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Kalaschnikow Konzern: Russland gibt Mehrheitsanteile ab

Das russische Rüstungsunternehmen Rostec hat seine Mehrheitsanteile beim Waffenhersteller Kalaschnikow Konzern im Februar 2018 von 51 % auf 25 % plus eine Aktie reduziert. Die Mehrheit der Anteile der Unternehmens-Gruppe kauften Privatinvestoren, darunter Unternehmenschef Alexey Krivoruchko. Der Anteil von knapp 26 % ging für 1,5 Mrd. Rubel (ca. 21,4 Mio. Euro) an Krivoruchko über.

Damit sind jetzt 75 % minus eine Aktie der Kalaschnikow-Gruppe in Privatbesitz. 

Marken-Relaunch mit neuen Kalaschnikow Sturmgewehren.
Neue Sturmgewehre unter der Marke Kalaschnikow.

Der Kalaschnikow Konzern fasst drei Marken bekannter russicher Waffen in einer Gruppe zusammen: Kalashnikov (Sturmgewehre), Baikal (Jagdwaffen und Waffen für den zivilen Bereich) und Izhmash (Sportgewehre). Bis 2014 war die Kalaschnikow Gruppe fest in der Hand des russischen Staates. Im Zuge einer Fusion kauften Andrey Bokarev und der Geschäftsführer von Kalaschnikow, Alexey Krivoruchko, 49 % der Aktienanteile. In den darauffolgenden 3 Jahren konnte der Wert einer Aktie um 100 % erhöht werden. 

2018: Kalaschnikow Konzern nun mehrheitlich in Privatbesitz

Eröffnung des Kalaschnikow Stores.
Die Eröffnung des ersten Kalaschnikow Stores am Moskauer Flughafen

Die privaten Investoren trugen bereits seit 2013 dazu bei, die Effektivität zu steigern und dabei Kosten zu senken. Außerdem führten sie moderne Fertigungstechnologien ein und erschlossen neue Marktsegmente wie Schiffsbau oder unbemannte Boden- und Luftfahrzeuge. Inzwischen stellt das Unternehmen auch Kleidung und Messer her und betreibt Souvenirläden. Im Jahr 2017 steigerte die Kalashnikov-Gruppe ihren Umsatz aus Verkäufen an den zivilen Markt um 57 % gegenüber dem Vorjahr.

Kalaschnikow Sturmgewehre auf der Messe.
Nach der weiteren Privatisierung behält der russische Staat einen Anteil der Kalaschnikow-Gruppe. Sie ist der wichtigste Rüstungs- und Waffenlieferant von Russland.

Zeitgleich behält Kalaschnikow seine Position als führender Waffenhersteller für die russischen Streitkräfte und Polizeibehörden bei. Mit der Sperrminorität von über 25 % behält die russische Regierung mit Rostec immer noch die notwendige Kontrolle. Denn Kalaschnikow ist der wichtigste Lieferant von Waffen und Ausrüstung für Russland. 

Natürlich möchte der Konzern auch Militärkräfte und Sicherheitsdienste aus anderen Ländern bedienen. Allerdings erschweren Embargos und Sanktionen seit der Ukraine-Krise den Export in die USA und die EU. 

Böse Zungen könnten behaupten, dass durch die Privatisierung des Unternehmens diese verhängten Sanktionen umgangen werden sollen.

Allerdings wurde die ursprüngliche Entscheidung, den Kalaschnikow Konzern teilweise zu privatisieren, bereits 2013 getroffen. Und das war lange bevor politische Ereignisse in der Ukraine diese Einschränkungen verursachten. Welche konkreten Auswirkungen diese weitergehende Privatisierung auf den internationalen, weltweiten Vertrieb der Waffen des Kalaschnikow Konzerns haben werden, kann man aktuell nur sehr schwer abschätzen, aber ein Teilzugang zum US-Markt könnte sich dadurch mittelfristig ergeben.


Weitere Informationen über Kalaschnikow finden Sie direkt auf der Webseite des Waffenherstellers.

Hier finden Sie die Webseite des russischen Rüstungsunternehmens Rostec.

20.02.2018

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