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Wiederladepresse Hornady Lock-N-Load Iron Press im Test

Bereits vor Längerem haben wir die Hornady Lock-N-Load AP gegen die Dillon XL 650 antreten lassen - das Ergebnis finden Sie in diesem Artikel:

Dillon XL 650 vs. Hornady Lock-N-Load AP

VIDEO: Hornady Lock-N-Load Wiederladepresse im Einsatz

Pulverfüller der Hornady Lock-N-Load
Pulvertrichter der Hornady Lock-N-Load Wiederladepresse

Kaltverformung durch Hebelkraft – so lässt sich das Arbeitsprinzip der Ladepressen zusammenfassen. Diese stationär an einer soliden Unterlage montierten Geräte braucht der Wiederlader für die meisten seiner Arbeitsschritte: Die Pressen haben Halterungen für die als Matrizen bekannten Einsätze. Damit bringt man die Patronenhülsen in die gewünschte Form und/oder stellt wieder die ursprünglichen Hülsenmaße her. Die Matrizenhalterung der Presse dient darüber hinaus auch als Aufnahme für die als "Powder Checker" bekannten Geräte zur Kontrolle des Pulverfüllstands in den Hülsen.

Außerdem bietet die Presse eine Aufnahme für jene als Hülsenhalter ("Case Holder", "Shell Holder") bekannten kleinen Gerätschaften an. Dank derer bleibt die Hülse bei diesen Arbeitsschritten unverrückbar an der gewünschten Position. Oft sind Einrichtungen zum Ausstoßen und Auffangen der abgeschossenen Zündhütchen vorhanden. Außerdem lässt sich die Presse mit einer Zuführröhre zum Platzieren frischer Zündhütchen kombinieren. 

Alle Arbeitsschritte erfolgen durch Betätigen eines externen Hebels – so hält es auch Hornady mit ihrer innerhalb der werkseigenen Lock-N-Load-Reihe präsentierten neuen Iron Press. Mit knapp zwölf Kilogramm in voll montiertem Zustand ist sie laut Hornady die schwerste und steifste Presse ihrer Klasse.

Wiederladepresse Hornady Lock-N-Load: Rahmentyp

A-förmige Rahmen der Hornady Lock-N-Load Iron Press
Typisch für die Ladepresse Hornady Lock-N-Load Iron Press ist der querstehende, von vorn A-förmige Rahmen.
Matrizenaufnahme zur Befestigung von Reinigungsbürsten
Oben gibt es neben der Matrizenaufnahme Gewindebohrungen zur Befestigung von Reinigungsbürsten und Tools zum Hülsenmundentgraten.

Der gängigste Rahmentyp bei Einstationenpressen ist der O-Frame: Senkrecht angeordnet, steht er in der Regel mit der Schmalseite zum Benutzer. Um eine Patronenhülse in die Presse zu setzen, oder um an eine Hülse heranzukommen, müssen Sie nun um den O-Frame herum greifen. 

Hornady hat nun den O-Rahmen bei der Iron Press revolutioniert: Hier findet sich dieser quer zum Wiederlader – damit nicht genug, der Rahmen verbreitert sich A-förmig von oben nach unten ebenso, wie er oben näher am Benutzer ist als unten.

 

Als Folge dieser Konstruktion ergab sich eine zum Wiederlader zeigende, halbkreisförmige Freifläche. Auf der steht dann wie bei anderen Pressen auch die Patronenhülse, hier auf einer patentierten Hülsenhalter-Plattform. Das gestattet der Hand einen nicht vom Rahmen behinderten Zugriff. 

Bei herkömmlichen Pressen ist dem Auge der senkrecht laufende Rahmenteil definitiv im Wege. Und wer abends öfters längere Schichten an der Presse verbringt und dabei immer den Kopf schief hält, wird die Konsequenz irgendwann im Genick spüren. Das Ärgernis hat Hornady bei der Iron Press zuverlässig abgestellt. Dieser Rahmen ist gelungen.

