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Waffensachkunde: So erlangen Sie die Basis für den Waffenbesitz

Am 1. Januar 1973 trat das Waffengesetz der Bundesrepublik Deutschland in Kraft. Seitdem verlangt der Gesetzesgeber weiterführende Voraussetzungen, um eine Waffe legal besitzen zu dürfen. Dazu gehört auch ein Nachweis über eine erfolgreich abgelegte Waffensachkunde. Ohne diese Prüfung ist es in Deutschland nicht möglich, eine Waffenbesitzkarte, einen Munitionserwerbsschein oder dergleichen zu erhalten. Welche weiteren Voraussetzungen Sie für einen Waffenbesitz benötigen, erfahren Sie hier in unserem Artikel: Waffengesetz in Deutschland - die Waffenbesitzkarte.

Keine erfolgreich abgelegte Waffensachkunde – keine Waffe!

Waffensachkunde Vortrag und Lehrgang
Heinz Gräf hält im Jahr ein bis zwei Waffensachkunde-Lehrgänge mit maximal 20 Teilnehmern.

Das Waffengesetz bestimmt die Notwendigkeit einer Sachkunde, die entweder durch eine Prüfung oder durch eine Tätigkeit/Ausbildung belegbar ist. Hinzu kommen weitere Anforderungen, wie die persönliche Eignung und andere Nachweise, die bei den entsprechenden Behörden zu beantragen sind – von Landkreis zu Landkreis oder Bundesland zu Bundesland kann die Zuständigkeit variieren. 


Wichtig ist vor allem, dass der zukünftige Schütze einen Lehrgang besucht, der staatlich anerkannt ist.

Waffensachkunde: Tipps auf dem Weg zum Waffenbesitz

Der Prüfling braucht keine Scheu vor der Sachkunde zu haben. Heinz Gräf, der seit dem Jahr 2000 Lehrgänge dieser Art anbietet, sagt dazu: "Eine intensive Vorbereitung und das praktische Üben an Realstücken gehören unbedingt dazu. Dabei legen wir Wert darauf, nicht einfach den Stoff zu rekapitulieren, sondern der Schüler soll logisch verstehen, was er macht."

Heinz Gräf weiß, wovon er spricht. Der ehemalige Berufssoldat greift auf seine Erfahrungen als Taucher und Sprengmeister zurück. Darüber hinaus absolvierte er eine Ausbildung in der Kampfmittelräumung, mit Einsätzen in den USA, Kanada, den Niederlanden. Im Kosovo schloss er seine aktive Dienstzeit ab. Heute bietet er neben entsprechenden Lehrgängen auch die Möglichkeit an, bei ihm persönlich die Waffensachkunde abzulegen.

Nach den allgemeinen Verwaltungsvorschriften zum Waffengesetz sind 16 Vollstunden beziehungsweise 22 Unterrichtsstunden zu je 45 Minuten gefordert. Hinzu kommen dann noch die praktische und die theoretische Prüfung.

"Bei uns gibt es jedoch eine Mindestdauer von 26 Stunden, da die Thematik derart komplex ist. Schließlich soll am Ende ja der sichere und wissende Umgang mit einer Waffe stehen", so Gräf.

Inhalt der Waffensachkunde

Waffensachkunde-Lehrgang: Umgang mit Kurzwaffen
Die sichere Handhabung von Waffen steht ganz oben auf der Liste der Waffensachkunde.
Waffensachkunde-verschiedene-Munitionen
Gewehr oder Pistole? Welches Kaliber? Auch um das Thema Munition dreht es sich bei der Waffensachkunde.

Welche Themenkomplexe erwarten den Sachkundeschüler? 

Neben den gesetzlichen Vorschriften und den entsprechenden Sicherheitsvorschriften zum Umgang mit Waffen und Munition, gibt es in Waffensachkunde noch eine lange Liste von Themen:

- Beschussrecht

- Notstand

- Munitionskunde

- Reichweite und Wirkungsweise

- waffenrechtliche Begriffe

- Lagerung und Transport von Waffen

- Verhalten auf dem Schießstand

- Rechte / Pflichten der Aufsichten

... um nur einige zu nennen.

"Auch wenn diese Liste nach unglaublich viel Stoff klingt, der kaum zu bewältigen scheint, so bereiten wir unsere Schüler gezielt darauf vor", erläutert Gräf.

Dazu gehört eben auch der praktische Umgang mit Waffen und Munition, da dies ein besseres Verständnis fördert, was die Handhabung von Waffen und Munition angeht.

Waffensachkunde: Ein vielseitiges Themengebiet 

Waffensachkunde Vorbereitung
Waffensachkunde: Auch der Besuch auf dem Schießstand steht auf dem Programm. So werden die Schützen sowohl in der Theorie, als auch in der Praxis fit gemacht.

"Es wird keiner anschließend aus dem Lehrgang in der Lage sein, zu allen Regelungen und Unterregelungen ein bis ins Detail genaues Gutachten schreiben zu können. Das wäre auch an der Zielsetzung vorbei geschossen. Nach der Prüfung ist bei uns aber jeder Absolvent in der Lage, die wichtigsten Dinge und Sachverhalte im Umgang mit Waffen abzurufen und das sowohl theoretisch als auch praktisch“ sagt Gräf auf die Frage, was das Lernziel des Lehrgangs sein soll.

Bereit für den ersten Schuss mit der eigenen Waffe

Auch wenn es nach viel und schwierigem Stoff klingt, Spaß macht das Lernen in der Gruppe auch. Die Ausbilder, neben Heinz Gräf noch Bernd Helbach, Wido Kopper und Volker Bosch, schaffen es, die trockene Materie anschaulich und unterhaltend zu vermitteln. 

Und wenn der erste Schuss aus der eigenen Waffe knallt und der Pulvergeruch in der Luft riecht, dann war das der ganze Aufwand wert. Deswegen sollte sich keiner scheuen, die Sachkunde abzulegen – egal wo in Deutschland – um das "scharfe" Schießen und die Tradition in unserem Land am Leben zu erhalten.


Sie möchten sich auf die Prüfung der Waffensachkunde vorbereiten, oder allgemein Ihr Wissen testen? Mit dem Waffensachkunde-Trainer der German Rifle Association können Sie das hier online.


Den ausführlichen Bericht über die Waffensachkunde und noch mehr hilfreiche Tipps finden Sie in der VISIER 07/2017.  Die Ausgabe können Sie ganz bequem im VS Medien Online-Shop bestellen.

Hier kommen Sie zur digitalen Version der VISIER 7/2017.

Sie interessieren sich für einen Lehrgang über Waffensachkunde? Hier finden Sie weitere Infos.

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