IWA OutdoorClassics 2026: Die Weltleitmesse für die Waffenbranche startet mit vielen Produkt-Neuheiten

Aussteller, Fachpresse-Vertreter und Händler, die teilweise schon seit Jahrzehnten im Frühjahr nach Nürnberg reisen, haben die Veränderungen schon bemerkt: Die IWA lebt, und wenn man die Verschiebungen in den Ausstellungsschwerpunkten beobachtet, in denen sich entsprechende Entwicklungen im Markt wiederspiegeln, nimmt die NürnbergMesse als Veranstalter diese Trends auf und setzt sie organisatorisch um, in diesem Jahr etwa durch den Schwerpunkt Krisenmanagement im Rahmen von IWA VISION oder durch die Konzentration der Bereiche Airsoft/Actionsport oder Messer und Outdoor in eigenen Hallen. Neben der NürnbergMesse wird die IWA übrigens getragen und geplant (seit der ersten IWA vor 52 Jahren) von den zwei ideellen Trägern, dem Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB) und dem Verband der Hersteller von Jagd- und Sportwaffen und Munition (JSM)

Die zunächst angedachte Verschiebung der IWA ab 2027 von Ende Februar auf Mitte April und Verkürzung von vier auf nur drei Tage in der Wochenmitte ist allerdings schon wieder vom Tisch. Wie die Messe unmittelbar zum IWA-Auftakt mitteilte, findet die IWA 2027 wie bisher direkt im Anschluss an die Enforce Tac, also Ende Februar statt: "Wir haben uns entschieden, für das Jahr 2027 mit der IWA zur bewährten Laufzeit und Tagefolge zurückzukehren. Damit schaffen wir Planungssicherheit und einen neuen Zeithorizont für den Dialog und die gemeinsame Weiterentwicklung der IWA." Was in den Folgejahren ab 2028 sein wird, soll noch in Gesprächen mit den Ausstellern diskutiert werden. 

Zum Ablauf dieser IWA und den besonderen Highlights finden Sie übrigens eigene Vorberichte bei all4shooters.com, die Links stehen ganz unten im Info-Block auf dieser Seite.

Da auch Sie wahrscheinlich schon gespannt sind auf die ersten neuen Produkte "frisch aus den acht IWA-Hallen", beginnen wir auch direkt mit dern Videos und Kurz-Infos des ersten Tags – in den nächsten Messetagen folgen jeweils (am späten Nachmittag) eigene Tages-Zusammenfassungen. 

Viel Spaß auch mit unseren Infos in den Social-Media-Kanälen, alle Links dazu stehen wie immer ganz unten (oder oben rechts auf Ihrem Monitor oder Smartphone-Display).

ACHTUNG: Die NürnbergMesse weist auf den bundesweiten Streik im öffentlichen Nahverkehr hin, der am morgigen Freitag, den 27.2.2026, und Samstag, den 28.2.2026, Busse und Bahnen auch im Großraum Nürnberg ausfallen lässt. Der Streik dauert 48 Stunden von Betriebsbeginn am Freitag um 4 Uhr morgens bis Sonntagmorgen 4 Uhr. Die IWA wird für alle Besucher kostenlose Shuttle-Busse von der und zur Messe jeweils zum Flughafen und zum Hauptbahnhof einsetzen, die stündlich fahren (Flug- und überregionaler Bahnverkehr sind vom Streik nicht betroffen). Hier können Sie weitere Infos bekommen.


IWA OutdoorClassics 2026: Chiappa 60 DS, der erste Revolver der innovativen Firma aus Italien im Kaliber .44 Magnum

Alles anders als gewöhnlich, dieses Motto galt für die Revolver des italienischen Herstellers Chiappa Firearms schon immer. Das Markanteste: Der Lauf wird nicht über die oberste, sondern über die unterste Trommelkammer "gefüttert", wodurch die Kraftübertragung direkt in die haltende Hand geleitet wird und sich der Hochschlag im Schuss verringert. Nun erscheint mit dem Chiappa 60 DS L-Frame der erste Revolver im Kaliber .44 Magnum mit einem extra dafür vergrößerten Aluminium-Rahmen aus 7075-T6 und mit Hogue-Gummigriffschalen. Die 60 DS-Serie gibt es bereits im Kaliber 9 mm Luger, in .357 Magnum und 10 mm Auto. Der Sechs-Zoll-Lauf und der Stoßboden des neuen 44ers sind aus Stahl. Erhältlich ist der Chiappa 60DS L-Frame in Deutschland ab 2.200 Euro in den Farbtönen Schwarz, White Nickel, Gold PVD, Nebula, Special und Elite. Import nach Deutschland erfolgt über Leader Trading, weitere Infos liefert die Chiappa-Website.


