
Das Axion XQ19 Compact von Pulsar trägt seine Ausrichtung bereits im Namen. Mit Abmessungen von lediglich 134,5 × 38 × 71 Millimetern und einem Gewicht von rund 250 Gramm (ohne Akku) gehört es zu den besonders handlichen Wärmebildmonokularen. Damit lässt es sich problemlos in der Jackentasche unterbringen und eignet sich als ständiger Begleiter bei der Pirsch, beim Ansitz oder bei der Kontrolle von Kirrungen. Im Inneren arbeitet ein ungekühlter Wärmebildsensor mit einer Auflösung von 384 × 288 Pixeln und einem Pixelabstand von 17 Mikrometern. Pulsar gibt für den Sensor einen NETD-Wert von weniger als 25 Millikelvin an. Der System-NETD-Wert liegt unter 18 Millikelvin. In Verbindung mit dem seinem 19-mm-Objektiv mit einer Blende von F1.0 soll das Gerät auch bei schwierigen Wetterbedingungen noch jagdlich verwertbare Wärmebildinformationen liefern. Die optische Grundvergrößerung beträgt 1,5-fach. Über den Digitalzoom kann das Bild stufenlos bis auf eine sechsfache Vergrößerung gebracht werden. Dabei sollte man berücksichtigen, dass eine steigende digitale Vergrößerung grundsätzlich mit einem Verlust an Bilddetails verbunden ist.
Pulsar Axion XQ19 Compact: Wärmebildgerät für die Jackentasche

Eine wesentliche Stärke des Axion XQ19 Compact ist sein breites Sehfeld. Auf 100 Meter Entfernung erfasst das Gerät einen Bereich von 34,7 × 21,5 Metern. Das erleichtert das schnelle Absuchen größerer Flächen und macht das kleine Pulsar insbesondere für den Einsatz im Wald, an der Kirrung oder auf kurzen Pirschwegen interessant. Die vom Hersteller angegebene Erfassungsreichweite für ein rehgroßes Objekt liegt bei bis zu 750 Metern. Dabei handelt es sich allerdings um eine reine Detektionsangabe. Auf diese Entfernung kann lediglich eine Wärmequelle erkannt werden; eine sichere Identifizierung von Wildart, Geschlecht oder Altersklasse erfolgt in der Praxis auf deutlich kürzere Distanz. Das Wärmebild wird über ein AMOLED-Display mit 640 × 400 Pixeln dargestellt. Neun Farbpaletten und drei Empfindlichkeitsstufen – Normal, Hoch und Ultra – ermöglichen eine Anpassung an unterschiedliche Beobachtungssituationen. Zusätzlich verfügt das Gerät über einen stadiametrischen Entfernungsmesser. Dieser errechnet die Entfernung winkelbasiert anhand der bekannten Höhe eines beobachteten Objekts. Als Referenzhöhen sind hier ein Hase mit 0,3 m, ein Wildschwein mit 0,7 m und ein Rothirsch mit 1,7 m Höhe hinterlegt. Für die Entfernungsmessung erscheinen im Display zwei horizontale Linien: eine Grundlinie und eine per Bedientaste verschiebbare Messlinie, zwischen die das betreffende Stück Wild gebracht werden muss. Das ist freilich nicht so genau wie bei einem Laser-Rangefinder und auch ein weniger aufwendiger, liefert jedoch bei richtiger Anwendung allemal jagdlich brachbare Werte.
Fotos und Videos lassen sich vom Pulsar Axion XQ19 bequem per Stream Vision 2 App aufs Smartphone übertragen
Trotz seiner kompakten Bauweise bietet das Axion XQ19 Compact eine umfangreiche digitale Ausstattung. Fotos und Videos werden mit einer Auflösung von 960 × 600 Pixeln aufgezeichnet. Dafür stehen 64 Gigabyte interner Speicher zur Verfügung. Über WLAN lässt sich das Wärmebildgerät mit der Stream Vision 2 App verbinden. Aufnahmen können anschließend auf ein Smartphone übertragen oder in der Cloud gespeichert werden. Darüber hinaus ermöglicht die App unter anderem die Livebildübertragung und die Installation von Firmware-Updates. Die Energieversorgung übernimmt ein wechselbarer APS-3-Lithium-Ionen-Akku mit 3.200 mAh. Unter günstigen Bedingungen reicht ein Akku laut Pulsar für eine Betriebsdauer von bis zu acht Stunden. Geladen werden kann über eine USB-C-Schnittstelle beziehungsweise mithilfe eines geeigneten separaten Ladegeräts. Das Gehäuse besteht aus einer Magnesiumlegierung und ist nach IPX7 gegen zeitweiliges Untertauchen geschützt. Der vorgesehene Temperaturbereich reicht von −25 bis +40 °C.
Pulsar Oryx LRF XG35: Bildstabilisierung, mehr Auflösung und Reichweite sowie ein integrierter Laserentfernungsmesser

