User-Langzeittest: Rafael Nehring mit dem Zielfernrohr Zero Compromise Optic ZC527 unter freiem Himmel

Im ersten von mehreren Artikeln über das Zero Compromise Optic ZC527 bin ich auf die grundsätzlichen Eigenschaften und technischen Daten der Zieloptik aus Österreich eingegangen. Wenn ihr noch einmal nachlesen möchtet, findet ihr den ersten Teil des Langzeittests des ZC527 Zielfernrohrs hier

Im zweiten Teil habe ich mir die Montage des ZC527 vorgenommen euch gezeigt, was es in Sachen Grundeinstellung alles zu beachten gibt.

Dieses Mal schauen wir uns an, welchen Eindruck die Optik des ZC527 in Sachen Darstellungsqualität unter freiem Himmel macht – auf 1.500 Meter.

Dritter Teil des Langzeittests: Optik unter freiem Himmel

Ein weites Feld: Versuchsanordnung für das Zielfernrohr ZC527 

Nachdem ich unsere Zero Compromise ZC527 Zieloptik auch für stärkste Kaliber fest und genau in der ZF-Montage installiert hatte, nutzte ich meine durch die aktuellen Coronaregeln bedingte schießfreie Freizeit für einen optischen Test auf offenem Feld und mit einer Entfernung, die man schon als echtes Long-Range bezeichnen kann.

Damit dieser Test jedoch nicht zu einseitig erfolgt, habe ich meinen Schießpartner einfach mit eingespannt und so seine Freizeit auch gleich mit etwas schießtechnischer Beschäftigung ausgefüllt.

Wir haben uns also einen schönen Platz in der freien Natur ausgesucht, von dem aus wir gute Sicht auf einen Sendemast in ca. 1.500 Meter Entfernung hatten. Diese haben wir mit dem Laser-Rangefinder unseres Steiner LRF 1700 Fernglases mehrfach gemessen und damit bestätigt. 

Den optischen Test des ZC527 haben wir im Vergleich mit anderen bekannten Premium-Zielfernrohren durchgeführt, wobei uns jedoch leider noch einige weitere Zieloptiken gefehlt haben. Wir können als Privatleute natürlich nicht alle Premium-Zielfernrohre besitzen, wir arbeiten jedoch weiter daran.

User-Langzeittest: Rafael Nehring mit dem Zielfernrohr Zero Compromise Optic ZC527 unter freiem Himmel
Der Teststand mit freier Sicht auf den Sendemast: unser bescheidenes Zielfernrohr-Portfolio im Vergleich zum Zero Compromise Optic ZC527 (ganz rechts).

Letztendlich war der Test doch aufwändiger als gedacht und hat mit Vor- und Nachbereitung fast einen kompletten Sonntag ausgefüllt. Speziell die Fotografie durch die Zieloptiken hindurch verlangte sehr viel Geduld, da wir über keine speziell dafür ausgelegte Technik verfügen. Daher geben die Bilder die Wahrnehmung leider nicht so wieder, wie es in der Wirklichkeit aussieht. Bitte betrachtet diese Fotos daher mehr zur Wiedererkennung der verwendeten Optiken und nicht als hundertprozentig reale Darstellung.

Da wir leider auch nicht über professionelle optische Messgeräte für Helligkeit, Kontrast, Bildschärfe usw. verfügen, ist dies natürlich ein eher subjektiver Test, der unserer Empfindung bei der Benutzung und in dieser konkreten Situation entspricht.

Für die Präsentation und für die Tests haben wir unseren mobilen Schießtisch verwendet, der uns nebenbei in den Pausen auch sehr gute Dienste für unsere kulinarische Stärkung geleistet hat...

Wir benötigten ein Referenzbild zur Verdeutlichung der Entfernung und des Testziels. Dazu diente uns unser sehr hochwertiges 32x82 Binokular Kowa High Lander, welches wir normalerweise zum Spotten beim Schießen im freien Gelände verwenden.

Aufgrund der Baugröße kämpft ein solches Spektiv natürlich in einer ganz anderen Liga. Sowohl bei Helligkeit, Kontrast, Sichtfeld und den meisten anderen Werten ist es jedem Zielfernrohr überlegen. Trotzdem haben wir uns entschieden, es zur Zielsuche und als Referenz einzusetzen. Auch hier ist die Darstellungsqualität beim Durchblick leider nicht hundertprozentig wiedergegeben. Man kann auch gut erkennen, dass speziell das Sehfeld bei einem 32x82 Spektiv deutlich größer ausfällt, als dies in einem Zielfernrohr bei gleichem Vergrößerungsfaktor möglich wäre.

Damit wir annähernd gleiche Darstellungen bei allen beteiligten Zieloptiken erzeugen konnten, haben wir die jeweils kleinsten und größten gemeinsamen möglichen Vergrößerungsfaktoren verwendet. Das sind hier im Test jeweils 8-fache Vergrößerung für den kleinsten und 24-fache Vergrößerung für den größten Bereich gewesen.

User-Langzeittest: Rafael Nehring mit dem Zielfernrohr Zero Compromise Optic ZC527 unter freiem Himmel
Unser Spektiv als Optik-Referenz: das Kowa High Lander 32x82 Binokular mit bestmöglichem Sichtfeld.