IWA OutdoorClassics 2026: Kipplaufbüchse Merkel K5, jetzt mit ergonomischem FBT-Carbonschaft und unter zwei Kilogramm

Mit einem Rekord kommt Merkel auf die IWA: Der Suhler Hersteller bringt seine Kipplaufbüchse K5 mit, die nun einen Carbonschaft des bekannten Ausrüsters FBT bekam. Der Kohlefaser-Lochschaft hat eine stufenlos höhenverstellbare Schaftbacke, einen ergonomisch geformten Pistolengriff und einen ebenso angepassten Vorderschaft. Damit ließ sich das Gesamtgewicht dieser K5 im Vergleich zu einem Holzschaft um rund 200 bis 300 Gramm drücken, so dass die Carbon-Version nun unter zwei Kilo wiegt. Da auf der langen Pirsch ebenso wie bei der Gebirgsjagd jedes Gramm weniger zählt (Schalldämpfer und Vorsatzgerät müssen ja auch montiert mitgetragen werden), ist weniger hier mehr. In den K5-Linien Black und Extreme liegen die empfohlenen Verkaufspreise nun knapp unter 6000 Euro. Weitere Infos zur gesamten K5-Baureihe finden Sie auf der Merkel-Website.


IWA OutdoorClassics 2026: Tanfoglio TTR, ein Long-Range-Geradzugrepetierer in .338 Lapua Magnum mit Wechsellauf .308 Winchester

Wer dieses Long-Range-Großkalibergewehr kauft, braucht auch eine große Brieftasche (oder das Budget einer entsprechenden Beschaffungseinheit bei Militär und Polizei). Mit 14.999 Euro ist das Modell TTR Sniper Rifle vom italienischen Hersteller Tanfoglio, der sonst hauptsächlich auf sportliche Großkaliberpistolen setzt, sicher kein Schnäppchen. Dafür bekommt man aber quasi zwei Matchgewehre in einem, denn neben dem Lauf in .338 Lapua Magnum gehört auch ein Wechsellauf im Kaliber .308 Winchester dazu. So bleibt das Training noch finanzierbar. Der über Waimex an den Fachhandel vertriebene Bolide kommt im in allen notwendigen Funktionen justierbaren Klappschaft kompatibel zu AR-Systemen, mit einem Geradzugverschluss und auch der Abzug ist fein einstellbar. Händler können bereits bestellen, mit der Auslieferung ist in 3 bis 4 Monaten zu rechnen. Infos gibt es über den Importeur Waimex.


IWA 2026: Premiere des ThermTec Ventus – das 5-in-1-Multispektral-Fernglas für Jagd und Outdoor ist da

Eine Woche wurde es auf Social Media angteasert, nun erfolgte die Premiere direkt zum Start der IWA 2026: Mit dem ThermTec Ventus betritt der Wärmebildspezialist ein neues Marktsegment: Die am Optik-Himmel schnell aufsteigenden Multispektral-Binokulare. Was in Gestalt eines vertrauten Fernglases daherkommt, kombiniert Wärmebild, digitale Tag- und Nachtsicht, Laser-Entfernungsmessung sowie zusätzliche Funktionen wie Foto- und Videoaufnahme in einem einzigen Gehäuse. Ivan Cepo, der selbst erst jetzt das Ventus in die Hand bekam, zeigte uns das brandneue Gerät auf dem Stand der von Lippejagd Brinkmann GmbH:

Im Ventus arbeitet ein Dual-Sensor-System: Ein 4K-Ultra-CMOS-Sensor übernimmt das digitale Tag- und Nachtbild, während ein Wärmebildsensor mit 640×512 Pixel Auflösung und einem NETD-Wert von unter 15 mK für präzise Thermaldetektion auch unter schwierigsten Bedingungen sorgt. Je nach Einsatzzweck stehen zwei Modelle zur Wahl: Das Ventus635L mit 35-mm-Wärmebildobjektiv und das Ventus650L mit 50-mm-Objektiv für größere Reichweiten. Ein integrierter Laser-Entfernungsmesser arbeitet bis 1.000 Meter. Besonders praktisch ist der Dualband-IR-Aufheller: Per Hebel lassen sich die Wellenlängen 850 nm und 940 nm umschalten – ein lästiges Wechseln von Aufsätzen entfällt damit vollständig. Das Gehäuse mit seiner lederartigen Oberfläche liegt zudem sehr angenehm in der Hand und wurde bewusst so dimensioniert, dass es auch für kleinere Hände gut bedienbar ist. Mit rund 830 Gramm und zwei wechselbaren 18650-Akkus mit etwa sechs Stunden Laufzeit ist das Ventus auf längere Beobachtungseinsätze ausgelegt. Die binokulare Bauweise reduziert die Ermüdung bei längerem Ansitz dazu erheblich.

