GLOCK 17 von Umarex in 9 mm P.A.K.: Was kann die langersehnte Schreckschusspistole mit GLOCK-Lizenz? 

Trotz der enormen Verbreitung von Pistolen der österreichischen Marke GLOCK herrschte diesbezüglich lange Zeit gähnende Leere auf dem Markt der Schreckschusspistolen. Zwar hat sich unlängst etwa ein türkischer Hersteller an Waffen versucht, die entfernt an die Selbstladepistolen aus Österreich erinnern, aber sie kamen optisch nie an das Original heran – natürlich auch wegen der fehlenden Lizenz und entsprechenden Markierungen. 

Innerhalb der Community von Schreckschusswaffensammlern und -enthusiasten war der Wunsch nach einer originalgetreuen GLOCK schon lange hoch. Diese Marktlücke hat der bekannte Hersteller Umarex nun offensichtlich erkannt und – mit offizieller Lizenz ausgestattet und "Made in Germany" – eine Schreckschussversion der GLOCK 17 Gen 5 in der "First Edition" an den Markt gebracht (erhältlich ist die Schreckschuss-Glock von Umarex jetzt im Online-Shop 4komma5.) Entsprechend hoch waren die Euphorie und damit die Erwartungen, als Umarex die Waffe im Rahmen der IWA OutdoorClassics 2021 ankündigte.

GLOCK 17 Schreckschusspistole von Umarex: Der erste Eindruck

Umarex Glock 17 Gen 5 Schreckschusspistole in Kaliber 9 mm P.A.K. rechte seitenansicht, Feuerwerk im Hintergrund
Ein fast perfekter Klon von Umarex: Bis auf einige Markings und das Auswurffenster ist kaum ein Unterschied zu einer "scharfen" Glock 17 Gen 5 feststellbar.

So auch, als die Testwaffe dann in der Redaktion eintraf. Und hier wurden wir beim ersten Eindruck nicht enttäuscht: Denn die Pistole kommt nicht, wie bei vielen Schreckschusswaffen üblich, in einem Karton oder einer Pappschachtel. Nein, sie kommt in einem Koffer, der jenem der "scharfen" Vorbilder entspricht. Um das zu illustrieren: Beim Test der SSW-Glock befanden sich verschiedene GLOCK Modelle in den Tresoren der Redaktion. Um den richtigen Koffer der Schreckschussvariante zu greifen, musste der Autor vorher die kleinen Aufkleber auf deren Vorderseite studieren. Eine sonstige äußere Unterscheidung der Behältnisse – unmöglich. 

Umarex Glock 17 Gen 5 Schreckschusspistole in Kaliber 9 mm P.A.K. Muendung detailansicht, Feuerwerk im Hintergrund
Pflicht in Deutschland: An der sehr ausgeprägten Mündungssperre kommt kein Hersteller von Schreckschusswaffen mehr vorbei.

Dieser positive Eindruck setzt sich auch nach dem Öffnen des Koffers fort: Im Lieferumfang befinden sich neben dem obligatorischen Abschussbecher, einer Putzbürste und einer Safety-Flag auch vier verschiedene Griffrücken. Beim ersten Begutachten der Waffe fühlt sie sich echt und wertig an. Einen Blindvergleich im Anschlag zwischen Schreckschuss- und Originalwaffe würde die Pistole ohne Weiteres überstehen. Das liegt auch am Gewicht: Mit 723 Gramm zeigt sich die SSW sogar leicht schwerer als die scharfe G17 in 9 mm Luger. 

Dazu kommt das sehr stabile Griffstück. Hier könnte man im Falle des Nachbaus einer Polymer-Pistole durchaus daran denken, es sei schwächer ausgeführt als beim Original. Es fühlt sich jedoch ebenso solide an. Alles in allem ein sehr guter, erster Eindruck. Doch natürlich gibt es Unterschiede zwischen Original und Nachbau. Vor allem dann, wenn man genauer auf die Details schaut. Doch wo genau?

Die Umarex GLOCK 17 Gen 5 Schreckschusswaffe im Detail

Glock 17 Schreckschusspistole von Umarex in 9 mm P.A.K. zerlegt mit magazin rechte seitenansicht
Die Umarex Glock 17 zerlegt: Als schreckschussspezifische Eigenheiten gut sichtbar sind im hinteren Teil der Hammer sowie vorn der fixe Lauf.

Das äußerlich wohl auffälligste Unterscheidungsmerkmal zur G17 stellt das Auswurffenster dar: Im Kaliber 9 mm Luger muss mit einem verriegelten Verschluss gearbeitet werden. Im Falle der scharfen GLOCK mit einem modifizierten Browning-System. Das wäre jedoch bei einer Schreckschusswaffe nicht möglich und auch nicht notwendig. Entsprechend bildet die Außenseite des Patronenlagers mit der Oberseite des Schlittens keine gerade Linie. Das erinnert eher an das GLOCK-Modell G44 im Kaliber .22 l.r., bei welcher ebenfalls ein Masseverschluss zum Einsatz kommt. 

