IWA OutdoorClassics 2026, Nachbericht 1: Weitere Highlights und Neuheiten von der großen Waffenmesse

Auch wenn die IWA OutdoorClassics 2026 ihre Tore bereits geschlossen hat, ist die Messe für uns redaktionell noch längst nicht vorbei. Wie in den Vorjahren war die Dichte an Neuheiten, Modellpflege und vielen, interessanten Detail-Lösungen schlicht zu hoch, um alles während der Messetage in der täglichen Berichterstattung unterzubringen. Genau deshalb setzen wir unsere Streifzüge durch die Hallen für Sie in Form von Nachberichten fort: mit zusätzlichen Funden, die uns am Stand, im Gespräch oder beim zweiten Rundgang besonders ins Auge gefallen sind – und vor allem mit spannenden Produkten, die Sie sich für Revier, Schießstand oder Sammlung merken sollten.

Zwei Trends waren dabei erneut gut sichtbar – ohne hier schon zu viel vorwegzunehmen: Wärmebildtechnik bleibt ein starkes Thema, und im Kurzwaffenbereich wächst das Angebot an universellen Wettkampfpistolen, die sich für mehrere Disziplinen eignen und damit statische wie dynamische Anforderungen abdecken können.

In diesem ersten Nachbericht bündeln wir deshalb weitere Messe-Highlights und Produktnews, die es wert sind, genauer angeschaut zu werden. Und weil auch damit längst nicht alles erzählt ist: Freuen Sie sich schon jetzt auf den Nachbericht Teil 2 – mit weiteren Neuheiten und Eindrücken.

Die Tagesberichte der letzten drei Tage und die Links zu unseren Social-Media-Kanälen stehen im letzten Block unter diesem Beitrag. Viel Spaß und Vorfreude beim Lesen und Zuschauen!


IWA OutdoorClassics 2026: Ruger "American Rifle" Predator II, die Neuauflage des klassischen Repetiergewehrs

Auch Klassiker können noch modernisiert werden. Das Repetiergewehr Ruger Predator II ist ein solches Beispiel. Das unter dem Slogan "American Rifle" laufende Modell erhielt eine Cerakote-Beschichtung in "Burnt Bronze", passend zum grünen Schaft mit schwarzer und bronzefarbener Sprenkelung. Durch Spacer (auch als Zubehör erhältlich) lässt sich die Schaftlänge anpassen, auch die Schaftbacke kann in der Höhe reguliert werden. Insgesamt 19 Laborierungen zwischen .243 Win und .350 Legend werden in den USA gefertigt, nicht alle werden für den deutschen Markt importiert. Die Picatinny-Schiene erlaubt diie sichere Montage eines Zielfernrohrs oder Leuchtpunktgeräts. Was zunächst wegen des skelletierten Profils wie der Accutrigger von Ruger aussehende Abzug ist der etwas komfortablere Marksman-Auslöser, der zwischen 3 und 5 Pfund (1,36 - 2,27 kg) justiert werden kann. Das Predator II in dieser Ausführung liegt unter der 1.00-Euro-Marke. Infos über die US-Ruger-Website


IWA OutdoorClassics 2026: Schmeisser wieder dabei, mit neuen Waffen mit Pump Action, Rollenverschluss oder in Kleinkaliber

Nach neun Jahren Pause war das Krefelder Unternehmen Schmeisser wieder in Nürnberg dabei, und der Auftritt hatte es in sich: Thomas Hoff hatte beim Rundgang mit caliber-Chefredakteur Stefan Perey sichtlich Spaß, alle Details aufzulisten, die Schmeisser im Hinblick auf Kundenwünsche der letzten Jahre "eingebaut" hat. Die Schmeisser PSR-9 ist eine, ja tatsächlich, Pump-Action-Waffe im Kaliber 9x19 mm, die sich durch ihr taktisches Design und ihre robuste Konstruktion auszeichnet. Sie verwendet Glock-kompatible Magazine, was eine breite Verfügbarkeit und logistische Vorteile garantiert. Der leichtgängige Handschutz ermöglicht schnelle Schussserien, selbst dort, wo der Besitz von halbautomatischen Feuerwaffen durch lokale Gesetze eingeschränkt ist. Die integrierte Picatinny-Schiene ermöglicht die Montage moderner Optiken und Zielhilfen. Der Teleskopschaft bietet ergonomische Anpassungsmöglichkeiten an verschiedene Körpergrößen und Schusspositionen, während der Pistolengriff und die manuelle Sicherung dem Layout von Gewehren im AR-15-Stil nachempfunden sind. Der Leichtmetall-Verschluss ist in einer attraktiven Bronzefarbe eloxiert. Die Preisempfehlung für Deutschland liegt bei 1.290,- Euro