Hornady Lock-N-Load: Deburring-Tools als pfiffiges Konzept für das Wiederladen

Man nutzt die Oberseite des Pressenrahmens als potentiellen Träger für weitere (optional erhältliche) Werkzeuge: Bürsten zum Säubern des Hülsenhalsinneren und der Zündglocke sowie zweier "Deburring Tools". Mit diesen Elementen lässt sich der Hülsenmund nach dem Ablängen von innen und außen entgraten. Wie pfiffig das Anbringen dieser Tools ist, versteht man beim Blick auf die patentierte Hülsenhalter-Arbeitsfläche. 

Das Hornady-Konzept gestattet das Entzündern der Hülse. Danach folgt das Abnehmen der Hülse etwa zwecks Anfassen und Entgraten und dann dem Zurückstellen der Hülse, um sie zu zündern – an einem Hauptarbeitsgerät, ohne die anderen Tools lose drumherum stehen oder liegen zu haben.

Arbeitshebel der Wiederladepresse Lock N Load von Hornady
Der Arbeitshebel der Presse lässt sich umsetzen, vor seinem Fuß sieht man die Arbeitsfeder samt ihrem Stab.

Wie schon bei den anderen Pressenmodellen der Lock-N-Load-Serie wählte Hornady auch für die Iron Press das patentierte Bushing-System. Das ist eine Art Bajonett-Vorrichtung für das schnellere Ein- und Ausbauen der Matrizen und geht so: Sie setzen das Bushing in die Presse ein und haken es fest. Dann drehen Sie die vorhandenen Matrizen über ihr Außengewinde in das Bushing ein. Wollen Sie nun eine andere Matrize einsetzen, nehmen Sie die vorhandene Matrize samt Bushing mit einer Drehbewegung aus der Presse. Diese können Sie passgenau voreingestellt für späteres Arbeiten weglegen. 

Gemäß heutigem Standard lässt sich der Pressenhebel von rechts nach links umsetzen. Für den ebenso stabilen wie glatten Lauf des stählernen Arbeitsstößels sorgt die Schraubenfeder am Gelenkstück zwischen Hebelfuß und Stößel.

Was kostet die Hornady Lock-N-Load Iron Press?

Bushing-System der Iron Press von Hornady
Auch bei der Iron Press gibt es das mit Schnellgewinde ausgerüstete Bushing-System zur Matrizenaufnahme.

Es gibt die Iron Press für ca. 350,- Euro oder als Kit für ca. 800,- Euro. Das Kit umfasst Elemente wie elektronische Pulverwaage, Digital-Schieblehre, Ladedatenbuch, Sechser-Set Geschossvergleichslehren, Dreier-Set Matrizen-Bushings, Matrizenhalter, Pulverfüller, Geschossfett, Hülsenmundentgrater, Zündglocken- und Hülsenhalsbürsten, Hülsenhalter (Nummern 1, 2, 5, 16 und 25), Pulvermaß, Pulvertrichter und Zubehörbehälter samt Halterung. Außerdem bietet das Kit ein auf antik getrimmtes Hornady-Werbeblechschild und den nur mit Schwerkraft arbeitenden, automatisch tätigen Zündhütchensetzer. Kauft man die Presse nämlich separat, kommt Hornady zufolge nur ein manueller Zündhütchensetzer mit. Laut Werk gibt es die Teile des Kits übrigens auch einzeln zu kaufen.

Hornady Lock-N-Load Iron Press - unser Fazit

Die vertrauenerweckend robuste Iron Press ist eine echte Bereicherung des Pressenfeldes für Wiederlader. Das liegt nicht nur an ihrer cleveren Rahmenkonstruktion sondern auch an der pfiffigen Idee, diverse immer wieder benutzte Klein-Werkzeuge zum Bürsten und Entgraten fix am Gerät anzubringen. Und bei einer per se Geduld fordernden Presse aus dem Einstationenfeld trägt das bewährte und Lock-N-Load-gemäße Bushing-System dazu bei, sich zumindest beim Matrizenwechsel die Arbeitszeit zu verkürzen. Wer das Iron Press Kit erwirbt, der bekommt ein reichhaltig bestücktes Paket.


Weitere Informationen zur Hornady Lock-N-Load Wiederladepresse finden Sie direkt auf der Webseite von Hornady.

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Mehr zum Thema Wiederladen finden Sie in der VISIER Special 81: Wiederladen für Anfänger und Fortgeschrittene.

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