Das Oryx LRF XG35 tritt technisch in einer deutlich höheren Leistungsklasse an als das oben besprochene Axion. Das Oryx LRF XG35 nutzt einen ungekühlten Wärmebildsensor mit einer Auflösung von 640 × 480 Pixeln bei einem Pixelabstand von zwölf Mikrometern. Der Sensor-NETD-Wert wird mit weniger als 40 Millikelvin angegeben, während der System-NETD-Wert unter 20 Millikelvin liegt. Das lichtstarke 35-mm-Objektiv mit einer Blende von F1.0 bietet eine optische Grundvergrößerung von 2,5-fach. Mit dem achtfachen Digitalzoom lässt sich eine maximale Vergrößerung von 20-fach erreichen. Das Sehfeld beträgt 21,9 Meter auf 100 Meter Entfernung. Damit fällt es natürlich enger aus als beim Axion XQ19 Compact, ermöglicht in Verbindung mit dem höher auflösenden Sensor aber eine wesentlich detailliertere Beobachtung auf mittlere und weite Distanzen. Pulsar gibt für das Oryx eine Detektionsreichweite von bis zu 1.800 Metern an. Auch hier gilt: Die Detektion einer Wärmequelle ist nicht mit dem sicheren Ansprechen eines Stückes gleichzusetzen. Zum Ansprechen muss das Wild deutlich dichter stehen. Dennoch bietet die Kombination aus 640er-Sensor und 35-mm-Objektiv deutlich größere Reserven als das kompakte Axion XQ19.
Ein zentrales Ausstattungsmerkmal des Oryx LRF XG35 ist der integrierte Laser-Entfernungsmesser. Er misst laut Hersteller Pulsar Entfernungen bis 1.500 Meter bei einer Genauigkeit von ±1 Meter. Neben der Einzelmessung steht ein Scanmodus zur Verfügung, der fortlaufend aktualisierte Entfernungswerte liefert. Das ist besonders im offenen Feldrevier hilfreich, da beim Standortwechsel des Wildes insbesondere bei Dunkelheit die aktuelle Distanz häufig schwer einzuschätzen ist. Die gemessene Entfernung kann zudem im Zusammenspiel mit der Stream Vision Ballistics App genutzt werden. Über Bluetooth lässt sich das Oryx mit einem Smartphone verbinden und mit dort hinterlegten ballistischen Profilen kombinieren. Die Funktion ersetzt selbstverständlich nicht die sichere Identifizierung und Beurteilung der jagdlichen Situation, liefert aber wichtige Zusatzinformationen für eine fundierte Schussentscheidung.
Eine weitere Besonderheit des Oryx LRF XG35 Oryx ist die elektronische Bildstabilisierung. Sie reduziert die Auswirkungen von von ungewollten Bewegungen beim Halten des Gerätes und soll besonders bei höherer Vergrößerung oder bei längeren Beobachtungsphasen hilfreich sein. Das System erleichtert damit nicht nur die Betrachtung weit entfernter Wärmequellen, sondern auch die Auswertung feiner Details. Das AMOLED-Display löst mit 1.024 × 768 Pixeln auf. Für Foto- und Videoaufnahmen steht ein 64 Gigabyte großer interner Speicher bereit. Aufgezeichnet wird ebenfalls mit 1.024 × 768 Pixeln. Hinzu kommen neun Farbpaletten, drei Empfindlichkeitsstufen, ein Picture-in-Picture-Modus und eine automatische Anpassung der Displayhelligkeit. Über ein optional aktivierbares haptisches Feedback quittiert das Gerät Tasteneingaben durch kurze Vibrationen. Das erleichtert bei völliger Dunkelheit oder beim Tragen von Handschuhen in der Regel die Bedienung.

