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Testbericht: PULSAR Helion XP50 Wärmebildgerät

Wir haben ein Exemplar des Helion XP50 auf Herz und Nieren getestet. Das neue monokulare Wärmebildgerät von Pulsar hat eine Sensorauflösung von 640 x 480 Pixeln. Es wurde uns von Adinolfi in Monza zur Verfügung gestellt, der italienischen Vertriebsfirma für Yukon/Pulsar. 

Bevor wir zum eigentlichen Test kommen, wollen wir wie immer ein paar Worte zur Produktreihe verlieren.

PULSAR stellte die neuen Wärmebild-Monokulare auf der SHOT Show vor. Die Wärmebildgeräte gibt es in zwei Basisversionen: XP und XQ.

Monokulares Wärmebildgerät Pulsar für Sicherheitspersonal
PULSAR Helion XP50: Das monokulare Wärmebildgerät ist für die Verwendung von Sicherheitspersonal geeignet.

Das Modell XP, zu der auch das getestete Modell gehört, hat einen Sensor mit 640 x 480 Pixeln zu je 17 µm, während die Variante XQ mit einem Sensor mit 384 x 288 Pixeln arbeitet (ebenfalls 17 µm).

Für beide Versionen - XP und XQ - sind Objektive mit Brennweiten von 50 und 38 mm erhältlich, bei den Weitwinkeln gibt es einen Unterschied: Das Objektiv für die XP hat 28 mm Brennweite, das für das XQ dagegen 19 mm. 

Der Name des Modells (zum Beispiel Helion XP50) weist natürlich auf die Brennweite des Objektivs hin.

PULSAR Helion: Innovative Montage der Objektive

Eine wirklich innovative Neuheit ist die Montage des Objektivs durch Bajonettverschluss. Auf diese Weise lassen sich die Objektive leicht austauschen - wie bei einer normalen Spiegelreflexkamera.

Es sind auch Zusatzobjektive mit verschiedenen Brennweiten erhältlich, mit denen sich das Gerät an die unterschiedlichsten Beobachtungsbedürfnisse anpassen lässt. Der Bajonettanschluss ist tropenfest und sorgt für eine dichte Verschließung des Instruments.

Allerdings muss man auch sagen, dass die einzelnen Objektive ziemlich teuer sind.

PULSAR Helion: Eigenschaften der Wärmebildgeräte

Wärmebildgerät Pulsar Helion XP50 auf einem Baumstamm liegend.
Das neue monokulare Wärmebildgerät Pulsar Helion XP50 hat eine Refresh-Frequenz von 50 Hz.

Beide Modelle haben eine Refresh-Frequenz von 50 Hz; niedrigere Frame Rates (9 Hz) sind für Märkte außerhalb der EU erhältlich, wo höhere Refresh-Frequenzen verboten sind.

Das Helion ist im Vergleich zu früheren Generationen von monokularen PULSAR-Wärmebildgeräten extrem kompakt. Das Gehäuse besteht aus faserverstärktem Polymer, ist vollständig dicht und überraschend robust, mehr noch als man bei einem professionellen Gerät erwarten würde. Die Dichtigkeit ist mit IPX7 zertifiziert (kurzes Eintauchen möglich).

Die Bedienungselemente - vier gummierte Knöpfe in einer Reihe - sitzen auf der Oberseite des Gehäuses. Mit ihnen lassen sich alle Funktionen des Gerätes steuern, dazu gibt es einen Knopf zum Einschalten.

Die Tasten fühlen sich unterschiedlich an, so dass man sie auch im Dunkeln gut unterscheiden kann. Ebenfalls auf der Oberseite des Gehäuses, neben dem Knopf zum Einschalten, befindet sich der Schieberegler zum Öffnen des Bajonettverschlusses. Auf der rechten Seite liegt die Öffnung für das Batteriefach, daneben der USB-Port zum Laden der Batterie und zur Übertragung von Fotos und Filmen. Optional ist auch eine Universal-Fernsteuerung erhältlich, um alle Funktionen des Gerätes zu steuern. 

Die Fernsteuerung hat auch das Rädchen (Encoder), das es in allen monokularen Sichtgeräten von PULSAR gab und das aus verschiedenen Gründen (nicht zuletzt wegen der IPX-Zertifizierung) beim Helion weggelassen wurde.

Ein Riemen sichert das Pulsar Helion während des Gebrauchs am Handgelenk; man kann auch einen Standard-Halsriemen verwenden oder das Gerät auf ein handelsübliches Fotostativ montieren.

Der IPS5-Akku mit Lithium-Ionen gehört zum Lieferumfang. Er kann leicht ersetzt werden und hält acht Stunden.

Eine weitere Version - IPS10 - ist erhältlich, die 16 Stunden hält, außerdem gibt es einen Adapterkasten für handelsübliche AA-Batterien oder CR123-Lithium-Batterien.

