IWA OutdoorClassics 2026, Nachbericht 2: Weitere Neuheiten, Messefunde und ein "Save the Date"

Mit dem "Save the Date" Richtung 2027 ist der Blick nach vorn zwar schon gesetzt, nämlich zum 4. bis 7. März 2027 – im Nachbericht Teil 2 bleiben wir aber noch einmal ganz bewusst bei den spannenden Produkten, die die IWA OutdoorClassics 2026 geprägt haben. Denn die Abschlussmeldung der Messe macht vor allem eines deutlich: Nürnberg war erneut der internationale Treffpunkt der Branche – mit 1.050 Herstellern, einer sehr hohen Auslandsquote und mehr als 25.000 Fachbesuchern und Medienvertretern aus 121 Nationen.

Genau diese Mischung aus internationaler Präsenz und direktem Austausch sorgt dafür, dass man viele Neuheiten erst im Gespräch am Stand oder beim zweiten Rundgang richtig entdeckt. Deshalb liefern wir hier die Fortsetzung zu Teil 1: weitere Messe-Funde, neue Modelle und interessante Updates aus Jagd- und Sportsegmenten – kompakt gebündelt, damit Sie die Produktnews weiter unten im Artikel schnell einordnen und für sich herausfiltern können, was wirklich relevant ist.


IWA OutdoorClassics 2026: Bushnell zeigt neue Leuchtpunkt-Zielgeräte der RX-Serie für IPSC und Jagd

Die bereits gut am Markt integrierte RX-Serie an hochwertigen Leuchtpunktzielgeräten hat der US-Hersteller Bushnell jetzt um ein paar neue Modelle erweitert. Neben dem besonders beim IPSC-Schießen beliebten RXM-300 1x28 mit seinem großen Display (28 mm breit, 24 mm hoch) kommt jetzt das RXS-100 1x25 für den Jagdeinsatz: mit präziser Klickverstellung des 4 MOA großen Dots und versenkten Tasten, die unbeabsichtiges Verstellen verhindern und einen Batteriewechsel von oben ermöglichen (ohne das Gerät von der Schiene nehmen zu müssen). Verschiedene Montageoptionen, etwa auf Weaver-Schienen, ergeben sich durch das mitgelieferte Zubehör. Für harte Einsätze bei schlechtem Wetter und besonders stoßgesichert gibt es das Bushnell RXE mit geschlossenem Gehäuse, mit mehreren Absehen nach Wahl und einem DeltaPoint-"Footprint", also einer Montagegröße, die mit vielen Waffen kompatibel ist. Die Bushnell-Website listet weitere Infos auf.


IWA Outdoor Classics 2026: Tanfoglio T97L Limited Optics – sportliche Pistole im Kaliber 9 mm Luger bei WAIMEX

Am Stand von WAIMEX wurde eine neue Pistole für den Sportbereich vorgestellt: die Tanfoglio T97L Limited Optic. Das Konzept zielt auf Vielseitigkeit – also eine Waffe, die sowohl in Optik-Setups als auch klassisch mit Kimme/Korn in unterschiedlichen Disziplinen funktionieren soll.

Auffällig ist die integrierte Optikplatte (statt einer reinen Nachrüstlösung), kombiniert mit einem Multi-Plate-System für verschiedene Rotpunkt-Standards. Zusätzlich ist ein voll verstellbares Matchvisier bereits integriert, was den Einsatz auch ohne Optik unterstreicht. Technisch unterscheidet sich die T97L Limited Optic zudem durch einen zylindrischen Lauf sowie einen Tactical-Frame mit Schnittstelle – anstelle des typischen Heavy-Dust-Cover-Aufbaus, den man von anderen Varianten kennt. Ein Jetfunnel ist ebenfalls Teil des Setups.

Als Single-Action-Pistole ist die T97L Limited Optic klar sportlich ausgerichtet. Sie kommt in 9 mm und wird mit 20-Schuss-Magazin genannt – je nach Regelwerk kann die Magazinkonfiguration (und damit das Kastenmaß) eine Rolle spielen. Ein starkes Argument ist der Preis von 1.789,- Euro, der sie als attraktive Option für Einsteiger und ambitionierte Schützen positioniert, die eine Allround-Wettkampfwaffe mit Optik-Perspektive suchen. Als Lieferzeit stehen rund 90 Tage im Raum; perspektivisch soll sie auch lagernd verfügbar sein.

Wer mehr Details und kompatible Optiken/Platten wissen möchte, findet das typischerweise über den Fachhandel und bei Veranstaltungen, auf denen WAIMEX die neuen Tanfoglio-Modelle zeigt. Infos gibt es auf der Webseite der WAIMEX, beim Hersteller und natürlich im Video.