Weitere Eigenheiten der Schreckschussvariante bestehen natürlich aus der Kaliberangabe und der PTB-Kennzeichnung. Beides hat Umarex jedoch gut gelöst. Eine Gemeinsamkeit hingegen stellt die hintere Schlittenabdeckung dar, da sie mit Teilen vom Zubehörmarkt austauschbar ist

Den nächsten wichtigen Punkt markiert die Mündung mit dem leidigen Thema Laufsperre. Hier setzt sich das Mündungsgewinde deutlich von der Farbe des restlichen Bereiches ab. Die Sperre als solche erkennt der Betrachter von vorne deutlich und – soviel vorweg – sie wird auch durch die Ablagerungen nach dem Schießen nicht viel unscheinbarer. Dafür können die Hersteller jedoch nichts. Sie müssen sich schließlich nach den Vorgaben der PTB richten, um im deutschen Markt verkaufen zu können. Ein weiteres äußerliches Manko: Der Schlitten sitzt recht hoch im Griffstück. Dadurch entsteht im vorderen Bereich ein Spalt zwischen den beiden Bauteilen, der beim Original in der Form nicht vorkommt. 

Das Zerlegen der Umarex-GLOCK geht ähnlich wie bei allen Modellen des Vorbilds gewohnt vonstatten. Allerdings wird nach dem Herunterdrücken des Schiebers auf der Außenseite des Griffstücks nicht der Schlitten samt Lauf entfernt, sondern dieser nach hinten abgezogen und dann vorn über den festen Lauf geführt. Zutage fördert dieser Vorgang das Innenleben der Waffe. Direkt erkennt der Beobachter dabei, dass hier nicht mit einem teilvorgespannten Abzug gearbeitet wird, sondern mit einem Single-Action-System. 

Ein besonderes Detail stellt im Inneren der rechteckige Schlagbolzen der Umarex-GLOCK dar, er erzeugt entsprechend ungewöhnliche Abdrücke im Zündhütchen. Sonst zeigt sich die Technik wie von anderen Schreckschusswaffen gewohnt.

Umarex Glock 17 Gen 5 Schreckschusspistole in Kaliber 9 mm P.A.K. mit Glock-Koffer, griffruecken und zubehoer, Feuerwerk im Hintergrund
Die Umarex GLOCK 17 Schreckschusspistole kommt im Glock-Koffer mit reichlich Zubehör zum neuen Besitzer.

Jetzt bei 4komma5 erhältlich: technische Daten und Preis der GLOCK 17 Schreckschusspistole von Umarex 

Modell:
Umarex GLOCK 17 Gen 5
Preis:
269,90 Euro 
Kaliber:
9 mm P.A.K.
Kapazität:
17 + 1 Kartuschen
Länge:
200 mm
Breite:
35 mm
Höhe:
137 mm
Material:
Polymer/ Metall
Gewicht:
723 g
Links-/Rechts-Ausführung:Beidseitig bedienbar
Ausstattung:
Schreckschusspistole mit Polymer-Griffstück. Single-Action-System. Frei ab 18 Jahren, PTB (Nr. 1068) im Kreis. Lieferumfang mit Koffer, Griffrücken, Abschussbecher und Putzbürste.

Schießtest und Fazit zur Umarex GLOCK 17 Schreckschusspistole

Auch bei einer Schreckschusspistole entscheidet natürlich zuerst die Funktion: Die Tester prüften mit verschiedenen Sorten Platzpatronen, in langsamen und schnellen Schussfolgen: Die Umarex G19 verdaute alles. Das Handling orientiert sich dabei am Original, wer einmal eine GLOCK in der Hand hatte, ist auch hier zuhause

Alles in allem holt man sich mit der GLOCK 17 Gen 5 von Umarex eine sehr gut gemachte Schreckschusspistole ins Haus, die mit knapp 270 Euro zwar recht teuer ist, ihren Preis aber wert ist. Als lizenzierte GLOCK-Replika steht die Pistole ohnehin alleine im Markt. Das macht sie für GLOCK-Enthusiasten schon fast zum Pflichtprogramm. Optik, Qualität und Ausstattung können überzeugen und machen auch die wenigen Nachteile (wie etwa den Look im Bereich der Mündung) wieder wett.

Die Schreckschuss-Glock 17 von Umarex gibt's auch im Online-Shop für Freizeit- und Sportwaffen von 4komma5

Hier kommen Sie direkt zum 4komma5 Online-Shop.


Weitere Informationen zu Waffen und anderen Produkten für Sport, Freizeit und Selbstverteidigung von Umarex finden Sie auf der Herstellerseite

Dieser Artikel ist auch in der VISIER, Ausgabe 04/2021 erschienen. Das Heft kann über den VS Medien-Onlineshop erworben werden. Es ist außerdem in einer digitalen Version verfügbar.

Die Glock 17 Schreckschusspistole von Umarex ist im Online-Shop von 4komma5 erhältlich:

Umarex Glock 17 Schreckschusspistole in 9 mm P.A.K. mit Koffer269,90 Euro