Kühlgitter auf dem Pulsar-Wärmebildgerät
PULSAR Helion XP50: Das Gitter auf der linken Seite des Gehäuses sorgt für Kühlung.
Schieber über dem Okular des Wärmebildgerätes
PULSAR Helion XP50: Mit dem Schieber über dem Okular lässt sich das Paket mit dem IPS5-Akku auslösen.
Handschlaufe am PULSAR Helion XP50
Mit der gepolsterten Schlaufe lässt sich das Pulsar Helion XP50 wie eine kleine Videokamera halten.
Entnommener Akku aus der PULSAR Helion XP50.
PULSAR Helion XP50: Das zugehörige B-Pack mit IPS5-Akku kann mit einem einzigen Handgriff eingesetzt werden.

Als Sensor wird ein ungekühlter Mikrobolometer der Reihe Pico von ULIS verwendet (ein Unternehmen der französischen SOFRADIR-Gruppe), der mit widerstandsfähigem amorphem Silizium arbeitet und eine Auflösung von ganzen 640 x 480 Pixeln hat. Bei dieser Auflösung sieht man deutlich mehr Details als bei den meisten zur Zeit erhältlichen Konkurrenzprodukten. 

Auch das OLED-Display im Okular hat eine Auflösung von 640 x 480 Pixeln. Wenn der digitale Zoom nicht verwendet wird, kommt es daher zu keinen Interpolationen bei der Bildwandlung, da ein Pixel des Sensors genau einem Pixel des Okulars entspricht. 

Das Ergebnis ist ein extrem scharfes Bild auf dem Display. Auch die Empfindlichkeit wurde durch den neuen Sensor verbessert. Der NETD-Wert müsste unter 60 mK liegen.

Das Gerät schaltet sich in nur zwei Sekunden ein. Durch erneutes Drücken der Ein-Aus-Taste schaltet sich nicht das ganze Gerät ab, sondern nur das Display. Um das ganze Gerät auszuschalten, muss die Taste drei Sekunden lang gedrückt gehalten werden.

PULSAR Helion Wärmebildgerät: Mit integrierter Video-Kamera 

Alle Instrumente der Helion-Reihe beinhalten einen DVR-Recorder mit 8 GB Speicher, der Filmsequenzen und Bilder aufnehmen kann. Er lässt sich kabellos per WLAN verbinden und überträgt mit 2,4 GHz. Videos können auch in Echtzeit auf Smartphone oder Tablet (Android und iOS) gestreamt werden.

Die kostenlose App Stream Vision bietet außerdem die Möglichkeit, gestreamte Videos auf YouTube zu teilen, außerdem kann das Gerät damit vollständig ferngesteuert werden und auch das Update der Firmware ist damit möglich.

Die Fernsteuerungsfunktion ist besonders interessant, weil man das Gerät so auch als Beobachtungskamera verwenden kann. Man kann es sogar auf eine Halterung montieren, um die Umgebung gefährdeter Anlagen zu überwachen.

Objektiv mit Bajonettanschluss
Ein wirklich innovatives Feature des PULSAR Helion XP ist das Objektiv mit dem Bajonettanschluss, das sich auf diese Weise genau so schnell austauschen lässt wie bei einer normalen Spiegelreflexkamera. Dank dem Dichtungsring hat das ganze auch eine IPX7-Zertifizierung für Dichtigkeit.

PULSAR Helion XP50 im Test

Das getestete monokulare Wärmebildgerät PULSAR Helion XP50 bietet eine optische Vergrößerung um den Faktor 2,5. Durch den Achtfachen-Digitalzoom lässt sich dies auf 20 steigern. Der Digitalzoom kann in drei Schritten (2, 4 und 8x) zugeschaltet oder stufenlos zwischen den Faktoren 2 und 4 verstellt werden.

Das Gerät ist sehr kompakt, liegt angesichts seiner Abmessungen aber erstaunlich schwer in der Hand und wirkt daher solide und zuverlässig. Mit dem mitgelieferten IPS5-Akku beträgt das Gewicht 650 g. Durch die gepolsterte Schlaufe kann man es wie einen Camcorder halten; man behält dabei die Finger auf den Knöpfen zur Steuerung der Funktionen.

Das Okular hat sich gegenüber den früheren Versionen nicht geändert. Wir finden es etwas zu klein geraten und nicht besonders komfortabel, auch wenn die Sicht auf das OLED-Farbdisplay optimal ist.

Schieber zum Öffnen des Bajonettanschlusses am PULSAR Helion XP50.
PULSAR Helion XP50: Der Schieber zum Öffnen des Bajonettanschlusses liegt zwischen Objektiv und Ein-Aus-Schalter.

Die Objektive lassen sich leicht austauschen. Ein dicker Dichtungsring sorgt dafür, dass kein Wasser eindringen kann, wenn die Linse montiert ist. Wir haben ein 38-mm-Objektiv ausprobiert: Es passt perfekt. 

Zwei Sekunden nach dem Einschalten ist das Gerät einsatzbereit. 