Das neue ThermTec Ventus Multispektral-Binokular soll ab Mai 2026 im Fachhandel erhältlich sein. Weiterführende Informationen, technische Daten und den Fachhandel-Finder findet man auf der Webseite von ThermTec unter thermeyetec.com sowie beim deutschen Vertriebspartner Lippejagd Brinkmann unter lippejagd.de. Für einen guten Eindruck der Funktionsweise, Abmaße und Haptik des Ventus schauen Sie unser Video.


IWA OutdoorClassics 2026: PARD zeigt zahlreiche verbesserte Thermal-Geräte, binokular oder als Einhand-Handheld

Am Stand von PARD konnten wir mit der Kamera gleich eine Reihe von Wärmebildgeräten begutachten, die aktuell für diese Saison erweitert und überarbeitet worden sind. Zunächst das OSPRE 2.0, ein binokulares Thermalgerät im kompakten Format mit für die Beobachtung wie per Fernglas, aber mit vierfacher Funktion: Tages- und Nachtsicht, Wärmebild sowie Bild-im-Bild für einen UVP von 999 Euro. Das NV007 SP2 Pro basiert auf dem PARD-Klassiker 007, kommt als Dual-Use-Gerät mit einem 4K-CMOS-Sensor mit 3840×2160 Pixeln, entweder als Vorsatz für das Zielfernrohr (dort, wo es erlaubt ist) oder als Handheld und mit wechselbarem IR-Strahler (850nm oder 940nm Wellenlänge). Das PARD TA32 ist ein Einhand-Beobachtungsgerät in der Größe einer Getränkedose und mit allen Funktionen in erreichbarer Nähe der haltenden Hand, mit einem 384×288 Sensor und entweder mit (um 1.000 Euro) oder ohne Laser-Entfernungsmesser, dann knapp unter 1.000 Euro. Das neue Topmodell PARD Leopard EX hat ebenfalls eine kompakte Form für die Einhandbedienung aller Funktionen, einen 640er Sensor und entweder eine 50-mm-Linse (UVP 1.999 Euro) oder eine mit 35 mm (1.699 Euro), jeweils mit integriertem Laser-Entfernungsmesser. Alle Geräte sollen in den nächsten drei Monaten ab Lager lieferbar sein. Weitere Infos über die englischsprachige PARD-Website


IWA 2026: Pulsar Symbion LRF – Neues Multispektral-Fernglas in den Variationen DXT50 und DXR50

Wer auf der IWA 2026 nach dem aktuellen Stand der multispektralen Beobachtungstechnik Ausschau hält, wird in diesem Jahr schnell fündig: So auch am Pulsar-Stand, wo uns Henrik Sproedt mit dem neuen Symbion LRF ein Fernglas präsentierte, das Wärmebild, 4K-Digitaltechnik für Tag, Dämmerung und Nacht sowie einen integrierten Laser-Entfernungsmesser in einem einzigen robusten Gehäuse aus Magnesiumlegierung vereint. Die Symbion LRF Multispektral-Optik kommt in den Modellen DXT50 und DXR50: die Unterschiede zwischen den Varianten sind durchaus entscheidungsrelevant. Das Kernprinzip des Symbion LRF ist der schnelle Wechsel zwischen den Kanälen: Das Wärmebild dient der raschen Detektion, der digitale 4K-Kanal liefert die nötige Bilddetailtiefe zum sicheren Ansprechen. Wer beides gleichzeitig im Blick behalten möchte, nutzt den Picture-in-Picture-Modus, der beide Kanäle parallel anzeigt. Der integrierte IR-Aufheller mit 850 nm erweitert die Nachtsichtreichweite auch bei absoluter Dunkelheit. Gesteuert wird das Ganze ganz intuitiv über einen neuen 3-Positionen-Schalter sowie einen Controller-Ring zum stufenlosen Zoomen. Getrennte Fokusringe für Thermal- und Digitalkanal sorgen dafür, dass beide Bildebenen unabhängig voneinander scharf gestellt werden können.

