haus in Tula, wo die Familie Makarov in einer 3-Zimmer-Wohnung seit 1954 lebte 
Das Auto war das Lieblingshobby des Waffenkonstrukteurs
Das Auto war das Lieblingshobby des Waffenkonstrukteurs
Auf den Straßen von Tula mit Ehefrau Nadeschda Jakowlewna
Auf den Straßen von Tula mit Ehefrau Nadeschda Jakowlewna

Als der Deutsch-Sowjetische Krieg begann, brach er sein Studien ab. 

Er bekam vorzeitig die Ingenieurqualifikation und wurde nach Sagorsk versetzt, wo die Maschinenpistolen PPSch-41 hergestellt wurde. Bald wurde diese Fabrik in die Stadt Wjatskije Poljany in Oblast Kirow umgesiedelt. Dort arbeitete Nikolai Makarov unter der Leitung des Erfinders der PPSch-41, G.S. Schpagin. Er stieg damals sehr schnell vom Werkmeister zum Projektingenieur auf. Er schloss 1944 sein Studium mit Auszeichnung am Mechanischen Institut Tula ab. Das Thema seiner Diplomarbeit, das er selbst ausgewählt hatte, war die Entwicklung eines neuen Maschinenkarabiners für die neue Patrone 7,62 x 39 mm Modell 1943.

 

Nach dem Studienabschluss sollte Nikolai Fjodorowitsch Makarov am Forschungsinstitut NII SPWA in Kunzewo (heute ZNIItotschmasch in Klimowsk) als Projektkonstrukteur arbeiten. Aber schon im folgenden Jahr bat N.F. Makarov aus familiären Gründen um eine Versetzung ins Konstruktionsbüro ZKB-14 nach Tula (heute ОАО "KBP" Tula). Dort arbeitete er dann bis zu seinem Ruhestand.

Zwei große russische Waffenkonstrukteure: M.Т. Kalaschnikov (li.) und N.F. Makarov
Zwei große russische Waffenkonstrukteure: M.Т. Kalaschnikov (li.) und N.F. Makarov
Die 9 mm Pistole MAKAROV (PM)  ist eine der weltweit bekanntesten und verbreitesten Pistolen. In Russland wurden insgesamt etwa 5 Mio. Exemplare PM produziert, etwa die gleiche Zahl wurde auch im Ausland nachgebaut.
Die 9 mm Pistole MAKAROV (PM) ist eine der weltweit bekanntesten und verbreitesten Pistolen. In Russland wurden insgesamt etwa 5 Mio. Exemplare PM produziert, etwa die gleiche Zahl wurde auch im Ausland nachgebaut.

Waffen-Legende mit dem Namen PM.

1945 rief die GAU (Hauptverwaltung für Artillerie des Verteidigungsministeriums) einen Wettbewerb für eine neue Dienstpistole in den Kalibern 7,65 mm und 9 mm ins Leben, um die veraltete Pistole TT zu ersetzen. Daran nahmen mehrere berühmte Konstrukteure  teil: F.W. Tokarev, P.W. Woewodin, S.A. Korowin, I.I. Rakov, S.G. Simonov, sowie einige Jungkonstrukteure aus Moskau, Ischewsk und Tula. Darunter auch Nikolai Fjodorowitsch Makarov. Makarov ging als Sieger aus diesem sehr harten und mehrstufigen Wettbewerb durch hervor.

Ihm gelang es, wesentlich mehr Prototypen als seine Konkurrenten zu entwickeln und zu testen. Die Besten waren die MAKAROV Pistolen TKB-412 im Kaliber 7,65 mm BROWNING und TKB-429 für die neue Patrone  9 х 18 mm. Das letzte Modell wurde 1951 in den Dienst aufgenommen - unter der Bezeichnung "Pistole MAKAROV" (PM,  GAU-Index 56-А-125).

 

Obwohl einige Konstruktionsmerkmale der PM MAKAROVs von der Pistole WALTHER PP übernommen wurden, ist die MAKAROV keine verbesserte Kopie der deutschen Pistole. Die PM unterscheidet sich durch die einfache Konstruktion und die lange Lebensdauer, sowie durch den Aufbau von Abzugs- und Sicherungsmechanismen, Magazin- und Verschlusshaltern. Die Pistole besteht nur aus 32 (!) Bauteilen und ist extrem zuverlässig sowie einfach zu bedienen. Für ihre Entwicklung wurde Makarov 1952 eine Staatliche Prämie (Stalin-Prämie) verliehen.

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