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Test & Technik: Mercury Saphire Repetierbüchse für die Jagd

Repetierbüchse Mercury Saphire

Unter der Hausmarke Mercury vertreibt Frankonia eine Holz- und zwei Synthetikschaft-Varianten der Saphire von Sabatti. VISIER nahm ein Vorserienmodell der Mercury Saphire Repetierbüchse mit Kunststoffschaft mit auf den Prüfstand.

Das Team von all4hunters.de // Text: Andreas Wilhelmus / VISIER, Fotos: Michael Schippers

Jeder, der sich für Schusswaffen interessiert, dürfte schon einmal gehört haben, dass Läufe außer den klassischen Feldern und Zügen auch andere Laufprofile aufweisen können. Die italienische Waffenschmiede Sabatti stattete mit ihrem Multi Radial Rifle MRR genannten Laufprofil ihre jüngste Langwaffe aus: die Saphire. 


Wer nun denkt, der Name der neuen Büchse sei einfach nur an die blaue Edelsteinart angelehnt, der irrt. Vielmehr handelt es sich hierbei um eine Abkürzung für die "Sabatti All Purpose Hunting Italian Rifle" oder sinngemäß übersetzt: Sabatti Allzweck-Jagdbüchse aus Italien. 


Über das Waffenhandelshaus Frankonia kommt die neue Repetierbüchse in 3 Kalibern jeweils mit 52 cm Lauflänge nach Deutschland: .308 Winchester, .30-06 Springfield und 8 x 87 IS. Allerdings heißt sie dann Mercury Saphire – nach der Hausmarke von Frankonia. 


Wir haben hier bereits die originale Repetierbüchse Sabatti Saphire für die Jagd mit Holzschaft getestet.

Kaufoptionen und Eigenschaften der Mercury Saphire Büchse

Neben den 3 Kalibern stehen auch 3 Schaftvarianten zur Auswahl. Dabei unterscheidet sich die günstigste Variante für 999,- Euro nur im Schaftmaterial. Sie kommt im schwarzem Softtouch-Synthetikgewand. Die im einfachen Nussholz gehaltenen Saphire ist für 1.199,- Euro erhältlich.

Mercury Saphire mit Kunststoffschaft und Meopta Zielfernrohr
Die Testwaffe der Mercury Saphire hatte einen schwarzen Synthetikschaft.

Im Übrigen kommen beide Schäfte mit einem Pistolengriff und einer linksseitigen Backe für Rechtsschützen am Hinterschaft, der wiederum in einen Monte-Carlo-Effekt ausläuft. Am Schaft-Ende mildert eine Kappe aus mittelhartem Elastomer den Rückstoß. 


Beide Schäfte besitzen zudem noch griffig konturierte Kontaktflächen an Pistolengriff und Handschutz. An sich nichts Neues: Die Schäfte gab‘s auch schon bei der Modellreihe Mercury 870. Letzteres gilt übrigens auch für den Lochschaft, in dem die Saphire zum Preis von 1.049,- Euro ebenfalls zu haben ist. Dieser Schaft ist als Universalversion ausgelegt und hilft so nicht nur potentiellen Muckern, sondern ebnet auch Linksschützen den Weg zu einer Saphire. 

Picatinny-Schienen der Mercury Saphire
Die Innensechskantschraube in der hinteren Picatinny-Basis ragt bis ins Innere der Systemhülse und dient dort als Führungsnocke für die Verschlusssteuerung.
Verschluss der Mercury Saphire
Der Verschluss der Saphire verriegelt in einer stählernen Buchse im System. Das Schloss wird beim Verriegeln gespannt und der Öffnungswinkel beträgt 60 Grad.

Doch zurück zum Modell mit schwarzem Softtouch-Polymerschaft. Bei diesem ruht das System von zwei Schrauben gehalten auf massiven Kunststoffblöcken in einer Bettungsmasse.


Die Systemhülse fräst Sabatti aus einer Aluminiumlegierung und lässt dabei an der Oberseite gleich 2 Picatinny-Basen zur Montage von Zieloptiken stehen. In der Systemhülse operiert eine stählerne Kammer. Deren Kopf verriegelt mit drei massiven im 60-Grad-Winkel angeordneten Warzen in einer stählernen Verriegelungsbuchse im System.


Der Kammerkopf lässt sich wechseln und macht die Saphire in Verbindung mit der über zwei Schrauben erfolgten Laufklemmung zur ersten Sabatti mit Laufwechseloption. Wechselläufe besorgt Frankonia derzeit allerdings nur auf Anfrage. Diese sollen preislich bei rund 300,- Euro liegen, ohne einen gegebenenfalls erforderlichen Verschlusskopf. 

Für den europäischen Markt bringen die Italiener einen abgeflachten Kammergriff à la Steyr-Mannlicher am Verschlussträger an. Bei der Saphire lässt sich dieser jedoch nicht zusätzlich ans Gehäuse anklappen wie etwa bei den aktuellen Steyr-Büchsen. Für den Munitionsvorrat von 3 Patronen sorgt ein entnehmbares einreihiges Stahlblechmagazin.


Vor ungewollter Schussabgabe schützt bei der Saphire eine Zwei-Stellungs-Sicherung, die direkt auf den Abzug wirkt. Den in der Mercury Saphire verbauten Abzug bezeichnet Frankonia als "Direkt-/Feinabzug".