Kommen wir nun zum Schmeisser DRS-9, der das Kaliber (9x19 mm) und das allgemeine Layout des Vorgängermodells teilt, sich jedoch durch sein verzögertes Rollenverschluss-Rückstoßsystem unterscheidet, das laut Hersteller den Rückstoß an der Schulter mildert und gleichzeitig den Mündungsanstieg reduziert. Die DRS-9 wird ebenfalls aus Glock-kompatiblen Doppelreihenmagazinen gespeist, aber in diesem Fall verfügt der feste Handschutz über M-Lok-Schlitze und der Lauf ist 10,5 Zoll lang, was 26,6 Zentimetern entspricht. Der Ladehebel an der Vorderseite des Handschutzes lässt sich leicht von links nach rechts umkehren. Besonders spannend: Der DRS-9 -Lower lässt sich mit beliebigen AR-15-kompatiblen Abzügen ausstatten, so dass der Besitzer alternativ seinen Lieblings-Trigger nutzen kann. Die unverbindliche Preisempfehlung lautet 1.590,- Euro. Als nächstes: Endlich eine sportlich mit BKA-Bescheid zugelassene Kleinkaliber-Lösung im AR-Look, aber mit dann geschlossenem Handschutz, entweder als Wechselsystem (kompatibel mit 16 bekannten Lower-Herstellern) mit 16-Zoll-Lauf für 549,- Euro oder als kompletter Selbstlader für 849,- Euro. Die anderen Neuheiten seht ihr im Video. Infos (demnächst) über die Schmeisser-Website.


IWA OutdoorClassics 2026: Bushnell mit überarbeiteter Zielfernrohr-Serie R7 und fünf neuen Modellen

US-Optik-Spezialist Bushnell bringt die Zielfernrohrserie R7 auf den Markt, die neuen Top-Modelle des komplett überarbeiteten Sortiments an Jagdoptiken. Mit erstklassiger Klarheit, zuverlässiger Verfolgung und robuster Allwettertauglichkeit können Sie zwischen SFP-Modellen (Second Focal Plane) mit Glasfaserbeleuchtung oder fortschrittlichen FFP-Konfigurationen (Front Focal Plane) mit Glasgravur für präzises Zielen wählen, alle mit 30-mm-Hauptrohr. Die SFP-Modelle der R7-Serie umfassen: 1-8x24 (mit MOA- oder MRAD-Glasfaser-Leuchtabsehen G4), 2-10x42 und 4-20x50 (mit MOA-Glasfaser-Leuchtabsehen G4), 3-15x50 (mit MOA- oder MRAD-Glasfaser-Leuchtabsehen) und 4-20x50 mm SFP (MOA). FFP-Modelle verfügen über freiliegende Pop-up-Verriegelungstürme mit Zero Stop für eine zuverlässige Rückkehr zum Nullpunkt nach jedem Schuss und sind als 3-15x50- oder 4-20x50-Varianten (mit MOA- oder MRAD-geätztem Hybrid-Punktbaum-Leuchtabsehen) erhältlich. Alle R7-Modelle sind mit aufklappbaren Kappen (durchsichtige Rückseite), einem vom Benutzer wählbaren 3-Positionen-Hebel und seitlicher Parallaxe (außer 1-8x24 LPVO) sowie Höhentürmen mit Zero Stop ausgestattet. ED Prime Glass bietet außergewöhnliche Helligkeit und Schärfe bis zum Rand, hohe Lichtdurchlässigkeit und Auflösung. Infos demnächst über die Bushnell-Website (die R7-Modelle sind aktuell noch nicht aufgelistet).


IWA OutdoorClassics 2026: Neuheiten bei Victrix Armament – mit der neuen Victrix Kinetic

Auf der IWA am Stand von Victrix Armament wurde mit der Victrix Kinetic eine neue Repetierbüchse für anspruchsvolle Präzisions- und Wettkampfschützen vorgestellt – klar ausgelegt auf dynamisches Long-Range-Schießen aus verschiedenen Positionen wie PRS. Auffällig sind das Naturfinish mit Klarlack und bronzefarbenen Akzenten (u. a. am Kammerstängel und an seitlichen Vorderschaftgewichten).

