4.6

Waffenrecht: Lässt der Staat Bürger im Stich?

Es sollte jedem einleuchten, dass die Beamten, die täglich mit dem Streifenwagen oder zu Fuß ihren Dienst verrichten, nur das letzte Glied der verhängnisvollen Kette des Sparhorrors sind. Gerade sie bekommen aber die Enttäuschung oder auch die Wut der verzweifelten Menschen zu hören. 

Der Aufschrei muss wohl so laut gewesen sein, dass der Autor des WELT-Artikels folgende treffende Einleitung wählte:

„Der Staat kann das Eigentum der Bürger kaum noch schützen. In Bonn schlagen die Täter bei Wohnungseinbrüchen am häufigsten zu. Betroffene suchen immer öfter Sicherheit bei privaten Wachdiensten.”

In NRW erreicht die Zahl der Einbrüche den höchsten Wert seit 1995 und bundesweit  stieg die Einbruchsrate in den letzten fünf Jahren um 33 Prozent. Dies zeigt sehr deutlich, dass unser Staat, schon lange nicht mehr in der  Lage ist, seiner Pflicht nachzukommen. In ihrer Verzweiflung werden vielerorts bereits Gruppen gebildet, um sich gegenseitig beizustehen und das Vakuum zwischen Recht und Unrecht auszugleichen.

Die Konsequenz daraus könnte etwa so aussehen:

“Die “Bürgerprojektgruppe” will keine privaten Wachdienste beauftragen, da sie die Polizei nicht aus ihrer  Verantwortung entlassen möchte. Doch andernorts haben die Bürger längst  die Hoffnung aufgegeben. In Mönchengladbach etwa patrouilliert bereits ein privater Sicherheitsdienst durch eine Villengegend.”

Etwas später liest man dann:

“Der Bürgermeister findet es zwar legitim, wenn sich die Tiefenbronner selbst schützen wollen. Mittel will er dafür aber nicht bereitstellen. Denn Minister Gall warnt davor, das “Gewaltmonopol des Staates infrage zu stellen.” Genau das aber tut Jost. Er will seine Initiative zum “Signal für ganz Deutschland” machen. Seit der Sicherheitsdienst die Straßen überwacht, ist nichts mehr passiert.”

Aber muss es denn überhaupt so weit kommen? Nein, natürlich nicht!

Ob die gewählten Mittel ausreichen, die erhoffte Präsenz der Polizei auszugleichen, können wir nicht sagen - wir wissen aber, dass es Staaten gibt, in denen dem Bürger so weit vertraut wird, dass er sich, seine Familie und sein Eigentum mit wirksamen Mitteln verteidigen kann. An diesen Orten überlegen es sich Kriminellen reiflich, ob sie in ein Haus einbrechen, dessen Einwohner sich zur Wehr setzen könnten.

Aber warum traut der deutsche Staat den eigenen rechtstreuen Bürgern so wenig, dass er ihnen alle Möglichkeiten nimmt, sich und ihr Eigentum zu schützen? Und das, obwohl er schon offen zugibt, die Kriminalität und damit verbundene Gewalt schon lange nicht mehr unter Kontrolle zu haben?

Wer glaubt, dass wir als die GRA an dieser Stelle für “amerikanische Verhältnisse” plädieren, muss enttäuscht werden! Schweizer Verhältnisse würden uns vollkommen ausreichen! In der Schweiz ist “Selbstschutz” ein hinreichender Grund für den legalen Waffenbesitz. In der Schweiz sind “heiße Einbrüche” (wenn die Bewohner zu Hause sind), sehr selten, da die Einbrecher damit rechnen müssen, dass die Hausbewohner sich mit Waffengewalt wehren könnten. Auf der anderen Seite haben nur sieben Menschen in zwanzig Jahren in Notwehr einen Angriff so abgewehrt, dass der Angreifer tödlich getroffen wurde. Wildes Herumgeballere kann man das nicht nennen, obwohl das Werkzeug vorhanden ist.

Wir möchten, dass jeder gesetzestreue und verantwortungsvolle Mensch in Deutschland die gleiche Möglichkeit wie Schweizer, Österreicher und Tschechen haben sollte, sich wirksam zu Wehr setzen zu können.

Einzige Voraussetzung: Er hat sich dafür entschieden! Und wir möchten natürlich, dass diese Menschen im Vorwege eine Ausbildung einschließlich Notwehrrecht und Deeskalationstraining sowie eine Überprüfung auf Zuverlässigkeit durchlaufen müssen.

Denken Sie mal drüber nach…


QuelleDIE WELT


Diesen Artikel bewerten
4.6 (27 Bewertungen)
Die korrekte und vollständige Funktion unserer Dienste setzt Cookies voraus. Mit einem Klick auf die Schaltfläche [OK] willigen Sie ein, dass unsere Internetdomäne Cookies verwendet.