Die Testwaffe: Repetierbüchse Mercury Saphire

Wir erhielten für unseren Test ein ausgewähltes Vorserienmodell der Saphire in .30-06 Springfield mit schwarzem Polymer-Schaft. Diese unterschied sich von der Mercury Saphire aus dem Online-Katalog in folgenden Punkten:  


Unterschiede der Testwaffe zur serienmäßigen Mercury Saphire

  • Lauflänge 60 cm statt 52 cm
  • Laufdurchmesser ca. 15 mm statt 17 mm
  • keine aufgeschraubte offene Visierung
  • kein M 15 x 1 Mündungsgewinde
  • klassischer Direktabzug ohne Stecher (Abzugsgewicht: ca. 1,3 kg)

Allerdings verriet die ins Patronenlager eingeführte Laufleuchte, dass die Testbüchse bereits das neue per Kalthämmerverfahren eingebrachte MRR-Laufprofil besaß. Dieses soll übrigens neben einer besseren Geschossführung mit weniger unerwünschtem Abrieb auch eine höhere Mündungsgeschwindigkeit ermöglichen und so zu größerer Präzision führen. Um zu sehen, wie es um Letztgenannte bestellt ist, ging es mit der Testwaffe natürlich auch auf den Schießstand.

So sieht bei der Mercury Saphire die Serienvariante mit abschraubbarer offener Visierung auf dem 52 cm langen Lauf samt Mündungsgewinde aus.
So sieht bei der Mercury Saphire die Serienvariante mit abschraubbarer offener Visierung auf dem 52 cm langen Lauf samt Mündungsgewinde aus.

Mercury Saphire im Praxistest auf dem Schießstand

Die Testwaffe hatte bereits ein Zielfernrohr vom Typ Meopta Meostar R1r 3-12x56 RD. So stand einem Funktions- und Präzisionstest nichts mehr im Wege.

Sicherung und Kammerstengel der Mercury Saphire
Bei gespanntem Schloss tritt die Schlagbolzenhülse der Mercury Saphire deutlich sicht- und fühlbar aus dem Schlösschen hervor.

An der Abzugscharakterisitk des Repetierers gab es nichts zu mäkeln. Die Kammer lief sauber durch das System – wenn auch gefühlt marginal schwergängiger als nötig. Allerdings störte das deutlich vernehmbare kratzende Geräusch, das die Feder des Sicherungsschiebers beim Entsichern verursachte. Dieses dürfte einen dicht stehenden Rehbock wohl in die Flucht schlagen.

Zuführ- und Auswurfstörungen gab es keine. Allerdings erwiesen sich die Zündhütchen der als eine der Prüflaborierungen auserkorenen 170-grs-Sellier & Bellot-Teilmantelpatronen als zu hart für die Schlagbolzenfeder der Testwaffe: Fünf Patronen mit deutlich erkennbarem Schlagbolzenabdruck, ohne dass ein Schuss brach. Mit den übrigen ihr vorgesetzten Patronensorten hatte die Saphire aber absolut keine Probleme. 

Am Anschusstisch von der Benchrest-Auflage geschossen, produzierte die Büchse mit dem MRR-Lauf trotz des dünnen Rohres sehr gute Fünfergruppen auf der obligatorischen Jagdwaffentestdistanz von 100 m. Mehrere Fünf-Schuss-Gruppen im Bereich von um die 20 mm, geschossen aus einer Büchse mit einem Laufdurchmesser von nur rund 15 mm – das sehen die Tester auch nicht alle Tage. 


Insgesamt fiel hier keine der geschossenen Patronensorten jagdlich aus dem Rahmen, alle Einschüsse hätten locker auf dem berüchtigten Bierdeckel ihren Platz gefunden.

Technische Daten der Mercury Saphire

Kaliber:.30-06 Spring. / .308 Win. / 8x57 IS
Magazin-Kapazität:3 Patronen
Lauflänge:52 cm
Abzug:Direkt-/Feinabzug
Schaft:Kunststoffschaft mit Backe und Gummikappe
Visierung:Picatinny-Montageschienen,
abschraubbare manuelle Visierung
Preis:999,- Euro

Zielfernrohr auf der Mercury Saphire
Die Systemhülse der Saphire besteht aus einer Alu-Legierung und wird samt zweier Picatinny-Montage-Basen aus dem vollen Material gefräst. Unter der hinteren Basis sitzt der Kammerfang.

Fazit zur Mercury Saphire Repetierbüchse für die Jagd

Unterm Strich sollte die Serienvariante in Sachen Präzision mit der hier getesteten Büchse mithalten können, dann handelt es sich bei der ab 999,- Euro erhältlichen Mercury Saphire um ein echtes Schnäppchen. 


Klar, dass man bei einer innerhalb der EU gefertigten Jagdwaffe zu diesem Preis in Sachen Verarbeitungsqualität Abstriche machen muss. Allerdings stören die festgestellten kleinen Mängel wohl lediglich das Auge des Jagdwaffenästheten und nicht die sichere und zuverlässige Funktion der Mercury Saphire. Bei der nicht ganz lautlos zu betätigenden Sicherung sollten die Italiener allerdings noch nachbessern.


Weitere Informationen zu den hochwertigen Jagd- und Sportgewehren von Sabatti finden Sie direkt auf der Webseite des italienischen Herstellers.

Im Video sehen Sie die jagdliche Repetierbüchse Sabatti SAPHIRE mit einem Leica Magnus 2,4-16x56 Zielfernrohr. Ein perfektes Zusammenspiel eines Jagdgewehrs im Kaliber 6,5x55 mm und leistungsstarker Zieloptik mit innovativer Absehenbeleuchtung.

Hier finden Sie die Mercury Saphire Repetierbüchse mit Kunststoffschaft bei Frankonia.



Ein all4shooters-Beitrag von 


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