Einhändige Bedienoptionen mit links oder rechts und eine duale Stromversorgung sorgen beim Pulsar Oryx für lange Einsatzzeiten
Für die Energieversorgung kombiniert Pulsar beim Oryx LRF XG35 einen fest eingebauten 3.200-mAh-Akku mit einem entnehmbaren Akku mit 4.900 mAh. Beide Energiequellen werden auf dem Display separat angezeigt. Der externe Akku kann während des laufenden Betriebs ausgetauscht werden. Dadurch kann auch das Wärmebildgerät eingeschaltet bleiben, während ein frischer Akku eingesetzt wird. Mit beiden Akkus gibt Pulsar eine Laufzeit von bis zu zwölf Stunden an. Geladen wird über einen USB-C-Anschluss mit Power-Delivery-Unterstützung.
Pulsar hat das Oryx LRF XG35 für die Bedienung mit nur einer Hand ausgelegt. Das symmetrische Gehäuse kann sowohl von Rechts- als auch von Linkshändern verwendet werden. Handschlaufe und Gürtelclip lassen sich entsprechend auf beiden Seiten montieren. Das robuste Gehäuse besteht aus einer Magnesiumlegierung und besitzt die Schutzklasse IP67. Damit ist das Gerät staubdicht und übersteht laut Hersteller ein zeitweiliges Untertauchen bis zu einem Meter Wassertiefe. Die Betriebstemperatur reicht ebenfalls von −25 bis +40 Grad Celsius. Mit Abmessungen von 179 × 52 × 77 Millimetern und einem Gewicht von rund 500 Gramm bleibt das Oryx vergleichsweise kompakt, fällt aber erwartungsgemäß größer und schwerer aus als das Axion.
Technische Daten der Wärmebild-Monokulare Pulsar Axion XQ19 Compact und Pulsar Oryx LRF XG35 auf einen Blick:
| Modell: | Pulsar Axion XQ19 Compact | Pulsar Oryx LRF XG35 |
| Sensorauflösung: | 384 × 288 Pixel | 640 × 480 Pixel |
| Pixelabstand (Pitch): | 17 µm | 12 µm |
| Sensor-NETD: | < 25 mK | < 40 mK |
| System-NETD: | < 18 mK | < 20 mK |
| Bildfrequenz: | 50 Hz | 50 Hz |
| Objektiv: | 19 mm, F1.0 | 35 mm, F1.0 |
| Vergrößerung: | 1,5- bis 6-fach | 2,5- bis 20-fach |
| Sehfeld auf 100 m: | 34,7 × 21,5 m | 21,9 m horizontal |
| Detektionsreichweite: | bis 750 m | bis 1.800 m |
| Laser-Entfernungsmesser: | nein | ja, bis 1.500 m |
| Display: | AMOLED, 640 × 400 | AMOLED, 1.024 × 768 |
| Bildstabilisierung: | nein | elektronisch |
| Interner Speicher | 64 GB | 64 GB |
| Akkulaufzeit: | bis 8 Stunden | bis 12 Stunden |
| Schutzart: | IPX7 | IP67 |
| Abmessungen: | 134,5 × 38 × 71 mm | 179 × 52 × 77 mm |
| Gewicht: | 250 g ohne Akku | rund 500 g |
| App-Anbindung: | Stream Vision 2 | Stream Vision 2 und Stream Vision Ballistics |
Welches Pulsar-Wärmebildgerät eignet sich für welchen Jäger?

Das Axion XQ19 Compact empfiehlt sich vor allem als kleines und leichtes Beobachtungsgerät für Waldreviere, Kirrungen, kurze Pirschgänge und überschaubare Feldflächen. Sein weites Sehfeld erleichtert das schnelle Auffinden von Wild. Gleichzeitig bleibt das Gerät so kompakt, dass es ohne große Vorbereitung mitgeführt werden kann. Die Grenzen liegen erwartungsgemäß bei der Detailerkennung auf größere Distanzen und beim Fehlen eines echten Laser-Entfernungsmessers.
Das Pulsar Oryx LRF XG35 ist dagegen auf anspruchsvollere Beobachtungsaufgaben zugeschnitten. Der höher auflösende Sensor, das 35-mm-Objektiv, die Bildstabilisierung und der Laser-Entfernungsmesser erweitern den nutzbaren Entfernungsbereich deutlich. Damit eignet es sich besonders für Feldreviere, größere Freiflächen und lange Beobachtungsnächte. Das duale Akkusystem unterstreicht diesen Anspruch. Auch preislich liegen die Geräte deutlich auseinander. Das Axion XQ19 Compact wird in Deutschland derzeit zu Straßenpreisen ab rund 910 Euro angeboten. Beim neuen Oryx LRF XG35 beginnen die aktuellen Angebote bei etwa 2.200 Euro. Preise und Verfügbarkeit können sich kurzfristig ändern.
Unser Fazit zu Pulsar Axion XQ19 Compact und Oryx LRF XG35

Mit den beiden Wärmebildmonokularen deckt Pulsar zwei klar voneinander getrennte Einsatzbereiche ab. Das Axion XQ19 Compact konzentriert sich auf das Wesentliche: geringe Abmessungen, niedriges Gewicht, breites Sehfeld und ein vergleichsweise günstiger Einstiegspreis. Das Oryx LRF XG35 bietet dagegen die erheblich umfangreichere Ausstattung. Seine Stärken liegen in der höheren Sensorauflösung, der größeren Beobachtungsreichweite, dem präzisen Laser-Entfernungsmesser, der elektronischen Bildstabilisierung und dem ausdauernden dualen Akkusystem. Die Entscheidung hängt somit weniger von der grundsätzlichen Qualität als vom tatsächlichen Revier und Einsatzzweck ab: Für kurze Entfernungen und maximale Mobilität ist das Axion XQ19 Compact die pragmatische Wahl. Wer regelmäßig auf größere Distanzen beobachtet und Wert auf Entfernungsmessung sowie zusätzliche Bilddetails legt, findet im Oryx LRF XG35 das deutlich leistungsfähigere Gesamtpaket.