IWA Outdoor Classics 2026: Kahles kommt mit einem Upgrade – die neuen Zielfernrohre Kahles Refined

Auf der IWA 2026 stellte Kahles am Messestand die überarbeiteten REFINED-Modelle vor. Hinter dem Begriff steckt kein reines Rebranding, sondern ein Entwicklungsansatz: bewährte Optiken weiter verbessern – und zwar quer über das First-Focal-Plane-Portfolio (erste Bildebene) auf Basis von Nutzerfeedback aus dem sportlichen Einsatz.

Als Beispiel wurde das Kahles K318i gezeigt, ein seit Jahren etabliertes Wettkampfglas, das im Rahmen der REFINED-Updates besonders viele Anpassungen erhält. Zu den zentralen Änderungen gehört eine 10-mil-Verstellung als Standard innerhalb der Serie. Der praktische Nutzen zielt auf dynamische Disziplinen wie PRS: Verstellungen sollen schneller, klarer und auch "on the clock" sicher reproduzierbar sein – gerade, wenn Schützen zunehmend mit simpleren Absehen-Designs arbeiten und Korrekturen lieber über die Türme vornehmen. Ergänzend wurde die Parallaxerad-Geometrie vereinfacht, um die Kompatibilität mit unterschiedlichen Montagen zu verbessern. Außerdem nennt Kahles beim K318i eine Steigerung des Sehfelds um 4%.

Kahles betont dabei den eigenen Weg: keine ständig neuen Modellnamen im Quartalstakt, sondern langlebige Produkte, die in größeren Schritten konsequent weiterentwickelt werden. Die Auslieferung startet laut Hersteller bereits, und Preisinfos sind über die Kahles-Webseite abrufbar. Mehr gibt es wie immer natürlich auch oben im Video zu sehen.


IWA Outdoor Classics 2026: Neue und überarbeitete Wiederladeausrüstung von Hornady

Hornady erweitert den Wiederladebereich um drei neue/überarbeitete Geräte: ein Upgrade der Lock-N-Load-Presse, ein Gerät zum Trimmen und Entgraten sowie ein neues Zündhütchen-Setzgerät.

Die Lock-N-Load-Presse bleibt vom Grundprinzip vertraut, wurde aber an den entscheidenden Punkten überarbeitet: Statt einfacher Buchsen arbeitet sie mit Lagern, läuft dadurch spielfreier und lässt sich über Schmiernippel wartungsfreundlich pflegen. Oben sitzt ein Caddy zum Zwischenlagern von Matrizen im Hornady-Bajonettsystem; alternativ kann dort auch ein Pulverfüllgerät sinnvoll integriert werden.

Für die Hülsenvorbereitung kommt ein Gerät, das Längenmaß und Entgraten in einem Arbeitsgang kombiniert. Die Hülsen werden vorne in einer Spannzange fixiert und gegen eine rotierende Einheit geführt. Ein Pilot zentriert über den Hülsenhals, während die Messer so eingestellt sind, dass die Hülse auf Länge gebracht und zugleich innen und außen am Hals entgratet/angefast wird. Nach dem Bearbeiten wird gelöst, die Hülse fällt direkt in einen Auffangbehälter – gedacht für schnellen Durchsatz bei gleichbleibender Wiederholgenauigkeit.

Als dritte Neuheit folgt ein Zündhütchen-Setzgerät mit Rohrzuführung (Stahlröhren), das sich für Rechts- und Linkshänder umbauen lässt und auf Small/Large umrüstbar ist. Ein einstellbarer Anschlag sorgt dabei für eine definierte, reproduzierbare Setztiefe – ein Detail, das vor allem bei hohen Präzisionsansprüchen interessant ist. Weitere Informationen gibt es direkt beim Hersteller Hornady.


IWA OutdoorClassics 2026: Einzellader-Repetierbüchse Stals Lady II – 17 kg und Kaliber 12 für das Schützenfest in den Niederladen und Belgien

Auf der IWA in Halle 3 am Stand von Jac Stals ging es um echte Exoten: Die Einzellader-Büchsen Stals Lady II, eine Büchse im Kaliber 12, wie sie in Teilen der Niederlande und Belgiens in traditionellen Schützenvereinen sportlich genutzt wird. Diese Wettkämpfe haben dort teils Volksfest-Charakter mit Parade, Musik und großem Publikum – und sogar der niederländische König wird als prominenter Nutzer erwähnt, der mit solchen Waffen bereits die erste Schüsse des Wettkampfs abgefeuert hat.

Technisch sind die Systeme kompromisslos auf aufgelegtes Präzisionsschießen ausgelegt: sehr lange, schwere Läufe, klassischer Einzelschuss-Betrieb und ein auf maximale Ruhe im Anschlag optimiertes Gesamtpaket. Die Anforderungen an die Präzision sind hoch: Ziele stehen bei rund 17 Metern, werden im Verlauf kleiner – bis in den Millimeterbereich.