Darstellungsqualität des Zero Compromise ZC527 auf 1.500 Meter im Vergleich

Als erstes waren wir natürlich neugierig, wie sich unser Zero Compromise ZC527 in dieser Disziplin schlägt. Wir haben daher unseren Blick gleich durch unseren Testkandidaten gerichtet und waren wirklich ziemlich überrascht, was heutzutage technisch möglich geworden ist.

Unser optisches Testziel in 1.500 Metern Entfernung war sowohl mit meinen eher schlechteren Augen als Brillenträger, als auch mit den noch scharfen Augen meines Schießpartners ganz phantastisch in Bezug auf Helligkeit, Schärfe und Kontrast wahrzunehmen. Selbst im Randbereich beim Durchblicken konnten wir keine Unschärfen, Farbsäume oder andere Bildveränderungen feststellen. Alle Details des Sendemastes, z.B. die filigranen Antennenhalter und sogar Zuleitungen waren sehr gut zu erkennen.

Natürlich hat jeder für sich als erstes sowohl den Dioptrienausgleich und die Parallaxe auf sein Auge eingestellt, damit wir nacheinander alle Blicktests machen konnten. Auch hat das Wetter an diesem Tag sehr gut mitgespielt. Wir hatten schönes, sonniges, fast wolkenfreies und mit ca. 10°C nicht zu kaltes Wetter. Es waren wirklich optimale Bedingungen für solch einen Test.

Die größten Herausforderungen waren jedoch die Aufnahmen durch die Zieloptiken. Bei 8-facher ist es noch relativ einfach, mit zunehmender Vergrößerung steigen technisch bedingt die Schwierigkeiten. Wir hoffen jedoch, dass ihr euch trotzdem wenigstens ein Bild davon machen könnt. Gerechterweise müssen wir dazusagen, dass auch alle anderen verwendeten Testkandidaten gute und sehr gute Bilddarstellungen haben. Logischerweise investieren alle Premiumhersteller sehr viel in Ihre Produkte und deren Weiterentwicklung.

Wir zeigen euch daher alle Aufnahmen in gleicher Art und Weise von allen verwendeten Zieloptiken in loser und unbestimmter Reihenfolge und mit den gleichen Vergrößerungsfaktoren:

User-Langzeittest: Rafael Nehring mit dem Zielfernrohr Zero Compromise Optic ZC527 unter freiem Himmel
Der Blick durch das Zero Compromise ZC527 Zielfernrohr: der 1.500 Meter entfernte Sendemast als Testziel in 8-facher und 24-facher Vergrößerung (fotografiert mit unserer Technik).
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Blick durch ein anderes Zielfernrohr als Referenz (fotografiert mit unserer Technik).
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Blick durch ein anderes Zielfernrohr als Referenz (fotografiert mit unserer Technik).
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Blick durch ein anderes Zielfernrohr als Referenz (fotografiert mit unserer Technik).
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Blick durch ein anderes Zielfernrohr als Referenz (fotografiert mit unserer Technik).
User-Langzeittest: Rafael Nehring mit dem Zielfernrohr Zero Compromise Optic ZC527 unter freiem Himmel
Blick durch ein anderes Zielfernrohr als Referenz (fotografiert mit unserer Technik).
User-Langzeittest: Rafael Nehring mit dem Zielfernrohr Zero Compromise Optic ZC527 unter freiem Himmel
Blick durch ein anderes Zielfernrohr als Referenz (fotografiert mit unserer Technik).

Unser Eindruck zur optischen Leistung des ZC527 im Freien

Trotz allem hat uns jedoch das neue Zero Compromise ZC527 in Sachen Helligkeit, Bildschärfe und Kontrast am meisten überzeugt. Unserer Meinung nach hat der Hersteller hier sehr viel Erfahrung in diesem Bereich eingebracht und bei der Entwicklung dieser Zieloptik auf die neuesten Techniken gesetzt.

Speziell der größere Mittelrohrdurchmesser von 36 Millimetern trägt mit Sicherheit nicht nur zum sehr großen Verstellbereich bei, sondern dürfte auch die optischen Eigenschaften maßgeblich verbessert haben. Das Ganze wurde auch noch mit einem größeren Verstellbereich von 5-27-fach und in einem sehr kompakten Gehäuse untergebracht – da bleiben bei uns keine weiteren Wünsche übrig. Außer der Wunsch nach dem Habenwollen natürlich. 

Soviel zunächst zum optischen Test des neuen Zielfernrohrs ZC527 der Firma Zero Compromise Optic GmbH. Ich freue mich auf die nächsten Schritte meines Langzeitanwendertestes, bei dem es dann um Montage und Anpassung an die erste Long-Range-Waffe und um das Einschießen im 500-Meter-Stolln Rosenberg 1 in Marienberg gehen wird.

Bis dahin wünsche ich euch viel Freude beim Lesen.

Rafael Nehring


Hier kommen Sie zum 1.Teil des Langzeittests des ZC527 Zielfernrohrs: Eigenschaften und erste Eindrücke.

Und hier zum 2. Teil des Langzeittests des ZC527 Zielfernrohrs: Montage und Grundeinstellung.

Weitere Informationen zum ZC527 erhalten Sie auf der Homepage von Zero Compromise Optic.

So konnte man ZCO-Zielfernrohr-Tester werden.

Hier haben wir das ZC420 und das ZC527 von ZCO getestet.