Nach der Einführung der CDX ergänzt Blaser seine Geschossfamilie um eine Variante für die Wald- und Drückjagd: Die Blaser CDS. Während die CDX als Allround-Geschoss ein breites Spektrum jagdlicher Situationen abdecken soll, liegt der Schwerpunkt der neuen CDS auf kurzen bis mittleren Schussentfernungen. Die Abkürzung steht für Copper Deformation Shock. Der Unterschied zur CDX zeigt sich sowohl an der runderen Geschossfront als auch am inneren Aufbau: Eine breite Kaverne, also ein Hohlraum hinter der Spitze, und innenliegende Einkerbungen sollen eine schnelle und starke Deformation im Wildkörper einleiten. Damit verfolgt Blaser das Ziel einer hohen Augenblickswirkung auf den typischen Entfernungen der Wald- und Drückjagd.


Führungsbänder am Blaser CDS Geschoss
Bei der Führung im Lauf greift Blaser dagegen auf ein bereits von der CDX bekanntes Konstruktionsmerkmal zurück. Auch die CDS besitzt Führungsbänder, zwischen denen der Durchmesser des Geschosskörpers reduziert ist. Dadurch beschränkt sich der Kontakt mit dem Lauf auf kleinere Flächen. Das soll die Reibung und Geschossablagerungen verringern und unter vergleichbaren Bedingungen eine etwas höhere Mündungsgeschwindigkeit ermöglichen. Blaser spricht außerdem von einem angenehmeren Rückstoßimpuls.
Kupferlegierung und Auftreffgeschwindigkeit
Neben der Geschossform ist das verwendete Material für das Deformationsverhalten entscheidend. Hier kommt bei der CDS jene Kupferlegierung zum Einsatz, in deren Entwicklung Blaser bereits für die CDX viel Arbeit investiert hat. Sie soll ein zuverlässiges Aufpilzen über ein breites Geschwindigkeitsspektrum ermöglichen. Für die CDX nennt Blaser ein Wirkfenster von etwa 500 bis 1.000 m/s Auftreffgeschwindigkeit.

Bei der CDS liegt der Schwerpunkt auf einer raschen Deformation auf kürzeren Entfernungen. Welche Auftreffgeschwindigkeit dabei noch zur Verfügung steht, hängt jedoch von der jeweiligen Laborierung ab. Einen konkreten Anhaltspunkt liefern die ballistischen Daten der Ausführung in .308 Winchester.

Ballistische Daten der Blaser CDS in .308 Winchester
Die folgenden Herstellerangaben gelten für die CDS in .308 Win. mit einem Geschossgewicht von 9,7 Gramm (150 Grains). Ermittelt wurden sie aus einem 600 mm langen Lauf.
Geschossentfernung zur Mündung: | Geschossgeschwindigkeit: | Geschossenergie: |
0 m | 860 m/s | 3.588 J |
50 m | 779 m/s | 2.946 J |
100 m | 703 m/s | 2.398 J |
150 m | 631 m/s | 1.933 J |
200 m | 564 m/s | 1.542 J |
Für diese Laborierung gibt Blaser eine günstigste Einschießentfernung (GEE) von 160 Metern an. Bei Fleckschuss auf 100 m liegt der Auftreffpunkt des Geschosses laut Hersteller 15,8 cm unterhalb des Haltepunktes.
Warum die Lauflänge bei der CDS berücksichtigt werden muss
Bei der Einordnung dieser Werte lohnt sich ein Blick auf die zugrunde gelegte Lauflänge von 60 Zentimetern. Gerade führige Jagdbüchsen für die Wald- und Drückjagd besitzen häufig kürzere Läufe. Aus ihnen kann die tatsächliche Mündungsgeschwindigkeit geringer ausfallen. Entsprechend sinkt auch die Auftreffgeschwindigkeit auf einer gegebenen Entfernung.
Eine aus dem Messlauf abgeleitete Einsatzentfernung lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres auf jede Büchse übertragen. Wer die Mündungsgeschwindigkeit aus der eigenen Waffe misst und die Treffpunktlage auf dem Schießstand kontrolliert, erhält eine bessere Grundlage, um die verwendete Kombination aus Büchse und Munition einzuschätzen.


Gleichmäßige Geschwindigkeit als Entwicklungsziel bei der Blaser CDS
Neben der Höhe der Mündungsgeschwindigkeit spielt auch deren Gleichmäßigkeit eine Rolle. Blaser verfolgt bei der Ladungsentwicklung der CDS denselben Qualitätsanspruch wie bei der CDX. Sowohl die Spannweite zwischen der höchsten und niedrigsten gemessenen Mündungsgeschwindigkeit als auch die Standardabweichung sollen im einstelligen m/s-Bereich liegen.

Das Ziel sind möglichst geringe Unterschiede von Schuss zu Schuss. Solche Geschwindigkeitsschwankungen können insbesondere auf größere Entfernungen zur Höhenstreuung beitragen. Eine gleichmäßige Mündungsgeschwindigkeit ist damit eine wichtige Voraussetzung für reproduzierbare Treffer.
Geschossform der Blaser CDS und freies Schussfeld
Eine spannende Frage ist außerdem, wie sich die rundere Geschossfront bei einem unbeabsichtigten Kontakt mit kleinen Hindernissen, wie etwa Ast- und Blattwerk, verhält. Blaser antwortet darauf, dass die CDS in dieser Hinsicht robuster als die CDX sei. Auch diese Konstruktion bietet allerdings keine Gewähr dafür, dass ein Hinderniskontakt ohne Einfluss auf Flugbahn und Wirkung bleibt. Ein freies Schussfeld auf das Wild bleibt daher Voraussetzung für den Schuss – darauf weist auch der Hersteller ausdrücklich hin.
Kaliber und Preisniveau der Blaser CDS
Blaser führt die CDS in den Kalibern .308 Winchester, .30-06 Springfield, .300 Winchester Magnum und 8,5x55 Blaser ein. Weitere klassische Drückjagdkaliber aus den Bereichen 8x57 und 9,3 mm kamen im Gespräch als mögliche spätere Ergänzungen zur Sprache. Verbindliche Ankündigungen sind damit bislang nicht verbunden.
Für die Ausführung in .308 Winchester empfiehlt der Hersteller einen Verkaufspreis von 99,- Euro für die 20-Schuss-Packung. Auskunft über die konkrete Lieferbarkeit gibt der Fachhandel.
Blaser möchte CDS und CDX hinsichtlich Geschossgewicht und Laborierung möglichst aufeinander abstimmen. Das soll beim Wechsel zwischen den beiden Linien die erforderlichen Korrekturen an der Visierung gering halten. Eine Kontrolle der Treffpunktlage aus der eigenen Büchse bleibt in jedem Fall erforderlich. Mit der CDS ergänzt Blaser sein Angebot somit um eine bleifreie Alternative mit einem klaren Schwerpunkt auf der Wald- und Drückjagd.
Weitere Informationen und die Daten der einzelnen Laborierungen finden Sie auf der Blaser-Produktseite zur CDS.