Der zentrale Unterschied zwischen den Modellen liegt im Wärmebildsensor: Das DXT50 setzt auf einen hochauflösenden 1280×1024-Pixel-Sensor (System-NETD < 20 mK) und deckt im Thermalkanal einen Vergrößerungsbereich von 2–16x ab – mit einem horizontalen Sichtfeld von 30,7 m auf 100 m. Das DXR50 arbeitet mit einem 640×480-Pixel-Sensor (System-NETD < 18 mK) und bietet dafür eine stärkere Thermalvergrößerung von 4–32x bei schmalerem Sichtfeld von 15,4 m auf 100 m. Beide Modelle teilen sich das identische 50-mm-f/1,0-Objektiv, den 4K-CMOS-Digitalsensor mit 6,5–26-facher Vergrößerung, den Laser-Entfernungsmesser mit bis zu 1.500 m Reichweite und ±1 m Genauigkeit sowie den 64-GB-Onboardspeicher für Foto und Video. Die Detektionsreichweite für ein hirschgroßes Ziel liegt bei beiden bei 2.300 m. Der UVP beträgt für das Symbion LRF DXR50 3.990,- Euro, das DXT50 mit dem hochauflösenderen Sensor ist für 5.590,- Euro gelistet. Weitere technische Details und Einsatzmöglichkeiten der Pulsar Symbion LRF Multispektral-Ferngläser erfahren Sie in unserem Video und auf der Webseite von Pulsar unter pulsarvision.com.


IWA 2026: HIKMICRO Alpex Pro A50PL – Das neue digitale Tag- und Nachtsicht-Zielfernrohr mit Laserentfernungsmesser

Wer ein digitales Zielfernrohr sucht, das sich in Haptik und Bedienung wie ein klassisches optisches Glas anfühlt, dürfte beim HIKMICRO ALPEX PRO genau richtig liegen. Gunnar Petrikat zeigte uns das Modell am HIKMICRO-Stand und machte klar, worin das Konzept liegt: hinterer Zoom-Ring, seitliches Parallaxe- und Fokusrad, 30-mm-Tubus. Wer von konventionellen Zielfernrohren kommt, wird sich sofort zurechtfinden. Hinter der vertrauten Außenhülle steckt moderne Digitaltechnik: Ein 12-Megapixel-CMOS-Sensor mit 4.512 x 2.512 Pixeln liefert in Kombination mit dem lichtstarken 50-mm-Objektiv (F1.8) detailreiche Bilder bei Tag und Nacht. Das 0,6-Zoll-AMOLED-Display gibt das Bild dann in Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) wieder. Der hauseigene "Light Pro"-Algorithmus optimiert dabei auch bei den neuen Gläsern Helligkeit, Kontrast und Rauschunterdrückung in Echtzeit – besonders in der Dämmerung zeigt das System, was es kann. Die digitale Vergrößerung reicht stufenlos von 4x bis 24x, das Sichtfeld beträgt 12,6 x 7 m auf 100 m, und die Erkennungsreichweite am Tag gibt HIKMICRO mit bis zu 1.500 m an. 

Das im Video gezeigte A50PL ergänzt die Grundausstattung um einen integrierten Laser-Entfernungsmesser mit bis zu 1.200 m Reichweite und ±1 m Genauigkeit, gekoppelt an einen ballistischen Rechner. Wie Petrikat praxisnah betonte: Die V0 sollte stets am eigenen Lauf gemessen werden – Packungsangaben der Munitionshersteller ersetzen keine reale Messung. Die Stromversorgung des ALPEX PRO erfolgt über einen fest verbauten internen Akku plus einem wechselbaren externen 18650-Akku, die Laufzeit liegt voll bestückt dann bei bis zu sieben Stunden. Das IP67-zertifizierte Gehäuse ist von −30 °C bis +55 °C einsatzbereit.

Ein wichtiger Hinweis für deutsche Jäger: Die rechtliche Zulässigkeit digitaler Nachtsicht-Zielfernrohre auf der Jagd ist in Deutschland noch nicht bundeseinheitlich geregelt. Petrikat erwartet hier aber eine baldige Klärung. Im Fachhandel ist das A50P für UVP 899,- Euro und das A50PL für UVP 999,- Euro gelistet, beide sollen ab Ende März 2026 verfügbar sein. Alle Produktdetails und die aktuelle Händlerliste finden sich auf der Webseite von HIKMICRO unter hikmicrotech.com.


Veranstaltungstipp: Technologie ApexVision rund um die Orion C Series

Im Fokus der Veranstaltung steht das ultraleichte 640er mit der neuesten Technologie ApexVision.

Am 27.02.2026 präsentiert Guide auf der IWA OutdoorClassics (Halle 4A, Stand 511) die neueste Technologie ApexVision rund um die Orion C Series. Im Fokus steht das ultraleichte 640er Clip-On-Wärmebildvorsatzgerät mit nur 285 g, entwickelt für präzise Zielerfassung, hohe Bildklarheit und zuverlässige Performance unter anspruchsvollen Outdoor-Bedingungen. Eine spannende Technologie-Vorstellung für Fachbesucher, Jäger und Behördenanwender.


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