Herzstück ist ein hochfestes Monobloc-Chassis aus Leichtmetall mit Zubehörschnittstellen, einstellbarer Daumenauflage und integriertem Barricade-Stop. Der Sporting-Plus Single-Stage-Abzug ist einstellbar, der Zylinderverschluss wird als sehr leichtgängig beschrieben; das System basiert auf AISI-630-Stahl mit PVD-Beschichtung für Haltbarkeit und Leichtlauf. Für Optiken ist eine abnehmbare 20-MOA-Schiene vorgesehen.

Die Kinetic gibt es als Zentralfeuer- und Randfeuervariante in .308 Win., 6.5 Creedmoor, 6 Creedmoor, 6 XC und .22 long rifle. Läufe: Match-Grade, geläppt, schwere Kontur – 27" (Centerfire) bzw. 22" (.22 LR). Magazin: 10 Schuss. Der Vorderschaft bietet eine ARCA/Anschütz-Unterseite und Picatinny-Schiene, der Schaft ist verstell- und klappbar (EVO-Folding, reversibel), dazu eine verstellbare Schaftbacke. Preislich wird sie im Premiumbereich genannt (ca. 6.375–7.850 US-Dollar). Weitere Informationen zur Kinetic und auch einen Überblick zu den vielen, weiteren Neuheiten bekommen Sie oben in den beiden Videos. Und natürlich auf der Webseite von Victrix Armament.


IWA OutdoorClassics 2026: Hornady mit neuer American Whitetail Tipped und mehr Kalibern in der Hornady International-Linie

Auf der IWA in Nürnberg präsentierte Hornady zwei Neuheiten für Jäger: die neue Linie American Whitetail Tipped sowie eine Erweiterung der Hornady International-Serie mit dem bleifreien ECX-Geschoss.

American Whitetail Tipped (SST) ist als Upgrade der bekannten Whitetail-Philosophie gedacht: preislich attraktiv, praxisnah – jetzt jedoch mit dem SST (Super Shock Tip). Das SST steht für schnelle Deformation und hohe Stoppwirkung und eignet sich damit besonders für Situationen, in denen eine deutliche Wirkung am Stück gewünscht ist – etwa auf Drückjagden oder bei typischen europäischen Jagddistanzen. Anders als leistungsgesteigerte Speziallinien setzt Whitetail Tipped auf Standardgeschwindigkeiten, was eine breite Waffenverträglichkeit und eine solide Präzisionsbasis unterstützen soll. Die Kaliberpalette reicht ab .243 über die Klassiker bis hin zu modernen Optionen wie 6.5 PRC und .300 PRC – als zusätzliche, günstigere Alternative zu Precision-Hunter- oder Outfitter-Linien.

Ebenfalls ausgebaut wird die Hornady International-Linie: Das bleifreie ECX kommt in zwei neuen Laborierungen als 120 gr / 7,8 g für 6.5×55 und 6,5 Creedmoor. Der Ansatz dahinter ist klar: ein leichteres, geschwindigkeitsfreundliches Deformationsgeschoss, das in beiden Kalibern eine verlässliche bleifreie Jagdoption liefert und in der 6.5×55 zugleich besser mit älteren Dralllängen harmonieren soll als schwerere Vorgänger. Interessant ist auch der regulatorische Hintergrund: In Skandinavien sind frühere Mindestvorgaben beim Geschossgewicht (9,9 g / 140 gr) für Hochwild inzwischen entfallen – ein Schritt, der bleifreie Deformationsgeschosse mit geringerem Startgewicht deutlich sinnvoller macht.

Weitere Informationen gibt es beim Importeur, der Helmut Hofmann GmbH und natürlich beim Hersteller. Außerdem am besten direkt das Video anschauen.


IWA OutdoorClassics 2026: Sightmark zeigt mit Strikon FMP 1x18 und Strikon VMP 1-4x22 SFP Fiber zwei neue Prismenvisiere

Sightmark zeigte uns zur IWA 2026 mit dem Strikon FMP 1x18 und dem Strikon VMP 1-4x22 SFP Fiber zwei kompakte Prismenvisiere, die sich bewusst von klassischen Leuchtpunktvisieren abheben. Prismenoptiken benötigen – ähnlich wie ein Zielfernrohr – einen definierten Augenabstand und liefern dabei einen entscheidenden Vorteil: Das Absehen ist ins Glas geätzt und bleibt sichtbar, auch wenn der Akku mal leer sein sollte. Zudem profitieren Schützen mit Astigmatismus von einem scharf dargestellten Absehen, das bei Red Dots oft als verwaschen wahrgenommen wird.