Einige Eckdaten zur Ballistik: Geschossen wird mit Nitropulver, die Geschwindigkeit soll ca. 230 m/s nicht überschreiten (Schussfeld/Umgebung), die Energie wird grob im Bereich rund 600 Joule eingeordnet. Um beim Abziehen möglichst keine Bewegung ins System zu bringen, ist ein Stecher verbaut; der arbeitet dann mit einem sehr geringen Auslösegewicht von etwa 20 g. Bei der Visierung gelten Regeln: keine Zielfernrohre, sondern offene Visierung/Diopter. Interessant ist auch der Lauf-/Systemaufbau: Die Läufe sind nicht geschraubt, sondern geklemmt, und ein großer Teil der Fertigung erfolgt im eigenen Haus (das Bohren/Honen wird ausgelagert, die Züge werden selbst eingebracht).

Mehr Infos zur Stals Lady II gibt es auf der Webseite von Stals Metaal Techniek und natürlich im Video.


IWA OutdoorClassics 2026: Heimdall H6Xi, H8Xi, T10Xi Zielfernrohre und AR3X – das volle Jagd- und Taktikprogramm

Das 2018 gegründete deutsche Optik-Unternehmen Heimdall hielt auf der IWA 2026 ein breites Portfolio bereit – vom Drückjagdglas bis zur taktischen Long-Range-Optik. Eines gleich vorneweg: Auf alle Modelle gewährt der Hersteller ganze 30 Jahre Garantie nach Produktregistrierung. Wir beginnen jagdlich: Die im letzten Jahr neu vorgestellte Heimdall H8Xi-Jagdserie mit 8-fachem Zoom und Fiber-Dot-Absehen bedient drei Revierszenarien und war nun auch auf der IWA mit dabei: Das 1-8x24 ist ein führiges Drückjagdglas mit großem Sehfeld (UVP 799,- Euro), das 2-16x50 kommt als universeller Allrounder mit Parallaxenausgleich (UVP 899,- Euro) und das 3-24x56 ist das Modell für weite Distanzen und schlechte Lichtverhältnisse (UVP 999,- Euro). Ebenfalls im Jagdprogramm verfügbar ist das Heimdall H6Xi 1,5-9x42: Das leichtere 6-fach-Zoom-Glas mit großzügiger Eyebox wurde auf Kundenwunsch entwickelt und richtet sich an Jäger, die Vergrößerungsreserven gern gegen Gewicht und Führigkeit eintauschen (UVP 849,- Euro).

Brandneu geht es im taktisch-sportlichen Bereich mit Gläsern mit 10-fachem Zoom weiter: Die Heimdall T10Xi-Serie mit 34-mm-Mittelrohr kommt mit verstärkten Wandungen, ED-Glas für chromatisch saubere Bilder, Harteloxal-Finish und einer ausgiebig bis 1.500 g getesteten Schussfestigkeit. Die Linie reicht vom T10Xi 1-10x28 über das T10Xi 3-30x56 bis zum Flaggschiff T10Xi 4-40x60 für extreme Distanzen. Preislich starten wir hier bei 1.199,- Euro und enden beim Weitschuss-Spezialisten mit 1.499,- Euro UVP. Am Stand präsentierte Heimdall die neuen T10Xi-Gläser in Kombination mit der EAW German Tactical Mount – einer modularen Behördenmontage mit Cerakote-Option und Schnittstellen für Rotpunkte, Picatinny-Zubehör und Laser-Entfernungsmesser. Viele der Gläser sind bei Heimdall übrigens auch im attraktiven Set mit entsprechender EAW-Montage erhältlich. Das kompakte, 253 g leichte Prismenvisier AR3X mit 3-facher Vergrößerung, taktischem Absehen, Kompatibilität zu Wärmebild-Vorsatzgeräten und IP67-Schutzklasse (399,- Euro UVP) schloss dann das Heimdall-Sortiment unseres Video-Überblicks ab. Alle weiteren Produktinformationen zu den Heimdall-Optiken gibt es auf der Webseite des Herstellers sowie bei Vertriebspartner Waimex nachzulesen.