Die Kalibrierung erfolgt lautlos. Das Bild verschlechtert sich nur sehr langsam, so dass die Kalibrierung nur selten erforderlich ist. 

Das Bild ist unglaublich scharf und detailreich, ein Vorteil des Sensors im VGA-Format. Auch wenn man es mit dem Digital-Zoom noch einmal vergrößert, bemerkt man die Einbußen bei der Bildqualität erst ab einem Faktor von 2 aufwärts. 

Durch die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Farbpaletten zu wählen, lassen sich Temperaturunterschiede bei den beobachteten Objekten oder in deren Umgebung gut darstellen.

Auch das Helion hat ein stadiametrisches interaktives Absehen für die Messung des Abstandes von Tieren mit bekannter Größe: Hase 30 cm, Wildschwein 70 cm, Hirsch 1,70 m - dieses Maß lässt sich auch verwenden, um die Entfernung eines Menschen abzuschätzen.

Knöpfe auf dem Wärmebildgerät PULSAR Helion XP50
Die vier Knöpfe für die Steuerung und der Ein-Aus-Schalter sitzen auf der Oberseite des Wärmebildgerätes Helion XP

An der Fokussierung kann noch gearbeitet werden. Der Verstellring ist ziemlich hart, dasselbe gilt für das 38-mm-Objektiv. 

Die Ursache dafür könnte der für die IPX7-Zertifizerung nötige Dichtungsring sein. 

Die Übersetzung der Einstellung ist sehr stark: von 7 m (Mindestdistanz zum Scharfstellen mit dem 50-mm-Objektiv) bis unendlich ist es nur eine Vierteldrehung.

Insgesamt haben wir es hier mit einem sehr guten Gerät zu tun, das bei Leistung, Robustheit und Zuverlässigkeit über dem Durchschnitt liegt und gut für den professionellen Gebrauch geeignet ist. Der Preis wurde noch nicht bekanntgegeben, es dürfte aber nicht ganz billig werden.

Objektivlinse des Wärmebildgerätes Pulsar Helion XP50
Die Objektivlinse des PULSAR Helion XP50 aus Germanium wird durch eine fest installierte Kappe mit Scharnier geschützt.
Das Wärmebildgerät Pulsar Helion XP50 im Einsatz
Das monokulare Wärmebildgerät PULSAR Helion XP50 ist besonders bedienungsfreundlich.

Jedes Wärmebildgerät von PULSAR wird mit einer schönen Transporttasche aus schwarzem Cordura mit Trageriemen, USB-Kabel, Bedienungsanleitung, IPS5-Akku und Ladegerät mit Wandhalterung geliefert.

In Deutschland ist der Großhändler für PULSAR Produkte HUPRA Handelsgesellschaft mbH mit Sitz in Berlin. Ein Preis ist noch nicht auf der Webseite veröffentlicht.

Wärmebildgerät Pulsar Helion XP50 in der militärischen Verwendung
Auch wenn das Pulsar Helion XP nicht speziell für den militärischen Gebrauch konzipiert wurde, erfüllt es problemlos die Anforderungen operativer Einheiten: robust, zuverlässig, widerstandsfähig und leistungsstark.
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PULSAR Helion XP50
Technische Daten

Das Wärmebildgerät Pulsar Helion XP50 in VollansichtFranco Palamaro

HerstellerPULSAR - Yukon Advanced Optics (www.pulsar-nv.com)
ModellHelion XP50
Typmonokulares Wärmebildgerät
Vergrößerung2,5x optisch, bis 20x digital
Objektivdurchmesser42 mm, Brennweite 50 mm, F 1,2 mit internen Komponenten aus Germanium
Sensor

Mikrobolometer aus amorphem Silikon ULIS Pico mit 640 x 480 Pixeln (VGA-Auflösung) mit Pixelabstand 17 µm sowie manueller und automatischer Kalibrierung

IR-SensibilitätLWIR (7,7 bis 13,2 µm), NETD um 60 mK
OkularOLED-Mikro-Farbdisplay mit 0,31" Diagonale und Auflösung von 640 x 480 Pixel, Diopterverstellung +/- 5, Austrittspupille 5 mm, Pupillenschnittweite 16 mm
Eigenschaft

Maximale Distanz zur Erfassung eines rechteckigen Objekts von 170 x 50 cm

Bei idealen Sichtbedingungen: bis zu 1.800 m

Scharfstellung: 3 m bis unendlich

                     Abmessung
234 x 58 x 55 mm
Gewicht500 g ohne Batterie
Material / OberflächenfinishGehäuse vollständig aus faserverstärktem Polymer
AnmerkungenVersorgung über mitgelieferte Akkus, B-Pack Li-Ion IPS 5/10, integriertes DVR-Aufnahmegerät, Konnektivität für WLAN, Stream Vision, kompatibel mit Smartphone / Tablet für Android und iOS, MicroUSB-Anschluss, Dichtigkeit zertifiziert mit IPX7
Preisk.A.
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