Das Sightmark Strikon FMP 1x18 ist das kompaktere der beiden Modelle und kommt mit fester 1-fachen Vergrößerung, 18-mm-Objektiv und klarem Sichtfeld. Die LED-Beleuchtung bietet zwölf Stufen – neun für Tageslicht, drei für den Nachtsichtbetrieb – in wahlweise Rot oder Grün. Eine "Shake-Awake"-Funktion aktiviert das Visier automatisch bei Bewegung. Die UVP für das bereits erhältliche Sightmark Strikon FMP 1x18  liegt bei 299,99 Euro.

Das Sightmark Strikon VMP 1-4x22 SFP Fiber kombiniert hingegen den robusten Prismenaufbau mit dem variablen Zoom eines LPVO (Low Power Variable Optic). Das Glasfaser-Absehen (CRF-4 MIL, 2. Bildebene, rot beleuchtet, 11 Stufen) liefert auch bei grellem Sonnenlicht ein scharfes Zielbild ohne Batterieabhängigkeit. Sehr praktisch ist die Positionierung des Vergrößerungsrings am vorderen Gehäuse nahe dem Objektiv, was schnelle Zoomanpassungen im Anschlag möglich macht, wie wir uns am Stand überzeugen konnten. Beide Modelle nutzen übrigens den Aimpoint-Micro-Footprint. Das Strikon VMP 1-4x22 SFP Fiber ist für UVP 419,99 Euro ebenfalls bereits im Fachhandel verfügbar. Weitere Informationen gibt es auf der Sightmark-Website  und in unserem Video.


IWA OutdoorClassics 2026: Ballistol zeigt Universalöl für den Alltag und Pfeffer-KO Spray zur Verteidigung in gefährlichen Situationen

Gerd Simon ließ am Messestand keine Zweifel aufkommen: Er schluckte kurzerhand eine Prise Ballistol Universalöl einfach vor laufender Kamera – ein Beweis, der die gesundheitliche Unbedenklichkeit des Öls eindrücklicher unterstreichen sollte als jede Produktbeschreibung. Entwickelt im Jahr 1904 von Dr. Helmut Klever, Sohn des Firmengründers und Chemie-Dozent an der TH Karlsruhe, entstand Ballistol ursprünglich als kombiniertes Waffen- und Wundöl für das kaiserliche Heer. Die Rezeptur – medizinisches Weißöl als Basis, ergänzt durch rund 17 natürliche Komponenten – ist bis heute nur zwei Chemikern im Unternehmen vollständig bekannt (den beiden Chefs).

Was das Öl so ungemein vielseitig macht: Sein pH-Wert von etwa 8,3 bis 8,5 neutralisiert Säuren wie aggressive Verschmutzungen an Waffen oder Streusalz an Hundepfoten. Es besitzt keine Kohlenstoffdoppelbindungen und verharzt deshalb selbst nach Jahrzehnten nicht. Das Einsatzspektrum reicht von Waffenpflege über Holzbehandlung bis hin zu Tierpflege und Haushalt. So lassen sich etwa auch trockene Liegestellen mit Fellausfall beim treuen Begleiter damit gut versorgen – die Bezeichnung Universalöl ist eben wortwörtlich gemeint.

Ebenfalls mit am Stand: das Ballistol Pfeffer-KO Spray mit RSG-Behördenkappe (125 ml für UVP 24,99 Euro). 11% OC (Oleoresin Capsicum, ein natürliches Pfefferkonzentrat aus der Chilischote) mit 0,9% reinem Capsaicin sorgen für eine unmittelbare Wirkung. Der breite Eingriff der Behördenkappe und ein Fingeranschlag garantieren dementsprechend die sichere Bedienung des Spraybehälters auch mit Handschuhen. Dieser glänzt dann auch mit einer mächtigen Sprühweite von 4 bis 5 Metern. Wer das Handling erst üben möchte, greift zum neuen reizstofffreien Ballistol Trainingsspray (125 ml für UVP 17,95 Euro) mit identischem Sprühverhalten, aber null Risiko. Gerd Simons Tipp: Dose stets mit ganzer Faust halten und mit dem Daumen auslösen. Mehr Infos zum gesamten Ballistol-Sortiment finden Sie auf der Firmen-Homepage und eine aussagekräftige Demonstration der Sprays können Sie in unseren Videos bewundern.