IWA OutdoorClassics 2026: Recknagel ERATAC – neue Jagdmontagen für Aimpoint Acro und Micro Rotpunktvisiere

Im Eifer des Gefechts unseres Recknagel-Videos zur Beantwortung der brennendsten Zuschauerfragen hatte der geschäftsführende Gesellschafter Dr. Moritz Fehrer doch glatt die Produktvorstellung der neuen ERATAC-Montagen für Rotpunktvisiere vergessen (unseren Tagesbericht mit dem entsprechenden Video finden Sie hier). Wir holen das hier im Handumdrehen nach: Recknagel, der traditionsreiche Hersteller aus Bergrheinfeld bei Schweinfurt, bereitet aktuell die Ausrollung neuer Montagelösungen vor, mit denen sich kompakte Rotpunktvisiere künftig auch auf klassischen Jagdwaffen sicher, einfacher und zudem ästhetisch ansprechend befestigen lassen.

Das Konzept hinter den neuen ERATAC-Jagdmontagen ist ganz praktisch: Wer bereits ein Rotpunktvisier mit Aimpoint-Acro-Footprint besitzt – also etwa auch einen Steiner MPS –, wird direkt bedient. Gleiches gilt für den weit verbreiteten Aimpoint-Micro-Standard, der neben den H-1- und H-2-Modellen auch viele kompatible Fabrikate anderer Hersteller abdeckt. Beide Footprint-Varianten sind sowohl als Montage für das 12-mm- als auch für das 15-mm-Prisma erhältlich. Besonders reizvoll für Besitzer klassischer Waffen: Recknagel bietet die Rotpunktmontagen auch als Fuß für die traditionelle Suhler Einhakmontage an. Drillinge, alte Repetierer oder andere Waffen mit SEM-Schiene lassen sich damit ohne aufwändigen Umbau auf moderne Rotpunkttechnik aufrüsten. Die Auslieferung der neuen ERATAC-Montagen wird dann ab dem Frühsommer 2026 erwartet, Dr. Fehrer sprach hier von einem Zeitfenster von Mai bis Juli. Alle weiteren Informationen zu den neuen Jagdmontagen finden sich auf recknagel.de.


IWA Outdoor Classics 2026: Burris Eliminator mit automatischer Haltepunktkorrektur

Auf der IWA 2026 in Nürnberg wurde das Burris Eliminator 6 als Zielfernrohr-Konzept gezeigt, das klassische Optik mit integrierter Elektronik für die automatische Haltepunktkorrektur kombiniert. Der Grundgedanke ist schnell erklärt: Entfernung per Laser messen, und das System liefert im Absehen den passenden Haltepunkt für die gemessene Distanz – ohne dass der Schütze erst umständlich umrechnen oder am Turm drehen muss.

Burris gilt in diesem Segment als Pionier, weil das Unternehmen das Prinzip der laserbasierten Haltepunktkorrektur früh in Serie gebracht hat und damit eine Kategorie geprägt hat, an der sich viele spätere Lösungen orientierten. Auffällig ist außerdem die Entwicklung beim Design: Während ältere Eliminator-Generationen aufgrund des integrierten Technikpakets noch deutlich klobiger wirkten, tritt das Eliminator 6 optisch wesentlich klassischer auf – die Elektronik ist stärker in ein Zielfernrohr-Layout integriert, das auf den ersten Blick weniger exotisch erscheint.

Für Anwender, die in der Praxis schnell und sicher auf wechselnde Distanzen reagieren wollen, ist genau diese Kombination aus Laser-Entfernungsmesser und automatisch angepasstem Haltepunkt der Reiz des Systems. Burris unterstreicht den Innovationsanspruch auch über Auszeichnungen im US-Markt. Weitere Informationen gibt es beim Hersteller Burris und oben im Video.


IWA Outdoor Classics 2026: Benelli mit edler, limitierter Edition der 828 S

Auf der IWA 2026 in Nürnberg wurde eine besonders edle Ausführung der Benelli 828 S gezeigt: eine limitierte Serie von 250 Stück im Kaliber 12/76, wahlweise mit 71 cm oder 76 cm Lauflänge. Optisch setzt das Modell klar auf Premium: ausgesuchte Walnusshölzer, eine Stahlbasküle mit feinen Gravuren sowie Goldeinlagen inklusive Goldtierstücken im Flugwild-Motiv.

Technisch bleibt die 828 S eine konsequent jagdlich gedachte Bockflinte, bringt aber Features mit, die auch sportlich interessant sein können. Hervorgehoben werden von Benelli die Advanced-Impact-Läufe: Durch das Lauf-/Choke-Profil sollen die Schrote den Lauf mit höherer Geschwindigkeit verlassen – ein Ansatz, der in erster Linie auf jagdliche Praxis zielt, sich aber ebenso am Schießstand nutzen lässt. Preislich wird die limitierte 828 S mit 5.980,- Euro angegeben. Die Verfügbarkeit ist für Mai angekündigt, mit einem größeren Kontingent für den deutschen Markt. Weitere Informationen dazu gibt es beim Importeur, der Manfred Alberts GmbH, und direkt beim Hersteller Benelli.