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Pedersoli Boarbuster Mark II Unterhebelrepetierer: Video und Praxis-Test der Jagdbüchse in .45-70 Government

Unterhebelrepetierer Pedersoli Boarbuster Mark II
Pedersoli stellte auf der IWA 2017 den neuen Boarbuster Mark II Unterhebelrepetierer für die Drückjagd vor.

Das italienische Traditionsunternehmen Davide Pedersoli feierte auf der IWA 2017 in Nürnberg sein 60. Jubiläum und stellte uns bei dieser Gelegenheit die neueste Version des Unterhebelrepetierers Boarbuster in einem ziemlich modernen und aggressiven Design vor. Inzwischen sind mehr als zwei Jahre vergangen. Grund genug für uns, das Jagdgewehr ausgiebig zu testen.

Übrigens hatten wir auch die erste Version des Boarbusters auf Führigkeit, Leistung und Zuverlässigkeit getestet. Hier kommen Sie zum Test mit einem Video des Pedersoli Boarbuster bei all4hunters.com.

Eigenschaften des Pedersoli Boarbuster Mark II:

Dank des Unterhebels lässt sich der Boarbuster Mark II repetieren, ohne die Waffe absetzen zu müssen.

Der Unterhebelrepetierer aus Italien trägt den vielversprechenden Namen "Boarbuster", also Sauenjäger. Der Umstand, dass aus fast jeder Position die Schußabgabe und der anschließende Repetiervorgang durchgeführt werden kann – ohne die Waffe absetzen zu müssen – hat dieses System nie aus der Mode kommen lassen. Die großkalibrigen Waffen dieser Reihe sind nicht in erster Linie bekannt für ausgesprochene Präzision oder für das Überwinden langer Distanzen zum Ziel, aber die Durchschlagskraft und Stoppwirkung aus kurzen Entfernungen dürfte ohne Zweifel einer der wesentlichen Vorteile dieser Gewehre sein. Bei der Testwaffe besonders auffällig: die spezielle Cerakote-Beschichtung der Metallteile bei Lauf, Magazin, Systemkasten und Unterhebel. Die Lauflänge beträgt 483 mm bei einer Gesamtlänge von 950 mm. Der Unterhebelrepetierer wiegt knapp 3,3 kg. An Kalibern für die Boarbuster aus dem Hause Pedersoli steht noch .444 Marlin zur Verfügung. Maximal fünf Patronen fast der Boarbuster – plus eine im Patronenlager.

Fast mittig im Systemkasten auf der rechten Seite ist die seitliche Ladeöffnung für die Patronen. Sie werden in Laufrichtung eingedrückt. Der Ladevorgang erfordert etwas Übung.

Der Hinterschaft besteht aus amerikanischem Nussbaum mit einem Soft-Touch-Überzug und schließt mit einer etwa 2 cm breiten Microcell-Gummischaftkappe ab. Der sehr schmale Pistolengriff ist zur besseren Haptik mit Verschneidungen/Fischhaut gearbeitet. Der ebenfalls schlanke Kolbenhals fällt sehr lang aus. Mittig auf dem Kolbenhals sitzt die Schiebesicherung. Der Bügel des Unterhebels präsentiert sich relativ klein für sehr große Hände – bei der Handhabung in der Drückjagd-Saison mit Handschuhen, könnte dieser zu eng sein. Der Abzug hat kaum Vorweg, arbeitet direkt und ohne kriechen. Das eher hohe Abzugsgewicht passt zum Einsatzzweck des Unterhebelrepetierers.

Der Vorderschaft besteht ebenfalls aus amerikanischem Nussbaum mit Soft-Touch-Überzug. Auch hier finden sich für den besseren Grip die Verschneidungen wieder. Aus dem Vorderschaft ragt das Röhrenmagazin. Zwischen Ende des Magazins und Ende des Laufes liegen 7 cm. Auf dem Lauf selbst sitzt eine offene Visierung bestehend aus Kimme und Korn. Für den Einsatz zum Beispiel eines Red Dots thront auf dem Lauf eine Picatinny-Schiene.

Alleinstellungsmerkmal im Bereich der Unterhebelrepetierer: die verstellbare Schaftkappe des Pedersoli Boarbuster Mark II. Mittels Innensechskantschlüssel kann die Schaftbacke angepasst und höhenverstellt werden.


Die technischen Daten des Pedersoli Boarbuster Mark II im Überblick:

Modell:Boarbuster Mark II
Hersteller:Pedersoli
Preis:2.179,- Euro
Kaliber:.45-70 Government, .444 Marlin
Lauflänge:483 mm
Gesamtlänge:950 mm
Gewicht:3.300 g
Visierung:verstellbare Kimme, festes Korn mit reflektierenden Markierungen
Schaft:amerikanisches Nussbaumholz mit Soft-Touch-Beschichtung und verstellbarer Schaftbacke

Video: Pedersoli Boarbuster Mark II in Action

Unser Fazit zum Test der Unterhebelrepetierers Pedersoli Boarbuster...

Der Patronenauswurf nach oben war für die Tester etwas gewöhnungsbedürftig.

Die an das "Arbeitsgerät" gestellten Aufgaben werden sachlich kompetent abgearbeitet. Die Beschichtung der Metallteile lässt sämtliche Farbvarianten zu. Der Holzschaft mit Soft-Touch-Überzug erzeugt einen ausgesprochen wertigen Gesamteindruck. Die Verschneidungen sorgen für eine gute Haptik. Für einen flüssigen Repetiervorgang muss geübt werden. Hat man diesen aber einmal verinnerlicht, läuft es wie von selbst. 

Die im Test erzielten Streukreise fielen relativ homogen aus, was auch das subjektive Schießerlebnis zeigte. Sowohl mit der bleifreien leichten Variante als auch mit schwereren Geschossen erreichte die Boarbuster gute Ergebnisse. Insgesamt waren alle jagdlich tauglich und versprechen auf kurze Distanzen enorme Stopp-Wirkung.


Weitere Informationen zu Waffen von Pedersoli finden Sie direkt auf der Webseite des Unternehmens.

Den kompletten Test des Pedersoli Boarbuster Mark II mit allen Streukreis-Tabellen und ausführlichem Bericht vom Schießstand finden Sie in VISIER 10/2019, die am 25.09.2019 erscheinen wird.

In Deutschland gibt's das Modell Boarbuster Mark II von Pedersoli in beiden Kalibern bei www.frankonia.de

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